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Johan Cruyff auf niederländischer Silber-Marke

Ein Jahr nach seinem Tod ist der frühere niederländische Fußballstar Johan Cruyff von seinem Heimatland und seinem Ex-Club FC Barcelona mehrfach geehrt worden. In Barcelona wird eines der Barca-Stadien nach der Fußball-Legende benannt, vor dem Camp Nou wird eine Statue des genialen Stürmers und Trainers aufgestellt und die niederländische Post widmet ihm sogar eine silberne Sonderbriefmarke.

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Die von der niederländischen Post herausgegebene Cruyff-Marke ist erst die insgesamt fünfte Briefmarke, die in Silber geprägt wurde. Die Stückzahl ist überschaubar. Nur 1.400 Marken gab es in einer Geschenkverpackung zu 25 Euro. Davon gehen jeweils 3,50 Euro der Einnahmen an die Johan-Cruyff-Stiftung für junge Fußballer. Wie die niederländische Post auf ihrer Webseite mitteilt, war die Silbermarke innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Die Marke, die unbegrenzt gültig und auch als Frankatur für Einschreiben verwendbar ist, dürfte aber kaum in den regulären Postverkehr gelangen. Sie ist damit schon jetzt eine Rarität für jeden Sammler. Im Briefmarken-Fachhandel wird sie derzeit für 48,50 Euro angeboten

 

Cruyff war am 24. März 2016 im Alter von 68 Jahren in Barcelona an Lungenkrebs gestorben. Europas Fußballer des Jahrhunderts spielte in seiner Profikarriere vor allem für Ajax Amsterdam und den FC Barcelona. eine-briefmarke-fuer-cruyff In beiden Vereinen war Cruyff später auch als Trainer tätig. Insgesamt bestritt der Niederländer 48 Länderspiele, in denen er 33 Tore erzielte.

Der Vize-Weltmeister von 1974 wäre am 25.April dieses Jahres Siebzig geworden.

 

Weitere Cruyff-Ehrungen gibt es in diesem Monat auch am Olympiastadion von Amsterdam, wo Cruyffs Heimatverein Ajax bis 1996 spielte. Dort wurde ein Gedenkplatz eingerichtet. In einem Freilichtmuseum in Arnheim wurde eine Ausstellung über niederländische „Helden am Ball“ eröffnet, in der Cruyff einen eigenen Trophäen-Saal erhielt.

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Spaniens Meister FC Barcelona wird das Stadion für die B- und die Frauen-Mannschaft, das derzeit auf dem Trainingsgelände gebaut wird, „Estadi Johan Cruyff“ taufen. Zudem hat der Club bei der Stadt angefragt, eine zum Barca-Stadion führende Straße nach Cruyff umzubenennen.

FC Barcelona v Real Madrid CF - La LigaGedenken an Johan Cruyff nach seinem Tod vor einem Jahr im Estadio Nou Camp in Barcelona (Foto AP).

So schön und interessant die aktuelle „Silber-Marken-Ehrung“ der niederländischen Post auch ist, Johann Cruyff gab es sogar schon einmal in Gold – 1974 verausgabte die Post von E. Guinea anlässlich des 75. Gründungsjahres des FC Barcelona einen Goldblock mit dem Fußballer.

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(Autor: KJA)

 

 

 

 

 

 

Viel Kult um Ronaldo – Flughafen Madeira nach Fußball-Star umbenannt

Ihm sind bereits eine Statue, ein Museum und ein Platz gewidmet. Auch ein Hotel trägt seinen Namen. Man kann Cristiano Ronaldo auf seiner Geburtsinsel Madeira kaum entgehen. Nun trägt auch noch der Flughafen seinen Namen. Und bei dieser Gelegenheit gab die portugiesische Post gleich noch Briefmarken mit dem Antlitz des wohl berühmtesten Sohnes der Blumeninsel heraus.

                              Die linke Marke ist für die nationale Post, die rechte Marke für den internationalen Versand vorgesehen.

Der Flughafen Madeira gehört für Piloten zu den spektakulärsten der Welt. Er befindet sich an einer Steilküste der Insel, ein Teil der Landebahn ist auf Stelzen gebaut, die im Wasser stehen. Ein Flugzeug muss kurz vor der Landung eine enge Kurve fliegen, starker Wind macht das oft kompliziert. Seit über 50 Jahren hieß der Airport schlicht „Internationaler Flughafen Madeira“. Der neue Name seit dem 29.März 2017 lautet: ‚Internationaler Flughafen Madeira –- Cristiano Ronaldo‘. „Madeira ist damit weiterhin im Titel enthalten. Wir fügen nur den Namen Cristianos hinzu“, erklärt Eduardo Jesus, Regional-Sekretär für Tourismus auf Madeira.

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„Das ist für mich etwas sehr besonderes, ich fühle mich glücklich und geehrt“, sagte Cristiano Ronaldo. An der Zeremonie auf dem Flughafen in der Nähe der Inselhauptstadt Funchal nahmen auch Portugals Ministerpräsident António Costa und der Präsident des Landes Marcelo Rebelo de Sousa teil. Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Büste des Fußballers enthüllt und eine Ausstellung mit Ronaldo-Bildern von verschiedenen Künstlern eröffnet. In ihren Händen halten die hochrangigen Gäste der Flughafen-Umbenennung eine Karte der portugiesischen Post mit Ronaldo-Briefmarke, Sonderstempel und Autogrammen.

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Für die Regierung der Insel war spätestens im vergangenen Sommer klar, dass der Flughafen umbenannt werden muss, als die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft mit Ronaldo das EM-Finale gewonnen hatte. Die Umbenennung sollte bereits im vergangenen Dezember stattfinden. Ronaldo war aber leider verhindert.

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Block der portugiesischen Post nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2016.

Einige Bewohner von Madeira hatten über eine Petition versucht zu verhindern, dass der Flughafen umbenannt wird.

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Der Flughafen von Madeira auf einem Briefmarkenblock der Portugiesischen Post aus dem Jahr 2000.

Doch nach Ansicht der Regionalregierung waren 2500 Unterschriften zu wenige, um das Projekt zu stoppen. Auch Vertreter der portugiesischen Zentralregierung hatten Zweifel geäußert, ob der Flughafen wirklich nach Cristiano Ronaldo benannt werden sollte. Der Chef der Regionalregierung, Miguel Albuquerque, verteidigt die Entscheidung: „Der Flughafen gehört der autonomen Region Madeira. Die Regierung Madeiras hat – und zwar zu Recht – beschlossen, einen großen Mann Madeiras, einen großen Athleten und Kapitän der Nationalmannschaft zu ehren.“

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Ronaldo und die portugiesische Nationalelf kommen nämlich gern auf die Insel – vor allem mit Pokal, wie nach dem EM-Gewinn.

Der Umbenennungs-Akt – Ronaldo ist der erste Sportler der Welt nach dem offiziell ein Flughafen benannt wurde – konnte auch durch die am Abend zuvor im Stadion von Marítimo auf Madeira im Testspiel gegen Schweden erlittene 2:3 Niederlage, nicht getrübt werden. Immerhin hatte Ronaldo das 1:0 erzielt und damit sein 71. Länderspieltor. Er ist jetzt der beste aktive Schütze unter den Top Ten der weltweiten Allzeit-Bestenliste.

Cristiano Ronaldo ist also die beste Werbung für Madeira. Seine Fans haben nun noch einen weiteren Grund auf die Insel zu reisen. Sie können nicht nur die Ronaldo-Statue, den Ronaldo-Platz und das CR7-Museum besuchen, im Ronaldo-Hotel übernachten, sondern sie sehen am Ronaldo-Flughafen nun schon bei der Landung ein Foto mit dem Gesicht ihres Stars. Es hängt außen am Terminal-Gebäude.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair grüßte zur Flughafen-Umbenennung sogar mit einem modifizierten Logo an einer ihrer Maschinen.

Das Ronaldo-Museum gibt es seit vier Jahren in Funchal. Darin befindet sich jetzt auch die Bronzestatue des aktuellen FIFA-Weltfußballers.

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Diese wurde im Sommer 2014 zunächst im Hafen enthüllt, im Frühjahr 2016 aber ins Museum verlegt, weil Lionel Messi- Fans sie mit dem Namen seines Dauer-Rivalen vom FC Barcelona verschmiert hatten.

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Die Bronzestatue mit der markanten „Beule“ im Schritt ist 3,40 Meter groß und sorgte bei ihrer Einweihung weltweit für teilweise spöttische Kommentare. Diese gab es nun aber auch über die auf dem Flughafen enthüllte Ronaldo-Büste.

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Cristiano Ronaldo ist längst zu einer Marke geworden. Mit über 200 Millionen Followern auf Facebook, Twitter und Instagramm ist er der mit Abstand populärste Sportler in den sozialen Medien. Sein Gesamtvermögen wurde 2015 auf 210 Millionen Euro geschätzt.
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Was 2006 als Modelabel „CR7“ – zusammengesetzt aus seinen Initialen und der Rückennummer- begann, baute Ronaldo inzwischen zu einer hochpreisigen Marke aus. U.a. investierte er weltweit in Hotels, auch auf seiner Heimatinsel, wo im Vorjahr in Funchal das erste Haus seiner CR7-Kette eröffnet wurde.

Ronaldo, der 1985 in Madeira geboren wurde, zählt nicht nur zu den reichsten Sportlern der Welt, sondern auch zu den wohltätigsten. Nach dem Champions-League-Triumph mit Real Madrid 2016 spendete er seine Siegprämie in Höhe von 600.000 Euro sozialen Zwecken.

Die „Marke Ronaldo“ ist auch sportphilatelistisch sehr interessant. Der mit 12 Jahren von Madeira als Jugendspieler zu Sporting Lissabon gewechselte Fußball-Star ist mittlerweile weltweit auf zahlreichen Belegen zu finden. A1At4PR8TDL._SL1500_

Mit 18 Jahren wurde er von Manchester United unter Vertrag genommen und entwickelte sich dort zu einem Weltklassefußballer. Zu Beginn seiner Karriere im rechten Mittelfeld eingesetzt, wechselte er später auf den linken Flügel und wurde einer der bedeutendsten Torjäger. Mit Manchester United gewann er u. a. drei nationale Meisterschaften in Folge und im Jahr 2008 die UEFA-Champions-League.

Nach seinem Transfer zu Real Madrid erzielte er bisher in über dreihundert Einsätzen durchschnittlich mehr als ein Tor pro Spiel, eine von Spielern einer europäischen Top-Liga im 21.Jahrhundert unerreichte Quote.

2014 und 2016 errang er mit den Madrilenen zwei weitere Champions-League-Titel. Darüber hinaus gewann Ronaldo viermal den Goldenen Schuh des Torschützen Europas und wurde mehrfach Torschützenkönig verschiedener Vereinswettbewerbe.

Dieser äthiopische Kleinbogen von 2016 ist ausschließlich dem Weltfußballer aus Portugal gewidmet.

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(Autor: KJA)

Zum siebenten Mal in Lahti – Finnlands Wintersport-Mekka“ ist nun Rekord-Gastgeber von Nordischen Ski-Weltmeisterschaften

Auch im Sport gibt es  berühmte Kultstätten, die man unbedingt einmal im Leben gesehen haben sollte. Dazu gehören z.B. im nordischen Skisport der Holmenkollen in Oslo und das Salpausselkä-Ski-Gebiet in Lahti. Letzteres war in diesem Jahr bereits zum siebenten Mal Austragungsstätte von Nordischen Ski-Weltmeisterschaften.

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Und da Tradition irgendwie verpflichtet, gab es auch zu diesem Ereignis wieder „sportphilatelistische Begleitmusik“. Auch wenn es diesmal den Briefmarkensammlern recht schwer gemacht wurde. Die finnische Post hatte im Vorfeld der WM keine reguläre Briefmarke oder einen Sonderstempel angekündigt. Trotzdem wurde „unser OSPC-Mann vor Ort“ nach langem Suchen fündig. ARD-Radioreporter Thorsten vom Wege fand im Keller eines Kaufhauses völlig überraschend einen kleinen improvisierten Stand, an dem drei ältere Herren ein FDC sowie einen Zehnerbogen mit einer selbstklebenden WM-Sondermarke nebst dazugehörendem Stempel anboten. Dabei handelte es sich um Ausgaben aus dem „personalisierten Zusatzprogramm“ der finnischen Post. Neben dem abgebildeten Stempel soll es auch noch zur Eröffnung und zum Abschluss der Ski-WM zwei ähnliche Stempel gegeben haben.

 

 

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Die Reise ins finnische Lahti hatte sich also gelohnt – nicht nur philatelistisch sondern natürlich auch wegen des großen sportlichen Erfolges der deutschen Skisportler ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang!

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An diesem Medaillenspiegel werden sich einige Betrachter nicht genug satt sehen können.

So gut – mit 6x Gold, 3x Silber und 2x Bronze in 21 Entscheidungen – waren die deutschen nordische Skisportler seit langem nicht mehr bei einer WM. 1974 in Falun schaffte die DDR-Mannschaft das Kunststück, bei nur zehn Entscheidungen mit ebenfalls 11 Medaillen (5 x Gold und 6x Silber) sogar die Medaillenwertung anzuführen.

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Die Skispringer Markus Eisenbichler, Carina Vogt, Svenja Würth und Andreas Wellinger mit ihren Goldmedaillen (v.l.n.r.)

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Johannes Rydzek (l.) und Eric Frenzel machten die Rekord-WM der deutschen Kombinierer mit Gold im Team-Sprint perfekt. Johannes Rydzek war mit insgesamt vier Goldmedaillen der „Kombi-König“ von Lahti. (Fotos: dpa)

Lahti, 100 km nördlich von Helsinki gelegen, ist die siebengrößte Stadt Finnlands und gilt als die heimliche „Sporthauptstadt“ des Landes. Zu den sportlichen Berühmtheiten der 119tausend Einwohner zählenden Stadt gehören auch die Skispringer Janne Ahonen und Toni Nieminen.

Wappen von LahtiDiese aktuelle Briefmarke zeigt das Stadtwappen von Lahti.

Verlässt man die Innenstadt zu Fuß in Richtung Westen, dann erreicht man nach ca. 20 Minuten einen umfassenden Sportkomplex, der sich an den Salpausselkä-Höhenzug anschmiegt. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei großen Skisprungschanzen. Davor befindet sich das Fußball-Stadion des FC Lahti, in dem im Winter auch ein  Biathlonschießstand aufgebaut werden kann und die Skiläufer ihre Schlussrunde zum Ziel drehen können.

Neben dem Stadion befinden sich noch eine große Mehrzweckhalle und das Skimuseum. Rund um die Stadt sind im Winter zig Kilometer Loipe für die Langläufer hervorragend präpariert. Das Skilaufen ist neben Eishockey Nationalsport der 5,5 Millionen Finnen.

Volkssport „Skilanglauf“ auf einer Sondermarke 1989 sowie auf einem Kleinbogen zu den finnischen „Jedermann-Rechten“ 2016.

Das Land, etwa so groß wie Deutschland, war viele Jahrhunderte Teil Schwedens. 1809 fiel es an Russland. 1917 erhielten die Finnen ihre staatliche Unabhängigkeit.

CFV-sZum aktuellen 100jährigen Staats-Jubiläum gab die finnische Post diese Briefmarke heraus.

Die Idee, in Lahti regelmäßig Skispiele auszutragen, hatte Lauri Pihkala. Der ehemalige Leichtathlet, der 1908 in London und 1912 in Stockholm ohne größere Erfolge an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte und Jahre später als erster Leichtathletik-Trainer des Landes u.a. auch den berühmten Paavo Nurmi betreute, sorgte dafür, dass 1923 in Lahti die 1. Ski-Spiele abgehalten wurden.

Briefmarke und Foto mit dem Porträt des „Erfinders“ der Salpausselkä-Skispiele Laura Pihkala, die anlässlich seines 100. Geburtstages am 5.1.1988 erschienen ist.

Nach Chamonix und Johannisbad fanden in Lahti 1926 die 3. Nordischen Ski- Weltmeisterschaften statt. Athleten aus sechs Ländern waren am Start. Die Wettkämpfe waren trotz tiefer Temperaturen bis zu -42 Grad perfekt organisiert. Die Resultate wurden über den Langwellen-Sender in Lahti, der heute ein Rundfunkmuseum beherbergt, im ganzen Land verbreitet. Norwegen, das knapp vor Finnland die Medaillenwertung gewinnen konnte, kritisierte aber die Gastgeber, dass sie nicht nur den Holmenkollen „abgekupfert“ hätten, sondern auch dafür, dass für den Bau des Skistadions, im Gegensatz zu Oslo, viele Bäume gefällt wurden.

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Die ersten finnischen WM-Briefmarken wurden anlässlich der 15. Weltmeisterschaften 1938 herausgebracht.

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Schanze und Skistadion in Lahti waren umgebaut worden. 100tausend Besucher sahen die Wettkämpfe. Auf der linken Marke ist erstmals ein Staffelwechsel grafisch dargestellt worden. Die 4×10 km Männerstaffel war 1933 von der FIS ins Wettkampfprogramm eingeführt worden.

Anlässlich der 22. WM, die 1958 mit 200tausend Besuchern einen neuen Zuschauer-Rekord markieren konnten, verausgabte die finnische Post diese zwei Sondermarken.

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20 Jahre später bei den 32. Weltmeisterschaften 1978 gab es ebenfalls zwei Sondermarken. Erstmals wurden die Finnen zu Hause von den Athleten aus der Sowjetunion vom ersten Rang im Medaillenspiegel verdrängt.

Die DDR belegte den dritten Platz dank der Erfolge von Konrad Winkler in der Nordischen Kombination und der Skispringer um Matthias Buse, der von der Normalschanze und mit dem Team erfolgreich war.

1989 wurden in Lahti die 37. Ski-Weltmeisterschaften veranstaltet. Postalisch gab es neben einem FDC eine Sondermarke mit der Abbildung eines Skilangläufers.

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An zehn Wettkampftagen kamen 450tausend Zuschauer ins Skistadion. Lahti erlebte ein Volksfest im wahrsten Sinne des Wortes. Finnland war wieder beste Nation. Die deutschen Glanzlichter setzte der Oberwiesenthaler Jens Weißflog, der Gold von der Normalschanze und Silber von der Großschanze gewinnen konnte.

Die 43. Weltmeisterschaften, die im Februar 2001 in Lahti ausgetragen wurden, waren von einem großen Dopingskandal überschattet. Sechs Finnen, unter ihnen der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger Mika Myllylä wurden der verbotenen Einnahme des Blutplasma Expanders HES überführt. Die siegreiche finnische Männerstaffel sowie die Frauen, die Zweite geworden waren, wurden disqualifiziert. Eine umfassende Untersuchung ergab ein umfangreiches Verbands-Doping der Finnen. Von diesem Schock hat sich der finnische Skisport bis heute nicht richtig erholt.

Philatelistisch wurde diese Weltmeisterschaften 2001 mit einer Doppelmarke gewürdigt.

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Die 51. Ski-Weltmeisterschaften, die vom 22.Februar bis zum 5.März 2017 in Lahti über die Bühne gingen, waren die Siebenten in der fast 100jährigen Geschichte des Internationalen Skiverbandes FIS. 700 Athleten aus 60 Ländern kämpften bei guten Bedingungen in 21 Wettbewerben der drei Disziplinen Skispringen, Skilanglauf und Nordische Kombination um die Medaillen.

Lahti WM 2017 Marke einzelnDie von der Post völlig überraschend aufgelegte Sonderbriefmarke zeigt vor dem Hintergrund der drei Schanzen symbolhaft die Entwicklung der Sprung-und Lauftechniken:

Vorlagenstil, Fischstil und V-Stil beim Skispringen sowie Klassisch und Skating beim Langlauf.

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Lahti war aber bisher nicht nur Gastgeber von sieben Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, sondern auch Austragungsstätte von Biathlon-WeltmeisterschaftenFolie19

Aber nicht nur die deutschen Wintersportler haben sehr gute Erinnerungen an die finnische Sportmetropole. Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft war schon in Lahti zu Gast. 1982 gewann sie dort das WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland mit 4 zu 0 !

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(Autor: KJA)

Ringelsöckchen zum Geburtstag – Heide Ecker-Rosendahl wurde Siebzig

Heide Ecker-Rosendahl hat ihre Ringelsocken wieder – pünktlich zum Geburtstag am 14. Februar 2017. „Der Hersteller aus dem Allgäu hat mir zehn Paar geschenkt“, verriet die Doppel-Olympiasiegerin dem SID. „Dafür wurde extra die alte Nähmaschine aus dem Museum geholt.“ Die 50 rot-weißen Strümpfe von damals hatten nur bis zum „Karriereende gereicht“.

Nickelbrille, wehendes Haar und natürlich die berühmten Ringelsocken – so stürmte Heide Ecker-Rosendahl 1972 bei den Olympischen Spielen in München in die Herzen der Deutschen. Auch die  Sportphilatelisten kamen auf ihre Kosten!

Im Weitsprung holte die damals 25-Jährige mit ihrem Gold die erste westdeutsche Medaille überhaupt bei den Heimspielen. Es folgte Silber im Fünfkampf. Den meisten Fans blieb aber ihr legendärer Lauf zum Staffel-Triumph gegen die DDR im Gedächtnis. Rosendahl, wie sie damals noch hieß, konnte als Schlussläuferin der 4 x 100 m Staffel den minimalen Vorsprung des BRD-Quartetts auf den letzten Metern gegen 100-m-Olympiasiegerin Renate Stecher verteidigen.  (Hier auf einer Briefmarke der Vereinigten Arabischen Emirate)

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Damit zweites Gold in München für Heide Rosendahl und Weltrekord – gemeinsam mit Christiane Krause, Ingrid Mickler und Annegret Richter.

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Ein Jahr nach den Spielen von München beendete die an der Deutschen Sporthochschule in Köln ausgebildete Diplom-Sportlehrerin ihre herausragende Karriere. Aus ihrer Ehe mit John Ecker, einem ehemaligen Basketballspieler des TuS 04 Leverkusen, gingen die Söhne David Ecker (geb.1975) und Danny Ecker (geb. 1977) hervor, der u.a. als WM-Dritter 2007 viele Jahre zu den besten deutschen Stabhochspringern zählte. Mutter Heide selbst ist dem Sport und ihrer Leichtathletik bis heute weiter verbunden geblieben.

Dazu zählt auch eine langjährige Tätigkeit als Vereinstrainerin. Von 1993 bis 2001 war sie Mitglied im Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), davon vier Jahre als Vizepräsidentin. Seit 2002 ist Heide Ecker-Rosendahl stellvertretende Vorsitzende der Leichtathletikabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen.

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Heide Rosendahl war 1970 und 1972 Sportlerin des Jahres und ist im Jahre 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet worden.

In die „Hall of Fame des deutschen Sports“ der Stiftung Deutsche Sporthilfe wurde sie wie auch ihre einstige Kontrahentin, die dreimalige Olympiasiegerin Renate Stecher,  im Jahr 2011 aufgenommen.

 

(Autor: KJA)

Dopingbekämpfung wird zum Philatelie-Thema

 

Die Zahl der „Dopingsünder“ im Sport wird immer größer. Es fällt derzeit schon schwer, den Überblick zu behalten, wer alles durch die vom IOC und der WADA angeordneten Nachkontrollen seine Olympia-Medaillen zurückgeben muss. Chronisten und Statistiker haben nun das Problem, die Wettkämpfe und Medaillenspiegel der Olympischen Spiele von 2008 bis 2016 neu zu bewerten bzw. zu korrigieren. Keine schöne und vor allem keine leichte Aufgabe!

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Aber auch in der Sportphilatelie wird der eine oder andere Athlet, der vor kurzem noch siegestrunken mit seiner Medaille auf einer Briefmarke posierte, den Stempel des Betrügers bekommen. Da eröffnet sich ein ganz neues Sammelgebiet. Die Belege zum Thema „Doping und seine Bekämpfung“ sind aber bisher sehr überschaubar.

Den Anfang machte nach meiner Recherche am 12.Juni 1987 die UN-Post. An diesem Tag erschienen zeitgleich in Wien, Genf und New York jeweils zwei Briefmarken der Vereinten Nationen mit unterschiedlichen Motiven, die sich mit der Anti-Drogen-Kampagne befassten: „Ja zum Leben – Nein zu Drogen“. Eine der beiden Marken, die von der UN-Post in Wien verausgabt wurden, zeigt spielende Fußballer.bq-s

Ein eindeutiger Hinweis auf die Dopingproblematik im Sport. Auch wenn manche Fußballer noch heute glauben, dass …“Drogen in ihrer Sportart nichts bringen würden!“

 

Am 2.12.1991 wurde das Dopingthema auch von der Postverwaltung von Lichtenstein aufgegriffen. Anlässlich der Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville widmete sie dem Thema Sicherheit und Fairness eine Maximum-Karte.

 

Über ein Jahrzehnt später, am 22.6.2003 überraschte die italienische Post mit einem Sonderstempel zum 1.Fackellauf des Nationalen Olympischen Komitees (CONI) gegen Doping. Der Lauf fand in in Padua (Stempel-Nr. 956) statt.

 

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Padua (italienisch Padova) ist eine der ältesten Städte Italiens. Sie liegt am Rande der Poebene rund 30 km westlich von Venedig. Dass gerade dort dieser Fackellauf gegen Doping ausgetragen wurde, hat vermutlich auch mit der Tatsache zu tun, dass die Staatsanwaltschaft Padua maßgeblich an fast allen Ermittlungsverfahren gegen das systematische Doping im Sport in Italien beteiligt war und ist.

Ein halbes Jahr vor dem Fackellauf wurde in Padua dem Kapitän des Rad-Teams Gerolsteiner Davide Rebellin sowie weiteren 39 Radprofis, Medizinern und Betreuern der Doping-Prozess gemacht. In den Jahren danach folgten weitere Ermittlungen und Prozesse u.a. gegen den Rad-Stall Astana und „Doping-Arzt“ Michele Ferari.

Interessante Belege zur Dopingproblematik gibt es vor allem aus Rumänien.
2008 machte die dortige Anti-Doping-Agentur mit einer Kampagnen-Karte auf das Thema aufmerksam.

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Auf dem Foto der Ganzsache-Postkarte ist Andreea Răducan abgebildet. Die Rumänin gehört zu den bekanntesten Sportlern ihres Landes, war zwischen 1999 und 2001 fünfmal Turnweltmeisterin.

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann sie mit ihrem Team die Goldmedaille. Zudem siegte sie im Einzelmehrkampf, musste die Medaille jedoch wieder abgeben, da sie nach dem Sieg positiv auf das verbotene Stimulanzmittel Pseudoephedrin getestet wurde.

Răducan gab allerdings an, das Mittel unwissentlich eingenommen zu haben. Ein Mannschaftsarzt hatte ihr das Medikament wegen einer Erkältung verabreicht. Dieser Arzt wurde bis einschließlich 2004 für Olympische Spiele gesperrt.

In Rumänien kam es zu Demonstrationen, in denen die Bevölkerung ihre Solidarität mit Răducan zum Ausdruck brachte. Ihre Mannschaftsgoldmedaille durfte sie aber ebenso behalten wie das Silber vom Sprung, da die Dopingtests nach diesen Wettbewerben negativ ausgefallen waren. Die heute 33jährige studiert in Bukarest Journalistik und engagiert sich für die Stiftung des Nationalen Olympischen Komitees.

Nach ihrer persönlichen „Doping-Geschichte“ von Sydney stand Andreea Răducan 2008 vermutlich voll und ganz hinter der Botschaft der Anti-Doping-Agentur auf der o.g. Karte: „Seien Sie auf der Hut – Informieren Sie sich! Peking 2008 – die Chance für saubere Athleten“.

Im Jahr 2011 gab es in Rumänien eine Ganzsache der Nationalen Antidoping Agentur mit dem Titel „5 Jahre Tätigkeit im Dienst des sauberen Sports“. Das auf dem Umschlag abgebildete Puzzle zeigt sehr anschaulich die unterschiedlichen Säulen des Antidopingkampfes.

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Die sechs Puzzle-Teile beinhalten Begriffe wie „Test“, „Zusammenarbeit“, „Akkreditiertes Prüflabor bei der WADA“, „Bekämpfung des illegalen Handels“, „Bildung“ und „Forschungsprojekte“.

Die aufgedruckte Marke ist derzeit die einzige, die direkt einer nationalen Antidoping Agentur gewidmet ist.698

Signets von 20 Nationalen Antidoping-Agenturen, die eng mit der Welt-Antidoping-Agentur WADA zusammenarbeiten.

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In Deutschland kann die Ende 2002 aus der Antidopingkommission des Deutschen Sportbundes (DSB) entstandene Nationale Antidoping Agentur (NADA) von solch philatelistischer Aufmerksamkeit wie in Rumänien nur träumen.

Der Wunsch des einstigen NADA-Vorsitzenden Armin Baumert bei der Vorstellung der Jahresbilanz am 11.5.2009 ist nie in Erfüllung gegangen:„Bald wird es eine NADA-Briefmarke geben, so kommt wenigstens zusätzliches Geld rein für die Stiftung!

Auf den seither jährlich erschienenen deutschen Briefmarkenserien „Für den Sport“ ist bisher aber noch kein Motiv direkt zur Dopingbekämpfung erschienen. Dabei wäre der bekannte Slogan des deutschen Sports „Keine Macht den Drogen“ durchaus ein Markenbild wert gewesen. Auf der bislang einzigen Briefmarke  aus der Serie  gab es zuvor 2000 nur einen  Bezug zum Fair Play, das aber  ziemlich kleingeschrieben!

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Der Kampf gegen Drogenmissbrauch wurde von der deutschen Post, natürlich ohne sportlichen Hintergrund, bisher zweimal 1975 und 1996 thematisiert.

Zu den philatelistischen und damit auch öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten der rumänischen Antidoping Agentur gehörte diese Ganzsache aus dem Jahr 2014 – „30 Jahre Doping-Kontroll-Labor Bukarest – Service für sauberen Sport!“.

Die aufgedruckte Marke zeigt in eindrucksvoller Art und Weise, was mit überführten „Doping-Tätern“ passieren sollte.

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Auf der Ganzsache ist links ein Teil einer Zentrifuge zu sehen, die in den Antidoping-Laboren für die Untersuchung der Sportler-Proben verwendet wird.

Die Anzahl der im Sport verbotenen Substanzen ist mittlerweile sehr groß. Die Dopingverbotslisten der WADA geben den Athleten genaue Auskunft, was sie an Medikamenten einnehmen dürfen und was nicht.

So gesehen war es 2015 konsequent von der Tunesischen Post, sich dem Thema Anti-Doping-Kampf im Sport mit einem stilisierten „Pillen-Läufer“ zu nähern.

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Das Motto dieses Ersttagsbriefes „Kampf gegen Doping – für sauberen Sport“ findet sich auch im Stempel wieder.

Die aktuellsten Ausgaben zum Thema kommen aus Niger. Im Rahmen einer Rot- Kreuz-Kampagne für den Anti-Dopingkampf hat die Postverwaltung des Westafrikanischen Staates 2016 zwei grellbunte Kleinbögen auf den Markt gebracht.

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Auf diesem Bogen begutachtet eine Laborantin eine Probe im Reagenzglas. Ob es diejenige von Lance Armstrong ist, bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen. Der Aufstieg und Fall des einstigen Radsport-Idols ist mittlerweile weltweit bekannt.

Auf dem zweiten Kleinbogen aus Niger sind weitere vier Marken mit Dopingsündern abgebildet.

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Erstmals werden hier drei des Dopings überführte Sportler und ein Pferd auf einer Briefmarke mit direktem Bezug zum Thema Doping gezeigt, wie zusätzlich abgebildeten Spritzen, Medikamentenpackungen und der Arbeit im Labor. Auf der Medikamenten- Packung ist deutlich der russische Schriftzug „Mildronat“ zu erkennen.

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Bei diesem Präparat handelt es sich um die Substanz Meldonium, die zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt wird. Meldonium ist in osteuropäischen Ländern und Staaten der ehemaligen Sowjetunion zugelassen. Es kann aber auch als Dopingmittel missbraucht werden und ist deshalb seit dem 1.Januar 2016 von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) für den Leistungssport verboten.

Im März 2016 wurde bekannt, dass die russische Tennisspielerin Marija Scharapowa im Rahmen einer Dopingkontrolle bei den Australian Open positiv getestet wurde.  Sie hatte zuvor das bis Ende 2015 erlaubte Mittel viele4365-b-2
Jahren eingenommen und war sich offenbar nicht bewusst, dass es seit Anfang 2016 verboten war.

Im Sport kann Meldonium unter anderem die Ausdauer fördern, die Erholungsphasen verbessern und die geistigen Fähigkeiten steigern. Neben Marija Scharapowa wurden zu Beginn des Jahres etliche Sportler darauf positiv getestet.

Scharapowa, fünfmalige Grand-Slam- Gewinnerin, kann ihrer 15-monatigen Dopingsperre inzwischen auch Positives abgewinnen. „Früher konnte ich mir nicht vorstellen, was ich während so einer langen, freien Zeit machen würde. Ich machte Urlaub in Kroatien, feierte Silvester in Hawaii. Ich war noch nie als Tourist in London. Wenn ich bei Wimbledon gespielt hatte, habe ich so gut wie nichts von der Stadt gesehen“, sagte „La Shara“ kürzlich neugierigen Journalisten.

Dass nicht jeder diese Haltung gut findet, kann man verstehen. Das bekam auch Julija Efimova zu spüren. Die russische Schwimmerin war ebenfalls wegen eines Meldonium-Nachweises zunächst gesperrt, aber dann doch noch für die Olympischen Spiele in Rio auf Anraten der WADA zugelassen worden, weil es Unklarheiten über die Abbaudauer des Medikaments im Körper gab. doping-niger-2017

Viele Athleten argumentierten, sie hätten Meldonium zuletzt legal vor dem Jahreswechsel eingenommen, der Stoff habe sich aber dennoch in ihren Körpern befunden.

Als Wiederholungstäterin hätte Efimova eine lebenslange Sperre gedroht, nachdem sie bereits zwischen November 2013 und Februar 2015 wegen eines positiven Dopingbefundes mit einem anderen Mittel gesperrt gewesen war. In Rio wurde die Weltmeisterin von 2015  nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille über 100 Meter Brust von der Konkurrenz gemieden und vom Publikum ausgepfiffen.

Shane Warne aus Australien, der dritte Athlet auf den Marken des Kleinbogens, ist ein früherer Cricketspieler, der als erster in der Geschichte seiner Sportart mehr als 700 internationale Test- Wickets erzielte. doping-niger-2018 Aufmerksamkeit erregte Warne aber auch durch einen positiven Dopingtest bei der Cricket-Weltmeisterschaft 2003 in Südafrika.

Das  britische Rennpferd Encke, benannt nach Enckes Komet, gewann am 15. September 2012 unter Jockey Mickael Barzalona das weltberühmte St. Leger auf dem Doncaster Racecourse.

Im Frühjahr 2013 wurde Encke als eines von 22 Pferden von der Britischen Regulierungsbehörde für Pferderennen (BHA) positiv auf ein verbotenes anaboles Stereoid getestet und danach für sechs Monate von allen Rennen ausgeschlossen.
doping-niger-2019Nach einer schweren Verletzung, die er sich bei einem Trainingsgalopp am Hinterbein zugezogen hatte, wurde Encke am 14.Oktober 2014 eingeschläfert.

 

 

 

 

 

(Autor: KJA)

Der OSPC Berlin lädt zum IMOS-Regionaltreffen in Brandenburg

Nach dem Regionaltreffen an der historischen Regattastrecke in Berlin-Grünau im vergangenen Jahr steht noch einmal der Rudersport im Fokus. Ich freue mich, nun Einzelheiten für das damals geplante Vorhaben mitteilen zu können.

Am Samstag, dem 17. Juni 2017, treffen wir uns um 9.45 Uhr an der Regattastrecke am Beetzsee in Brandenburg/Havel.

Um 10 Uhr führt uns der Ehrenpräsidenten des Landesruderverbands Hartmut Duif durch das Objekt mit Zielrichterturm.
Anschließend folgt ca. 11.15 Uhr der zweite Teil meines Vortrags über die Geschichte des Rudersports in Grünau und Brandenburg, der anknüpft an meinen Vortrag vom Juni 2016 in Grünau. Natürlich kommen dabei unsere Sammelinteressen nicht zu kurz.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen in der auf dem Gelände befindlichen griechischen Gaststätte soll das Treffen dann ausklingen.

Vor dem Regattagelände stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung, da an diesem Wochenende keine Wettkämpfe stattfinden. Die Anreise mit dem Bus ab Hbf. ist auch möglich.

(Autor: Werner Sidow)

50 Jahre Alpiner Ski-Weltcup -Sportliche Feier in Zagreb

Der alpine Ski-Weltcup feierte zu Beginn des neuen Jahres im kroatischen Zagreb Jubiläum.  Exakt vor 50 Jahren, am 5. Januar 1967 war in Berchtesgaden das erste von inzwischen 3194 Weltcuprennen über die Bühne gegangen.

unknownDer Wunsch, den Skirennsport für die Zuschauer verständlicher zu machen und so etwas wie einen jährlichen „Weltmeister“ zu küren, war der Anlass gewesen, warum man damals über eine Jahreswertung nachdachte. Im Januar 1966 fand während einer Trainingspause auf der Kitzbüheler Seidlalm das vorentscheidende Gespräch statt. Daran erinnert noch heute eine Messingtafel. Darauf stehen die Namen der Franzosen Serge Lang und Honoré Bonnet, des US-Amerikaners Bob Beattie und des Österreichers Sepp Sulzberger.

Bei der WM im Sommer 1966 in Portillo wurde die Austragung des Weltcups beschlossen. Am 11. August verkündete der damalige FIS-Präsident Marc Hodler: „Wir haben einen Weltcup!“Offiziell anerkannt wurde die neue „Punkte-WM“ dann aber erst beim FIS-Kongress 1967.

Den Slalom am 5. Januar 1967 in Berchtesgaden gewann der Österreicher Heini Messner, der sich im Gegensatz zur Konkurrenz nicht für die damals üblichen 2,10 Meter langen Ski entschied, sondern für eine kürzere Variante.

heini-messner  Von Heini Messner habe ich nur diese Karte ohne Autogramm entdeckt. Trotz seines „Premieren-Sieges“ ist er auf keiner österreichischen Briefmarke verewigt worden.

Tags darauf sicherte sich der Franzose Georges Mauduit den Sieg im Riesenslalom. Kurioserweise blieben dies für die beiden Sportler in ihrer Laufbahn die einzigen Siege im Weltcup. Der legendäre Jean Claude Killy, 1968 bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble gleich dreifacher Goldmedaillengewinner, musste sich zum Weltcup-Auftakt im Slalom nur mit Rang Vier zufrieden geben. Dafür gewann der Franzose neun Tage später am Lauberhorn die erste Weltcup-Abfahrt der Geschichte.

Die Frauen starteten 1967 zwei Tage später mit einem Slalom in Oberstaufen, den die Kanadierin Nancy Greene für sich entschied.

Jean-Claude Killy (73) dominierte Ende der 1960er Jahre den alpinen Skirennsport. Er gewann in Grenoble drei olympische Goldmedaillen, war sechsmal Weltmeister und zweimaliger Gewinner des Gesamtweltcups. 1999 wurde er zu Frankreichs Sportler des Jahrhunderts gewählt. Das ehemalige IOC-Mitglied (1995-2014) war Co-Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville.

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Der erste Ski Weltcup der Alpinen 1967 am Jenner bei Berchtesgaden.

Insgesamt 18 Mal traf sich die Elite des alpinen Skisports am Jenner. Das letzte Weltcup-Rennen fand am 12. Januar 1986 statt. Die FIS hatte entschieden, nur noch Hänge mit Kunstschnee in den Weltcup-Kalender aufzunehmen. Zudem entsprach das Gelände am Krautkaserfeld am Jenner nicht den Anforderungen für moderne Fernsehübertragungen.

Aus der „One-Man-Show“ des langjährigen Weltcup-Chefs Serge Lang ist längst ein Millionen schwerer Profizirkus geworden, der von zwei hauptberuflichen Weltcup-Direktoren geleitet wird.

Zum 50jährigen Weltcup-Jubiläum in Zagreb waren alle 51 Gesamtsieger der Ski-Weltcup-Winter eingeladen worden. 17 von ihnen kamen, darunter alle, die den Weltcup mehrfach gewinnen konnten.

1356384_m3w630h470q75ms2v4260_20170105172928492-1 Höhepunkt der diesjährigen Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum in Zagreb war ein Flutlicht- Rennen früherer Legenden. Für den Jubiläums-Event hatte man in Kroatiens Hauptstadt aus der Straße zwischen Kathedrale und Mandusevac-Brunnen eine Skipiste gemacht.

 So gab es unter Flutlicht u.a. ein Wiedersehen mit Ski-Größen wie Jean-Claude Killy, Annemarie Moser-Pröll, Karl Schranz, Alberto Tomba, Lise-Marie Morerod, Tina Maze sowie Ivica und Janica Kostelic

Mit dabei waren aber auch die Rekordhalter Marc Giradelli und Marcel Hirscher, die sich insgesamt fünfmal in die Siegerliste eintragen konnten. Beide sind gebürtige Österreicher, wobei Giradelli fast während der gesamten Karriere für das Großherzogtum Luxemburg gestartet ist.

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Autogramm-Karte von Marc Giradelli.

Mit 12 Jahren hatte er die Ski-Verbände gewechselt, nachdem sein Vater dem österreichischen Verband vorgeworfen hatte, seinen Sohn nicht genug zu fördern. Marc Giradelli bereut heute diese Entscheidung, die „idiotisch gewesen sei“! Viermal war er Weltmeister, in Albertville 1992 gewann er als bislang einziger Luxemburger bei Winterspielen zweimal olympisches Silber im Super G und im Riesenslalom. Zwischen 1984 und 1993 holte der mittlerweile 53jährige Unternehmer fünfmal den Gesamtweltcup.

Auf eine Einzel-Briefmarke hat er es bis heute leider nicht geschafft. Mit dem Block der luxemburgischen Post zum 100jährigen Bestehens des Nationalen Olympischen Komitees 2012 ist seine Leistung aber ebenso mit gewürdigt worden wie die des einzigen Olympiasiegers des Landes, Josy Barthel, der 1952 in Helsinki den 1500 m Lauf für sich entscheiden konnte.

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Aber auch der derzeit Gesamtweltcup-Führende Marcel Hirscher zeigte sich in Zagreb den Fans auf der „Straßenpiste“.

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Von 2012 bis 2016 konnte der Österreicher ebenfalls fünfmal und sogar in Folge den Gesamt-Weltcup gewinnen. Und vermutlich wird er nach dieser Saison als alleiniger Rekordhalter mit sechs Erfolgen zu Buche stehen. Dann wird es eigentlich auch Zeit für eine eigene Briefmarke. Zumal die österreichische Post seine „Vorgänger“ schon entsprechend gewürdigt hat. Die Post unseres Nachbarlandes hat überhaupt ein Fable für Markenmotive mit Wintersport-Legenden. Über 50 Motive wurden bislang als offizielle Ausgaben bzw. als persönliche Marken herausgebracht.

      Der heute 78jährige Karl Schranz wurde dreimal Weltmeister und gewann 1969 und 1970 zweimal den Gesamtweltcup. Der „Herminator“ Hermann Maier wurde zweimal 1998 in Nagano Olympiasieger, dreimal Weltmeister und viermal Gewinner des Gesamtweltcups.

Stefan Eberharter wurde 2002 in Salt Lake City Olympiasieger im Riesenslalom, dreimal Weltmeister und zweimal Gewinner des Gesamtweltcups. Benjamin Raich, Doppel-Olympiasieger von 2006 in Turin sowie dreifacher Weltmeister entschied 2005/06 den Gesamtweltcup für sich.

 Die wohl berühmteste Teilnehmerin der Jubiläumsveranstaltung in Zagreb war Annemarie Moser-Pröll. Die heute 63jährige Österreicherin war die überragende Skirenn-Läuferin der 1970er Jahre.

Die fünfmalige Weltmeisterin wurde 1980 Olympiasiegerin in der Abfahrt. Darüber hinaus gewann sie sechsmal den Gesamtweltcup. Ihre insgesamt 62 Skiweltcup-Einzelsiege wurden erst nach 35 Jahren am 19.1.2015 von der US-Amerikanerin Lindsay Vonn übertroffen. Noch immer Bestand hat ihr Rekord, elf Rennen derselben Disziplin in Serie gewonnen zu haben. Siebenmal war Moser-Pröll Österreichs Sportlerin des Jahres. 1999 wurde sie als Österreichs Sportlerin des Jahrhunderts und als Welt-Wintersportlerin des 20. Jahrhunderts geehrt.

Lindsay Vonn ist derzeit das Glamourgirl des alpinen Skizirkus. Die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2010 in Vancouver gehört zu den besten Skisportlern der Welt. Viermal wurde sie Gesamtweltcupsiegerin, zweimal Weltmeisterin. Den Rekord von Annemarie Moser-Pröll hat sie inzwischen auf 76 Weltcuperfolge ausgebaut.

Auf eine eigene Briefmarke hat sie es aber noch nicht geschafft, lediglich auf einen Sonderumschlag mit Roger Federer. Beide standen sich in einem Tennis-Showkampf am 16.Juli 2014 auf dem Jungfrauenjoch in 3450 m Höhe gegenüber. Lindsay Vonn, die ein Fan des siebenfachen Wimbledongewinners ist, hatte in diesem Duell keine Chance, schlug sich jedoch tapfer, wie Augenzeugen berichteten. Das nächste Duell der Beiden soll auf der Skipiste stattfinden, vielleicht am Rande eines Ski-Weltcups!

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Während Lindsay Vonn nach längerer Verletzungspause in dieser Saison wieder angreifen will, sind die anderen erfolgreichen Frauen des alpinen Skisports nur noch Zuschauerinnen.

Während die Kroatin Janica Kostelic schon vor zehn Jahren nach viermal Gold und zweimal Silber bei den Olympischen Spielen 2002 und 2006, vier WM-Titeln und drei Gesamtweltcuperfolgen ihren Rücktritt erklärte, machte dies an diesem Wochenende auch die Slowenin Tina Maze. Die Doppel-Olympiasiegerin von 2014 in Sotschi, vierfache Weltmeisterin und Siegerin im Gesamtweltcup 2012/13 bestritt am 7.Januar 2017 im heimischen Maribor ihr letztes Rennen. Für die sportfreundliche slowenische Post war sie bisher immer ein willkommener Anlass zur Würdigung.

Von den deutschen Skirennläuferinnen und Läufern konnten sich in der 50jährigen Geschichte des Weltcups nur drei Frauen in die Gesamt-Siegerliste eintragen. Auch sie haben „philatelistische Spuren“ hinterlassen.

Rosi Mittermeier gewann 1975/76 den Wettbewerb. Katja Seitzinger war in den Jahren 1995/96 sowie 1997/98 erfolgreich. Maria Riesch dominierte 2010/11 die alpine Skiwelt.

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Rosi Mittermeier-Neureuther (66), hier mit Autogramm auf einem Block der Republik Zentralafrika, wurde 1976 in Innsbruck Doppel-Olympiasiegerin in Abfahrt und Slalom sowie Zweite im Riesenslalom. Die vierfache Weltmeisterin ist die Mutter des deutschen Skirennläufers Felix Neureuther.

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Katja Seitzinger (44), die heute Weber heißt, ist mit 36 Weltcupsiegen eine der erfolgreichsten Läuferinnen der Weltcupgeschichte und vor Maria Höfl-Riesch die beste Deutsche. Seitzinger wurde 1998 in Nagano dreimal Olympiasiegerin und ein Jahr danach Weltmeisterin im Super-G. Als Legende des Sports wurde sie u.a. auch mit einem Numis-Brief gewürdigt.

Zu den größten Erfolgen von Maria Höfl-Riesch (32) zählen die drei Olympiasiege 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi. Die Doppel-Weltmeisterin feierte 27 Weltcupsiege.

Doch zurück zum Jubiläum. Wie übrigens der alpine Ski-Weltcup in 50 Jahren aussehen könnte, kann sich derzeit kaum jemand vorstellen.“Kommt ganz darauf an, ob es dann noch Schnee hat“, scherzte FIS-Präsident Gian Franco Kasper beim Saisonstart 2016/2017 in Sölden.

(Autor:KJA)