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Wenn der Sport zur Nebensache wird – Eishockey-WM in Lettland im Kreuzfeuer der Politik

Kaum ein Sportereignis der letzten Zeit ist so von der aktuellen Politik beeinflusst worden, wie die 84. Eishockey-Weltmeisterschaft, die derzeit in der lettischen Hauptstadt Riga noch bis zum 6. Juni ausgetragen wird. Die Sonderbriefmarke der lettischen Post mit WM-Maskottchen Spiky, einem freundlichen Igel im Mittelpunkt, kann nicht darüber hinwegtäuschen, wie groß die Spannungen um das Ereignis waren und sind. Diese WM wird auf alle Fälle in die Sportgeschichte eingehen.

eishockey-wm-2021-lettlnd-briefmarke-2021Als „Spiky“ am 24. Februar 2020 der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war die Welt zwischen Belarus und Lettland noch in Ordnung. Beide Länder hatten sich 2017 gemeinsam für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft beworben und knapp vor Finnland den Zuschlag durch die Delegierten des Weltverbandes IIHF erhalten. Erstmals wurde damit eine WM an ein Land innerhalb (Lettland) und eines außerhalb (Belarus) der Europäischen Union vergeben.

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Mehr als 100 Vorschläge aus beiden Ländern, vom einfachen Eishockey-Fan bis hin zum professionellen Künstler, waren zur Gestaltung des WM-Maskottchens eingegangen. Die gemeinsame Jury entschied sich am Ende für den Igel Spiky, der zunächst noch vor dem gemeinsamen Logo mit den Austragungsorten Minsk und Riga posieren durfte.
Nach einem Frühling ohne Eishockey, die 83. WM 2020 in der Schweiz musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, rückte im Sommer die WM 2021 langsam, aber sicher in den Fokus. Und damit auch die politischen Unruhen im Co-Gastgeberland Belarus. Am 17. August 2020 kündigte Lettland an, Gespräche mit dem Weltverband IIHF führen zu wollen, um die Situation zu erörtern. In Belarus war es wegen der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Wahl von Staatspräsident Alexander Lukaschenko zu großen Protesten gekommen, bei denen die Polizei brutal vorging. IIHF-Präsident René Fasel ließ zu diesem Zeitpunkt noch verlauten, dass es keine Pläne gebe, Belarus die Austragung zu entziehen.
Das änderte sich aber zu Beginn des Jahres 2021. Die monatelange Kritik am gewaltsamen Umgang mit Demonstranten sowie die lockere Handhabung der Corona-Pandemie schürten immer mehr Zweifel. Am 6. Januar 2021 bestätigte Fasel, der kurz zuvor noch bei einem Treffen in Minsk Lukaschenko innig umarmt hatte, „dass man sich nun doch auf der Suche nach einem anderen Land als Co-Gastgeber neben Lettland befinde“.
Kein Zurück mehr gab es dann, als einige der Hauptsponsoren – wie der tschechische Autohersteller Skoda und Nivea – öffentlich drohten, sich von der WM im Mai zurückzuziehen, sollte in Minsk gespielt werden. Und so kam am 18. Januar, was kommen musste: Die IIHF entzog Belarus die WM. Rund zwei Wochen später am 2. Februar war klar, dass Riga als alleiniger Austragungsort zum Zuge kommt. Begründet wurde diese Entscheidung mit Paragraph 9 der IIHF-Statuten, der es der Weltföderation ermöglicht, die Ausrichtung eines Turniers zu entziehen, wenn die Gesundheit oder die Freiheit der teilnehmenden Sportler, Funktionäre, Zuschauer und Medienvertreter nicht gewährleistet ist.
Damit waren endgültig auch die Hoffnungen der Sportphilatelisten dahin, dass es vielleicht eine interessante gemeinsame Briefmarken-Ausgabe zu dieser Eishockey-WM zwischen den Postverwaltungen aus Belarus und Lettland geben könnte.
Beide Länder waren schon je einmal allein Gastgeber der Titelkämpfe: Riga 2006 und Minsk 2014 – was natürlich damals philatelistisch auch dokumentiert worden ist.

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Aber nicht nur im Vorfeld der diesjährigen WM überschlugen sich die politischen Ereignisse zwischen Belarus und Lettland. Auch während der WM-Tage gab es bisher keine Ruhe. Fast hatte man den Eindruck, die Eishockeyspiele seien nur noch Nebensache.
Ein Flaggentausch am Rande der WM sorgte weiter für weltweites Aufsehen. Die Stadtverwaltung von Riga hatte an mehreren öffentlichen Plätzen die Nationalfahne von Belarus, das als WM-Endrunden-Aufsteiger in der Vorrundengruppe A immerhin Teilnehmer dieser WM ist, einfach durch die weiß-rot-weiße Variante der belarussischen Opposition ersetzt.

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Hintergrund für diese Maßnahme, die von Lettlands Staatspräsidenten Egils Levits als angemessene Reaktion auf die völkerrechtswidrigen Maßnahmen von Belarus verteidigt wurde, war die gewaltsame Zwangslandung eines Passagierflugzeuges in Minsk und die Festnahme eines regierungskritischen belarussischen Bloggers, der sich auf diesem Ryanair-Direktflug von Athen nach Villnius befunden hatte.

Trotz weltweiter Proteste und Forderungen nach Sanktionen gegen Belarus nach diesem Akt der Luftpiraterie verschärfte Lukaschenko die Lage. Mit Blick auf den „Flaggentausch“ in Riga wurden alle lettischen Diplomaten aus Minsk ausgewiesen. Lettland reagierte umgehend daraufhin und wies ebenso alle belarussischen Botschaftsangehörigen aus. Die Maßnahme gelte solange, bis sich die Beziehungen wieder normalisiert hätten.
Beide Länder machen derzeit das, was WM-Maskottchen Spiky am besten kann: Einigeln!

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Übrigens: Inzwischen ist auch die für Ende Juni in Minsk geplante Bahnrad-EM aufgrund der angespannten politischen Lage abgesagt worden. „Wir arbeiten nun daran, eine Alternative zu finden“, sagte der Präsident des Europäischen Radsportverbandes Enrico Della Casa.

(Autor: KJA)

Schwimmen in Budapest – Meisterschaften mit Tradition

Vielleicht ist es doch die Sehnsucht nach dem Meer, das die knapp 10 Millionen Ungarn seit Jahrzehnten im Schwimmen und Wasserball zu internationalen Spitzenleistungen antreibt. Denn das Land liegt, umsäumt von sieben anderen Ländern, soweit vom „großen“ Wasser entfernt, wie kaum ein anderes auf dem europäischen Kontinent. Plattensee und Donau sind da kein Ersatz.

Von Alfréd Hajós, dem ersten Schwimm-Doppel-Olympiasieger der Neuzeit 1896 in Athen bis hin zu Katinka Hosszú, die 2016 in Rio de Janeiro dreimal Olympia-Gold gewinnen konnte, spannt sich der Erfolgsbogen. Mit insgesamt 28 mal Gold, 26 mal Silber und 20 mal Bronze bei Olympischen Spielen liegen Ungarns Schwimmerinnen und Schwimmer hinter den USA, Australien und Deutschland (BRD und DDR) auf einem bemerkenswerten vierten Rang in der Nationen-Wertung.

Dass die Ungarn zudem ein Herz für die Sportphilatelie besitzen, beweisen auch die regelmäßigen Ausgaben von Magyar Posta zu den jeweiligen Schwimm-Höhepunkten in Budapest.

Schwimmen EM 2021 Budapest FDC+BriefmarkeDiese Ausgaben zur 35. Schwimm-Europameisterschaft in Budapest waren schon für 2020 vorgesehen, wurden wegen der Verlegung von der Post aber erst am 29. März 2021 an die Schalter gebracht, als sicher war, dass die Titelkämpfe im Mai stattfinden werden.

Denn auch als Ausrichter großer Schwimm-Ereignisse haben sich die Ungarn einen Namen gemacht. Schwimm-Europa und die Schwimm-Welt kommen gern nach Budapest. Auch in diesem Jahr, wo vom 10. bis zum 23. Mai die wegen der Corona-Pandemie   verschobenen 35. Europameisterschaften stattgefunden haben.
Zuvor waren schon in der sogenannten corona-geschützten Budapester „Schwimm- Bubbel“ die Wettkämpfe der neugeschaffenen Profi-Schwimm-Vereinigung „ISL“ über die Bühne gegangen. Austragungsort war die moderne Duna-Aréna, die zu den Schwimm-Weltmeisterschaften 2017 eröffnet worden ist. Die neue Halle war nötig geworden, da das seit 1930 bestehende und immer wieder umgebaute altehrwürdige Alfréd-Hajós-Schwimmstadion auf der Margareteninsel dem Ansturm der ganz großen Ereignisse nicht mehr gewachsen war.

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In Budapest hatte alles begonnen. Schon 1926, ein Jahr vor der offiziellen Gründung des europäischen Schwimmverbandes LEN, wurden in der ungarischen Hauptstadt die 1. Europameisterschaften ausgetragen.

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Die 1. Europameisterschaft fand vom 18. – 23.August 1926 in Budapest statt. Der von der Stadt dafür geplante Schwimmbad-Neubau war leider dem Geldmangel der allgemeinen herrschenden Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen. Der Werbestempel mit dem Schriftzug „Europa Uszóbaunokságai“ – übersetzt: „Europa Schwimmbecken“ und den Abbildungen eines Startsprungs sowie eines Kraulschwimmers dokumentiert das Ereignis auf einem Brief, der am 22.08.1926 in Budapest abgestempelt worden ist. Er ist damit der erste philatelistische Nachweis für ein internationales Schwimmereignis.

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1958, 2006 und 2010 wurden weitere kontinentale Titelkämpfe im Schwimmen, Wasserspringen und Synchronschwimmen in Budapest veranstaltet.

In keiner anderen Stadt waren Europas beste „Wassersportler“ so oft mit ihren Meisterschaften zu Gast. Hinzu kamen noch drei „extra“ Europameisterschaften im Wasserball 2001, 2014 und 2020.

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Die Wasserball-EM der Männer und Frauen fand im Januar 2020 noch wie geplant statt. Auch die ungarische Post war, wie man es in Sachen Sportphilatelie kennt, gut darauf vorbereitet.

Neben diesen insgesamt acht Europameisterschaften war Budapest 2017 erstmals auch Ausrichter einer FINA-Schwimm-Weltmeisterschaft. Für die ungarischen Organisatoren war dies so etwas wie die „Krönung“ ihrer langjährigen Bemühungen. 2019 folgten an gleicher Stelle die 7. Jugend-Schwimm-Weltmeisterschaften.

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Die zweite FINA-WM-Auflage wird es im Jahr 2027 geben. Budapest konnte sich mit seiner starken Bewerbung erneut erfolgreich durchsetzen. Zuvor ist die ungarische Hauptstadt  bereits 2024 erstmals Gastgeber einer FINA-Kurzbahn-WM.

1984 wurden zudem im Alfréd-Hajós-Schwimmstadion auf der Margareteninsel die Wettbewerbe im Wasserspringen anlässlich der sogenannten Wettkämpfe der Freundschaft ausgetragen, die für die Los Angeles-Boykottländer aus dem damaligen sozialistischen Lager so etwas wie „Olympischen Ersatzspiele“ waren.

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Das Budapester Schwimmstadion ist nicht nur nach dem ersten Schwimm-Olympiasieger der Neuzeit sondern auch nach dem Architekten der wunderschönen Anlage benannt worden. Für seine Baupläne  erhielt Alfréd Hajós im Rahmen der Olympischen Kunstwettbewerbe 1924 in Paris eine Silbermedaille!

Der Alfréd-Hajós-Schwimmkomplex auf der Margareteninsel

(Autor: KJA)

Briefmarken-Serie „Für den Sport“ 2021 – Neue Olympische Sportarten vorgestellt

Mit der Briefmarkenserie „Für den Sport“ unterstützt das Bundesministerium der Finanzen seit 53 Jahren die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Seit 1968 sind durch die Marken mit dem „Plus“ rund 140 Millionen Euro an Fördermitteln für die sozialen Belange und Aufgaben im Bereich des Nachwuchs- und Spitzensports zur Verfügung gestellt worden.

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In diesem Jahr wird die Serie „Neue Olympische Sportarten“ aus dem Jahr 2020 mit drei weiteren Sportarten, die bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021 erstmalig oder erneut in das Programm aufgenommen werden, fortgeführt. Es handelt sich dabei um Baseball, Softball und Wellenreiten.
Am 6.Mai 2021 kommen diese drei Briefmarken, die vom Hattinger Grafiker Thomas Serres gestaltet worden sind, an die Postschalter. Serres war bereits im vergangene Jahr für die Darstellung der Briefmarken zu den neuen olympischen Sportarten Sportklettern, Skateboard und Karate verantwortlich.

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Thomas Serres, der bisher schon über 40 Briefmarken für die Post entworfen hat, ist auch der Schöpfer der 20-Euro-Münze zur Fußball-Europameisterschaft, die nach der Verlegung des Ereignisses vom Vorjahr in diesen Sommer nun hoffentlich auch erscheinen wird.

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Die diesjährigen Marken „Für den Sport“ befassen sich mit drei Sportarten, die bisher als Motive noch nicht auf deutschen Briefmarken aufgetaucht sind. Im Begleittext der Stiftung Deutsche Sporthilfe heißt es dazu:
Baseball kehrt in Tokio erstmals seit 2008 zurück ins olympische Programm, nachdem es seit 1992 olympisch war. Bei Olympischen Spielen wird es nur von Männern gespielt. Die Sportart ist eine Kombination aus Mannschafts- und Individualsport sowie ein Schlagballspiel, bei dem die Verteidiger einen Ball ins Spiel bringen, den die Angreifer mit einem Schläger treffen müssen. Im Mittelpunkt steht dabei das Duell zwischen dem Pitcher (Werfer) und dem Batter (Schlagmann) – gewinnen kann man aber nur als Team.
Softball, eine mit Baseball eng verwandte Sportart, wird bei den Olympischen Spielen nur von Frauen gespielt. Das Spielfeld ist kleiner, der Ball ist größer und es ist eine andere Wurftechnik verbreitet. Ansonsten gleichen sich die Spielprinzipien von Base- und Softball. Softball war in den Jahren von 1996 bis 2008 viermal als olympische Sportart für Frauen vertreten, musste dann aber bei den Sommerspielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro eine Pause einlegen.

Wellenreiten oder auch Surfen wird erstmalig im Rahmen der olympischen Disziplin „Shortboarden“ in das Wettkampfprogramm aufgenommen. Die Wettbewerbe sollen vom 26. bis zum 29. Juli 2021 am Tsurigasaki Surfing Beach der Stadt Ichinomiya ausgetragen werden.
Dabei müssen die Athleten im Meer bei ständig wechselnden Bedingungen die Jury mit ihren spektakulären Manövern auf dem Brett überzeugen. Für die Bewertung ihrer Leistung auf der Welle spielen vor allem „Speed, Power und Flow“ eine besondere Rolle. Die besten beiden Wellen werden zum Endergebnis addiert. Die „Heats“ mit mehreren Startern dauern zwischen 20 und 30 Minuten.

(Autor: KJA)

„Beckenbauer des Osten“ auf eigener Briefmarke – Dresdner Privatpost würdigt Dynamo-Legende „Dixie“ Dörner

Bereits am 25.Januar 2021 hatte er seinen 70. Geburtstag gefeiert. Aber erst ein Vierteljahr später bekam er nun auch seine eigene 70-Cent-Sonderbriefmarke – passend zum Alter. Der Dresdner Post-und Kurierdienstleister „PostModern“, der schon seit Jahren eine enge Verbindung zum Fußball-Traditionsclub Dynamo pflegt, ließ in der Erstauflage 300-tausend Marken drucken, die den einstigen Dynamo-Rekordspieler zeigen.

Dresden; 12. April 2021; Foto: Dennis Hetzschold

„Aufgrund seines Engagements im und um den Verein und vor allem wegen seiner fußballerischen Erfolge haben wir uns entschieden, ihn mit einer Sonderbriefmarke zu ehren“, so Alexander Hesse, der Marketingleiter bei „PostModern“. Seit dem 19.April gibt es diese Marke bei den Servicepunkten des Kurierdienstes.

Der regionale Briefdienstleister PostModern hatte bereits 2013 zum 60jährigen Jubiläum des Vereins einen Block mit 12 Marken herausgebracht, der den ruhmreichen Dynamo-Spielern der Vergangenheit Claus Boden, Hans-Jürgen Dörner, Andreas Trautmann, Siegmar Wätzlich, Matthias und Klaus Sammer, Ulf Kirsten, Hans-Jürgen Kreische, Gert Heidler, Dieter Riedel und Reinhard Häfner sowie Trainer Walter Fritzsch gewidmet war.

 

„Dixie“ Dörner freute es damals, dass sein Antlitz aus Jugendjahren zukünftige Briefsendungen zieren wird. „Ich und meine Mitstreiter sind sehr glücklich darüber, dass unsere Leistung aus vergangenen Tagen auf diese Weise geehrt wird“, sagte der ehemalige Libero. Nun wurde er erstmals allein mit einer Briefmarkenausgabe gewürdigt.
Zu den bisherigen „Fußball-Ausgaben“ von PostModern gehörten unter dem Motto „Der Ball ist rund“ 2004 auch vier Briefmarken  zum Aufstieg in die 2.Bundesliga. 2009 gab es einen  Viererblock über das heimische Rudolf-Harbig-Stadion. 2015 wurde mit zwei Marken zum 100.Geburtstag von Dresdens Fußball-Legende Helmut Schön gratuliert. Zum Abschied von Christian Fiel, der von 2010-2015 als Spieler und danach noch vier Jahre als Trainer für den Verein aktiv war, wurde ebenfalls eine Extramarke spendiert.

Aber nicht nur auf der aktuellen Sonderbriefmarke glänzt derzeit die Dresdner Fußball-Legende Hans-Jürgen Dörner. Anlässlich des 68jährigen Vereinsjubiläums der SG Dynamo am 12. April 2021 organisierten der Klub und die aktive Fanszene wieder gemeinsam eine Aktionswoche, diesmal unter dem Thema „70 Jahre Dixie Dörner“. Für die Dresdner Dynamos ist Dörner nicht nur der bedeutendste Fußballer in der Geschichte des Vereins, sondern auch eine Persönlichkeit, die sich durch unermüdlichen Einsatz für den Verein bisher auszeichnete. Also gab es zur Briefmarke noch einen von Dynamo-TV produzierten Dokumentarfilm und eine Sondermünze in Gold und Bronze. Die 70 „Goldenen“ war innerhalb von sieben Minuten ausverkauft.Diese Münze ist Teil einer „dynamischen Kollektion“ zu Ehren von „Dixie“ Dörner und exklusiv im Dynamo Fan- und Onlineshop erhältlich. Aber noch nicht genug der „Dörner-Festspiele“ in Dresden. Am 24.April wurde kurz vor dem Drittliga-Heimspiel gegen Halle die „Dixie-Dörner-Tribüne“ im Rudolf-Harbig-Stadion eingeweiht.
Für den Präsidenten des Vereins, Holger Scholze, war es eine „außerordentlich große Ehre“, weil damit der Verein, die Stadion-Dresden-Projektgesellschaft sowie die Landeshauptstadt Dresden gemeinsam ihre enorme Anerkennung und Wertschätzung für die großartigen Verdienste zum Ausdruck bringen konnten, die „Dixie“ in mehr als fünfzig  Jahren auf und neben dem Platz für den Verein erbracht hat.

Ab sofort trägt der Bereich der Blöcke T1 bis C5 auf der Südtribüne den Namen von Dynamos Ehrenspielführer. Bis zu 5.900 Menschen werden zukünftig, d.h. nach Corona, an Heimspieltagen auf der Dixie-Dörner-Tribüne ihren Platz finden.
18 Jahre lang, zwischen 1968 und 1986 und prägte „Dixie“ Dörner in wettbewerbsübergreifend 558 Spielen im schwarz-gelben Trikot die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte und wurde dabei zum Fußball-Idol mehrerer Generationen. Er schoss insgesamt 72 Tore. Es war eine Augenweide, ihn Fußball spielen zu sehen. Mit Dynamo feierte er jeweils fünf DDR-Meisterschaften und Pokalsiege. Der gebürtige Görlitzer wurde dreimal zum „DDR-Fußballer des Jahres“ gewählt. 2019 adelte ihn der Deutsche Fußball-Bund mit der Aufnahme in seine Ruhmeshalle.

Mit 18 Jahren debütierte der torgefährliche Abwehrspieler erstmals in der DDR-Nationalmannschaft, verpasste aber 1974 aufgrund einer Gelbsuchterkrankung die Weltmeisterschaft in der BRD. Libero Dörner bestritt insgesamt 100 Länderspiele. Damit liegt er in der DDR-.Rangliste hinter Joachim Streich (102 Länderspiele) auf dem zweiten Platz. 60 Mal führte er dabei die DDR-Auswahl als Kapitän auf den Rasen. Seinen größten Erfolg feierte er mit der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal.

1986 beendete er seine aktive Laufbahn. Danach begann seine Zeit als Trainer. Nach der Wende war er zunächst DFB-Nachwuchstrainer. Deutschlandweite Schlagzeilen machte er 1996 als erster Ostdeutscher, der mit Werder Bremen einen West-Bundesligisten trainieren durfte. Weitere Trainerstationen waren u.a. der FSV Zwickau und der VfB Leipzig. 2004 eröffnete er in Dresden „Dixie Dörner´s Fußballschule“. Seinem Verein Dynamo Dresden blieb er immer treu, sei es als Spieler, Trainer oder seit 2013 auch als ehrenamtliches Mitglied im Aufsichtsrat.Übrigens, mit dem Vergleich „Beckenbauer des Ostens“ kann Dixie Dörner selbst nicht viel anfangen. „Das hat die Presse ins Spiel gebracht. Als junger Mann hat mir das geschmeichelt“, gibt „Dixie“ zu. „Aber ich hatte mit der Zeit meinen eigenen Spielstil entwickelt. Vielleicht hat der dem von Franz Beckenbauer ein bisschen geähnelt. Mir war das aber nicht mehr so recht, diesen Vergleich immer wieder zu lesen“, sagt Dörner, der wie kein anderer die Libero-Position im Ost-Fußball verkörpert hat.
Warum ihn alle „Dixie“ nennen, kann auch keiner so genau sagen. Er selbst weiß es auch nicht, wie er einmal zugab: „Den Spitznamen hatte ich seit meiner Kindheit. Ich weiß nicht, von wem und warum. Ältere Jungs auf dem Bolzplatz sollen mir zugerufen haben „na komm, du kleener Dixie, kannst ruhig bei uns mitspielen“.
Auf alle Fälle hat Dörners Spitzname nichts mit den alten Autos oder mit dem Dresdner Dixieland-Festival zu tun!

Sein wohl schönstes Geburtstagsgeschenk wird „Dixie“ Dörner aber hoffentlich bald noch erhalten: Der Wiederaufstieg von Dynamo Dresden in die 2. Fußball-Bundesliga! Als aktueller Tabellenführer der 3.Liga  stehen die Chancen kurz vor Saisonende recht gut!

(Autor: KJA)

Kiwis segeln zum Erfolg – Neuseeland feiert America´s Cup

Sie haben es wieder geschafft. Zum vierten Mal konnte eine Segeljacht aus Neuseeland am 17.März 2021 den 36. America’s Cup gewinnen – nach 1995, 2000 und 2017. Und zum zweiten Mal konnten ihn die Kiwis verteidigen. Der erst 30-jährige Steuermann Peter Burling siegte mit seiner Crew dabei bereits zum zweiten Mal in Folge. Der Gegner im Finale vor Auckland, das italienische Team Luna Rossa, ging auch in seinem fünften Anlauf leer aus und unterlag auf den gleichen Gewässern wie bereits vor 20 Jahren den Neuseeländern. Nach einem 0:5 damals, fiel die Niederlage mit 3:7 diesmal etwas knapper aus.
Fünf Millionen Neuseeländer feierten trotz Corona ausgelassen diesen Sieg in der ältesten, kontinuierlich seit 1851 ausgetragenen Sportveranstaltung der Welt. Mit Stolz nahmen sie zur Kenntnis, dass ihr kleines Land, zumindest im Segelsport, ganz vorn sein kann. Dabei bewahrheitete sich eine alte Regel des Cups: Das schnellste Boot gewinnt.
Das mit der Schnelligkeit kann übrigens auch die neuseeländische Post von sich behaupten. Ihre Segelbegeisterung ist kaum zu toppen. In den vergangenen 50 Jahren wurden insgesamt 40 Briefmarken mit Segelmotiven aufgelegt. Unmittelbar nach dem aktuellen Sieg der heimischen „Te Rehutai“ im America´s Cup brachte sie am 19.März diesen Block mit sechs Marken an die Schalter.

Bereits am 2.März 2021 war ein Kleinbogen mit vier Marken erschienen, der sich mit der 150jährigen Geschichte des königlichen neuseeländischen „Jacht-Geschwaders“ befasste. Immerhin hatten die Kiwis großen Anteil an erstaunlichen Entwicklungen von Segelbooten.

Auf dem Block werden vier der wichtigsten Wettbewerbsjachten gefeiert. So wurde 1898 die „Rainbow“ ($4,00) aus besonders haltbaren neuseeländischem Kauri-Holz gebaut. Zwei Jahre später erzielte sie bei der Intercolonial Regatta einen durchschlagenden Erfolg gegen die australische Flotte.
Die „Rainbow II“ ($3,50) konnte erst gebaut werden, nachdem der junge Auckländer Segelmacher Chris Bouzaid sein Haus für die Finanzierung verkauft hatte. 1969 sorgte das Boot für einen sensationellen Sieg beim One Ton Cup.
Zum Ende der 1980er Jahre wurden die Holzkonstruktionen der Boote zunächst durch Glasfaser und danach durch Kevlar, Kohlefaser und Titan ersetzt. Die „Steinlager II“ ($2,70) wurde speziell für den Ausnahme-Skipper Peter Blake entworfen, der damit 1989 alle sechs Wettfahrten des „Whitbread Round the World Race“ gewinnen konnte.
Die $1,40-Briefmarke zeigt die „Te Rehutai“, sozusagen als postalischen Vorgriff auf den späteren Gewinn des 36. America´s Cups. Das spektakuläre Einrumpf-Boot aus Carbon und Titan ist derzeit das beste und schnellste seiner Klasse. Geschwindigkeiten von 50 Knoten ( 93 Kilometer pro Stunde) lassen die Segeljacht fast vollständig aus dem Wasser heben.

Wie alles begann…

„Der America’s Cup ist jetzt Neuseelands Cup!“ Mit diesem legendären Satz kommentierte Sportreporterlegende Peter Montgomery Team New Zealands ersten Triumph im America’s Cup am 13. Mai 1995. Der Kiwi-Coup gelang vor gut einem Vierteljahrhundert, als das Segelteam auf der neuseeländischen „Black Magic“ (NZL 32) im Revier vor San Diego Amerika’s-Cup-König Dennis Conner und dessen US-Team nach zwei Jahrzehnten Cup-Dominanz entthronte. Hier die Sieger-Briefmarke in Erinnerung an den Kiwi-Coup 1995.
Elf Tage nach ihrem historischen Sieg von 1995 landete dasTeam um Skipper Peter Blake mit einer Chartermaschine in Auckland. Der Amerika entrissene America’s Cup hatte die Reise um die halbe Welt auf einem eigenen Erste-Klasse-Sitz absolviert – das ist seitdem eine Tradition. Noch auf dem Rollfeld sorgten Feuerwehrwagen mit Wasserfontänen für ein Regenbogen-Festival, während die Morgennachrichten die Ankunft der Cup-Helden landesweit übertrugen. Es folgte die bis heute größte Siegerparty in der Geschichte Neuseelands. „Nichts auf der Welt hätte uns auf diesen Empfang vorbereiten können“, sagte Peter Blake. 350.000 jubelnde Menschen – mehr als ein Drittel der Einwohner Aucklands – feierten die Cup-Helden allein in den Straßen der Stadt, bevor die Triumphreise durchs ganze Land begann.
Damals konnten die Kiwis noch nicht ahnen, durch welche Höhen und Tiefen sie im kommenden Vierteljahrhundert mit ihren Seglern würden gehen müssen. Zunächst folgte aber im Jahr 2000 in Auckland die erfolgreiche Cup-Verteidigung. Die italienische „Luna Rossa“ wurde 5:0 geschlagen.

Eine Extra-Ausgabe von der neuseeländischen Post gab es aber dazu nicht. Von 1851 bis 2000 waren 30 America´s Cup Rennen ausgetragen worden. Dabei gab es 27 Siege für die US-Amerikaner, zwei für Neuseeland und einen für Australien!
Sir Peter Blake wurde damit endgültig zum neuseeländischen Helden, nachdem er bereits 1995 von Königin Elisabeth II. für seine Verdienste um den Segelsport geadelt worden war. Der einstige Weltumsegler, der sich international auch als Umweltschützer einen Namen gemacht hatte, wurde am 6.Dezember 2001, gerade mal 53 Jahre alt, auf einer Expedition nahe der Amazonas-Mündung von Piraten erschossen. Im Oktober 2002 wurde Blake posthum mit dem Olympischen Orden und dem Laureus Award geehrt. Ihm zu Ehren trägt seit 2003 das Blake-Massiv in der Antarktis seinen Namen. Unmittelbar nach seinem gewaltsamen Tod erinnerte die neuseeländische Post an die Segel- und Forscher-Legende des Landes.
„Visionen zu haben ist nicht genug – Veränderung entsteht dadurch, dass die Vision verwirklicht und in die Realität umgesetzt wird“ – diese Zitat von Peter Blake ziert den Kleinbogen mit fünf Briefmarken, auf denen er als Ideengeber, Segler, Rekordbrecher, passionierter Kiwi und Umweltschützer abgebildet ist.

Danach folgte eine, im wahrsten Sinne des Wortes, Flaute. Neuseelands beste Segler um 1984er Finn-Dinghy-Olympiasieger Russell Coutts wurden in unsicheren finanziellen Zeiten von einem Schweizer Milliardär abgeworben und sahen sich deswegen im Rahmen einer „Loyal-Kampagne“ brutalen Anfeindungen im eigenen Land ausgesetzt. Doch sie gewannen den America’s Cup 2003 – für die Schweiz und entführten die „bodenlose Kanne“ aus dem heimischen Auckland nach Europa.
Es folgten für die Kiwis die Niederlage 2007 gegen die „Alinghi“ in Valencia und die „Schmach von San Francisco“ im 34. America’s Cup 2013, als das Emirates Team New Zealand im Cup-Duell mit Larry Ellisons Oracle Team USA schon 8:1 führte und dann noch 8:9 verlor.
Den Willen der Neuseeländer aber konnte auch dieses Fiasko nicht brechen. 2017 holten sie sich vor Bermuda die Silberkanne mit dem „49er“-Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016 Peter Burling am Steuer und bahnbrechender Boots-Technologie auf dem Katamaran „Aotearoa“ (zu deutsch: Land der langen weißen Wolke) zurück.
Die neuseeländische Post reagierte damals ähnlich schnell, wie in diesem Jahr.

(Autor: KJA)

Mensch gegen Maschine – „Deep Blue“ schlägt Schach-Weltmeister

Die erste deutsche Briefmarke des Jahres 2021 mit einem sportlichen Motiv ist am 1. März erschienen und einem bemerkenswerten Ereignis vor 25 Jahren gewidmet worden.
1996 gelang es erstmals einem Schachcomputer, einen amtierenden Schachweltmeister aus Fleisch und Blut zu bezwingen. Der Bonner Thomas Steinacker hat dieses legendäre Duell grafisch interessant auf einer 110-Cent Briefmarke umgesetzt. Es ist übrigens die erste deutsche Sportbriefmarke mit neuem Matrix-Code!

Das Match des IBM Supercomputers Deep Blue gegen den damaligen russischen Weltmeister Garry Kasparov fand vom 10. bis 17. Februar in Philadelphia statt. Kasparov saß dort im örtlichen Convention Center vor einem Schachbrett. Ein Bediener gab seine Züge per Tastatur in einen Computer ein. Von diesem wurden die Züge per Telefonleitung nach Yorktown Heights, New York State geschickt, wo Deep Blue stand. Der Computer berechnete seinen Zug, der wieder per Telefonleitung zum Bediener am Brett von Kasparov zurückgeschickt wurde. Das Duell, bei dem es immerhin um eine halbe Million US-Dollar Preisgeld ging, wurde live im damals noch „jungen“ Internet übertragen.„Erfinder“ des Deep Blue Projects war der Programmierer Feng-Hsiung Hsu. Er und seine Mitstreiter hatten das Projekt bereits an der Carnegie Mellon University begonnen und 1989 zum US-amerikanischen IT-Unternehmen IBM mitgenommen. Dort wurde die Idee weiterverfolgt. 1993 glaubten die Experten, dass man mit einer Suchtiefe von 14 Halbzügen die besten menschlichen Spieler schlagen könne. 1996 sah sich das IBM Team in der Entwicklung ihres Programms dann weit genug, um den amtierenden Weltmeister Garry Kasparov zu einem Wettkampf herauszufordern. Kasparovs Gegner „Deep Blue“ war ein Koloss von etwa zwei Metern Höhe und 700 Kilogramm schwer. Die Maschine konnte 200 Millionen Stellungen in der Sekunde berechnen. Die Schach-Webseite http://www.cheessbase.com, wo man diese denkwürdige Partie auch nachspielen kann, gibt einen genauen Einblick zum damaligen Verlauf.

Dort heißt es u.a.: „In seiner Vorbereitung auf den Wettkampf gegen Deep Blue hatte Kasparov sich zehn verschiedene Eröffnungskonzepte mit Varianten überlegt, die er sonst nicht spielte, da er davon ausging, dass das Computerteam ihre Maschine in der Eröffnungsbibliothek gut auf seine üblichen Eröffnungen vorbereitet hatte. Kasparovs Sparringspartner war das ChessBase-Windowsprogramm Fritz 4. Der Weltmeister probierte alle seine Eröffnungen in vielen Trainingspartien gegen Fritz 4 aus, um dann zu entscheiden, welche der Varianten zur Anwendung kommen sollten.
Kasparov entschied, in der ersten Partie seine Lieblingseröffnung Sizilianisch zu spielen. In den ersten beiden Partien wollte er den Computer kennenlernen, am liebsten auf dem Gebiet, auf dem er sich selber am besten auskannte. Kasparov war dann allerdings nach der ersten Partie von der Spielstärke von Deep Blue doch sehr beeindruckt und wunderte sich über den Zug 23.d5!, den er für einen typisch menschlichen Zug hielt. Nach der Niederlage verbrachte Kasparov die Nacht einigermaßen schlaflos und dachte noch einmal über seine Matchstrategie nach.
Im Grunde war aber seine Strategie klar. Der Kampf musste mit langfristigen Plänen geführt werden, die der Computer nicht berechnen konnte. Mit kleinen Zugumstellungen in den Varianten warf Kasparov seinen Gegner zudem schnell aus der Eröffnungsbibliothek und brachte ihn möglichst früh dazu, selber zu rechnen“.

Kasparov gelang es nach sechs Stunden Spielzeit die zweite Partie für sich zu entscheiden. Der Weltmeister wurde wieder zuversichtlich. Schließlich gewann er das Match noch klar mit 4:2. Er entschied drei Partien für sich und spielte zweimal remis. 1997 kam es in New York zu einem Revanchewettkampf, der weltweit für noch größere Aufmerksamkeit sorgte. Deep Blue war inzwischen weiter verbessert worden. Diesmal gewann Kasparov die erste Partie, doch dann gab er die zweite in Remisstellung auf. Kasparov mühte sich, den Wettkampf noch zu gewinnen und wählte aber in der sechsten Partie eine für Schachexperten schlechte Variante der Caro-Kann-Verteidigung. Deep Blue „kannte“ jedoch die Widerlegung, die auf einem Opfer beruhte, und gewann nicht nur die Partie sondern auch den gesamten Wettkampf mit 3,5 zu 2,5.
Kasparow erhob danach Manipulationsvorwürfe gegen das IBM-Team und forderte ein Rematch, das der Konzern jedoch ablehnte. Deep Blue wurde in seine Einzelteile zerlegt. Erst 20 Jahre später zog Kasparow, der sich 2005 vom professionellen Schachsport verabschiedet hatte, seine Anschuldigungen zurück. Seitdem ist die Hard-und Softwareentwicklung so rasch fortgeschritten, das heute nahezu alle Schachspieler selbst gegen die gängigsten PC-Schachprogramme chancenlos sind.

Philatelistisch gesehen hatte die Post von Uganda schon 2012 zum 15. Jahrestag des zweiten Matches zwischen Deep Blue und Kasparow diesem Wettkampf Mensch gegen Maschine zwei Blöcke mit fünf Sondermarken gewidmet.

Außerdem gibt es zur Geschichte des Automaten- und Computerschachs einen Block der Niger-Post, der am 21. April 1999 herausgekommen ist und einen interessanten Einblick in die Entwicklung der „Schachcomputer“ zulässt.Der erste Automat, der angeblich Schach spielen konnte, war um 1770 der „Schachtürke“, der vom Wiener Hofrat Wolfgang von Kempelen entwickelt worden war. Die Maschine, die auch auf dem Niger-Block abgebildet ist, bestand aus einer türkisch aussehenden lebensgroßen Figur, die an einem schreibtischgroßen Schrank auf einem Stuhl saß. Der Schrank enthielt eine komplizierte Mechanik, die vor jedem Spiel durch Öffnen der Türen in einer festgelegten Reihenfolge gezeigt wurde, um die Abwesenheit von Menschen zu beweisen. Der Apparat konnte aber nicht selbständig Schach spielen, denn die Maschine war „getürkt“ – was später zum geflügelten Wort werden sollte.Im Inneren war ein (kleinwüchsiger) Schachspieler versteckt, der bei der Besichtigung zuvor seine Position wechseln musste, um nicht entdeckt zu werden und danach zum Spielen über eine komplizierte und ausgefeilte Mechanik die sitzende Türkenfigur die Züge ausführen ließ. Die Positionen der Schachfiguren, die der versteckte Spieler ja nicht sehen konnte, wurden über magnetische Plättchen am Fuß der Figuren nach innen übertragen. Eine Kerze sorgte für das nötige Licht, kleine Löcher im Spieltisch für etwas Frischluft. 
Einige der besten Schachmeister dieser Zeit bedienten den Türken, der nach Überlieferung zufolge sehr selten ein Spiel verlor. Auch Berühmtheiten wie Kaiserin Maria Theresia, die Auftraggeberin der Maschine war, und Kaiser Napoleon spielten gegen den Schachtürken. Letzterer verlor drei Partien gegen den „Automaten“, der zu der Zeit von dem ersten bedeutenden deutschsprachigen Schachmeister Johann Baptist Allgaier gesteuert worden sein soll. Eine nicaraguanische Briefmarke aus dem Jahr 1976 erinnert an dieses Ereignis mit einer Zeichnung von Antoni Uniechowski , die das Match zwischen Napoleon und dem „Türken“ im Schloss Schönbrunn 1809 darstellt.
Der „getürkte“ Schachautomat war sozusagen der Vorläufer für die Jahrhunderte später folgenden Schachcomputer, zu denen vor 25 Jahren auch „Deep Blue“ gehörte.

(Autor:KJA)

Alpine Skisaison 2020/21 bleibt trotz Corona in bester Erinnerung

Brot und Spiele – sagen etwas abwertend die einen – die anderen sind froh, dass wenigstens der Profisport trotz weltweiter Corona-Pandemie im wesentlichen störungsfrei, wenn auch ohne Zuschauer vor Ort, für aktuelle und spannende Fernsehunterhaltung sorgt. Und das nicht nur im Fußball und Handball. Auch der Wintersport hat im Jahr 2021 bisher nicht auf seine Großereignisse verzichten müssen. Nach Internationaler deutsch-österreichischer Vierschanzentournee, diversen Weltcups und den Weltmeisterschaften im Rennrodeln, Bob und Skeleton in Oberhof und Altenberg, laufen derzeit die Titelkämpfe der Alpinen im italienischen Cortina d´Ampezzo und die der Biathleten im slowenischen Pokljuka. Die Nordische Ski-WM folgt demnächst in Oberstdorf.  Während die vier Weltmeisterschaften in Deutschland philatelistisch gesehen leider keine Rolle spielen, hat wenigstens die italienische Post reagiert und anlässlich der 46. Alpinen Ski WM 2021 in Cortina d´Ampezzo am 7. Februar eine Sondermarke in einer Auflage von einer halben Million Stück nebst FDC, Karte und Schmuckblatt herausgebracht.

Viermal war Cortina d´Ampezzo bisher Schauplatz einer Alpinen Ski-Weltmeisterschaft. Bereits 1932, ein Jahr nach Einführung der sogenannten FIS-Rennen, gab es am Fuße der Dolomiten die 2. WM. Die WM 1941 wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs von der FIS nachträglich für ungültig erklärt, nachdem viele Nationen aufgrund der politischen Umstände nicht daran teilnehmen konnten. 1956, anlässlich der VII. Olympischen Spiele, erhielten die drei Erstplatzierten in der Abfahrt,  im Riesenslalom und im Slalom neben den Olympiamedaillen auch WM-Medaillen, da diese Wettbewerbe zusätzlich als 14. Alpine Ski-Weltmeisterschaft  gezählt worden sind. In der Kombination  wurden nur WM-Medaillen verliehen.

Anlässlich der Olympischen Winterspiele 1956 gab die italienische Post diese vier Sonderbriefmarken heraus. Es waren die ersten mit einem direkten Bezug zum Ort Cortina d´Ampezzo

Nach 1956 hatte sich Cortina d´Ampezzo viermal erfolglos um eine weitere Alpine WM-Austragung beworben. Erst in diesem Jahr wurde der mondäne Wintersportort nach 65 Jahren wieder einmal berücksichtigt.

Diese italienischen WM-Ausgaben sind für alpine Skisport-Motivsammler der zweite Höhepunkt der aktuellen Saison. Denn bereits am 23. Oktober 2020 glänzte die österreichische Post im Rahmen ihrer Serie „Technische Innovationen“ nach Markenblöcken aus Spitze, Porzellan, Glas und Leder mit einer Briefmarke in Form einer echten Skispitze.

Dieses Highlight für alle Briefmarkensammler besticht durch sein außergewöhnliches Material und seine für alle Skibegeisterten geradezu ikonografische Form. Ein echter Ski ist in der Regel aus unterschiedlichen Materialen wie Holz, Metall und Kunststoffen zusammengesetzt. Bei dieser Marke kommt nun eine ganz ähnliche Produktionstechnik zum Einsatz. Ein dünner Aluminium-Kunststoff-Verbund wurde mittels einer CNC-gesteuerten Fräse in der Form einer Skispitze ausgeschnitten. Die silbrige Oberfläche dieser Aluverbundplatte ist gebürstet und wirkt von der Seite gesehen wie die Kante eines Skis.  Mit einem speziellen Acrylatkleber wurde anschließend der in der Stärke für die Marke angepasste gelbe Original-Skibelag appliziert. Wie bei der tatsächlichen Skiproduktion wurde der Belag auf der Rückseite spiegelverkehrt bedruckt, so dass auf der Oberfläche das Motiv durch den Belag hindurch zum Vorschein kommt. Die Marke, von David Gruber entworfen, ist 43 x 42 x 3 mm groß. Trotz einer Stärke von drei Millimetern ist sie eine kursgültige Ausgabe, mit der man in Österreich ganz normal frankieren kann.

Dieses sensationelle „Briefmarken-Schmankerl“ sollte eigentlich zeitgleich zum ursprünglichen alpinen Saisonbeginn in Sölden am 23. Oktober auf den Markt kommen. Jedoch wegen der Corona-Pandemie kam alles ganz anders. Der Ski-Weltcup Auftakt 2020/2021 in Sölden fand nämlich diesmal als Geisterrennen ohne Zuschauer statt und wurde um eine Woche auf den 17./18. Oktober vorgezogen. Damit hatten die Organisatoren einen ersten Schritt für sichere Abläufe gesetzt, damit der Rettenbachferner-Gletscherbereich weitestgehend exklusiv für die Weltcup-Wettbewerbe genutzt werden konnte. Auch wurde die Unterbringung für die Mannschaften den Bedürfnissen und Vorschriften entsprechend angepasst. Das Party- und Rahmenprogramm, wie die Fanclubparade oder auch die Siegerehrungen und Startnummer Vergaben, fanden nicht statt.

Sölden war das Vorbild für die kommende gesamte alpine WC-Saison, die seitdem, bis auf die Übersee-Rennen, voll durchgezogen werden konnte und am 21. März 2021 in Lenzerheide in der Schweiz enden wird. Natürlich ohne echte Zuschauer vor Ort!

(Autor: KJA)

Nach endgültigem Brexit – Royal Mail feiert Großbritannien auch mit sportlichen Motiven

Die ersten Briefmarken mit sportlichen Motiven im neuen Jahr kommen aus Großbritannien. Die Europäische Union und das Vereinigte Königreich hatten sich ja nach zähen Verhandlungen im sogenannten Brexit-Übergangsjahr erst am 30. Dezember 2020 auf ein gemeinsames Handels-und Kooperationsabkommen einigen können, das nun auch den EU-Austritt in rechtlicher Hinsicht zum 1. Januar 2021 geklärt hat.
Für die britische Post schien das ein willkommener Anlass zu sein, am 26. Januar 2021 mit einem Erinnerungsblatt unter dem Titel „United Kingdom: A Celebration“ diesen „Akt“ zu feiern.
Das „Vereinigtes Königreich: Eine Feier“ enthält vier Briefmarken mit Fotos und Illustrationen, die sportliche Erfolge, technologische Innovationen, kreative Industrien und einen starken Sinn für den Gemeinschaftsgeist der Briten darstellen sollen.

Philip Parker von der Royal Mail betonte bei der offiziellen Vorstellung, dass die Briefmarken „eine Feier dieser Insel und der Menschen sind, die hier ihr zu Hause haben“.
Eine der Briefmarken ist komplett dem Thema „ Großer Sport“ gewidmet.

Auf ihr sind auf vier Fotos ein Fußball, ein Cricketball, ein Rollstuhlsportler und ein in Bewegung befindlicher Rennwagen zu sehen. In der Pressemitteilung zur Ankündigung des Blocks schrieb die Royal Mail zu dieser Briefmarke: „Großbritannien ist eine stolze und leidenschaftliche Sportnation. Es ist das Mutterland des Fußballs und des Crickets. 1948 wurden in Großbritannien mit den „Stoke Mandeville Games“ die ersten organisierten Wettbewerbe für behinderte Sportler ausgetragen, aus denen sich später die „Paralympics“ entwickelten. Und Großbritannien hat außerdem zehn Formel-1-Weltmeister seit 1950 hervorgebracht, die, angefangen bei John Mike Hawthorn (1958) bis hin zu Lewis Hamilton (2020), insgesamt 19 WM-Titel gewinnen konnten – mehr als jedes andere Land.

Aber auch auf der £ 1,70-Briefmarke mit dem Titel „Great Community“ ist ein sportliches Motiv zu sehen. Das Foto in der Mitte der Briefmarke wurde beim London Marathon 2011 aufgenommen.

Der London-Marathon zählt hinsichtlich der Preisgelder, der Siegerzeiten und der Teilnehmerzahlen zu den weltweit bedeutendsten Laufveranstaltungen.
Das Blockblatt ist insgesamt 192 Millimeter mal 74 Millimeter groß. Jede Marke misst 36 mm x 60 mm. Zusätzlich zu den Briefmarken bietet Royal Mail einen Poststempel, einen Ersttagsbrief, ein Präsentationspaket und fünf Postkarten an, die das Design der Briefmarken und des Blocks unterstreichen.

(Autor: KJA)

Abgesagt und angesetzt – wie Corona den Sportkalender 2020 durcheinander brachte

Diese zwei Briefmarken symbolisieren sehr deutlich das zurückliegende Sportjahr 2020, das durch die weltweite Corona-Pandemie geprägt war. Neben den Olympischen Spielen in Tokio und der Fußball-Europameisterschaft wurden unzählige nationale und internationale Wettkämpfe verlegt, verschoben oder fielen gleich ganz aus. Die Leidtragenden waren nicht nur die Sportlerinnen und Sportler sondern auch die Organisatoren, Sponsoren und Zuschauer.

Die Briefmarke von S.Tomé e Principe steht für die „Absage von Tennisturnieren aufgrund der Covid-19-Pandemie“, wie es in Portugiesisch am unteren Rand der Marke heißt. Die Briefmarke von Slowenien zeigt dagegen zwei Helden, die nicht nur die diesjährige Tour de France gemeistert haben sondern ein klein wenig auch einen Extra-Kampf gegen Corona gewonnen haben. Viele hatten ihre Zweifel, dass es die Tour de France nach ihrem Start in Nizza am 29. August bis zum 20. September nach Paris schaffen würde. Doch das strikte Hygienekonzept des Veranstalters hatte gewirkt. Im Gegensatz zu manchem Zuschauer an der dreieinhalbtausend Kilometer langen Strecke hielten sich die Fahrer an die strengen Corona-Regeln. Sie lebten in ihrer eigenen Blase – alles ging gut. Und es war im Wesentlichen ein spannendes Etappenrennen auf einem der härtesten Kurse der vergangenen Jahre. Am Ende war es, für viele sicher überraschend, das Duell zweier Slowenen:

Primoz Roglic, 30 Jahre, Umsteiger vom Skispringen und Späteinsteiger in den Profi-Radsport, gegen Tadej Pogacar, 21 Jahre, Wunderknabe und großes Radsporttalent von Kindesbeinen an. Pogacar gewann die Tour vor Roglic, der noch bis zur vorletzten Etappe geführt hatte, mit 59 Sekunden Vorsprung – dem neuntknappsten Sieg in der 107jährigen Geschichte der Tour de France. Slowenien hat damit zwei neue Sport-Helden. Der Doppelsieg löste eine Welle der Euphorie aus. Dank dieser zwei Rad-Asse stand das Land drei Wochen lang im weltweiten medialen Rampenlicht. Auch wenn inzwischen wieder der sportliche Alltag eingezogen ist, der Tour-Doppelerfolg bescherte den Radsportklubs im Land viele neue Mitglieder im Kinder-und Jugendbereich.

Und so ist es eine schöne Weihnachtsüberraschung, dass die slowenische Post mit dieser letzten Ausgabe des Jahres 2020 noch einmal an den großen sportlichen Moment erinnert.

„Hand Gottes“ im Fußball-Himmel – Trauer um Diego Maradona

Auf dem Spielfeld ein Genie, für Neapel ein Erlöser, in Argentinien ein Gott! Diego Armando Maradona hat Fußballgeschichte geschrieben.

Das wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten auch  sportphilatelistisch dokumentiert. Es gibt wohl keinen weiteren Athleten auf der Welt, der so oft auf einer Briefmarke zu finden ist, wie Maradona. Bei meiner Recherche habe ich 75 Marken aus 29 Ländern gezählt, auf denen der Argentinier im Verlauf der Jahre seit 1986 abgebildet worden ist. Und weitere Marken werden wohl demnächst folgen – in Memoriam! 

Am 25. November 2020 ist der für viele Experten und Fans wohl beste Fußballer aller Zeiten in seinem Privathaus im argentinischen Tigre an einem Herzinfarkt gestorben. Er wurde 60 Jahre alt. In Argentinien gab es eine dreitägige Staatstrauer. Der Nationalheld bekam ein Staatsbegräbnis. Sein Sarg, bedeckt mit Fußballtrikots mit der legendären „Zehn“, wurde im Präsidentensitz Casa Rosada in Buenos Aires aufgebahrt. Zehntausende Fans erwiesen ihm die letzte Ehre. Dabei kam es zu Tumulten, die Polizei musste Wasserwerfer und Gummigeschosse einsetzen. Als am 27. November der Sarg zur Beisetzung gefahren wurde, säumten in Argentiniens Hauptstadt Tausende den Weg bis zum Friedhof, wo Maradona nun neben dem Grab seiner Eltern die letzte Ruhe gefunden hat.

Erst Anfang November, wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag am 30. Oktober, hatte er eine Operation wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn erfolgreich überstanden und sollte danach wegen seiner Alkoholabhängigkeit weiter behandelt werden. Maradona war nicht nur ein genialer Fußballer und Trainer. Sein turbulentes Privatleben war über viele Jahre aber auch von Übergewicht, Dopingmissbrauch sowie Alkohol- und Kokainsucht gezeichnet. Seine Gesundheit galt schon lange angeschlagen. 

Die Anteilnahme an seinem Tod ist weltweit aber gewaltig. „Er verlässt uns, aber er geht nicht weg, weil Diego ewig ist“, schrieb auf Instagram Lionel Messi, der in Argentinien als legitimer Nachfolger des Fußballhelden gilt. „Ich behalte all die schönen Augenblicke in Erinnerung, die ich mit ihm erlebt habe“.

«Ich habe einen großen Freund und die Welt hat eine Legende verloren», meldete sich die brasilianische Fußball-Legende Pelé zu Wort, der in diesem Jahr Achtzig geworden ist. „Ich hoffe, eines Tages können wir im Himmel zusammen Fußball spielen“!

Große Trauer herrschte aber auch im italienischen Neapel, wo der Ehrenbürger Maradona zwischen 1984 und 1991 beim SSC spielte. Mit ihm gewann der Verein 1987 und 1990 die italienische Meisterschaft und 1989 den UEFA-Cup.

Sein schillerndes Leben ist in unzähligen Publikationen, Dokumentationen  und Filmen geschildert worden. Was bleibt, sind nur wenige Dinge, an die sich Bewunderer und Kritiker gleichermaßen erinnern –  wie beispielsweise an den 22. Juni 1986. Bei der Fußball-WM in Mexiko gewann Argentinien im Viertelfinale 2 zu 1 gegen England. Es war ein Spiel für die Ewigkeit. Der 25jährige Maradona erzielte innerhalb von vier Minuten zwei der wohl berühmtesten Tore der Fußballgeschichte. Zunächst beförderte er einen Ball mit der Hand, „der Hand Gottes“, wie er es später formulierte, regelwidrig ins Tor. Anschließend sorgte der Mannschaftskapitän nach einem Dribbling über 60 Meter für das WM-Tor des Jahrhunderts. Alles auch festgehalten auf Briefmarken aus Tschad und Argentinien.

„Ich hatte das Gefühl, den Engländern die Brieftasche zu klauen, und das direkt nach dem Falklandkrieg“, sagte Maradona damals. Allein für die Beschreibung des 2:0 benötigte er in seiner Biografie über eine Seite. Sein ebenso nüchternes wie wahres Fazit: „Ich hatte das Tor meines Lebens geschossen.“ Sieben Tage später, am 29. Juni  1986 siegte Argentinien im WM-Finale mit 3 zu 2 gegen Deutschland.

Eigentlich war Maradona in  diesem Finale von Lothar Matthäus abgemeldet, konnte aber mit einem genialen Pass das 3:2 einleiten. „Toni, halt den Ball“, rief ARD-Fernsehkommentator Rolf Kramer, nachdem Jorge Burruchaga frei vor Torwart Schumacher aufgetaucht war – vergeblich. Maradona: „Das war der Höhepunkt, der glanzvollste Moment meiner Karriere. Dieses Datum, dieser Ort sind mir in die Haut eingebrannt.“

Insgesamt nahm Maradona an vier Weltmeisterschaften teil und erzielte in 91 Länderspielen 34 Tore.

(Autor: KJA)