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Furioses Fußball-Finale in Russland – Frankreich holt WM-Trophäe (aktualisiert)

Frankreich feiert den zweiten Erfolg bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Equipe Tricolore gewann am Sonntag (15.7.2018) das Finale in Moskau gegen Kroatien mit 4:2.

Frankreich-ist-Fussball-Weltmeister-(Foto:dpa)

Die Tore für die Franzosen erzielten der Kroate Mandzukic mit einem Eigentor sowie Griezman per Elfmeter, Pogba und Mbappé. Perisic und Mandzukic waren für die Kroaten erfolgreich.

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Für den französischen Trainer Deschamps war es der zweite Titelgewinn. Er war beim ersten Erfolg der Franzosen vor 20 Jahren als Spieler dabei. Schon damals hatte ein Duell der Franzosen gegen Kroatien für Aufsehen gesorgt. Im Halbfinale standen sich beide Mannschaften gegenüber, Kroatien verlor 1:2, besiegte aber danach im Spiel um Platz Drei die Niederlande mit 2:1. Auch wenn es für die tapferen Kroaten diesmal wieder nicht gereicht hat, den Rivalen aus Frankreich zu besiegen – als Vizeweltmeister haben sie sich in die Herzen vieler Fußballfans gespielt und können sich mit Stolz überall präsentieren.

Der zweite Platz ist der bislang größte fußballerische Erfolg des Balkan-Landes. Bei den Europameisterschaften 1996 in England und 2008 in Österreich und der Schweiz hatte die Elf jeweils das Viertelfinale erreicht. Vor zwanzig Jahren feierte die kroatische Post den WM-Dritten mit einem Extra-Block. Vermutlich wird nach dieser WM eine ähnliche Ausgabe folgen.

Bronze 1998 in Frankreich

Philatelistisch gesehen waren die Kroaten  diesmal der „wahre“ Fußball-Weltmeister“. Im Gegensatz zum Finalgegner Frankreich hatte die kroatische Post die WM in Russland und die eigene Nationalmannschaft bereits im Vorfeld entsprechend gewürdigt. Am 14. Juni 2018 war in einer Auflage von 100tausend Stück ein Kleinbogen mit neun Briefmarken und einem Zierfeld ohne Werteindruck erschienen, auf denen ein Fußballer im rot-weißen kroatischen Schachbrettmuster-Trikot zu sehen ist. Dazu gab es noch einen gestempelten Ersttagsbrief.

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resize.aspxZur Vorstellung der WM-Marke schrieb Sportjournalist Miro Rede fast schon prophetisch auf der Web-Seite der kroatischen Post:

„Die Hauptfrage für Kroatien lautet: Was kann unser Team bei dieser WM erreichen? Antwort: Es ist ihre Zeit, eine sehr wichtige Rolle zu spielen und nach 20 Jahren wieder auf das Siegerpodest zu klettern, genau wie im Prinzenpark 1998.

Unser Team hat eine schwierige Qualifikatione durchgemacht, einschließlich des Trainerwechsels. Zlatko Dalić ersetzte Ante Čačić und der schaffte es nach dem Playoff-Sieg gegen Griechenland erneut in die WM-Endrunde – auch Dank der Generation der erfahrenen Spitzenspieler wie Luka Modrić, Vedran Čorluka , Marijo Mandžukić, Ivan Rakitić, Ivan Perišić und Domagoj Vida , die sich in der besten Form ihres Lebens befinden.

Dies ist genau der richtige Zeitpunkt, um etwas Großes zu erreichen. Kroatien wird auf dem Weg nach oben mit einigen Hindernissen konfrontiert sein, beginnend mit seiner Gruppe, wo es gegen das ehrgeizige Nigeria, Messis Argentinien und das bekannte Island (das größte Wunder des zeitgenössischen Fußballs) spielen wird. Die WM-Favoriten sind aber Titelverteidiger Deutschland, die potenten und verspielten Franzosen, die Könige der Kombinationen, die Spanier und die unberechenbaren Brasilianer…“

Die französische Post zog  nach dem WM-Gewinn des Landes philatelistisch ganz schnell nach und würdigte wenige Tage nach dem Titelgewinn den neuen Fußball-Weltmeister  mit einem Extra-Block  unter dem Motto „Merci Les Bleus“.

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Numismatisch war diese Würdigung zuvor bereits vorausschauend erfolgt. 872889 Neben einer 10 Euro Silbermünze hatte Frankreich im Vorfeld der WM in Russland auch eine 5 Euro Goldmünze in der Qualität Polierte Platte geprägt. Die geringe Auflage von nur 5000 Exemplaren wird diese Münze nun zu einem äußerst begehrten Stück machen.

Kroatien dürfte nach dem  WM- Auftritt seiner Fußballnationalmannschaft in Russland als Zweiter wohl jedem klar gemacht haben, wo sein Platz auf der Weltkarte ist. Auch den Österreichern. Dort konnte kurz vor der WM in letzter Minute ein philatelistischer Fauxpas gerade noch verhindert werden. Anlässlich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in diesem Jahr hatte die Post das Erscheinen einer Sonder-Briefmarke als ein „Highlight“ des Sommers angekündigt. „Alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind in ihren Umrissen abgebildet“, hieß es in der Beschreibung.

Dann stellten aufmerksame Betrachter fest, dass nicht alle 28 EU-Staaten auf der Marke berücksichtigt worden sind. Ausgerechnet Kroatien hatte es getroffen – das historisch mit Österreich verbundene, beliebte Urlaubsdomizil und bei der Fußball-WM auftrumpfende jüngste EU-Mitglied. Im Philatelie-Magazin der Post war eine Abbildung der Marke abgedruckt, auf der Kroatien und seine markante dalmatinische Küste tatsächlich nicht zu sehen waren.

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Die beiden Versionen der Sonderbriefmarke: Links ohne und rechts mit Kroatien.

Jedoch rasch konnte via „Kleine Zeitung“Entwarnung gegeben werden: Es handle sich nur um einen Entwurf der Designerin aus St. Pölten, die Marke ohne Kroatien sei nie bei der niederländischen Spezialdruckerei in Druck gegangen, ließ die Post verlauten.

Eine potenzielle diplomatische Krise war damit erst einmal abgesagt.

Dennoch werden Fotos von der Briefmarke – auch mit Kroatien – noch immer in sozialen Netzwerken geteilt, und das liegt weniger an der Goldfolien-Veredelung der EU-Sterne, die laut österreichischer Post „einen ganz besonderen Effekt“ erzeuge. Vielmehr wird kommentiert, dass durch die besondere  Schriftsetzung die Wörter „EU“ und „RATS“ hervorgehoben werden, während das Wort „Präsidentschaft“ auf den ersten Blick nur als Kleingedrucktes wahrzunehmen ist. Dadurch ergebe sich beim schnellen Hinsehen das Wort „EU RATS“ – englisch für: „EU-Ratten“

„Bei Sondermarken handelt es sich um Kunst im Kleinformat, die der gestalterischen Freiheit unterliegt“, heißt es vonseiten der Österreichischen Post. Dass der Vorsitz im Rat der Europäischen Union unter dem Begriff „EU-Ratspräsidentschaft“ zusammengefasst wird, limitiere den Gestalter aber in seinen grafischen Möglichkeiten. „In der Grafik werden Sonderzeichen abgelehnt, diese werden oftmals durch Absätze ersetzt – wie auch in diesem Fall. Zudem steht für uns schlussendlich das Gesamtdesign im Vordergrund. Typografie und Inhalt müssen ausgewogen sein“, sagte ein Post-Sprecher zum KURIER.

Vielleicht wird die Marke mit einer Auflagenhöhe von derzeit 240.000 Stück – einen wertvollen Fehldruck ohne Kroatien gibt es ja nicht –  auch bei schwarzhumorigen Briten zum begehrten Sammlerstück.

 

(Autor: KJA)

 

 

 

 

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