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Philatelistische WM-Nachlese mit Trikottausch und Traineranalyse

Der September-Treff des OSPC Berlin lockte diesmal 30 Mitglieder, Sammlerfreunde und interessierte Sportanhänger ins Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf. Gemeinsam mit dem Bezirkssportbund waren wir Gastgeber für eine sportphilatelistische Plauderei nach der Fußball-WM in Russland. Das wir bei der ursprünglichen Planung natürlich von einem erfolgreichen Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausgegangen waren, ist kein Geheimnis. Das frühe Ausscheiden der Löw-Elf, die lange Denkpause des Bundestrainers danach und die mehr oder weniger befriedigenden Erklärungen zur deutschen WM-Pleite bis hin zur akzeptablen Nullnummer gegen Weltmeister Frankreich zum „Neuanfang“ in der Nations League brachten ständig Bewegung in die inhaltliche Ausrichtung unseres diesmal wieder öffentlichen Treffs.

Dank der vorgesehenen Gäste Peter Leinemann und Heinz Werner war dies aber kein Problem. Und so wurde der 8.9.2018 ein sehr interessanter Samstagvormittag, der nach 120 Minuten „Spielzeit“ mit kleinen Trink- und Essenspausen dazwischen, am Ende mit freundlichem Beifall belohnt wurde.

Bereits vor Anpfiff des Geschehens stand diesmal ein Trikottausch der besonderen Art auf dem Programm. Bundesliga-und FIFA-Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock hatte uns gebeten, dem Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf eines seiner WM-Trikots für die Sammlung zu überreichen. Dankert, hauptberuflich Geschäftsführer des Fußball-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern, war einer von 13 Videoassistenten bei der WM in Russland.

OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert überreichte das Trikot an Jan Lehmann, den Vorsitzenden des Sportbundes Marzahn/Hellersdorf, der sich über diese Überraschung sehr freute und dafür Schiedsrichter Bastian Dankert herzlich dankte.

Die erste Halbzeit, dieser von OSPC-Mitglied Klaus-Jürgen Alde moderierten Veranstaltung, gestaltete Peter Leinemann. Der gebürtige Hannoveraner, der seit Jahren schon in Leipzig lebt und arbeitet, ist als Mitglied der Internationalen Motivgruppen Olympiaden und Sport e.V. (IMOS) ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Fußball-Philatelie und war als Fan im Sommer bei der WM in Russland.

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Mit seinem lebendigen Reisebericht begeisterte er nicht nur die anwesenden Philatelisten, sondern auch unsere Gäste. Auf den Punkt gebracht, war es für ihn die erstmalige Reise in ein großes interessantes Land, das auch dank der Gastfreundschaft seiner Menschen und einer guten Organisation für eine friedliche und entspannte WM gesorgt hatte – manchen Unkenrufen hierzulande zum Trotz!

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Peter Leinemann, Klaus-Jürgen Alde und Heinz Werner (v.l.), die „spielgestaltenden“ Akteure der OSPC-Veranstaltung im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf.

Für die fußballfachliche Einschätzung der WM sorgte nach der „Halbzeitpause“ Heinz Werner. Der vitale 82jährige hatte einst bei Lok Stendal selbst in der DDR-Oberliga gespielt. Danach war er u.a. verantwortlicher Trainer in Rostock, bei Union Berlin, in Brandenburg und Karl-Marx-Stadt. 1989 wurde Heinz Werner für kurze Zeit Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft, die sich aber nicht mehr für die WM 1990 qualifizieren konnte. Nach der Wende war er als Fußball-Lehrer im Auftrag der FIFA in rund 50 Ländern der Welt ein gern gesehener und geschätzter Gast.

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In einer fundierten PowerPoint-Präsentation analysierte er das WM-Geschehen und die Leistungen der deutschen Elf.

PHOTO-2018-09-08-18-24-50Als Ursachen für das frühe Ausscheiden sah der erfahrene Trainer vor allem die Überheblichkeit und Arroganz der Mannschaftsleitung und einiger Spieler in der Vorrunde, welche man mit einem auf die Spitze getriebenen Dominanz-Fußball einfach so überstehen wollte. Noch sieht Heinz Werner, trotz einiger guter Ansätze im Spiel gegen Weltmeister Frankreich keinen Umbruch. Aber wenn es Bundestrainer Löw gelingen sollte, wieder den Leistungsgedanken durch Konkurrenz in den Vordergrund zu stellen und der Einbau junger talentierter Spieler erfolgt , dann sollte uns um den deutschen Fußball bei den kommenden Europa-und Weltmeisterschaften  keine Bange sein!

 

(Autor: KJA,  Fotos: HJO)

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Olympia- und Sport-Philatelisten-Club Berlin würdigte die I. „European Championships“ mit Sonderbeleg

Zehn Tage vom 2. – 12. August, sieben Sportarten, 188 Medaillen, 4782 Athleten zwei Schauplätze Glasgow und Berlin sowie über 100 Stunden Live-Programm in ARD und ZDF – die ersten „European Championships“ sind ein Erfolgsmodell geworden. Nicht nur für die Sportlerinnen und Sportler, sondern auch für die Zuschauer, Organisatoren und Fernsehanstalten. Eine Fortsetzung dieser Spiele, vielleicht dann sogar wieder in Berlin und mit ein paar weiteren Sportarten, scheint nicht ausgeschlossen!

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Dieser Plusbrief Individuell wurde vom OSPC Berlin initiiert und ist der bislang einzig bekannte philatelistische Beleg, der diesem europäischen Sportereignis 2018  gewidmet  wurde. Weder in Deutschland noch in Großbritannien haben die Postverwaltungen offiziell auf die ersten „European Championships“ reagiert. Dank einer findigen Post-Mitarbeiterin  im Berliner Philatelie-Shop ist es uns sogar gelungen, statt des einfachen Tagesstempels einen passenden Sonderstempel mit der Gedächtniskirche zu erhalten. Wie auf dem Foto zu sehen, war der Glockenturm der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz zum Werbeträger für die Leichtathletik-EM umfunktioniert worden.

Das Fernseh-Übertragungs-Konzept  der „European Championships“ war angelehnt an die erfolgreichen TV-Konferenzsendungen, die man aus den Wintermonaten kennt. Statt zwischen Biathlon, Bob, Eisschnelllauf und Nordischer Kombination wurde nun beispielsweise zwischen Rudern, Kunstturnen, Radsport, Schwimmen und Leichatathletik hin und her geschaltet. Somit war die Aufmerksamkeit, natürlich auch für die Sponsoren, wesentlich höher, als bei den EM-Einzelübertragungen in den verschiedenen Sportarten.

Zwischen 1,5 und fast 5 Millionen Menschen haben  täglich in ARD und ZDF zugeschaut. Der durchschnittliche Marktanteil von 13 – 18 Prozent kann sich sehen lassen. Während im schottischen Glasgow, vor vier Jahren Austragungsort der Commonwealth Games, die Europameisterschaften im Schwimmen, Kunstturnen, Radsport, Rudern, Triathlon und Golf veranstaltet wurden, kämpften in Berlin die Leichtathleten um ihre EM-Medaillen.

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2014 anlässlich der XX. Commonwealth Games in Glasgow hatte die britische Post noch diese sechs Briefmarken mit Sportarten-Motiven an die Schalter gebracht. 

Das Publikumsinteresse war trotz der hochsommerlichen Temperaturen in beiden Städten sehr groß. Neben dem Berliner Olympiastadion wurde erstmals auch auf dem Breitscheidplatz mit einer Event-Meile und improvisierter Gratis-Arena für 3000 Zuschauer für tolle  EM-Stimmung gesorgt. Dort, am Fuße der Gedächtniskirche, trugen z.B. die Kugelstoßer ihre Qualifikation aus, waren Start und Ziel für Geher-und Marathon-Wettbewerbe. Und natürlich die vielumjubelten Siegerehrungen.

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Diesem ungewöhnlichen Ort des „Leichtathletik-Stadtfestes“ haben wir auf unserem „Plusbrief Individuell“  ein kleines „Denkmal“ setzen wollen.

 

 

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Die Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 waren ein Ganz-Berliner-Ereignis.

Das IOC hat sich zu dieser neuen Veranstaltungsform bisher noch nicht äußern wollen und  auf das European Olympic Committee (EOC) verwiesen, das Veranstalter der European Games ist, die vor drei Jahren erstmals in Baku stattfanden und rein gar nichts mit den  „European Championships“ in Glasgow und Berlin zu tun haben. 2015 waren in der aserbaidschanischen Hauptstadt 6000 Athleten in 23 Sportarten am Start. Vom 21. bis 30. Juni 2019 soll das weißrussische Minsk Schauplatz der zweiten Europaspiele sein.

Der sportliche Event-Trend scheint im Moment zu Multi-Meisterschaften zu gehen. So wird im  kommenden Sommer  Berlin am 3. und 4. August Schauplatz von zehn Deutschen Meisterschaften sein.

Insgesamt werden 3400 Athleten teilnehmen und 194 Titel in 155 Disziplinen vergeben. ARD und ZDF wollen mit fast 20 Live-Stunden über „Die Finals – Berlin 2019“ berichten. Bei dieser Premiere präsentieren sich die Sportarten Bogenschießen, Bahnradsport, Boxen, Kanu, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, Wasserspringen, Triathlon und Turnen. Fünf Sportarten sind im Olympiapark und im Olympiastadion von Berlin zu sehen. Weitere Schauplätze sind die Max-Schmeling-Halle, das Velodrom, die Schwimm- und Sprunghalle im Europapark sowie das Strandbad Wannsee. Für die Kanuwettbewerbe soll noch eine attraktive Strecke im Stadtzentrum gefunden werden.

„Wir sind stolz darauf, dass Berlin erster Gastgeber dieses innovativen Konzepts sein wird“, sagte Sportsenator Andreas Geisel bei der Vorstellung des Projektes. Es sei „eine großartige Idee“, findet Kanu-Olympiasiegerin Franziska Weber: „Mit anderen Sportlerinnen und Sportlern zusammen zu sein, ist immer etwas Besonderes.“ Mit der geballten Wucht ihrer parallel ausgetragenen Meisterschaften wollen die olympischen Sportarten ein wenig aus dem Schatten von „König“ Fußball treten.

Auch der Olympia- und Sportphilatelisten Club Berlin freut sich jetzt schon auf dieses Super-Meisterschaftswochenende im kommenden Jahr. Vielleicht gibt es dann neben einem OSPC-Beleg auch mal wieder einen offiziellen Sonderstempel der Post!

(Autor: KJA)

 

Furioses Fußball-Finale in Russland – Frankreich holt WM-Trophäe (aktualisiert)

Frankreich feiert den zweiten Erfolg bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Equipe Tricolore gewann am Sonntag (15.7.2018) das Finale in Moskau gegen Kroatien mit 4:2.

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Die Tore für die Franzosen erzielten der Kroate Mandzukic mit einem Eigentor sowie Griezman per Elfmeter, Pogba und Mbappé. Perisic und Mandzukic waren für die Kroaten erfolgreich.

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Für den französischen Trainer Deschamps war es der zweite Titelgewinn. Er war beim ersten Erfolg der Franzosen vor 20 Jahren als Spieler dabei. Schon damals hatte ein Duell der Franzosen gegen Kroatien für Aufsehen gesorgt. Im Halbfinale standen sich beide Mannschaften gegenüber, Kroatien verlor 1:2, besiegte aber danach im Spiel um Platz Drei die Niederlande mit 2:1. Auch wenn es für die tapferen Kroaten diesmal wieder nicht gereicht hat, den Rivalen aus Frankreich zu besiegen – als Vizeweltmeister haben sie sich in die Herzen vieler Fußballfans gespielt und können sich mit Stolz überall präsentieren.

Der zweite Platz ist der bislang größte fußballerische Erfolg des Balkan-Landes. Bei den Europameisterschaften 1996 in England und 2008 in Österreich und der Schweiz hatte die Elf jeweils das Viertelfinale erreicht. Vor zwanzig Jahren feierte die kroatische Post den WM-Dritten mit einem Extra-Block. Vermutlich wird nach dieser WM eine ähnliche Ausgabe folgen.

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Philatelistisch gesehen waren die Kroaten  diesmal der „wahre“ Fußball-Weltmeister“. Im Gegensatz zum Finalgegner Frankreich hatte die kroatische Post die WM in Russland und die eigene Nationalmannschaft bereits im Vorfeld entsprechend gewürdigt. Am 14. Juni 2018 war in einer Auflage von 100tausend Stück ein Kleinbogen mit neun Briefmarken und einem Zierfeld ohne Werteindruck erschienen, auf denen ein Fußballer im rot-weißen kroatischen Schachbrettmuster-Trikot zu sehen ist. Dazu gab es noch einen gestempelten Ersttagsbrief.

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resize.aspxZur Vorstellung der WM-Marke schrieb Sportjournalist Miro Rede fast schon prophetisch auf der Web-Seite der kroatischen Post:

„Die Hauptfrage für Kroatien lautet: Was kann unser Team bei dieser WM erreichen? Antwort: Es ist ihre Zeit, eine sehr wichtige Rolle zu spielen und nach 20 Jahren wieder auf das Siegerpodest zu klettern, genau wie im Prinzenpark 1998.

Unser Team hat eine schwierige Qualifikatione durchgemacht, einschließlich des Trainerwechsels. Zlatko Dalić ersetzte Ante Čačić und der schaffte es nach dem Playoff-Sieg gegen Griechenland erneut in die WM-Endrunde – auch Dank der Generation der erfahrenen Spitzenspieler wie Luka Modrić, Vedran Čorluka , Marijo Mandžukić, Ivan Rakitić, Ivan Perišić und Domagoj Vida , die sich in der besten Form ihres Lebens befinden.

Dies ist genau der richtige Zeitpunkt, um etwas Großes zu erreichen. Kroatien wird auf dem Weg nach oben mit einigen Hindernissen konfrontiert sein, beginnend mit seiner Gruppe, wo es gegen das ehrgeizige Nigeria, Messis Argentinien und das bekannte Island (das größte Wunder des zeitgenössischen Fußballs) spielen wird. Die WM-Favoriten sind aber Titelverteidiger Deutschland, die potenten und verspielten Franzosen, die Könige der Kombinationen, die Spanier und die unberechenbaren Brasilianer…“

Die französische Post zog  nach dem WM-Gewinn des Landes philatelistisch ganz schnell nach und würdigte wenige Tage nach dem Titelgewinn den neuen Fußball-Weltmeister  mit einem Extra-Block  unter dem Motto „Merci Les Bleus“.

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Numismatisch war diese Würdigung zuvor bereits vorausschauend erfolgt. 872889 Neben einer 10 Euro Silbermünze hatte Frankreich im Vorfeld der WM in Russland auch eine 5 Euro Goldmünze in der Qualität Polierte Platte geprägt. Die geringe Auflage von nur 5000 Exemplaren wird diese Münze nun zu einem äußerst begehrten Stück machen.

Kroatien dürfte nach dem  WM- Auftritt seiner Fußballnationalmannschaft in Russland als Zweiter wohl jedem klar gemacht haben, wo sein Platz auf der Weltkarte ist. Auch den Österreichern. Dort konnte kurz vor der WM in letzter Minute ein philatelistischer Fauxpas gerade noch verhindert werden. Anlässlich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in diesem Jahr hatte die Post das Erscheinen einer Sonder-Briefmarke als ein „Highlight“ des Sommers angekündigt. „Alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind in ihren Umrissen abgebildet“, hieß es in der Beschreibung.

Dann stellten aufmerksame Betrachter fest, dass nicht alle 28 EU-Staaten auf der Marke berücksichtigt worden sind. Ausgerechnet Kroatien hatte es getroffen – das historisch mit Österreich verbundene, beliebte Urlaubsdomizil und bei der Fußball-WM auftrumpfende jüngste EU-Mitglied. Im Philatelie-Magazin der Post war eine Abbildung der Marke abgedruckt, auf der Kroatien und seine markante dalmatinische Küste tatsächlich nicht zu sehen waren.

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Die beiden Versionen der Sonderbriefmarke: Links ohne und rechts mit Kroatien.

Jedoch rasch konnte via „Kleine Zeitung“Entwarnung gegeben werden: Es handle sich nur um einen Entwurf der Designerin aus St. Pölten, die Marke ohne Kroatien sei nie bei der niederländischen Spezialdruckerei in Druck gegangen, ließ die Post verlauten.

Eine potenzielle diplomatische Krise war damit erst einmal abgesagt.

Dennoch werden Fotos von der Briefmarke – auch mit Kroatien – noch immer in sozialen Netzwerken geteilt, und das liegt weniger an der Goldfolien-Veredelung der EU-Sterne, die laut österreichischer Post „einen ganz besonderen Effekt“ erzeuge. Vielmehr wird kommentiert, dass durch die besondere  Schriftsetzung die Wörter „EU“ und „RATS“ hervorgehoben werden, während das Wort „Präsidentschaft“ auf den ersten Blick nur als Kleingedrucktes wahrzunehmen ist. Dadurch ergebe sich beim schnellen Hinsehen das Wort „EU RATS“ – englisch für: „EU-Ratten“

„Bei Sondermarken handelt es sich um Kunst im Kleinformat, die der gestalterischen Freiheit unterliegt“, heißt es vonseiten der Österreichischen Post. Dass der Vorsitz im Rat der Europäischen Union unter dem Begriff „EU-Ratspräsidentschaft“ zusammengefasst wird, limitiere den Gestalter aber in seinen grafischen Möglichkeiten. „In der Grafik werden Sonderzeichen abgelehnt, diese werden oftmals durch Absätze ersetzt – wie auch in diesem Fall. Zudem steht für uns schlussendlich das Gesamtdesign im Vordergrund. Typografie und Inhalt müssen ausgewogen sein“, sagte ein Post-Sprecher zum KURIER.

Vielleicht wird die Marke mit einer Auflagenhöhe von derzeit 240.000 Stück – einen wertvollen Fehldruck ohne Kroatien gibt es ja nicht –  auch bei schwarzhumorigen Briten zum begehrten Sammlerstück.

 

(Autor: KJA)

 

 

 

 

10 Jahre Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf – Wir gratulieren

 

Am 9. Juni 2018 feierte das Sportmuseum im Haus des Sports, der Bildung und Begegnung des Bezirkssportbundes Marzahn-Hellersdorf sein 10jähriges Bestehen.

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Viele Gäste aus Politik und Sport, unter ihnen auch zahlreiche prominente olympische Medaillengewinner von einst, waren gekommen, um zu gratulieren und mit zu feiern. Auch fünf Mitglieder des OSPC Berlin nahmen die Gelegenheit wahr, sich bei Wolfgang Turowski, dem Verantwortlichen des kleinen, aber feinen Museums, direkt zu bedanken.

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OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert (l.) und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Ostermann (r.) überreichten Wolfgang Turowski einen speziellen „Geburtstag-Gruß-Bogen“ aus individuellen Briefmarken.

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Seit Anfang 2012 verbindet uns eine intensive Partnerschaft, die auf Anregung unseres damaligen Mitglieds Erhard Käthner zustande gekommen war. Das Museum stellt uns seitdem für unsere Zusammenkünfte einen Raum zur Verfügung. Wir bereichern im Gegenzug durch öffentliche Veranstaltungen mit sportphilatelistischem und –historischem Hintergrund die Arbeit der musealen Einrichtung.

(Autor: KJA)

 

Warum wir Island lieben, auch wenn es nicht Fußball-Weltmeister wird

Das Fußball-Märchen geht weiter. Nach dem sensationellen Durchmarsch bis ins EM-Viertelfinale 2016 ist das kleine Island nun auch in diesem Jahr erstmals bei der Weltmeisterschaft in Russland mit dabei.

Damit ist das Land nun offiziell kein Fußballzwerg mehr. Trotzdem sticht die Insel aus allen Fußball-Nationen heraus. Das Team und die Fans haben mit ihren etwas „anderen“ Auftritten längst weltweit die Herzen erobert. Das betrifft nun auch ganz aktuell die Sportphilatelie. Schon oft wurden Fußballspieler auf Briefmarken abgebildet. Aber noch nie hat ein Team eine Briefmarke mitgestaltet, so wie dies erstmalig die isländische Nationalelf getan hat.

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Die Marke gilt für isländische Inlandsbriefe bis 50 Gramm. Verausgabt wurde sie neben einem Zehnerbogen, Ersttagsbrief und Stempel am 26. April.

Während eines Trainingslagers in Katar am Persischen Golf beteiligten sich sämtliche Nationalspieler an einem ungewöhnlichen Kunstprojekt des Grafikers Örn Smári Gíslason. Jeder Kicker bekam ein von Gíslason entworfenes und vorgefertigtes Bild, das er auf transparentes Papier übertragen sollte. Anschließend sammelte Gíslason sämtliche Skizzen ein, scannte sie digital, fügte sie zu einer Illustration zusammen und formte das Bild einer Briefmarke. Herausgekommen ist ein eigenwilliges und mehrdeutiges Motiv.

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Zu sehen ist ein Paar klatschender Hände, das gleichzeitig zwei Gesichter begeisterter Anhänger abbildet. Sie skandieren das bekannte isländische Anfeuerungsritual „Húh“. Über den beiden Händen steht der Zusatz „Strákarnir okkar á HM í Rússlandi 2018“, der etwa mit „Unsere Jungs bei der WM 2018 in Russland“ übersetzt werden kann. In der oberen linken Briefmarkenecke wird das Logo des isländischen Fußballverbandes KSÍ abgebildet und unten ist der Hashtag „# FYRIR ÍSLAND“ (Für Island) zu lesen.

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Der Künstler Gíslason lebt in Reykjavík, 1995 machte er sein Examen als Grafikdesigner an der Isländischen Akademie der Künste. Heute leitet er eine eigene Werbeagentur, mehrmals designte er schon Briefmarken für die isländische Post.

Auch Alfred Finnbogason vom FC Augsburg und Rúrik Gíslason vom SV Sandhausen, zwei in Deutschland spielende Isländer aus dem WM-Kader, waren beteiligt. Sie haben durch den Abdruck ihrer Hände am Markenmotiv mitgewirkt. „Die Aktion hat Spaß gemacht“, erklärte Finnbogason. „Ich hoffe, dass viele Fans diese Briefmarke nutzen, um ihren Freunden von einer erfolgreichen WM unserer Mannschaft zu berichten.“

Die Isländer schafften es bei der EM 2016 vor allem dank ihrer Fans in die Herzen aller Fußball-Anhänger. Zehn Prozent aller Isländer sollen sich damals in Frankreich aufgehalten haben, um ihr Team anzufeuern. Ihr Schlachtgesang, das gemeinsame Klatschen mit den langgezogenen „Huh“-Rufen, hat es inzwischen nicht nur auf eine Briefmarke geschafft, sondern ist mittlerweile weltbekannt und soll sogar auf dem Münchner Oktoberfest Einzug gehalten haben.

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Für Island-Jubel sorgte während der EM auch ein Fernsehreporter. Gudmundur Benediktsson machte sich mit seiner äußerst emotionalen Reportage unsterblich. Sein Kommentator zu Islands Siegtor im letzten EM-Gruppenspiel gegen Österreich wurde zum weltweiten Hit. Übersetzt hörte sich das in etwa so an: „Meine Stimme ist weg, aber das ist egal. Wir sind durch. Arnor Ingvi Traustason hat getroffen. Island 2, Österreich 1. Wer hätte das gedacht! Wer hätte das gedacht! Der Schlusspfiff ist da! Ich habe mich noch nie, nie so gut gefühlt.“

Ähnlich emotional ging es bei ihm zu, als Island das Achtelfinale gegen England drehte. Mittlerweile ist Benediktsson eine echte Berühmtheit – wie auch Heimir Hallgrimsson. Dieser ist seit der EM alleiniger Nationaltrainer, zuvor führte er die Mannschaft gemeinsam und gleichberechtigt mit dem Schweden Lars Lagerbäck.  Das hatte zur Folge, dass Hallgrimmsson seinen eigentlichen Beruf aufgeben musste. Denn bis dato arbeitete der 49-Jährige immer noch auf den Westmännerinseln als Zahnarzt.

Torhüter Thor Halldorsson ließ bei der EM vor zwei Jahren Superstar Cristiano Ronaldo ebenso verzweifeln wie die englischen Angreifer. Und das, obwohl er bis 2005 noch Hobby-Kicker war. Elf Jahre später stand er dann endlich bei einem großen Turnier im Tor. Auch im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen das Kosovo am 9. Oktober 2017 hielt er seinen Kasten sauber (2:0).

Thor Halldorsson hält Island hinten zusammen © Getty Images

Doch auch Torwart Halldorsson (Foto: Getty images) hat eigentlich einen anderen Beruf. Im „richtigen Leben“ ist er Filmregisseur. Unter anderem produzierte er 2012 das Musikvideo für den isländischen Beitrag zum Eurovision Song Contest.

Trainer Hallgrimsson muss seine Spieler zu den einzelnen Partien jeweils aus ganz Europa einsammeln. Die elf Akteure aus der Startelf gegen Kosovo sind in sieben verschiedenen Ländern aktiv gewesen. Die Mehrheit spielt in England, am bekanntesten ist der Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson vom FC Everton. Der beste isländische Fußballer aller Zeiten ist der inzwischen zurückgetretene Eidur Gudjohnsen. Er schaffte es sogar zum FC Barcelona. Fußball-Geschichte schrieb er aber durch einen ganz anderen Fakt. Bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Estland am 24. April 1996 wurde der damals 17-Jährige für seinen Vater Arnor ins Spiel gebracht. Dass ein Sohn für seinen Vater in einem Länderspiel eingewechselt wurde, ist bislang einmalig!

Mit ihrer WM-Premiere in diesem Jahr sorgen die Isländer für einen weiteren Rekord. Sie sind das kleinste Land, das sich jemals für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte. 346.000 Einwohner leben auf der Insel im Nordatlantik. Bislang hielt den Rekord Trinidad und Tobago, das sich 2006 mit 1,3 Millionen Einwohnern qualifiziert hatte.

Island feiert WM-Quali -Getty Images

Rund 100 aktive Profikicker gibt es mittlerweile auf Island, die meisten von ihnen wurden in ausländischen Klubs ausgebildet. Der Erfolg bei der EM 2016 brachte den Aufschwung. Auf die Frage, wie sich die inzwischen beachtlichen Erfolge erklären lassen, äußerte Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson in einem Zeitungsinterview anerkennend, es sei viel in die Infrastruktur investiert worden: „Früher hatten wir nur ein paar Fußballfelder, die meist in schlechtem Zustand und im Winter – und der ist lang hier – unbespielbar waren. Jetzt gibt es überall überdachte Spielhallen, die es erlauben, das ganze Jahr über zu trainieren.“ Zudem betreibt der isländische Fußballverband eine vorbildliche und nachhaltige Jugendarbeit. Selbst im entlegensten Dorf gibt es heute „professionelle Fußballhallen und Trainer“, lobte Hallgrímsson.

Die britische Zeitung „The Guardian“ hat die WM-Mannschaften nach ihrer Spielstärke aufgelistet und Island immerhin auf Platz 12 gesetzt, noch vor solchen Fußballnationen wie England und Kolumbien.

Bei der WM spielt Island in Vorrunden-Gruppe D gegen Argentinien, Kroatien und Nigeria. Falls die Nordländer als Erster oder Zweiter der Gruppe weiterkommen, würden sie im Achtelfinale auf einen der beiden ersten Zwei der C-Gruppe treffen. Und dies könnten Frankreich, Australien, Dänemark oder Peru sein.

Vielleicht gibt es ein weiteres isländisches Fußball-Märchen.  Huh! – Klatschen Smiley

(Autor: KJA)

DFB-Pokalfinale 2018 in Berlin mit besonderen philatelistischen Momenten

Dass Sportphilatelisten, speziell die Fußballmotiv-Sammler beim jährlichen Pokalfinale des DFB in Berlin immer auf ihre Kosten kommen, ist ja bekannt. In diesem Jahr gab es zur Partie der Münchner Bayern gegen die Frankfurter Eintracht  aber noch einen weiteren Höhepunkt, der wegen der langwierigen Regierungsbildung vorher nicht termingemäß stattfinden konnte.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz stellte nämlich erst in der Halbzeitpause des DFB-Pokalfinales am 19. Mai offiziell die Briefmarken-Serie „Für den Sport 2018“ vor. (Wir haben über diese Marken, die es seit dem 3. Mai an den Postschaltern gibt,  in unserem Blog schon ausführlich berichtet!)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundesinnenminister Horst Seehofer, DFB-Präsident Reinhard Grindel, Sporthilfe-Aufsichtsrats-Vorsitzender Werner E. Klatten und Bundestrainer Joachim Löw nahmen die ersten Andrucke „Legendäre WM-Finals“ entgegen.

Für den Sport 2018

„Knapp 1,1 Mio. Euro konnten wir im Vorjahr durch Sport-Briefmarken zur Förderung unserer Talente in 50 Sportarten einsetzen”, sagte Michael Ilgner, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Sporthilfe. „Dankbar sind wir der Deutschen Post, dass sie zusätzlich ein Motiv zum WM-Finale 2014 in ein Markenset aufgenommen hat. Wir sehen die Marken als Ansporn für Joachim Löw und die Nationalmannschaft bei der WM in Russland und hoffen auf gute Verkäufe.“

Seit 50 Jahren werden Briefmarken zugunsten der Deutschen Sporthilfe aufgelegt, erstmals im Jahr 1968 zur Finanzierung der Olympischen Sommerspiele in München. Seit 1998 ist der Bundesminister der Finanzen der Herausgeber der Marken. Über 130 Millionen Euro an Fördermitteln sind dem Spitzensport aus den Erlösen der Sportbriefmarken zugeflossen. Die Deutsche Sporthilfe fördert jährlich rund 4.000 Athleten mit etwa 15 Millionen Euro.

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Auch Mario Götze, WM-Siegtorschütze 2014, hat sich mit den neuen Sportmarken  ablichten lassen. Schade, dass „Mach ihn“ diesmal nicht den Sprung ins WM-Aufgebot für Russland geschafft hat.

(Foto: obs/Stiftung Deutsche Sporthilfe/Ina Fassbender)

Pokalstimmung auch bei der Deutschen Post

Das Deutsche Post Team „Erlebnis: Briefmarken“ war auch in diesem Jahr beim Pokalfinale im Berliner Olympiastadion dabei und erfreute sich wie immer regen Zuspruchs. Zu den Besuchern ihrer drei Zelte vor dem Stadion zählte traditionsgemäß auch unser OSPC-Mitglied Hans-Jürgen Ostermann.

Ostermann beim Pokalfinale

Exklusiv zum Finale gab es neben den personalisierten Erinnerungskarten diesmal ein auf nur 1500 Stück begrenztes Briefmarken-Set mit vier „Briefmarken Individuell“ und genügend Platz für die Erinnerungsstempel.

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Besonders begehrt waren auch wieder die EB-Umschläge zu den beiden Pokal-Endspielen der Männer und Frauen.

Ohne Titel

Eintracht Frankfurt feierte  dabei im ausverkauften Berliner Olympiastadion die Pokalsensation. Die Hessen düpierten den haushohen Favoriten FC Bayern München und gewannen überraschend mit 3 zu 1. Die Mannschaft des künftigen Bayern-Trainers Niko Kovac holte nach 30 Jahren erstmals wieder den Pott in die Main-Metropole und startet damit in der kommenden Saison in der Europa League.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes dagegen verließ wohl endgültig die große Fußball-Bühne trotz der 28. Meisterschaft als Verlierer, wie zuvor bereits im Halbfinale der Champions League. Für die Bayern, die erstmals seit März 2010 gegen die Hessen verloren, war es im 22. Pokal-Finale erst die vierte Niederlage nach 1985, 1999 und 2012.

 

DFB-Pokal Frauen 2018

Bei den Frauen hatte der  Deutsche Meister VfL Wolfsburg  zum vierten Mal in Serie und zum fünften Mal insgesamt den DFB-Pokal  gewonnen und damit auch das Double perfekt gemacht. Der VfL setzte sich im Finale am 19. Mai im Kölner Rhein-Energie-Stadion vor 17.692 Zuschauern 3:2 (0:0, 0:0) im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München durch. In 120 Spielminuten waren zuvor keine Tore gefallen. Es war zudem das erste Finale seit 2007, das nicht in der regulären Spielzeit entschieden wurde. Matchwinnerin war mit zwei parierten Elfmetern Wolfsburgs Nationalkeeperin Almuth Schult.

(Autor: KJA)

Die „Achtundsechziger“ – Olympische Erinnerungen an Grenoble und Mexiko

Im Mittelpunkt des OSPC-Treffs am 5. Mai stand diesmal ein vor allem sporthistorischer Rückblick auf die Olympischen Spiele vor 50 Jahren. Olympia-Experte Volker Kluge überraschte in seinem zweistündigen Vortrag die OSPC-Mitglieder und ihre Gäste im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf immer wieder mit hochinteressanten sportpolitischen Fakten, kaum bekannten Dokumenten und vielen persönlichen Erlebnissen.

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So zum Beispiel damit, das der IOC-Beschluss von 1965, der für die 68iger Spiele erstmals zwei getrennte deutsche Olympia-Mannschaften mit gemeinsamer Fahne und Hymne zuließ, nur für jene Spiele gelten und dass für München 1972 neu verhandelt werden sollte. Am 1.11.1968 wurde das DDR-NOK mit allen Rechten voll anerkannt. Der Weg für eine eigenständige Mannschaft in München war damit frei.

Oder, dass Stasi-Unterlagen durchaus belegen, dass der sogenannte „Kufenskandal“ von Grenoble, bei dem die drei DDR-Rennrodlerinnen um Ihre Medaillen gebracht wurden, nicht nur von bundesdeutscher Seite vorangetrieben worden war, sondern, dass auch Polen, Österreich und Italien ihre „Aktien“ daran hatten.

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Oder , dass wegen der militärischen Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Armeen des Warschauer Paktes ein Olympia-Boykott der Sommerspiele in Mexiko drohte, dessen erste Vorzeichen die Europäischen Jugendspiele der Leichtathleten vom 23.-25. August 1968 in Leipzig zu spüren bekamen. 12 westeuropäische Länder, darunter auch die BRD, zogen ihre Mannschaften kurzfristig aus Leipzig ab.

 

OSPC-Mitglied Volker Kluge hatte sich aber noch einen Gast mitgebracht, der unserer Veranstaltung olympischen Glanz gab. Mit Klaus Beer (links im Bild mit V. Kluge) war der Olympia-Zweite im Weitsprung von Mexiko 1968 zu uns gekommen.

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Seine eindrucksvollen Schilderungen vom historischen 18. Oktober 1968 werden wir wohl nicht mehr so schnell vergessen. Um 15:43 Uhr Ortszeit sprang der US-Amerikaner Bob Beamon 8,90 m weit. „Ich habe den Sprung nur von hinten gesehen, da ich schon beim Ausziehen war. Danach begann es zu regnen. Der Wettkampf war 20 Minuten unterbrochen, weil man soviel Zeit zum Messen des Sprunges benötigte“, erinnerte sich der heute 75jährige Berliner, der sich damals in Mexiko nicht vom „Jahrhundertsprung“ beeindrucken ließ. Als Einziger des Wettkampfes verbesserte er sich noch auf 8,19 m und gewann damit Silber.

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Über die Ursachen des Beamon-Sprunges wird noch heute gerätselt. Jedoch gibt es durchaus Fakten, die diese Super-Leistung erklären können, wie Volker Kluge und Klaus Beer erläuterten.

Bob Beamon 18.07.2013 Spiegel online

Da waren einmal die Höhenbedingungen von Mexiko-City mit 2.248 Metern und einem gerade noch zulässigen Rückenwind von 2,00 m/s.

Beamons Anlaufgeschwindigkeit betrug 10,7 sec.. Der Absprungwinkel mit 24 Grad und das Last/Kraftverhältnis waren optimal. „Und er hatte die Beine weit genug vorn“, erinnerte sich Klaus Beer. Ob auch schon Doping mit im Spiel war? Der Berliner Olympiazweite kann es sich nicht vorstellen. „Zu dieser Zeit hatten Springer und Sprinter noch viel zu viel Angst vor Anabolika, weil sie wegen des zu großen Muskelzuwachses Schnellkraft-Nachteile befürchteten“.

1968.Bob_Beamon.USA

Dass Bob Beamon 1987 auf Einladung der DDR-Zeitung „Junge Welt“ zur Sportlerauszeichnung in Berlin war, auch daran erinnerte Volker Kluge, der den Afro-Amerikaner und seine Frau als sehr freundliche und bescheidene Menschen erlebt hatte. Klaus Beer und Bob Beamon mussten  damals viele Autogramme geben. „Das hätte den ganzen Tag so weiter gehen können – aber wir mussten irgendwann weg – zum Kegeln!“, weiß Klaus Beer noch zu berichten.

Autogramme musste er übrigens dann auch noch bei uns geben. OSPC-Mitglied Christian Kunz aktualisierte seine umfangreiche „Achtundsechziger“-Sammlung und stellte freundlicherweise diese Fotos zur Verfügung.

1968.Boston.Beamon.Beer.

 

(Autor: KJA)