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„Riemen- und Dollenbruch“ am Brandenburger Beetzsee – OSPC-und IMOS Mitglieder gemeinsam auf Exkursion

Was 2016 auf dem Regattagelände von Berlin-Grünau so erfolgreich begonnen hatte (s. OSPC-Newsletter 03/2016), wurde nun fast genau ein Jahr später an der Regattastrecke in Brandenburg fortgesetzt.

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OSPC-und IMOS-Mitglieder sowie ihre Gäste auf der Regattatribüne und vor dem modernen Zielrichter-Turm in Brandenburg/Havel.

Blick vom Zielrichterturm (3)

Blick auf die Regattastrecke, die mit ihren 2000 Metern von den Zuschauern auf den Tribünen am Ziel sehr gut einzusehen ist.

Werner Sidow hatte erneut eingeladen, um Teil Zwei seines sportphilatelistischen und -historischen Vortrags über den Rudersport an authentischer Stelle zu halten.

Dazu hatte er sich auch diesmal einen sachkundigen Experten mit ins Boot geholt. Hartmut Duif, Ehrenpräsident des Landesruderverbandes Brandenburg, kennt die Anlage am Beetzsee seit Jahrzehnten wie seine Westentasche. Als Cheforganisator vieler nationaler und internationaler Ruderereignisse konnte er viele interessante Fakten und Geschichten erzählen.

Geschichte der Regattastrecke (2)

Hartmut Duif (links im Bild) und OSPC-Mitglied Werner Sidow schwelgen in Ruder-Erinnerungen.

Zu unseren Gästen zählten diesmal auch Mitglieder des Briefmarken-Sammler-Vereins Brandenburgia e.V., die für diese Zusammenkunft extra ein Sonder-Ganzstück mit Tagesstempel vorbereitet hatten. Dafür den Freunden des BSV Brandeburgia um ihren Vorsitzenden Gerhard Naumann unseren herzlichsten Dank – Überraschung gelungen!

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Seit 1883 wird in Brandenburg an der Havel gerudert, einige Jahre später eroberten die Kanuten die Brandenburger Gewässer. In der Folgezeit entstanden in der Havelstadt zahlreiche Wassersportvereine, die die Grundlage für die Entwicklung eines Breiten-, Leistungs- und Wettkampfsports bildeten. Der internationale Aufschwung kam aber erst später.

1965 beschloss die DDR-Führung, auf dem Beetzsee eine neue Regattastrecke zu bauen. 1967 erfolgte der erste Spatenstich, bereits 20 Monate später zum V. Deutschen Turn-und Sportfest 1969 in Leipzig stand eine Wettkampfanlage zur Verfügung, die den modernsten Anforderungen der damaligen Zeit entsprach. 4000 Ruderinnen-und Ruderer waren in Sternfahrten zur Eröffnung auf den Beetzsee gekommen.

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Mit dem 1.Verbandstreffen vom 18.-20.07.1969 begann auch die Ausgabe philatelistischer Sportbelege. Hier mit Sonderstempel vom 16.7.69 mit Ruderbriefmarke von der Frauen-EM 1968 in Berlin-Grünau. Der Sonderstempel gehört zu den Raritäten, weil er kurz darauf korrigiert werden musste. Hier ist noch vom „1.Rudertreffen“ die Rede. Korrekt hieß es später „1.Ruderertreffen“. 1976 wurde die Brandenburger Regattastrecke als bislang einzige auf einer Briefmarke verewigt.

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Im Laufe der fast 50-jährigen Geschichte der Ruder-und Kanustrecke begannen viele spätere Olympia- und WM-Medaillengewinner in der Havelstadt ihre sportliche Laufbahn. Zu den bekanntesten Brandenburgern zählen die Landvoigt-Zwillinge, die zweimal Olympiasieger (1976 und 1980) und viermal Weltmeister in der Bootsklasse Zweier ohne Steuermann werden konnten.

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Die Ruder-Zwillinge Bernd und Jörg Landvoigt aus Brandenburg mit ihrem Trainer Johannes Wujanz. 

Während die einstige Olympia-Regattastrecke in Berlin-Grünau nach der Wende immer mehr verfiel, wurden in Brandenburg rund 17 Millionen Euro in den Erhalt und den Ausbau der Regattastrecke investiert. Ausgaben, die sich gelohnt haben. An 26 Wochenenden im Jahr ist die Regattastrecke mit Wettkämpfen ausgebucht – neben dem fast ganzjährigen täglichen Trainingsbetrieb der Ruderer und Kanuten.

Die Strecke auf dem Beetzsse, der übrigens der Stadt Brandenburg gehört, zählt für viele Ruder-Freunde neben dem Rotsee in Luzern und dem See im slowenischen Bled zu den schönsten Naturstrecken der Welt.

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Zu den sportlichen Ruder-Höhepunkten gehörten bislang die Europameisterschaften der Frauen 1972, die Junioren-Weltmeisterschaften 1985 und 2005 und die Europameisterschaften 2016.

 

 

Die absolute Krönung fehlt dem Beetzsee aber noch: eine „richtige“ Weltmeisterschaft.

Der Deutsche Ruderverband hatte sich mit der Regattastrecke zunächst um die Austragung der Weltmeisterschaften 2015 bemüht, zog seine Bewerbung jedoch im Mai 2011 wegen zu hoher finanzieller Risiken zurück.

„Die Forderungen waren utopisch“, so Landesverbands-Ehrenpräsident Hartmut Duif, dem wir an dieser Stelle noch einmal vielen Dank sagen für seine sachkundige Begleitung unseres Treffens am 17.Juni 2017 am Brandenburger Beetzsee.

Der Traum von einer Ruder-WM geht also weiter, auch für unser OSPC-Mitglied Werner Sidow, der mit seinem „Ruderlatein“ längst noch nicht am Ende zu sein scheint!

(Autor: KJA)

Briefmarken-Sammler fördern seit 50 Jahren deutschen Nachwuchs-und Spitzensport

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe feiert am 26.Mai 2017 ihr fünfzigjähriges Bestehen. In dieser Zeit sind dem deutschen Sport aus den Erlösen der Sportbriefmarken über 130 Millionen Euro an Fördermitteln zugeflossen. Maßgeblichen Anteil an diesem großen Erfolg haben neben der Post auch die Millionen von Briefmarkensammlern, die damit fast ein Drittel des gesamten Sporthilfe-Budgets erbracht haben.

In den zurückliegenden 50 Jahren wurden bis auf die Jahre 1973, 1974, 1975 und 1977, in denen es keine Marken „Für den Sport“ mit entsprechendem Zuschlag gab, insgesamt 156 Briefmarken sowie fünf Blockausgaben an die Postschalter gebracht. Zirka 40 Sportarten vom Alpinen Ski-Lauf bis zum Volleyball wurden mit entsprechenden Motiven bedacht. Darüber hinaus gab es Markenmotive mit Sportstätten, Sportpersönlichkeiten sowie sportlichen Symbolen und Gegenständen.

34 Grafikerinnen und Grafiker waren in den fünf Jahrzehnten an der Gestaltung der Briefmarken beteiligt. Für die Jubiläumsausgabe zeichnete in diesem Jahr erstmals Grafik-Designer Professor Wilfried Korfmacher (im Foto links) aus Meerbusch verantwortlich. Mit ihm hat Klaus-Jürgen Alde gesprochen.S1180083

Zunächst herzlichen Glückwunsch zum Siegerentwurf für die diesjährige Sonderpostwertzeichen-Serie „Für den Sport“ anlässlich 50 Jahre Stiftung Deutsche Sporthilfe. Was bedeutet dieser Erfolg für Sie?

Wenn ich sagen würde, ich fühle mich wie ein Weltmeister oder Olympiasieger, dann wäre das vermessen. Der Wettbewerb war ja allenfalls eine „Deutsche Meisterschaft“. Wir begreifen unsere Disziplinen Gestaltung, Design und Grafik auch als Sport. Wir waren eingeladen worden, um im ehrenwerten Kreis von Kollegen uns zu bewähren. Und am Ende hat die Jury uns ausgewählt. So fühle ich mich heute tatsächlich wie ein Sportler. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir im Wettbewerb dieser berühmten Sonderpostwertzeichen-Serie gerade zum 50jährigen Bestehen der Sporthilfe siegreich waren.

Sie sprechen vom „Wir“. Wer gehört da noch dazu?

Auch wenn ich Professor für Design an der Hochschule in Düsseldorf bin, wurde ich zur Vorstellung der neuen Briefmarken „Für den Sport“ nicht professional sondern professionell nach Berlin eingeladen. Ich arbeite in der Agentur „Zeichenverkehr“ schon seit vielen Jahren im Team mit Daniel Stoffels zusammen. Die Briefmarken stehen ja unter dem Motto „Leistung – Fairplay – Miteinander“. Dieses Miteinander pflegen wir, das ist in unserer Branche so üblich. Wir sind nicht die Einzelkämpfer im stillen Kämmerlein sondern wir arbeiten mit den unterschiedlichsten Spezialisten zusammen. In diesem Fall haben wir es im Endeffekt zu Zweit gemacht.

Wie groß war der „Lernprozess“ bei der Gestaltung der diesjährigen Sportbriefmarken?

Das nachzuvollziehen ist nicht ganz einfach. Ich könnte Ihnen viele Entwürfe zeigen, die wir nach Erhalt der Briefing-Unterlagen gemacht haben. Die Aufgabenstellung war sehr schwierig. Da galt es sichtbar zu machen, dass die Marken für den Sport in Deutschland und für das 50jährige Jubiläum der Sporthilfe sind. Dazu mussten die Werte der Marken gut erkennbar sein. Die Marken sollten sehr prägnant die Begriffe „Leistung-Fairplay-Miteinander“ zeigen. Und der Ausschreibungstext besagte, dass möglichst keine Bilder verwendet werden sollen.

Danach haben wir unterschiedlichste Entwürfe gemacht. Auch einen, der tatsächlich ohne fotografisches Bild auskam. Da haben wir aus den Worten mehr oder weniger abstrakte Illustrationen entwickelt. Da standen sich z.B. beim Begriff „Fairplay“ wie auf einem Basketballfeld die vier Buchstaben für „fair“ denen von „play“ gegenüber. Die Buchstaben des Begriffs „Leistung“ waren auf einer Laufbahn aneinandergereiht. Die 11 Buchstaben von „Miteinander“ zierten eine Fußballmannschaft auf dem Spielfeld. Das war zwar alles sehr gut gelungen, wir waren aber dennoch nicht zufrieden, weil die Marken im Endeffekt nicht so eine emotionale Kraft hatten – nicht den „Geschmack“ einer Goldmedaille. Gerade zum Sporthilfe-Jubiläum sollten die Marken so etwas wie den Abglanz einer Goldmedaille haben. Wir haben also weiter experimentiert. Gold als Sonderfarbe verwendet und am Ende diese drei nun vorliegenden Briefmarken kreiert, die uns ebenfalls am besten überzeugt hatten.

Wann ist mit der nächsten sportlichen „Korfmacher-Briefmarke“ zu rechnen?

Ich habe gerade die Abzüge für unseren Siegerentwurf zum Tag der Briefmarke 2017 erhalten. Dieser hat im weiteren Sinne durchaus auch etwas mit Sport zu tun.

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Auf dem Bild der 70+30 Cent Marke aus der Plusmarken-Serie zum Tag der Briefmarke haben wir einen Comic mit Fix und Foxi auf Skateboardern dargestellt. Die Briefmarke erscheint am 14.September.

 

Das komplette Interview mit Professor Korfmacher ist im neuen OSPC-Journal 01/2017 abgedruckt. Hier weitere Themen aus dem Heft:

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(Autor: KJA)

Paris ist bereit für Olympia 2024

Das war eine „Punktlandung“ der französischen Post. Pünktlich zum Besuch der Evaluierungskommission gab sie als einer der offiziellen Sponsoren eine Sonderbriefmarke zur Unterstützung der Pariser Olympia-Bewerbung für 2024 heraus. Seit 15. Mai ist diese Marke an den Schaltern erhältlich. Neben dem Kandidaten-Logo von Paris ist das Grand Palais zu sehen, in dem die Wettbewerbe im Fechten und Taekwondo ausgetragen werden sollen.

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Das Rennen zwischen Paris und Los Angeles um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 geht nun in die entscheidende Phase. Beide Städte überzeugten die IOC-Evaluierungskommission bei deren Besuchen vollständig. „Es ist die Vision der Spiele, die den Unterschied zwischen den beiden technisch sehr starken Kandidaten ausmachen wird“, sagte Kommissionschef Patrick Baumann zum Ende der dreitägigen Inspektion in Paris.

Zuvor hatte die Delegation Los Angeles besucht. „Beide Kandidaten haben kein größeres Risiko, es sind zwei fantastische Städte, die alle unsere Fragen beantwortet haben“, sagte Baumann. Die Spiele in sieben Jahren werden am 13. September in Lima/Peru vergeben.

Frankreichs neuer Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die IOC-Kommission im Elysee-Palast empfangen. Dabei kündigte er an, persönlich zur Wahl nach Lima zu reisen. Paris will vor allem mit seinem Plan von kompakten Spielen überzeugen. 22 Sportarten sollen innerhalb von 10 Kilometern stattfinden, ein Teil davon in historischen Sehenswürdigkeiten wie dem Grand Palais oder rund um den Eiffelturm.

„Die enge Verbundenheit zwischen den Spielen und Paris ist absolut offensichtlich. Ich habe bemerkenswerte Sportstätten umgeben von historischen Monumenten von außerordentlicher Schönheit gesehen“, sagte Baumann.

Die Mitglieder der IOC-Kommission hatten unter anderem den Eiffelturm, das geplante Olympische Dorf und das berühmte Stade de France besichtigt. Olympia 2024 in Paris, das seien Sommerspiele im historischen Herzen der «schönsten Stadt der Welt», twitterte Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Sie hatte das IOC-Team bei seinem Besuch begleitet.

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100 Jahre nach den Olympischen Spielen 1924 in Paris sollen sich die besten Sportler der Welt wieder in Frankreichs Hauptstadt messen.

1924 sah der Sportstätten-Plan so aus:

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Spiele der kurzen Wege sind auch für 2024 geplant:

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95 Prozent der Wettkampfstätten sind bereits fertig, nur das Schwimmstadion muss noch gebaut werden. Paris will im Olympia-Zweikampf mit den US-Amerikanern vor allem mit kurzen Wegen, einem nachhaltigen ökonomischen und ökologischen Konzept im Einklang mit den Welt-Klimaschutzabkommen, geringen Kosten und einer perfekten Infrastruktur punkten. Alle Sportstätten in Paris liegen nur einen Fußweg auseinander. Zudem sind alle Segelwettbewerbe in Marseille oder die EM-Stadien von 2016 für die Fußball-Turniere der Frauen und Männer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das engmaschige Transportnetz mit der Pariser Metro und die schon existierenden Wettkampfstätten sind nicht nur angenehm für Tausende von Athleten und Millionen von Besuchern, sondern minimieren auch die Kosten, die in den vergangenen Jahrzehnten bei Olympia explodierten und die Ausrichter-Städte teilweise bis an den Rand des Ruins trieben.

Mit 6,2 Milliarden Euro Etat wollen die Franzosen für Olympia auskommen, 3,2 Milliarden davon fließen direkt in die Organisation der Spiele und sollen von privaten Sponsoren aufgebracht werden. Die restlichen 3 Milliarden Euro werden jeweils zur Hälfte privat und von der öffentlichen Hand finanziert.

Fast zwei Jahre nach den Anschlägen von Paris im November 2015 und ein Jahr nach der weitgehend problemlos verlaufenen Fußball-Europameisterschaft in Frankreich ist die Sicherheit der Sportler und Besucher eines der wichtigsten Themen. Rund ein Drittel des Etats soll deshalb für den Schutz der Sportler und Besucher aus aller Welt ausgegeben werden.

«Made for Sharing» («Gemacht, um zu teilen») – so lautet der Slogan der Pariser Olympia-Bewerbung. Auch wenn Paris bereits sieben Jahre vor den Sommerspielen sehr weit mit der Organisation ist, gibt es auch noch Probleme. Kritiker bezweifeln z.B., ob das Langstrecken-Schwimmen und die Triathlon-Teildisziplin wegen der schlechten Wasserqualität in der Seine stattfinden können. Bis 2024 soll sich dies lt. Organisationskomitee aber im wahrsten Sinne des Wortes  „klären“ lassen.

(Autor: KJA nach dpa-Informationen)

Johan Cruyff auf niederländischer Silber-Marke – Postalische Erinnerungen auch in der Karibik

Ein Jahr nach seinem Tod ist der frühere niederländische Fußballstar Johan Cruyff von seinem Heimatland und seinem Ex-Club FC Barcelona mehrfach geehrt worden. In Barcelona wird eines der Barca-Stadien nach der Fußball-Legende benannt, vor dem Camp Nou wird eine Statue des genialen Stürmers und Trainers aufgestellt und die niederländische Post widmet ihm sogar eine silberne Sonderbriefmarke.

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Die von der niederländischen Post herausgegebene Cruyff-Marke ist erst die insgesamt fünfte Briefmarke, die in Silber geprägt wurde. Die Stückzahl ist überschaubar. Nur 1.400 Marken gab es in einer Geschenkverpackung zu 25 Euro. Davon gehen jeweils 3,50 Euro der Einnahmen an die Johan-Cruyff-Stiftung für junge Fußballer. Wie die niederländische Post auf ihrer Webseite mitteilt, war die Silbermarke innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Die Marke, die unbegrenzt gültig und auch als Frankatur für Einschreiben verwendbar ist, dürfte aber kaum in den regulären Postverkehr gelangen. Sie ist damit schon jetzt eine Rarität für jeden Sammler. Im Briefmarken-Fachhandel wird sie derzeit für 48,50 Euro angeboten

 

Eine weitere  philatelistische Ehrung für den großen niederländischen Fußballer ein Jahr nach seinem Tod gab es auch auf den Niederländischen Antillen. Am 25.April erschienen auf Saba, Bonaire und St.Eustatius diese drei unterschiedlichen Briefmarken mit einem Porträt von Johan Cruyff. Die drei Karibik-Inseln gelten als  besondere Gemeinden innerhalb des Niederländischen Königreiches und werden postalisch als „Caribisch Niederland“ erfasst.

 

Cruyff war am 24. März 2016 im Alter von 68 Jahren in Barcelona an Lungenkrebs gestorben. Europas Fußballer des Jahrhunderts spielte in seiner Profikarriere vor allem für Ajax Amsterdam und den FC Barcelona. eine-briefmarke-fuer-cruyff In beiden Vereinen war Cruyff später auch als Trainer tätig. Insgesamt bestritt der Niederländer 48 Länderspiele, in denen er 33 Tore erzielte.

Der Vize-Weltmeister von 1974 wäre am 25.April dieses Jahres Siebzig geworden.

 

Weitere Cruyff-Ehrungen gibt es in diesem Monat auch am Olympiastadion von Amsterdam, wo Cruyffs Heimatverein Ajax bis 1996 spielte. Dort wurde ein Gedenkplatz eingerichtet. In einem Freilichtmuseum in Arnheim wurde eine Ausstellung über niederländische „Helden am Ball“ eröffnet, in der Cruyff einen eigenen Trophäen-Saal erhielt.

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Spaniens Meister FC Barcelona wird das Stadion für die B- und die Frauen-Mannschaft, das derzeit auf dem Trainingsgelände gebaut wird, „Estadi Johan Cruyff“ taufen. Zudem hat der Club bei der Stadt angefragt, eine zum Barca-Stadion führende Straße nach Cruyff umzubenennen.

FC Barcelona v Real Madrid CF - La LigaGedenken an Johan Cruyff nach seinem Tod vor einem Jahr im Estadio Nou Camp in Barcelona (Foto AP).

So schön und interessant die aktuelle „Silber-Marken-Ehrung“ der niederländischen Post auch ist, Johann Cruyff gab es sogar schon einmal in Gold – 1974 verausgabte die Post von E. Guinea anlässlich des 75. Gründungsjahres des FC Barcelona einen Goldblock mit dem Fußballer.

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(Autor: KJA)

 

 

 

 

 

 

Viel Kult um Ronaldo – Flughafen Madeira nach Fußball-Star umbenannt

Ihm sind bereits eine Statue, ein Museum und ein Platz gewidmet. Auch ein Hotel trägt seinen Namen. Man kann Cristiano Ronaldo auf seiner Geburtsinsel Madeira kaum entgehen. Nun trägt auch noch der Flughafen seinen Namen. Und bei dieser Gelegenheit gab die portugiesische Post gleich noch Briefmarken mit dem Antlitz des wohl berühmtesten Sohnes der Blumeninsel heraus.

                              Die linke Marke ist für die nationale Post, die rechte Marke für den internationalen Versand vorgesehen.

Der Flughafen Madeira gehört für Piloten zu den spektakulärsten der Welt. Er befindet sich an einer Steilküste der Insel, ein Teil der Landebahn ist auf Stelzen gebaut, die im Wasser stehen. Ein Flugzeug muss kurz vor der Landung eine enge Kurve fliegen, starker Wind macht das oft kompliziert. Seit über 50 Jahren hieß der Airport schlicht „Internationaler Flughafen Madeira“. Der neue Name seit dem 29.März 2017 lautet: ‚Internationaler Flughafen Madeira –- Cristiano Ronaldo‘. „Madeira ist damit weiterhin im Titel enthalten. Wir fügen nur den Namen Cristianos hinzu“, erklärt Eduardo Jesus, Regional-Sekretär für Tourismus auf Madeira.

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„Das ist für mich etwas sehr besonderes, ich fühle mich glücklich und geehrt“, sagte Cristiano Ronaldo. An der Zeremonie auf dem Flughafen in der Nähe der Inselhauptstadt Funchal nahmen auch Portugals Ministerpräsident António Costa und der Präsident des Landes Marcelo Rebelo de Sousa teil. Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Büste des Fußballers enthüllt und eine Ausstellung mit Ronaldo-Bildern von verschiedenen Künstlern eröffnet. In ihren Händen halten die hochrangigen Gäste der Flughafen-Umbenennung eine Karte der portugiesischen Post mit Ronaldo-Briefmarke, Sonderstempel und Autogrammen.

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Für die Regierung der Insel war spätestens im vergangenen Sommer klar, dass der Flughafen umbenannt werden muss, als die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft mit Ronaldo das EM-Finale gewonnen hatte. Die Umbenennung sollte bereits im vergangenen Dezember stattfinden. Ronaldo war aber leider verhindert.

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Block der portugiesischen Post nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2016.

Einige Bewohner von Madeira hatten über eine Petition versucht zu verhindern, dass der Flughafen umbenannt wird.

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Der Flughafen von Madeira auf einem Briefmarkenblock der Portugiesischen Post aus dem Jahr 2000.

Doch nach Ansicht der Regionalregierung waren 2500 Unterschriften zu wenige, um das Projekt zu stoppen. Auch Vertreter der portugiesischen Zentralregierung hatten Zweifel geäußert, ob der Flughafen wirklich nach Cristiano Ronaldo benannt werden sollte. Der Chef der Regionalregierung, Miguel Albuquerque, verteidigt die Entscheidung: „Der Flughafen gehört der autonomen Region Madeira. Die Regierung Madeiras hat – und zwar zu Recht – beschlossen, einen großen Mann Madeiras, einen großen Athleten und Kapitän der Nationalmannschaft zu ehren.“

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Ronaldo und die portugiesische Nationalelf kommen nämlich gern auf die Insel – vor allem mit Pokal, wie nach dem EM-Gewinn.

Der Umbenennungs-Akt – Ronaldo ist der erste Sportler der Welt nach dem offiziell ein Flughafen benannt wurde – konnte auch durch die am Abend zuvor im Stadion von Marítimo auf Madeira im Testspiel gegen Schweden erlittene 2:3 Niederlage, nicht getrübt werden. Immerhin hatte Ronaldo das 1:0 erzielt und damit sein 71. Länderspieltor. Er ist jetzt der beste aktive Schütze unter den Top Ten der weltweiten Allzeit-Bestenliste.

Cristiano Ronaldo ist also die beste Werbung für Madeira. Seine Fans haben nun noch einen weiteren Grund auf die Insel zu reisen. Sie können nicht nur die Ronaldo-Statue, den Ronaldo-Platz und das CR7-Museum besuchen, im Ronaldo-Hotel übernachten, sondern sie sehen am Ronaldo-Flughafen nun schon bei der Landung ein Foto mit dem Gesicht ihres Stars. Es hängt außen am Terminal-Gebäude.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair grüßte zur Flughafen-Umbenennung sogar mit einem modifizierten Logo an einer ihrer Maschinen.

Das Ronaldo-Museum gibt es seit vier Jahren in Funchal. Darin befindet sich jetzt auch die Bronzestatue des aktuellen FIFA-Weltfußballers.

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Diese wurde im Sommer 2014 zunächst im Hafen enthüllt, im Frühjahr 2016 aber ins Museum verlegt, weil Lionel Messi- Fans sie mit dem Namen seines Dauer-Rivalen vom FC Barcelona verschmiert hatten.

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Die Bronzestatue mit der markanten „Beule“ im Schritt ist 3,40 Meter groß und sorgte bei ihrer Einweihung weltweit für teilweise spöttische Kommentare. Diese gab es nun aber auch über die auf dem Flughafen enthüllte Ronaldo-Büste.

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Cristiano Ronaldo ist längst zu einer Marke geworden. Mit über 200 Millionen Followern auf Facebook, Twitter und Instagramm ist er der mit Abstand populärste Sportler in den sozialen Medien. Sein Gesamtvermögen wurde 2015 auf 210 Millionen Euro geschätzt.
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Was 2006 als Modelabel „CR7“ – zusammengesetzt aus seinen Initialen und der Rückennummer- begann, baute Ronaldo inzwischen zu einer hochpreisigen Marke aus. U.a. investierte er weltweit in Hotels, auch auf seiner Heimatinsel, wo im Vorjahr in Funchal das erste Haus seiner CR7-Kette eröffnet wurde.

Ronaldo, der 1985 in Madeira geboren wurde, zählt nicht nur zu den reichsten Sportlern der Welt, sondern auch zu den wohltätigsten. Nach dem Champions-League-Triumph mit Real Madrid 2016 spendete er seine Siegprämie in Höhe von 600.000 Euro sozialen Zwecken.

Die „Marke Ronaldo“ ist auch sportphilatelistisch sehr interessant. Der mit 12 Jahren von Madeira als Jugendspieler zu Sporting Lissabon gewechselte Fußball-Star ist mittlerweile weltweit auf zahlreichen Belegen zu finden. A1At4PR8TDL._SL1500_

Mit 18 Jahren wurde er von Manchester United unter Vertrag genommen und entwickelte sich dort zu einem Weltklassefußballer. Zu Beginn seiner Karriere im rechten Mittelfeld eingesetzt, wechselte er später auf den linken Flügel und wurde einer der bedeutendsten Torjäger. Mit Manchester United gewann er u. a. drei nationale Meisterschaften in Folge und im Jahr 2008 die UEFA-Champions-League.

Nach seinem Transfer zu Real Madrid erzielte er bisher in über dreihundert Einsätzen durchschnittlich mehr als ein Tor pro Spiel, eine von Spielern einer europäischen Top-Liga im 21.Jahrhundert unerreichte Quote.

2014 und 2016 errang er mit den Madrilenen zwei weitere Champions-League-Titel. Darüber hinaus gewann Ronaldo viermal den Goldenen Schuh des Torschützen Europas und wurde mehrfach Torschützenkönig verschiedener Vereinswettbewerbe.

Dieser äthiopische Kleinbogen von 2016 ist ausschließlich dem Weltfußballer aus Portugal gewidmet.

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(Autor: KJA)

Zum siebenten Mal in Lahti – Finnlands Wintersport-Mekka“ ist nun Rekord-Gastgeber von Nordischen Ski-Weltmeisterschaften

Auch im Sport gibt es  berühmte Kultstätten, die man unbedingt einmal im Leben gesehen haben sollte. Dazu gehören z.B. im nordischen Skisport der Holmenkollen in Oslo und das Salpausselkä-Ski-Gebiet in Lahti. Letzteres war in diesem Jahr bereits zum siebenten Mal Austragungsstätte von Nordischen Ski-Weltmeisterschaften.

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Und da Tradition irgendwie verpflichtet, gab es auch zu diesem Ereignis wieder „sportphilatelistische Begleitmusik“. Auch wenn es diesmal den Briefmarkensammlern recht schwer gemacht wurde. Die finnische Post hatte im Vorfeld der WM keine reguläre Briefmarke oder einen Sonderstempel angekündigt. Trotzdem wurde „unser OSPC-Mann vor Ort“ nach langem Suchen fündig. ARD-Radioreporter Thorsten vom Wege fand im Keller eines Kaufhauses völlig überraschend einen kleinen improvisierten Stand, an dem drei ältere Herren ein FDC sowie einen Zehnerbogen mit einer selbstklebenden WM-Sondermarke nebst dazugehörendem Stempel anboten. Dabei handelte es sich um Ausgaben aus dem „personalisierten Zusatzprogramm“ der finnischen Post. Neben dem abgebildeten Stempel soll es auch noch zur Eröffnung und zum Abschluss der Ski-WM zwei ähnliche Stempel gegeben haben.

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Die Reise ins finnische Lahti hatte sich also gelohnt – nicht nur philatelistisch sondern natürlich auch wegen des großen sportlichen Erfolges der deutschen Skisportler ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang!

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An diesem Medaillenspiegel werden sich einige Betrachter nicht genug satt sehen können.

So gut – mit 6x Gold, 3x Silber und 2x Bronze in 21 Entscheidungen – waren die deutschen nordische Skisportler seit langem nicht mehr bei einer WM. 1974 in Falun schaffte die DDR-Mannschaft das Kunststück, bei nur zehn Entscheidungen mit ebenfalls 11 Medaillen (5 x Gold und 6x Silber) sogar die Medaillenwertung anzuführen.

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Die Skispringer Markus Eisenbichler, Carina Vogt, Svenja Würth und Andreas Wellinger mit ihren Goldmedaillen (v.l.n.r.)

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Johannes Rydzek (l.) und Eric Frenzel machten die Rekord-WM der deutschen Kombinierer mit Gold im Team-Sprint perfekt. Johannes Rydzek war mit insgesamt vier Goldmedaillen der „Kombi-König“ von Lahti. (Fotos: dpa)

Lahti, 100 km nördlich von Helsinki gelegen, ist die siebengrößte Stadt Finnlands und gilt als die heimliche „Sporthauptstadt“ des Landes. Zu den sportlichen Berühmtheiten der 119tausend Einwohner zählenden Stadt gehören auch die Skispringer Janne Ahonen und Toni Nieminen.

Wappen von LahtiDiese aktuelle Briefmarke zeigt das Stadtwappen von Lahti.

Verlässt man die Innenstadt zu Fuß in Richtung Westen, dann erreicht man nach ca. 20 Minuten einen umfassenden Sportkomplex, der sich an den Salpausselkä-Höhenzug anschmiegt. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei großen Skisprungschanzen. Davor befindet sich das Fußball-Stadion des FC Lahti, in dem im Winter auch ein  Biathlonschießstand aufgebaut werden kann und die Skiläufer ihre Schlussrunde zum Ziel drehen können.

Neben dem Stadion befinden sich noch eine große Mehrzweckhalle und das Skimuseum. Rund um die Stadt sind im Winter zig Kilometer Loipe für die Langläufer hervorragend präpariert. Das Skilaufen ist neben Eishockey Nationalsport der 5,5 Millionen Finnen.

Volkssport „Skilanglauf“ auf einer Sondermarke 1989 sowie auf einem Kleinbogen zu den finnischen „Jedermann-Rechten“ 2016.

Das Land, etwa so groß wie Deutschland, war viele Jahrhunderte Teil Schwedens. 1809 fiel es an Russland. 1917 erhielten die Finnen ihre staatliche Unabhängigkeit.

CFV-sZum aktuellen 100jährigen Staats-Jubiläum gab die finnische Post diese Briefmarke heraus.

Die Idee, in Lahti regelmäßig Skispiele auszutragen, hatte Lauri Pihkala. Der ehemalige Leichtathlet, der 1908 in London und 1912 in Stockholm ohne größere Erfolge an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte und Jahre später als erster Leichtathletik-Trainer des Landes u.a. auch den berühmten Paavo Nurmi betreute, sorgte dafür, dass 1923 in Lahti die 1. Ski-Spiele abgehalten wurden.

Briefmarke und Foto mit dem Porträt des „Erfinders“ der Salpausselkä-Skispiele Laura Pihkala, die anlässlich seines 100. Geburtstages am 5.1.1988 erschienen ist.

Nach Chamonix und Johannisbad fanden in Lahti 1926 die 3. Nordischen Ski- Weltmeisterschaften statt. Athleten aus sechs Ländern waren am Start. Die Wettkämpfe waren trotz tiefer Temperaturen bis zu -42 Grad perfekt organisiert. Die Resultate wurden über den Langwellen-Sender in Lahti, der heute ein Rundfunkmuseum beherbergt, im ganzen Land verbreitet. Norwegen, das knapp vor Finnland die Medaillenwertung gewinnen konnte, kritisierte aber die Gastgeber, dass sie nicht nur den Holmenkollen „abgekupfert“ hätten, sondern auch dafür, dass für den Bau des Skistadions, im Gegensatz zu Oslo, viele Bäume gefällt wurden.

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Die ersten finnischen WM-Briefmarken wurden anlässlich der 15. Weltmeisterschaften 1938 herausgebracht.

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Schanze und Skistadion in Lahti waren umgebaut worden. 100tausend Besucher sahen die Wettkämpfe. Auf der linken Marke ist erstmals ein Staffelwechsel grafisch dargestellt worden. Die 4×10 km Männerstaffel war 1933 von der FIS ins Wettkampfprogramm eingeführt worden.

Anlässlich der 22. WM, die 1958 mit 200tausend Besuchern einen neuen Zuschauer-Rekord markieren konnten, verausgabte die finnische Post diese zwei Sondermarken.

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20 Jahre später bei den 32. Weltmeisterschaften 1978 gab es ebenfalls zwei Sondermarken. Erstmals wurden die Finnen zu Hause von den Athleten aus der Sowjetunion vom ersten Rang im Medaillenspiegel verdrängt.

Die DDR belegte den dritten Platz dank der Erfolge von Konrad Winkler in der Nordischen Kombination und der Skispringer um Matthias Buse, der von der Normalschanze und mit dem Team erfolgreich war.

1989 wurden in Lahti die 37. Ski-Weltmeisterschaften veranstaltet. Postalisch gab es neben einem FDC eine Sondermarke mit der Abbildung eines Skilangläufers.

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An zehn Wettkampftagen kamen 450tausend Zuschauer ins Skistadion. Lahti erlebte ein Volksfest im wahrsten Sinne des Wortes. Finnland war wieder beste Nation. Die deutschen Glanzlichter setzte der Oberwiesenthaler Jens Weißflog, der Gold von der Normalschanze und Silber von der Großschanze gewinnen konnte.

Die 43. Weltmeisterschaften, die im Februar 2001 in Lahti ausgetragen wurden, waren von einem großen Dopingskandal überschattet. Sechs Finnen, unter ihnen der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Mika Myllylä wurden der verbotenen Einnahme des Blutplasma Expanders HES überführt. Die siegreiche finnische Männerstaffel sowie die Frauen, die Zweite geworden waren, wurden disqualifiziert. Eine umfassende Untersuchung ergab ein umfangreiches Verbands-Doping der Finnen. Von diesem Schock hat sich der finnische Skisport bis heute nicht richtig erholt.

Philatelistisch wurde diese Weltmeisterschaften 2001 mit einer Doppelmarke gewürdigt.

WM 2001

Die 51. Ski-Weltmeisterschaften, die vom 22.Februar bis zum 5.März 2017 in Lahti über die Bühne gingen, waren die Siebenten in der fast 100jährigen Geschichte des Internationalen Skiverbandes FIS. 700 Athleten aus 60 Ländern kämpften bei guten Bedingungen in 21 Wettbewerben der drei Disziplinen Skispringen, Skilanglauf und Nordische Kombination um die Medaillen.

Lahti WM 2017 Marke einzelnDie von der Post völlig überraschend aufgelegte Sonderbriefmarke zeigt vor dem Hintergrund der drei Schanzen symbolhaft die Entwicklung der Sprung-und Lauftechniken:

Vorlagenstil, Fischstil und V-Stil beim Skispringen sowie Klassisch und Skating beim Langlauf.

2001

Lahti war aber bisher nicht nur Gastgeber von sieben Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, sondern auch Austragungsstätte von Biathlon-WeltmeisterschaftenFolie19

Aber nicht nur die deutschen Wintersportler haben sehr gute Erinnerungen an die finnische Sportmetropole. Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft war schon in Lahti zu Gast. 1982 gewann sie dort das WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland mit 4 zu 0 !

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(Autor: KJA)

Ringelsöckchen zum Geburtstag – Heide Ecker-Rosendahl wurde Siebzig

Heide Ecker-Rosendahl hat ihre Ringelsocken wieder – pünktlich zum Geburtstag am 14. Februar 2017. „Der Hersteller aus dem Allgäu hat mir zehn Paar geschenkt“, verriet die Doppel-Olympiasiegerin dem SID. „Dafür wurde extra die alte Nähmaschine aus dem Museum geholt.“ Die 50 rot-weißen Strümpfe von damals hatten nur bis zum „Karriereende gereicht“.

Nickelbrille, wehendes Haar und natürlich die berühmten Ringelsocken – so stürmte Heide Ecker-Rosendahl 1972 bei den Olympischen Spielen in München in die Herzen der Deutschen. Auch die  Sportphilatelisten kamen auf ihre Kosten!

Im Weitsprung holte die damals 25-Jährige mit ihrem Gold die erste westdeutsche Medaille überhaupt bei den Heimspielen. Es folgte Silber im Fünfkampf. Den meisten Fans blieb aber ihr legendärer Lauf zum Staffel-Triumph gegen die DDR im Gedächtnis. Rosendahl, wie sie damals noch hieß, konnte als Schlussläuferin der 4 x 100 m Staffel den minimalen Vorsprung des BRD-Quartetts auf den letzten Metern gegen 100-m-Olympiasiegerin Renate Stecher verteidigen.  (Hier auf einer Briefmarke der Vereinigten Arabischen Emirate)

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Damit zweites Gold in München für Heide Rosendahl und Weltrekord – gemeinsam mit Christiane Krause, Ingrid Mickler und Annegret Richter.

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Ein Jahr nach den Spielen von München beendete die an der Deutschen Sporthochschule in Köln ausgebildete Diplom-Sportlehrerin ihre herausragende Karriere. Aus ihrer Ehe mit John Ecker, einem ehemaligen Basketballspieler des TuS 04 Leverkusen, gingen die Söhne David Ecker (geb.1975) und Danny Ecker (geb. 1977) hervor, der u.a. als WM-Dritter 2007 viele Jahre zu den besten deutschen Stabhochspringern zählte. Mutter Heide selbst ist dem Sport und ihrer Leichtathletik bis heute weiter verbunden geblieben.

Dazu zählt auch eine langjährige Tätigkeit als Vereinstrainerin. Von 1993 bis 2001 war sie Mitglied im Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), davon vier Jahre als Vizepräsidentin. Seit 2002 ist Heide Ecker-Rosendahl stellvertretende Vorsitzende der Leichtathletikabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen.

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Heide Rosendahl war 1970 und 1972 Sportlerin des Jahres und ist im Jahre 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet worden.

In die „Hall of Fame des deutschen Sports“ der Stiftung Deutsche Sporthilfe wurde sie wie auch ihre einstige Kontrahentin, die dreimalige Olympiasiegerin Renate Stecher,  im Jahr 2011 aufgenommen.

 

(Autor: KJA)