„Beckenbauer des Osten“ auf eigener Briefmarke – Dresdner Privatpost würdigt Dynamo-Legende „Dixie“ Dörner

Bereits am 25.Januar 2021 hatte er seinen 70. Geburtstag gefeiert. Aber erst ein Vierteljahr später bekam er nun auch seine eigene 70-Cent-Sonderbriefmarke – passend zum Alter. Der Dresdner Post-und Kurierdienstleister „PostModern“, der schon seit Jahren eine enge Verbindung zum Fußball-Traditionsclub Dynamo pflegt, ließ in der Erstauflage 300-tausend Marken drucken, die den einstigen Dynamo-Rekordspieler zeigen.

Dresden; 12. April 2021; Foto: Dennis Hetzschold

„Aufgrund seines Engagements im und um den Verein und vor allem wegen seiner fußballerischen Erfolge haben wir uns entschieden, ihn mit einer Sonderbriefmarke zu ehren“, so Alexander Hesse, der Marketingleiter bei „PostModern“. Seit dem 19.April gibt es diese Marke bei den Servicepunkten des Kurierdienstes.

Der regionale Briefdienstleister PostModern hatte bereits 2013 zum 60jährigen Jubiläum des Vereins einen Block mit 12 Marken herausgebracht, der den ruhmreichen Dynamo-Spielern der Vergangenheit Claus Boden, Hans-Jürgen Dörner, Andreas Trautmann, Siegmar Wätzlich, Matthias und Klaus Sammer, Ulf Kirsten, Hans-Jürgen Kreische, Gert Heidler, Dieter Riedel und Reinhard Häfner sowie Trainer Walter Fritzsch gewidmet war.

 

„Dixie“ Dörner freute es damals, dass sein Antlitz aus Jugendjahren zukünftige Briefsendungen zieren wird. „Ich und meine Mitstreiter sind sehr glücklich darüber, dass unsere Leistung aus vergangenen Tagen auf diese Weise geehrt wird“, sagte der ehemalige Libero. Nun wurde er erstmals allein mit einer Briefmarkenausgabe gewürdigt.
Zu den bisherigen „Fußball-Ausgaben“ von PostModern gehörten unter dem Motto „Der Ball ist rund“ 2004 auch vier Briefmarken  zum Aufstieg in die 2.Bundesliga. 2009 gab es einen  Viererblock über das heimische Rudolf-Harbig-Stadion. 2015 wurde mit zwei Marken zum 100.Geburtstag von Dresdens Fußball-Legende Helmut Schön gratuliert. Zum Abschied von Christian Fiel, der von 2010-2015 als Spieler und danach noch vier Jahre als Trainer für den Verein aktiv war, wurde ebenfalls eine Extramarke spendiert.

Aber nicht nur auf der aktuellen Sonderbriefmarke glänzt derzeit die Dresdner Fußball-Legende Hans-Jürgen Dörner. Anlässlich des 68jährigen Vereinsjubiläums der SG Dynamo am 12. April 2021 organisierten der Klub und die aktive Fanszene wieder gemeinsam eine Aktionswoche, diesmal unter dem Thema „70 Jahre Dixie Dörner“. Für die Dresdner Dynamos ist Dörner nicht nur der bedeutendste Fußballer in der Geschichte des Vereins, sondern auch eine Persönlichkeit, die sich durch unermüdlichen Einsatz für den Verein bisher auszeichnete. Also gab es zur Briefmarke noch einen von Dynamo-TV produzierten Dokumentarfilm und eine Sondermünze in Gold und Bronze. Die 70 „Goldenen“ war innerhalb von sieben Minuten ausverkauft.Diese Münze ist Teil einer „dynamischen Kollektion“ zu Ehren von „Dixie“ Dörner und exklusiv im Dynamo Fan- und Onlineshop erhältlich. Aber noch nicht genug der „Dörner-Festspiele“ in Dresden. Am 24.April wurde kurz vor dem Drittliga-Heimspiel gegen Halle die „Dixie-Dörner-Tribüne“ im Rudolf-Harbig-Stadion eingeweiht.
Für den Präsidenten des Vereins, Holger Scholze, war es eine „außerordentlich große Ehre“, weil damit der Verein, die Stadion-Dresden-Projektgesellschaft sowie die Landeshauptstadt Dresden gemeinsam ihre enorme Anerkennung und Wertschätzung für die großartigen Verdienste zum Ausdruck bringen konnten, die „Dixie“ in mehr als fünfzig  Jahren auf und neben dem Platz für den Verein erbracht hat.

Ab sofort trägt der Bereich der Blöcke T1 bis C5 auf der Südtribüne den Namen von Dynamos Ehrenspielführer. Bis zu 5.900 Menschen werden zukünftig, d.h. nach Corona, an Heimspieltagen auf der Dixie-Dörner-Tribüne ihren Platz finden.
18 Jahre lang, zwischen 1968 und 1986 und prägte „Dixie“ Dörner in wettbewerbsübergreifend 558 Spielen im schwarz-gelben Trikot die erfolgreichste Ära der Vereinsgeschichte und wurde dabei zum Fußball-Idol mehrerer Generationen. Er schoss insgesamt 72 Tore. Es war eine Augenweide, ihn Fußball spielen zu sehen. Mit Dynamo feierte er jeweils fünf DDR-Meisterschaften und Pokalsiege. Der gebürtige Görlitzer wurde dreimal zum „DDR-Fußballer des Jahres“ gewählt. 2019 adelte ihn der Deutsche Fußball-Bund mit der Aufnahme in seine Ruhmeshalle.

Mit 18 Jahren debütierte der torgefährliche Abwehrspieler erstmals in der DDR-Nationalmannschaft, verpasste aber 1974 aufgrund einer Gelbsuchterkrankung die Weltmeisterschaft in der BRD. Libero Dörner bestritt insgesamt 100 Länderspiele. Damit liegt er in der DDR-.Rangliste hinter Joachim Streich (102 Länderspiele) auf dem zweiten Platz. 60 Mal führte er dabei die DDR-Auswahl als Kapitän auf den Rasen. Seinen größten Erfolg feierte er mit der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal.

1986 beendete er seine aktive Laufbahn. Danach begann seine Zeit als Trainer. Nach der Wende war er zunächst DFB-Nachwuchstrainer. Deutschlandweite Schlagzeilen machte er 1996 als erster Ostdeutscher, der mit Werder Bremen einen West-Bundesligisten trainieren durfte. Weitere Trainerstationen waren u.a. der FSV Zwickau und der VfB Leipzig. 2004 eröffnete er in Dresden „Dixie Dörner´s Fußballschule“. Seinem Verein Dynamo Dresden blieb er immer treu, sei es als Spieler, Trainer oder seit 2013 auch als ehrenamtliches Mitglied im Aufsichtsrat.Übrigens, mit dem Vergleich „Beckenbauer des Ostens“ kann Dixie Dörner selbst nicht viel anfangen. „Das hat die Presse ins Spiel gebracht. Als junger Mann hat mir das geschmeichelt“, gibt „Dixie“ zu. „Aber ich hatte mit der Zeit meinen eigenen Spielstil entwickelt. Vielleicht hat der dem von Franz Beckenbauer ein bisschen geähnelt. Mir war das aber nicht mehr so recht, diesen Vergleich immer wieder zu lesen“, sagt Dörner, der wie kein anderer die Libero-Position im Ost-Fußball verkörpert hat.
Warum ihn alle „Dixie“ nennen, kann auch keiner so genau sagen. Er selbst weiß es auch nicht, wie er einmal zugab: „Den Spitznamen hatte ich seit meiner Kindheit. Ich weiß nicht, von wem und warum. Ältere Jungs auf dem Bolzplatz sollen mir zugerufen haben „na komm, du kleener Dixie, kannst ruhig bei uns mitspielen“.
Auf alle Fälle hat Dörners Spitzname nichts mit den alten Autos oder mit dem Dresdner Dixieland-Festival zu tun!

Sein wohl schönstes Geburtstagsgeschenk wird „Dixie“ Dörner aber hoffentlich bald noch erhalten: Der Wiederaufstieg von Dynamo Dresden in die 2. Fußball-Bundesliga! Als aktueller Tabellenführer der 3.Liga  stehen die Chancen kurz vor Saisonende recht gut!

(Autor: KJA)

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