Sportliches im Zeichen des kanadischen „Maple Leaf“

Das Ahornblatt ist das Wahrzeichen Kanadas. Schließlich ist der Zucker-Ahorn einer der am weitesten verbreiteten Bäume des Landes. 131 Jahre hat es aber gedauert, ehe das „Maple Leaf“ zum nationalen Symbol erklärt wurde. Denn erst seit dem 15. Februar 1965 ziert das Blatt die neue Nationalflagge Kanadas.

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Das Rot des Blattes soll dabei an die Farben des Herbstes erinnern. Jetzt gibt es zum 150jährigen Jubiläum des Landes auch Briefmarken in Form eines Ahornblattes. 1867 war die Kanadische Konföderation von drei ehemals britischen Kolonien gegründet worden.

Der Kleinbogen und die zehn Marken, die die kanadische Post am 1.Juni 2017 heraus gegeben hatte, erinnern an „Momente aus den letzten 50 Jahren, die uns als Kanadier definieren“, wie es im Begleittext heißt. Dass sich unter diesen Momenten auch vier sportliche Motive befinden, macht das Ganze  für uns Sportphilatelisten interessant.

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So wird beispielweise an den „Marathon der Hoffnung“ und damit an das Schicksal des Leichtathleten Terry Fox erinnert.

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Die Marke zeigt Fox bei seinem Lauf im „Hoffnungs-T-Shirt“.

Aufgrund seiner zahlreichen sportlichen Aktivitäten und den damit verbundenen regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen diagnostizierte man bei ihm im Alter von 18 Jahren  Knochenkrebs. 1977 wurde sein rechtes Bein 15 Zentimeter über dem Knie amputiert. Ab dieser Zeit lief er mit einer Oberschenkelprothese. 

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Das Leiden anderer Krebspatienten, denen Terry Fox im Krankenhaus begegnet war, darunter viele Kinder, brachte ihn auf die Idee, durch Kanada zu laufen, um Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Sein Ziel war es dabei, täglich 42 km, die Strecke eines Marathons, zu bewältigen. Diesen Lauf nannte er Marathon of Hope (Marathon der Hoffnung). terry_fox_15

Nach 18 Monaten und über 5000 zur Vorbereitung gelaufenen Kilometern begann Terry Fox seinen Lauf am 12. April 1980 in St´Johns in Neufundland. Obwohl sein Marathon der Hoffnung zu Beginn nur geringe Beachtung fand und damit auch die gesammelten Beträge recht gering waren, gewann sein Engagement bald größere Aufmerksamkeit in den Medien und die Spenden stiegen.

Am 1. September 1980, nach 143 Tagen und 5373 gelaufenen Kilometern, waren seine Lungen so stark vom Krebs befallen, dass er gezwungen war, seinen Lauf vorzeitig zu beenden. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt nahe Thunder Bay in Ontario. Am 28. Juni 1981 starb Terry Fox im Alter von 22 Jahren an seiner Krankheit.

Fox ist für die Kanadier ein National-Held. Das bezeugen die vielen Auszeichnungen, die er noch im letzten Lebensjahr und postum nach seinem Tod erhalten hat. In den Rocky Mountains wurde ein Berg nach ihm benannt. In vielen Städten gibt es Denkmäler von ihm. Auf dem Bild links ist die Terry-Fox-Statue gegenüber dem Parliament Hill in Ottawa zu sehen.

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Ein Eisbrecher und ein Highway sowie Schulen tragen ebenfalls seinen Namen. 2005 zierte sein Konterfei die kanadische 1-Dollar-Münze.

Aber auch die kanadische Post würdigte den leider so früh verstorbenen kanadischen Leichtathleten. Am 13.4.1982 brachte sie diese Sondermarke heraus und brach damit erstmals die hausinterne Tradition, keine Gedenkmarken vor dem 10.Todestag des Geehrten zu verausgaben.

 

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Eine weitere Briefmarke ehrte Fox am 17.1.2000. Diese Sondermarke war Teil der „Millennium Collection“, einer Sammlung von einflussreichen und herausragenden Kanadiern. Auf dem Kleinbogen ist Fox auf der Marke unten links abgebildet.

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Sein Engagement für die Krebsforschung genießt auch heute noch große Aufmerksamkeit. In vielen Ländern der Welt werden jährlich Terry-Fox-Läufe veranstaltet. Weit über 700 Millionen Dollar hat die Terry-Fox-Foundation damit bisher für die Krebsforschung sammeln können!

Was wäre Kanada ohne Eishockey

 Eishockey ist wohl eines der beliebtesten Sportmotive der kanadischen Post. Ich habe bei stampworld.com 114 Ausgaben zwischen 1956 und 2017 gefunden. Die aktuellste stammt von der Ausgabe zum 150jährigen Nationaljubiläum und zeigt die Summit Series 1972. Hinter diesem Begriff verbarg sich der erste Wettbewerb zwischen professionellen sowjetischen und kanadischen Eishockey-Spielern, nachdem sich Kanada im Streit mit dem Weltverband IIHF aus allen internationalen Wettbewerben zurückgezogen hatte. Die Serie ging über acht Spiele, vier davon in Kanada (Montreal, Toronto, Winnipeg und Vancouver) sowie vier in der Sowjetunion, die alle in Moskau ausgetragen wurden.

 

Vor dem achten Spiel hatten beide Teams drei Siege, drei Niederlagen und ein Unentschieden. Jedoch hatte die Sowjetunion ein Tor mehr erzielt, so dass Kanada siegen musste. Am 28. September 1972 war es dann soweit. Nach dem ersten Drittel stand es 2:2, doch nach dem zweiten Drittel führte die Sowjetunion mit 5:3. Phil Esposito und Yvan Cournoyer  gelang im dritten Drittel der Anschluss- bzw. Ausgleichstreffer. 34 Sekunden vor Ende der Partie, erzielte Paul Henderson  den Siegtreffer für Kanada. Damit hatte Kanada in der Endabrechnung die Summit Series 1972 knapp für sich entschieden.

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Die Briefmarke zeigt den jubelnden Torschützen Paul Henderson.

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Dieses gerahmte Siegerbild zeigt die kanadische Mannschaft. Darunter die Autogramme der 36 Spieler des Teams Canada sowie zusätzlich die Unterschriften des Summit-Veranstalters, des Trainers und des damaligen kanadischen Premierministers Pierre Trudeau, des Vaters des heutigen Premiers Justin Trudeau. Bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen von Montreal wurde das siegreiche Team Canada am 1.10.1972 schon von 10-tausend Fans begeistert empfangen. Danach ging es weiter nach Toronto, wo eine Menge von 80-tausend Menschen ihre Eishockey-Helden begrüßte.

Olympisches Kanada

 Zu den unvergessenen Momenten nicht nur für die Kanadier zählen die drei Olympischen Spiele, die bislang in diesem Land ausgetragen wurden. Über das Philatelistische haben auch OSPC- und IMOS-Mitglieder in den vergangenen Jahren ausführlich berichtet. 1976 war Montreal Gastgeber für die Sommerspiele. Die Olympischen Winterspiele wurden 1988 in Calgary und 2010 in Vancouver veranstaltet.

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Diese Briefmarke zu den olympischen Momenten zeigt den triumphierenden Freestyle-Skifahrer Alexandre Bilodeau bei seinem Olympiasieg 2010 in Vancouver. Der damals 23jährige sorgte damit für die allererste kanadische Goldmedaille bei Olympischen Spielen im eigenen Land. Der mehrfache Buckelpisten-Weltmeister konnte 2014 in Sotschi seinen olympischen Erfolg wiederholen.

Aber auch die Paralympics, die zweimal 1976 und 2010 im Winter in Kanada stattfanden, wurden von der Post jetzt gewürdigt.

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Diese Ahorn-Briefmarke zeigt Skifahrerin Lauren Woolstencroft, die 2002 für die erste kanadische Goldmedaille bei Paralympics sorgte. Mittlerweile hat die 1981 in Calgary geborene Athletin acht paralympische Goldmedaillen geholt, fünf davon 2010 bei den Spielen in Vancouver. Woolstencroft, der seit ihrer Geburt die Extremitäten unterhalb der Knie fehlen, gehört damit zu den weltweit erfolgreichsten paralympischen Sportlern.

50 Jahre Formel-1 in Kanada

Bereits am 16.Mai 2017 hatte die kanadische Post die Sportphilatelisten mit einer anderen interessanten Gedenkausgabe zum 50. Jahrestag der Formel 1 in Kanada überrascht. Seit 1967 wird, mit Ausnahme in den Jahren 1975, 1987 und 2009, der Große Preis von Kanada als Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen.

Um dieses Jubiläum würdig zu feiern, veröffentlichte die kanadische Post das volle Programm mit FDC´s, Sondermarken und einem Kleinbogen mit Marken von fünf berühmten Fahrern aus verschiedenen Formel-1-Epochen.

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Die fünf Briefmarken zeigen Sir Jackie Stewart, Gilles Villeneuve, Ayrton Senna, Michael Schumacher und Lewis Hamilton. Die Risiken des Rennsports werden bei dieser Auswahl wieder einmal deutlich vor Augen geführt. Zwei der Fahrer – Villeneuve und Senna – sind bei Rennen tödlich verunglückt.

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Michael Schumacher, der vor kurzem in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen wurde, ist nach seinem schweren Ski-Unfall am 29.12.2013 bisher nicht wieder in ein normales öffentliches Leben zurückgekehrt. Er befindet sich immer noch in der medizinischen Rehabilitation. Die aktuelle kanadische Marke und der Ersttagsbrief mit Stempel, sozusagen ein philatelistisches Lebenszeichen, dürften nicht nur seine Fans begeistern.414046131Michael Schumacher startete von 1991 bis 2006 sowie von 2010 bis 2012 bei insgesamt 307 Großen Preisen der Formel-1-Weltmeisterschaft. Mit sieben Weltmeistertiteln, 91 Siegen, 68 Pole Positions  und 77 schnellsten Rennrunden  ist er der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte. Darüber hinaus stand er mit 155 Platzierungen unter den Top Drei am häufigsten auf dem Siegerpodest. Das FDC zeigt ihn nach einem seiner vielen Siege.

Von den fünf Rennfahrern auf den Marken ist nur noch Lewis Hamilton aktiv.414047131Der 32jährige Brite, der seit 2013 für den Mercedes-Rennstall fährt, ist dreifacher Weltmeister. Am 11.Juni 2017 feierte er zum 50jährigen Jubiläum des Großen Preises von Kanada in Montreal seinen 56. Sieg. Es war sein sechster Erfolg auf dem Circuit Gilles Villeneuve. Da er zudem die Pole Position erzielte, jede Runde geführt und die insgesamt schnellste Rennrunde zurückgelegt hatte, gelang ihm dieses Mal sogar ein „Grand Slam“!

Die Rennstrecke in Montreal ist seit dem 12.6.1982 nach dem Kanadier Gilles Villeneuve benannt, der fünf Wochen vorher beim Großen Preis von Belgien in Spa tödlich verunglückt war.  3956_Pane_x5_WT_02

 

 

 

 

(Autor: KJA)

 

 

 

 

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