Katastrophen und Tragödien – auch ein Thema für die Sportphilatelie

Manchmal gibt es wirklich merkwürdige Zufälle. Am 21. Januar 2019 verschwand auf der Strecke vom französischen Nantes ins walisische Cardiff ein Kleinflugzeug über dem Ärmelkanal plötzlich vom Radar und war zunächst verschollen. An Bord befand sich der 28jährige argentinische Fußballer Emiliano Sala, der auf dem Weg zu seinem neuen Klub Cardiff City war. In zuvor 120 Spielen für den FC Nantes hatte der Stürmer 42 Tore erzielt. Cardiff soll für ihn die vereinsinterne Rekordsumme von rund 17 Millionen Euro bezahlt haben. Emiliano Sala vermisst APA:AFP                             

Emiliano Sala – „Gardons Espoir“ Lasst uns weiter hoffen! Am 7. Februar starb auch diese Hoffnung. Die Leiche des Fußballers konnte aus dem Wrack des in den Ärmelkanal abgestürzten Flugzeuges geborgen und identifiziert werden. Die Familie und die Fußball-Welt trauert. (Foto: AFP)

Trauer in Turin

Fünf Tage nach dem Flugzeugabsturz mit Emiliano Sala an Bord erschien in Italien eine Briefmarke, die an den Fußballer Valentino Mazzola erinnert, den vor siebzig Jahren ein ähnliches Schicksal ereilt hatte.

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In Deutschland werden ihn nur noch wenige Fußball-Fachleute kennen, in Italien aber ist er nach wie vor eine Legende. Valentino Mazzola war der große Star der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und wird noch heute als einer der bedeutendsten Fußballer des Landes verehrt. Auch von der italienischen Post, die ihn am 26. Januar 2019 bereits zum dritten Mal mit einer Briefmarke würdigte. Als Kapitän und Herzstück des Grande Torino, der legendären Erfolgsmannschaft des AC Turin, gewann Mazzola fünf italienische Meisterschaften und einmal den Pokal. Der Dreißigjährige, der auch in der National-Elf glänzte und eine ganz große Fußballer-Zukunft vor sich hatte, war am 4. Mai 1949 mit einem Großteil seiner Turiner Mannschaftskameraden bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Mazzola

Die aktuelle Briefmarke erschien am 26.1.2019 anlässlich des 100. Geburtstages von Valentino Mazzola im Rahmen der Themenserie „Lo Sport“ in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren. Dazu gab es einen FDC mit Ersttagsstempel.

Die erste Ausgabe zur „Turiner Katastrophe“ veröffentlichte die Post 1999 zum fünfzigsten Jahrestag des Flugzeugabsturzes . Die 800-Lire-Marke zeigte ein „Phantombild“ der verunglückten Elf. Die 900-Lire-Marke erinnerte an die Namen der Opfer des AC Turin. Die 0,65 €-Marke wurde Mazzola 2009 im Rahmen eines Philatelie-Festivals zum Internationalen Sporttag gewidmet.

In den sechs Jahren vor dem Unglück von Superga verlor der AC Turin keines seiner 93 Heimspiele. 1947 wurden für ein Länderspiel gegen Ungarn  zehn Spieler des AC Turin, dem Heimatverein von Nationaltrainer Vittorio Pozzo  aufgestellt. Die Turiner spielten schon damals attraktiven Angriffsfußball. Aus einer sicheren Abwehr wurde das Mittelfeld schnell überbrückt und durch einen starken Angriff viele Tore erzielt. So kam es dazu, dass die Spieler um Kapitän Valentino Mazzola in der Saison 1947/48  in 40 Spielen 125 Tore schossen. unnamedIn der darauffolgenden Saison sicherte sich die Mannschaft durch ein 1:1 gegen Bari bereits fünf Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft, was den Präsidenten dazu veranlasste, ein Freundschaftsspiel in Lissabon  zu vereinbaren.

Der Heimflug von diesem Spiel startete in Lissabon um 09:52 Uhr Ortszeit. Nach einer Zwischenlandung zum Auftanken in Barcelona wurde der Flug nach Turin fortgesetzt. Das Wetter im Großraum Turin war schlecht Im Bereich des 675 m hohen Hügels von Superga kurz vor dem Flughafen herrschte dichter Nebel  bei einer Sichtweite von nur 40 m. Während des Sinkflugs kollidierte die Fiat G.212 gegen 17:05 Uhr mit der Basilika von Superga auf der Spitze des Hügels. Alle 31 Passagiere fanden den Tod. Für den Absturz wurden neben den schlechten Wetterbedingungen eine mangelhafte Flugfunk-Ausstattung und Fehler in der Flugnavigation verantwortlich gemacht.

Die Spieler des Grande Torino wurden in Italien schon zu Lebzeiten als Nationalhelden verehrt. Der Trauerzug durch Turin wurde laut Berichten aus der damaligen Zeit von etwa einer halben Million Menschen begleitet. Nach dieser Tragödie konnte der AC Turin nie wieder an die erfolgreichen Zeiten von einst anknüpfen.

ITAL-FDC-Tag Spot 2009 Mazzola

Das fußballerische Erbe von Valentino Mazzola setzte aber sein ältester Sohn Alessandro fort. Sandro, wie er von allen nur genannt wird, war zum Zeitpunkt des Flugzeugabsturzes und des Todes seines Vaters erst sechs Jahre alt. (s. Foto links auf FDC)  Während seiner aktiven Karriere spielte er ausschließlich für Inter Mailand  und war Mitglied der Mannschaft, die als „La grande Inter“ Mitte der 1960er Jahre zahlreiche Titel gewinnen konnte. Noch heute gilt er als einer der besten Spieler des Vereins, für den er in insgesamt 565 Pflichtspielen 158 Tore erzielte.

Für die italienische Nationalmannschaft bestritt Mazzola 70 Länderspiele und erzielte insgesamt 22 Tore. 1968 wurde er mit Italien Europameister.

Die Post von Ajman brachte aus diesem Anlass für jedes Mitglied des italienischen Europameisters einen Sonderblock und eine Marke heraus, natürlich auch für Sandro Mazzola.

Sportphilatelistisch gesehen gibt es neben den italienischen Marken von 1999 mit den  Turiner Opfer noch eine Briefmarke, die einen direkten Bezug zu einer ähnlichen Flugzeugkatastrophe herstellt, bei der berühmte Fußballer ums Leben kamen.

Unglück von München

2008 erinnerte die irische Post an das Flugzeugunglück von München, bei dem am 6. Februar 1958 acht Fußballer von Manchester United, unter ihnen der 22jährige irische Halbstürmer „Billy“ Liam Whelan, ums Leben kamen. Auf der Briefmarke ist neben dem Porträt von Whelan eine Wanduhr im Stadion „Old Trafford“ in Manchester zu sehen, die noch heute den genauen Zeitpunkt des Flugzeugunglücks anzeigt.

An diesem Tag landete die Mannschaft von Manchester United mit einer zweimotorigen Propeller-Maschine vom Typ „Elizabethan“ in München-Riem. Die „Busby Babes“, wie das junge Team nach dem schottischen Trainer Matt Busby genannt wurde, war guter Dinge. Am Vorabend hatte es gegen „Roter Stern Belgrad“ gespielt und durch ein 3:3 das Halbfinale des Europapokals erreicht.

An jenem denkwürdigen Februartag herrschten in München schwierige Wetterverhältnisse mit Schnee, Eis und Nebel. Als die Maschine nach der geglückten Zwischenlandung mit aufgefüllten Tanks zum Weiterflug auf die Startbahn rollte, begannen die Probleme. Zwei Startversuche mussten abgebrochen werden. Der dritte endete in einer Katastrophe. 23 Passagiere verloren in den Trümmern ihr Leben; darunter acht hoffnungsvolle Spieler von Manchester United.

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Geoff Bent, Roger Byrne, Eddie Colman, Duncan Edwards, Mark Jones, David Pegg, Tommy Taylor und Billy Whelan kamen bei dem Unglück ums Leben. Johnny Berry und Jackie Blanchflower mussten wegen ihrer schweren Verletzungen die Karriere beenden. Die Vereinsführung stellte mit Ersatz- und Jugendspielern eine neue Mannschaft zusammen, die bis zum Ende der Saison nur ein Spiel gewinnen konnte und damit alle Titelchancen verlor. Auch im Finale des Ligapokals blieb sie nur zweiter Sieger.

Unter den Opfern befand sich mit Duncan Edwards einer der talentiertesten englischen Spieler aller Zeiten. Der 21jährige war schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, wo er am 21. Februar 1958 verstarb. 51mKZIdFTvL._SX425_

Noch heute streiten sich Experten darüber, ob Edwards das Potenzial gehabt hätte, heute in einer Reihe mit Pele, Beckenbauer, Maradona oder Cruyff genannt zu werden. Die britische Post setzte Duncan Edwards am 14. Mai 1996 ein philatelistisches Denkmal innerhalb einer Fünfer-Serie unter dem Titel „Britische Legenden des Fußballs“.

Die „Busby Babes“ gab es nicht mehr. Trainer Matt Busby lag wochenlang im Klinikum Rechts der Isar. Er brauchte zehn Jahre, um ein neues, erfolgreiches Team aufzubauen, das 1968 den Europapokal holte. Wie Phönix aus der Asche wurde Manchester United zu einem Synonym für den Sieg über ein grausames Schicksal, das „Munich“ hieß. Bis heute werden United-Fans aber als „Munichs“ verspottet – und gegnerische Fans setzen mit ausgestreckten Armen zum Sturzflug an, wenn ihre Mannschaft ein Tor erzielt hat.

„Fußball-Fans“ können manchmal nicht nur dumm, sondern auch noch grausam sein!

Hoeneß im Glück

Am 17. Februar 1982 überlebte der damals 30-Jährige Münchner Fußballer Uli Hoeneß den nächtlichen Absturz eines zweimotorigen Propellerflugzeuges vom Typ Piper PA-34 Seneca   Gemeinsam mit drei Freunden, darunter dem Piloten und früheren Skirennläufer Wolfgang Junginger, war er auf dem Weg von München nach Hannover zu einem Länderspiel gegen Portugal.

Kurz nach 20 Uhr stürzte das Flugzeug vor der beabsichtigten Landung in Hannover im Schwarzen Moor bei Resse und Heitlingen ab. Rund eine Stunde später fand ein Förster Hoeneß, der unter Schock stehend orientierungslos und blutüberströmt durch den Wald kroch. Hoeneß war der einzige Überlebende. Experten kamen später zu dem Schluss, Hoeneß’ Sitzplatz hinten rechts im Flugzeug habe ihm das Leben gerettet – und die Tatsache, dass er nicht angeschnallt und aus dem Flugzeug geschleudert worden war. Dabei zog er sich Brüche von Arm und Knöchel und eine Gehirnerschütterung zu.

Seine weitere Geschichte ist bekannt. Der ehemalige Welt-und Europameister war von 2009 bis 2014 Präsident des FC Bayern München. Nach Verbüßung einer Freiheitstrafe wegen Steuerhinterziehung wurde Hoeneß am 25. November 2016 erneut zum Präsidenten des deutschen Rekordmeisters gewählt.

Philatelistisch gesehen gehört Uli Hoeneß zu den wenigen Deutschen, denen die Post bereits zu Lebzeiten ein „Denkmal“ gesetzt hatte.DBP_1974_812_Fußball-Weltmeisterschaft

Am 15. Mai 1974 zierte Uli Hoeneß eine Sondermarke anlässlich zur Fußball WM in Deutschland. Da bis 1977 in Deutschland traditionsgemäß lebende Persönlichkeiten, die Bundespräsidenten ausgenommen, nicht auf Briefmarken abgebildet werden durften, musste der Münchner Nationalspieler leicht verfremdet dargestellt werden. Für alle Fußballfans war der gelockte Blondschopf in seiner typischen Spielweise aber sofort erkennbar.

Immer wieder Sportler unter den Opfern bei Flugzeugkatastrophen

Oktober 2018: Leicester Citys Klub-Chef Vichai Srivaddhanaprabha kommt bei einem Hubschrauber-Absturz in unmittelbarer Nähe des Stadions ums Leben. Vier weitere Insassen werden beim Absturz getötet.

 November 2016: Bei einem Flugzeugabsturz wegen Treibstoffmangels im Nordwesten Kolumbiens starben 71 Menschen. Unter den 77 Passagieren waren auch die Spieler und Offiziellen des brasilianischen Erstliga-Fußballteam Chapecoense, das sich auf dem Weg zum Pokal-Finale der Copa Sudamericana gegen Atletico Nacional Medellin befand.

Nur drei Spieler der Mannschaft überlebten verletzt den Absturz. Medellin überließ nach der Tragödie „Chapé“ den Titel des Südamerika-Meisters 2016.

Chapecoense-Champion-of-the-South-American-Cup-new-logo

Philatelistisch wurde der posthume Titelgewinn am 25.1.2017 auf einer Personalisierten Privat-Post-Briefmarke in vier verschiedenen Varianten ohne Wertangabe gewürdigt

Die Trauerfeier fand am 3. Dezember 2016 in der Arena Condá statt. Staatspräsident Temer  und der FIFA-Präsident Infantino nahmen neben 20.000 Trauergästen teil, um sich von den 50 Vereinsmitgliedern zu verabschieden, deren Särge zunächst in offenen LKWs zum Stadion gefahren und dann von Soldaten des brasilianischen Militärs hineingetragen wurden. Seither ehren die Fans die 71 Opfer der Flugzeugkatastrophe in der 71. Minute jedes Heimspiels mit dem Ruf „Vamos, vamos, Chapé!“- was in portugiesisch soviel wie „Komm schon, Chapecoense“ bedeutet. 630x356

Das Pokalfinale wurde abgesagt. Dennoch war das Stadion in Medellín bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Anhänger von Atlético Nacional sangen die Vereinshymne Sempre Chapecó (Für immer Chapecó) von Chapecoense. „Es waren 90 Minuten Fußballstimmung, ohne dass ein Ball rollte, vielleicht einer der größten Momente der jüngeren Sportgeschichte.“

September 2011: Eine Maschine mit dem russischen KHL-Liga-Team von Lokomotive Jaroslawl stürzt nach dem Start ab. Die Mannschaft war auf dem Weg zum ersten Saisonspiel nach Weißrussland. 44 Menschen starben, darunter das komplette Eishockey-Team, unter anderem auch der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich.2-format2020

April 1993: Auf dem Flug zu einem WM-Qualifikationsspiel im Senegal kommen 18 Stammspieler der Fußball-Nationalmannschaft von Sambia ums Leben. Die Militärmaschine stürzte ins Meer. 35.000 Sambier im Stadion und mehr als 100.000 außerhalb in Lusaka nehmen an der Trauerfeier teil. Anschließend wurden die Opfer einige hundert Meter nördlich des Nationalstadions beigesetzt. Lusaka_Heroes_Acre_-_overviewDie Stätte ist seither als Heroes‘ Acre bekannt. Die 30 Gräber sind dort in einem Halbkreis angeordnet, in der Mitte des Platzes befindet sich ein Denkmal.

 Juni 1989: Eine DC-8 der surinamischen Gesellschaft SLM streift beim Landeanflug auf Paramaribo einen Baum und zerschellt. Unter den 174 Toten sind 16 in den Niederlanden arbeitende Profifußballer, die in ihrer Heimat Wohltätigkeitsspiele bestreiten wollten.

Dezember 1987: Ein Flugzeug der peruanischen Marine stürzt vor der Küste von Lima ins Meer. Unter den 43 Todesopfern sind 16 Spieler der Fußballmannschaft Alianza Lima, davon vier Nationalspieler.

August 1979: 14 Spieler und drei Betreuer des usbekischen Fußballclubs Pachtakor Taschkent sterben bei einem Unglück über der Ukraine. Zwei sowjetische Maschinen waren zusammengestoßen.

Oktober 1972: Eine Maschine der uruguayischen Luftwaffe prallt in den chilenischen Anden gegen einen Berg. An Bord ist auch eine 40-köpfige Rugby-Mannschaft aus Montevideo. Erst zehn Wochen später werden 16 Menschen gerettet. Sie mussten teilweise bei minus 30 Grad in 3800 Metern Höhe am Berg ausharren. Um nicht zu verhungern, kam es zu Kannibalismus. Zwei Rugby-Spieler holten zu Fuß Hilfe.

Januar 1966: Sieben junge Schwimmer der italienischen Nationalmannschaft kommen bei Bremen ums Leben als eine Propellermaschine der Lufthansa nach einem abgebrochenen Landeversuch abstürzt. Die Sportler waren mit ihrem Mannschaftsbegleiter auf dem Weg zum 10. Internationalen Bremer Schwimmfest.

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Ein Gedenkstein steht seit 1991 im Park Links der Weser. Das italienische Olympische Komitee und der italienische Schwimmverband hatten es zunächst in Flughafennähe aufgestellt. „In Italien hat die Erinnerung an die Ereignisse des 28. Januar 1966 bis heute eine große Bedeutung“, sagte Italiens Generalkonsul Flavio Rodilosso 2016 zum 50. Jahrestag des Unglücks.

Februar 1961: Eine Boeing 707 der belgischen Fluggesellschaft Sabena stürzte am 15.2. im Landeanflug auf Brüssel  auf einen Acker. Alle 61 Fluggäste, die 11 Besatzungsmitglieder sowie ein Landwirt am Boden kamen ums Leben. Unter den Opfern befand sich das gesamte 18-köpfige Eiskunstlauf-Nationalteam der USA und weitere 16 Offizielle, die zur Weltmeisterschaft in Prag anreisen wollten. Auf Grund des tragischen Ereignisses wurde die WM in der tschechoslowakischen Hauptstadt abgesagt und erst ein Jahr später in Prag ausgetragen.

Von diesem Vorfall zeugen auch die zwei Sonderbriefmarken der Post.

                                                   Eiskunstlauf WM 1961 Prag (abgesagt) 10.2.61      Eiskunstlauf WM 1962 Prag (Neuansetzung) 5.2.62

Am 10.2.1961 hatte die Post der CSR eine Marke zum Ereignis herausgebracht (links). Nach der WM-Neuansetzung würdigte sie ein Jahr später am 5.2.1962 noch einmal die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft mit einer Sondermarke (rechts).

Für den USA-Eiskunstlaufsport war der Flugzeugabsturz von Brüssel ein schwerer Einschnitt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1960 war man die dominierende Eiskunstlaufnation in den Einzelkonkurrenzen gewesen. In der Herrenkonkurrenz gewannen Eiskunstläufer aus den USA von 1948 bis 1959 zwölfmal in Folge die Goldmedaille und von 1951 bis 1958 dazu auch die Silbermedaille, dreimal gab es gesamtamerikanische Podien.

Bei den Damen ging der Titel 1953 und von 1955 bis 1960 an US-Amerikanerinnen. Nach den Rücktritten von David Jenkins und Carol Heiss  sollte eigentlich eine neue Generation herangeführt werden, doch diese war durch den Absturz komplett ausgelöscht worden. Als Konsequenz wurden in den Folgejahren sehr junge Athleten, viel früher als üblich, zu Weltmeisterschaften geschickt. Die erste Medaille nach dem Unglück, eine Bronzene bei den Olympischen Spielen 1964, gewann Scott Allen  zwei Tage vor seinem 15. Geburtstag. Erst 1968, mit dem Olympiasieg von Peggy Fleming  und der Silbermedaille von Tim Wood  waren die USA wieder zu ihrer alten Dominanz zurückgekehrt.

(Autor: KJA)

 

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