Viel Kult um Ronaldo – Flughafen Madeira nach Fußball-Star umbenannt

Ihm sind bereits eine Statue, ein Museum und ein Platz gewidmet. Auch ein Hotel trägt seinen Namen. Man kann Cristiano Ronaldo auf seiner Geburtsinsel Madeira kaum entgehen. Nun trägt auch noch der Flughafen seinen Namen. Und bei dieser Gelegenheit gab die portugiesische Post gleich noch Briefmarken mit dem Antlitz des wohl berühmtesten Sohnes der Blumeninsel heraus.

                              Die linke Marke ist für die nationale Post, die rechte Marke für den internationalen Versand vorgesehen.

Der Flughafen Madeira gehört für Piloten zu den spektakulärsten der Welt. Er befindet sich an einer Steilküste der Insel, ein Teil der Landebahn ist auf Stelzen gebaut, die im Wasser stehen. Ein Flugzeug muss kurz vor der Landung eine enge Kurve fliegen, starker Wind macht das oft kompliziert. Seit über 50 Jahren hieß der Airport schlicht „Internationaler Flughafen Madeira“. Der neue Name seit dem 29.März 2017 lautet: ‚Internationaler Flughafen Madeira –- Cristiano Ronaldo‘. „Madeira ist damit weiterhin im Titel enthalten. Wir fügen nur den Namen Cristianos hinzu“, erklärt Eduardo Jesus, Regional-Sekretär für Tourismus auf Madeira.

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„Das ist für mich etwas sehr besonderes, ich fühle mich glücklich und geehrt“, sagte Cristiano Ronaldo. An der Zeremonie auf dem Flughafen in der Nähe der Inselhauptstadt Funchal nahmen auch Portugals Ministerpräsident António Costa und der Präsident des Landes Marcelo Rebelo de Sousa teil. Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Büste des Fußballers enthüllt und eine Ausstellung mit Ronaldo-Bildern von verschiedenen Künstlern eröffnet. In ihren Händen halten die hochrangigen Gäste der Flughafen-Umbenennung eine Karte der portugiesischen Post mit Ronaldo-Briefmarke, Sonderstempel und Autogrammen.

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Für die Regierung der Insel war spätestens im vergangenen Sommer klar, dass der Flughafen umbenannt werden muss, als die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft mit Ronaldo das EM-Finale gewonnen hatte. Die Umbenennung sollte bereits im vergangenen Dezember stattfinden. Ronaldo war aber leider verhindert.

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Block der portugiesischen Post nach dem Gewinn der Europameisterschaft 2016.

Einige Bewohner von Madeira hatten über eine Petition versucht zu verhindern, dass der Flughafen umbenannt wird.

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Der Flughafen von Madeira auf einem Briefmarkenblock der Portugiesischen Post aus dem Jahr 2000.

Doch nach Ansicht der Regionalregierung waren 2500 Unterschriften zu wenige, um das Projekt zu stoppen. Auch Vertreter der portugiesischen Zentralregierung hatten Zweifel geäußert, ob der Flughafen wirklich nach Cristiano Ronaldo benannt werden sollte. Der Chef der Regionalregierung, Miguel Albuquerque, verteidigt die Entscheidung: „Der Flughafen gehört der autonomen Region Madeira. Die Regierung Madeiras hat – und zwar zu Recht – beschlossen, einen großen Mann Madeiras, einen großen Athleten und Kapitän der Nationalmannschaft zu ehren.“

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Ronaldo und die portugiesische Nationalelf kommen nämlich gern auf die Insel – vor allem mit Pokal, wie nach dem EM-Gewinn.

Der Umbenennungs-Akt – Ronaldo ist der erste Sportler der Welt nach dem offiziell ein Flughafen benannt wurde – konnte auch durch die am Abend zuvor im Stadion von Marítimo auf Madeira im Testspiel gegen Schweden erlittene 2:3 Niederlage, nicht getrübt werden. Immerhin hatte Ronaldo das 1:0 erzielt und damit sein 71. Länderspieltor. Er ist jetzt der beste aktive Schütze unter den Top Ten der weltweiten Allzeit-Bestenliste.

Cristiano Ronaldo ist also die beste Werbung für Madeira. Seine Fans haben nun noch einen weiteren Grund auf die Insel zu reisen. Sie können nicht nur die Ronaldo-Statue, den Ronaldo-Platz und das CR7-Museum besuchen, im Ronaldo-Hotel übernachten, sondern sie sehen am Ronaldo-Flughafen nun schon bei der Landung ein Foto mit dem Gesicht ihres Stars. Es hängt außen am Terminal-Gebäude.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair grüßte zur Flughafen-Umbenennung sogar mit einem modifizierten Logo an einer ihrer Maschinen.

Das Ronaldo-Museum gibt es seit vier Jahren in Funchal. Darin befindet sich jetzt auch die Bronzestatue des aktuellen FIFA-Weltfußballers.

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Diese wurde im Sommer 2014 zunächst im Hafen enthüllt, im Frühjahr 2016 aber ins Museum verlegt, weil Lionel Messi- Fans sie mit dem Namen seines Dauer-Rivalen vom FC Barcelona verschmiert hatten.

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Die Bronzestatue mit der markanten „Beule“ im Schritt ist 3,40 Meter groß und sorgte bei ihrer Einweihung weltweit für teilweise spöttische Kommentare. Diese gab es nun aber auch über die auf dem Flughafen enthüllte Ronaldo-Büste.

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Cristiano Ronaldo ist längst zu einer Marke geworden. Mit über 200 Millionen Followern auf Facebook, Twitter und Instagramm ist er der mit Abstand populärste Sportler in den sozialen Medien. Sein Gesamtvermögen wurde 2015 auf 210 Millionen Euro geschätzt.
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Was 2006 als Modelabel „CR7“ – zusammengesetzt aus seinen Initialen und der Rückennummer- begann, baute Ronaldo inzwischen zu einer hochpreisigen Marke aus. U.a. investierte er weltweit in Hotels, auch auf seiner Heimatinsel, wo im Vorjahr in Funchal das erste Haus seiner CR7-Kette eröffnet wurde.

Ronaldo, der 1985 in Madeira geboren wurde, zählt nicht nur zu den reichsten Sportlern der Welt, sondern auch zu den wohltätigsten. Nach dem Champions-League-Triumph mit Real Madrid 2016 spendete er seine Siegprämie in Höhe von 600.000 Euro sozialen Zwecken.

Die „Marke Ronaldo“ ist auch sportphilatelistisch sehr interessant. Der mit 12 Jahren von Madeira als Jugendspieler zu Sporting Lissabon gewechselte Fußball-Star ist mittlerweile weltweit auf zahlreichen Belegen zu finden. A1At4PR8TDL._SL1500_

Mit 18 Jahren wurde er von Manchester United unter Vertrag genommen und entwickelte sich dort zu einem Weltklassefußballer. Zu Beginn seiner Karriere im rechten Mittelfeld eingesetzt, wechselte er später auf den linken Flügel und wurde einer der bedeutendsten Torjäger. Mit Manchester United gewann er u. a. drei nationale Meisterschaften in Folge und im Jahr 2008 die UEFA-Champions-League.

Nach seinem Transfer zu Real Madrid erzielte er bisher in über dreihundert Einsätzen durchschnittlich mehr als ein Tor pro Spiel, eine von Spielern einer europäischen Top-Liga im 21.Jahrhundert unerreichte Quote.

2014 und 2016 errang er mit den Madrilenen zwei weitere Champions-League-Titel. Darüber hinaus gewann Ronaldo viermal den Goldenen Schuh des Torschützen Europas und wurde mehrfach Torschützenkönig verschiedener Vereinswettbewerbe.

Dieser äthiopische Kleinbogen von 2016 ist ausschließlich dem Weltfußballer aus Portugal gewidmet.

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(Autor: KJA)

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