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Philatelistische WM-Nachlese mit Trikottausch und Traineranalyse

Der September-Treff des OSPC Berlin lockte diesmal 30 Mitglieder, Sammlerfreunde und interessierte Sportanhänger ins Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf. Gemeinsam mit dem Bezirkssportbund waren wir Gastgeber für eine sportphilatelistische Plauderei nach der Fußball-WM in Russland. Das wir bei der ursprünglichen Planung natürlich von einem erfolgreichen Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausgegangen waren, ist kein Geheimnis. Das frühe Ausscheiden der Löw-Elf, die lange Denkpause des Bundestrainers danach und die mehr oder weniger befriedigenden Erklärungen zur deutschen WM-Pleite bis hin zur akzeptablen Nullnummer gegen Weltmeister Frankreich zum „Neuanfang“ in der Nations League brachten ständig Bewegung in die inhaltliche Ausrichtung unseres diesmal wieder öffentlichen Treffs.

Dank der vorgesehenen Gäste Peter Leinemann und Heinz Werner war dies aber kein Problem. Und so wurde der 8.9.2018 ein sehr interessanter Samstagvormittag, der nach 120 Minuten „Spielzeit“ mit kleinen Trink- und Essenspausen dazwischen, am Ende mit freundlichem Beifall belohnt wurde.

Bereits vor Anpfiff des Geschehens stand diesmal ein Trikottausch der besonderen Art auf dem Programm. Bundesliga-und FIFA-Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock hatte uns gebeten, dem Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf eines seiner WM-Trikots für die Sammlung zu überreichen. Dankert, hauptberuflich Geschäftsführer des Fußball-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern, war einer von 13 Videoassistenten bei der WM in Russland.

OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert überreichte das Trikot an Jan Lehmann, den Vorsitzenden des Sportbundes Marzahn/Hellersdorf, der sich über diese Überraschung sehr freute und dafür Schiedsrichter Bastian Dankert herzlich dankte.

Die erste Halbzeit, dieser von OSPC-Mitglied Klaus-Jürgen Alde moderierten Veranstaltung, gestaltete Peter Leinemann. Der gebürtige Hannoveraner, der seit Jahren schon in Leipzig lebt und arbeitet, ist als Mitglied der Internationalen Motivgruppen Olympiaden und Sport e.V. (IMOS) ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Fußball-Philatelie und war als Fan im Sommer bei der WM in Russland.

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Mit seinem lebendigen Reisebericht begeisterte er nicht nur die anwesenden Philatelisten, sondern auch unsere Gäste. Auf den Punkt gebracht, war es für ihn die erstmalige Reise in ein großes interessantes Land, das auch dank der Gastfreundschaft seiner Menschen und einer guten Organisation für eine friedliche und entspannte WM gesorgt hatte – manchen Unkenrufen hierzulande zum Trotz!

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Peter Leinemann, Klaus-Jürgen Alde und Heinz Werner (v.l.), die „spielgestaltenden“ Akteure der OSPC-Veranstaltung im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf.

Für die fußballfachliche Einschätzung der WM sorgte nach der „Halbzeitpause“ Heinz Werner. Der vitale 82jährige hatte einst bei Lok Stendal selbst in der DDR-Oberliga gespielt. Danach war er u.a. verantwortlicher Trainer in Rostock, bei Union Berlin, in Brandenburg und Karl-Marx-Stadt. 1989 wurde Heinz Werner für kurze Zeit Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft, die sich aber nicht mehr für die WM 1990 qualifizieren konnte. Nach der Wende war er als Fußball-Lehrer im Auftrag der FIFA in rund 50 Ländern der Welt ein gern gesehener und geschätzter Gast.

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In einer fundierten PowerPoint-Präsentation analysierte er das WM-Geschehen und die Leistungen der deutschen Elf.

PHOTO-2018-09-08-18-24-50Als Ursachen für das frühe Ausscheiden sah der erfahrene Trainer vor allem die Überheblichkeit und Arroganz der Mannschaftsleitung und einiger Spieler in der Vorrunde, welche man mit einem auf die Spitze getriebenen Dominanz-Fußball einfach so überstehen wollte. Noch sieht Heinz Werner, trotz einiger guter Ansätze im Spiel gegen Weltmeister Frankreich keinen Umbruch. Aber wenn es Bundestrainer Löw gelingen sollte, wieder den Leistungsgedanken durch Konkurrenz in den Vordergrund zu stellen und der Einbau junger talentierter Spieler erfolgt , dann sollte uns um den deutschen Fußball bei den kommenden Europa-und Weltmeisterschaften  keine Bange sein!

 

(Autor: KJA,  Fotos: HJO)

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