„Olympische Nachlese“ – Großes Interesse an OSPC-Veranstaltung

Das war schon ein „Heimspiel“ der besonderen Art, das noch lange im Gedächtnis aller Beteiligten bleiben wird. Der Olympia-und Sportphilatelisten Club Berlin hatte am 3.März gemeinsam mit dem Bezirkssportbund Marzahn/Hellersdorf in seine Heimstatt, dem Sportmuseum in der Eisenacher Straße, zu einer „Olympischen Nachlese“ von den Winterspielen in Pyeongchang eingeladen.

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70 Gäste, darunter etliche Olympia-Medaillengewinner und Weltmeister von einst, sorgten nicht nur für ein volles Haus, sondern auch für interessante sportliche Erinnerungen.

Nach einem kurzen Film-Einspiel über das großartige Abschneiden des deutschen Teams bei den Winterspielen mit 14 mal Gold, 10 mal Silber und siebenmal Bronze, schilderte OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert seine persönlichen Olympia-Eindrücke.

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„Die Winterspiele in Pyeongchang werden mir in guter Erinnerung bleiben“, so Thomas Lippert, der bereits im vergangenen Jahr einen Sommerurlaub zum näheren Kennenlernen von Land und Leuten genutzt hatte. „Dadurch konnte ich mich diesmal von Anfang an voll auf das olympische Geschehen konzentrieren. Die Wettkampfstätten in Pyeonchang und Gangneung waren schon beeindruckend“, so der 69jährige, der neben seiner Tätigkeit im OSPC Berlin auch Vorsitzender der Internationalen Motivgruppen Olympiaden und Sport (IMOS) ist. Sein ausführlicher olympisch-philatelistischer Reisebericht ist demnächst in unserem OSPC-Journal 01/2018 zu finden.

Die „Olympische Nachlese“ befasste sich aber nicht nur mit den aktuellen Winterspielen, sondern blickte auch noch auf zwei historische Daten zurück: Die Olympischen Spiele 1968 in Grenoble und 1988 in Seoul.

Vor 30 Jahren waren die Südkoreaner schon einmal Gastgeber olympischer Wettbewerbe. Prof. Dr. Horst Röder, damals Chef de Mission der DDR-Mannschaft, erinnerte im Gespräch mit Moderator Klaus-Jürgen Alde an den erfolgreichen letzten olympischen Auftritt der DDR. Interessant seine Aussage, dass ein dritter Boykott nach Moskau und Los Angeles, den der „Bruderstaat“ Nordkorea von den sozialistischen Verbündeten gefordert hatte, das Ende des Leistungssports in der DDR bedeute hätte. „So gesehen gab es nie Zweifel an einem Start der DDR-Mannschaft in Südkorea, das sich bereits 1988 als sehr aufmerksamer und perfekter Gastgeber erwies“, so der heute 85jährige Horst Röder.

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DDR-Chef de Mission Prof. Röder 1988 im Olympischen Dorf von Seoul beim Fernsehinterview zum Abschluss der Spiele, bei denen die DDR 102 Medaillen, darunter 37 Goldene, geholt hatte. (Foto: privat)

 

Ein rundes Jubiläum feiern in diesem Jahr auch die Olympischen Winterspiele von 1968 in Grenoble. Zu den Gästen der OSPC-Veranstaltung zählte auch Dr. Thomas Köhler, der damals gemeinsam mit Klaus M. Bonsack Rodel-Olympiasieger im Doppel und Silbermedaillengewinner im Einzel geworden war. Thomas Köhler, der 1964 in Innsbruck zur olympischen Rodel-Premiere im Einsitzer bereits Gold geholt hatte, zählt mit zusätzlich drei WM-Titeln nach wie vor zu den erfolgreichsten Aktiven seiner Sportart.

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Mit Erstaunen registrierte auch er die bisherige deutsche Olympia-Bilanz im Rodeln. Von 1964 bis 2018 haben die Deutschen bei 15 Winterspielen sage und schreibe 80 Medaillen (33/24/23) gewonnen. Auf das „Erfolgsgeheimnis“ dieser Überlegenheit angesprochen, erinnerte der Rodelfachmann daran, dass sich Deutschland nicht nur vier Kunsteisbahnen in Altenberg, Oberhof, Winterberg und Königssee leistet, sondern in den dortigen Trainingszentren auch eine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit macht. Hinzu kommen die Erfahrungen vieler ehemaliger Spitzenrodler, die heute als Trainer beschäftigt sind.

Köhler erinnerte auch an den „Kufen-Skandal“ von Grenoble. 1968 waren die in Führung liegenden DDR-Rodlerinnen vor dem letzten Lauf wegen angeblich angewärmter Schlittenkufen disqualifiziert und damit um ihre Medaillenchancen gebracht worden. Neueste Erkenntnisse der Olympiahistoriker belegen, dass die Sportlerinnen einem politischen Komplott geopfert wurden. Zusätzliche Informationen dazu bei unserem übernächsten Treff am 5. Mai, wenn wir auf die Spiele von Grenoble und Mexiko zurückblicken, die vor 50 Jahren stattfanden. OSPC-Mitglied und Olympia-Experte Volker Kluge garantiert schon jetzt einen interessanten Vormittag im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf.

Als Gastgeber der unterhaltsamen „Olympia-Nachlese Pyeongchang“ hatte sich der OSPC Berlin eine Überraschung für alle Besucher ausgedacht. Eine Sonderpostkarte erinnerte nicht nur an die Winterspiele von 2018, sondern diente auch als „Unterlage“ für etliche Autogrammjäger, unter ihnen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Autographensammler e.V. aus Rathenow

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Neben Horst Röder und Doppel-Olympiasieger Thomas Köhler waren als Gäste im Publikum noch weitere prominente Sportlerinnen und Sportler, die sich zum Abschluss unserer Veranstaltung gern den Autogrammwünschen stellten:

Monika Zehrt, Doppel-Olympiasiegerin 1972 in München über 400m sowie mit der 4 mal 400 m Staffel;

Ilona Slupianek, Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1980 in Moskau;

Roswitha Krause, die 1968 in Mexiko als Schwimmerin Staffel-Silber gewann und danach als Handballerin 1976 und 80 mit der DDR-Mannschaft Silber und Bronze in Montreal und Moskau holen konnte;

Marita Bauerschmidt und Magdalena Schmitt, die 1968 Bronze mit der Mannschaft erturnten.

(Autor: KJA, Fotos: H.-J.Ostermann)

 

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