Alpine Skisaison 2020/21 bleibt trotz Corona in bester Erinnerung

Brot und Spiele – sagen etwas abwertend die einen – die anderen sind froh, dass wenigstens der Profisport trotz weltweiter Corona-Pandemie im wesentlichen störungsfrei, wenn auch ohne Zuschauer vor Ort, für aktuelle und spannende Fernsehunterhaltung sorgt. Und das nicht nur im Fußball und Handball. Auch der Wintersport hat im Jahr 2021 bisher nicht auf seine Großereignisse verzichten müssen. Nach Internationaler deutsch-österreichischer Vierschanzentournee, diversen Weltcups und den Weltmeisterschaften im Rennrodeln, Bob und Skeleton in Oberhof und Altenberg, laufen derzeit die Titelkämpfe der Alpinen im italienischen Cortina d´Ampezzo und die der Biathleten im slowenischen Pokljuka. Die Nordische Ski-WM folgt demnächst in Oberstdorf.  Während die vier Weltmeisterschaften in Deutschland philatelistisch gesehen leider keine Rolle spielen, hat wenigstens die italienische Post reagiert und anlässlich der 46. Alpinen Ski WM 2021 in Cortina d´Ampezzo am 7. Februar eine Sondermarke in einer Auflage von einer halben Million Stück nebst FDC, Karte und Schmuckblatt herausgebracht.

Viermal war Cortina d´Ampezzo bisher Schauplatz einer Alpinen Ski-Weltmeisterschaft. Bereits 1932, ein Jahr nach Einführung der sogenannten FIS-Rennen, gab es am Fuße der Dolomiten die 2. WM. Die WM 1941 wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs von der FIS nachträglich für ungültig erklärt, nachdem viele Nationen aufgrund der politischen Umstände nicht daran teilnehmen konnten. 1956, anlässlich der VII. Olympischen Spiele, erhielten die drei Erstplatzierten in der Abfahrt,  im Riesenslalom und im Slalom neben den Olympiamedaillen auch WM-Medaillen, da diese Wettbewerbe zusätzlich als 14. Alpine Ski-Weltmeisterschaft  gezählt worden sind. In der Kombination  wurden nur WM-Medaillen verliehen.

Anlässlich der Olympischen Winterspiele 1956 gab die italienische Post diese vier Sonderbriefmarken heraus. Es waren die ersten mit einem direkten Bezug zum Ort Cortina d´Ampezzo

Nach 1956 hatte sich Cortina d´Ampezzo viermal erfolglos um eine weitere Alpine WM-Austragung beworben. Erst in diesem Jahr wurde der mondäne Wintersportort nach 65 Jahren wieder einmal berücksichtigt.

Diese italienischen WM-Ausgaben sind für alpine Skisport-Motivsammler der zweite Höhepunkt der aktuellen Saison. Denn bereits am 23. Oktober 2020 glänzte die österreichische Post im Rahmen ihrer Serie „Technische Innovationen“ nach Markenblöcken aus Spitze, Porzellan, Glas und Leder mit einer Briefmarke in Form einer echten Skispitze.

Dieses Highlight für alle Briefmarkensammler besticht durch sein außergewöhnliches Material und seine für alle Skibegeisterten geradezu ikonografische Form. Ein echter Ski ist in der Regel aus unterschiedlichen Materialen wie Holz, Metall und Kunststoffen zusammengesetzt. Bei dieser Marke kommt nun eine ganz ähnliche Produktionstechnik zum Einsatz. Ein dünner Aluminium-Kunststoff-Verbund wurde mittels einer CNC-gesteuerten Fräse in der Form einer Skispitze ausgeschnitten. Die silbrige Oberfläche dieser Aluverbundplatte ist gebürstet und wirkt von der Seite gesehen wie die Kante eines Skis.  Mit einem speziellen Acrylatkleber wurde anschließend der in der Stärke für die Marke angepasste gelbe Original-Skibelag appliziert. Wie bei der tatsächlichen Skiproduktion wurde der Belag auf der Rückseite spiegelverkehrt bedruckt, so dass auf der Oberfläche das Motiv durch den Belag hindurch zum Vorschein kommt. Die Marke, von David Gruber entworfen, ist 43 x 42 x 3 mm groß. Trotz einer Stärke von drei Millimetern ist sie eine kursgültige Ausgabe, mit der man in Österreich ganz normal frankieren kann.

Dieses sensationelle „Briefmarken-Schmankerl“ sollte eigentlich zeitgleich zum ursprünglichen alpinen Saisonbeginn in Sölden am 23. Oktober auf den Markt kommen. Jedoch wegen der Corona-Pandemie kam alles ganz anders. Der Ski-Weltcup Auftakt 2020/2021 in Sölden fand nämlich diesmal als Geisterrennen ohne Zuschauer statt und wurde um eine Woche auf den 17./18. Oktober vorgezogen. Damit hatten die Organisatoren einen ersten Schritt für sichere Abläufe gesetzt, damit der Rettenbachferner-Gletscherbereich weitestgehend exklusiv für die Weltcup-Wettbewerbe genutzt werden konnte. Auch wurde die Unterbringung für die Mannschaften den Bedürfnissen und Vorschriften entsprechend angepasst. Das Party- und Rahmenprogramm, wie die Fanclubparade oder auch die Siegerehrungen und Startnummer Vergaben, fanden nicht statt.

Sölden war das Vorbild für die kommende gesamte alpine WC-Saison, die seitdem, bis auf die Übersee-Rennen, voll durchgezogen werden konnte und am 21. März 2021 in Lenzerheide in der Schweiz enden wird. Natürlich ohne echte Zuschauer vor Ort!

(Autor: KJA)

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