Schneller, höher, stärker…und später – das neue olympische Motto

Ursprünglich sollten am 23.Juli die Olympischen Spiele in Tokio beginnen. Die Corona-Pandemie hat dem aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Beginn der Wettbewerbe ist um ein Jahr auf den 23. Juli 2021 verschoben worden. Niemand kann derzeit aber voraussehen, ob die Menschheit bis dahin den Covid-19-Virus im Griff hat, ein Impfstoff dagegen weltweit zur Verfügung steht und vor allem der internationale Reiseverkehr sich wieder normalisiert hat. Immerhin sollen zu den Olympischen Spielen im Fernen Osten 11.000 Teilnehmer aus maximal 206 IOC-Mitgliedsländern anreisen.

Sportphilatelistisch gesehen, gibt es zur Verlegung der Olympischen Spiele erste aktuelle Reaktionen und Visionen aus der Elfenbeinküste.

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Diese Ausgabe aus der Elfenbeinküste ist eine von insgesamt drei Blöcken unter dem Motto „Sommerspiele Tokyo 2021“. Erstmals ist damit auch auf einer Sportbriefmarke, und dazu noch auf einer Olympiamarke, das Thema Corona-Pandemie dokumentiert worden. Mundschutz und Desinfektion könnten durchaus die Spiele im nächsten Jahr dominieren. Interessant: Für die Elfenbeinküste besitzt Tokio als olympischer Austragungsort eine große Bedeutung. 1964 nahm das Land nach seiner Unabhängigkeit von Frankreich erstmals an den Olympischen Spielen in der japanischen Hautstadt teil. Und in jenem Jahr gab es auch die ersten Olympia-Briefmarken des Landes.

Bisher holten die Sportlerinnen und Sportler aus dem westafrikanischen Land in den zurückliegenden Jahren einen kompletten Medaillensatz. Für die bislang einzige Goldmedaille sorgte 2016 in Rio de Janeiro Cheick Sallah Cissé, im Taekwondo-Weltergewicht. Elfenbeinküste Gabriel Tiacoh 1984 Silber 400m Die allererste olympische Medaille für die Ivorer gewann aber der Leichtathlet Gabriel Tiacoh 1984 in Los Angeles als Zweiter über die 400 m. Dafür wurde er mit einer Briefmarke geehrt.

In den Newslettern 03/2020 und 04/2020 hatte ich ja schon ausführlich über die aktuellen Olympia-Briefmarken berichtet, die noch vor dem Verlegungstermin in Liechtenstein, Zypern, Gabun und Madagaskar zu den Olympischen Spielen in Tokio offiziell erschienen waren. Nun hat die belgische Post nachgelegt. Der Kleinbogen vom 15.Juni 2020 hat zwar keinen direkten Bezug zu den Spielen, er gibt aber das olympische Motto des Landes für die Spiele 2021 ganz klar vor.

Belgien: Faster, Higher, Stronger 15.6.20Die Marke inklusive des Kleinbogens soll, so der Begleittext der Post, die andauernden Anstrengungen der belgischen Sportler unterstreichen:„Immer schneller, höher, stärker für 2021“! Neben diesem Motto auf Französisch und Englisch sind auf der Briefmarke und dem Kleinbogen Läufer-Silhouetten in den belgischen Farben, das NOK-Logo und ein stilisiertes japanische Portal zu sehen. Die belgische Post besitzt in diesem Jahr überhaut viel Sinn für Symbolik in Sachen Sport. Neben der „Olympia-Ausgabe“ gab es  am 15. Juni noch einen Kleinbogen, der sich dem Fußball auf besondere Weise widmet. Immerhin hätten wir ja zwischen dem 11. Juni und 11. Juli die Fußball-Europameisterschaft erlebt, die wegen Corona ebenfalls um ein Jahr verschoben worden ist. Belgien spielt dann in Gruppe B gegen Dänemark, Finnland und Russland.

Belgien2020 Fußball vereint 15.6.20

„Fußball baut Brücken“, so die Vision der belgischen Post. Auf der Briefmarke sind die Fans mit ihren Schaals symbolisch dargestellt. „Fußball vereint – der Ball, der zusammenbringt“ ist als Motto auf die Schaals in den Landesfarben gedruckt.

Die Briefmarken aus Belgien und der Elfenbeinküste sind von großem Olympia-Optimismus geprägt. Denn erst 57 Prozent der Startplätze sind vergeben. Das heißt, dass im Vorfeld der Spiele 2021 in Tokio noch etliche internationale Qualifikationswettkämpfe stattfinden müssen. Und was wird mit den Zuschauern im nächsten Jahr? Geister-Spiele oder Wettbewerbe nur mit wenigen handverlesenen und mehrfach auf Corona getesteten japanischen Zuschauern erscheinen derzeit undenkbar. Auch für das Internationale Olympische Komitee, das sich am 17. Juli 2020 unter seinem deutschen Präsidenten Dr. Thomas Bach auf seiner virtuellen 136. Session mit diesen Fragen befasst hat, gibt es noch keine klaren Antworten.

Immerhin haben sich die japanischen Organisatoren nach intensiven Gesprächen mit den Eigentümern und Investoren die Nutzung der 42 Sportstätten und des Olympischen Dorfes auch für das nächste Jahr gesichert. Die Schlüsselübergaben für die dort bereits verkauften Wohnungen konnten verschoben werden. Auch der Zeitplan für die Wettkämpfe steht. Vorgesehen sind 339 Entscheidungen in 33 Sportarten. Bisher bereits gekaufte Tickets bleiben gültig, können aber ab Herbst zurückgegeben werden. Über Anti-Corona-Maßnahmen soll  erst später entschieden werden. Von den Mehrkosten, die durch die Verlegung vermutlich mehrere Milliarden Euro betragen dürften, ganz zu schweigen! In Umfragen hat sich mehr als die Hälfte der Japaner für eine Absage bzw. erneute Verschiebung der Spiele entschieden. Olympische Begeisterung klingt anders. Das Thema Tokio 2021 wird uns weiter beschäftigen!

(Autor: KJA)

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