„Olympiamomente“ auf deutschen Sportbriefmarken 2019

Ab 2. Mai 2019 gibt es an den Postschaltern wieder drei Zuschlagsmarken zugunsten der Stiftung Deutsche Sporthilfe – diesmal mit legendären Olympiamomenten. Für uns Sportphilatelisten kein besonderer Grund zum Jubeln. Denn die Aufmachung erinnert stark an die Sporthilfemarken des vergangenen Jahres. Ein bisschen mehr Kreativität hatten wir eigentlich erwartet! Erneut zieren ausgesuchte Zitate von Sportreportern die Markenbilder, die diesmal stark „verpixelt“ daherkommen.

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Die erste Briefmarke im Wert von 70 + 30 Cent behandelt eine Episode von den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm, wo parallel zu den Sommerspielen in Melbourne die Reitsportwettweberbe ausgetragen wurden. Damals gewann der deutsche Springreiter Hans Günter Winkler seine erste olympische Goldmedaille – unter erschwerten Bedingungen.

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Im ersten Umlauf hatten Winkler und Halla gewohnt souverän begonnen, doch an Sprung 13 durchfuhr den Reiter plötzlich ein stechender Schmerz. Ein Muskel in der Leiste war gerissen, Winkler brachte den Umlauf zwar irgendwie zu Ende, aber der Traum vom Sieg war eigentlich dahin.

Winkler wurde mit Spritzen und mit Zäpfchen behandelt. „Alles, was schmerzstillend war, haben sie in mich hineingepumpt“, erzählte Winkler später in der „Welt am Sonntag“. Mit dem Ergebnis, dass er so sediert war, dass man ihn mit starkem Kaffee wieder einigermaßen wach machen musste. So ging es noch einmal in den Parcours.

Der Reiter konnte sich kaum im Sattel halten, das Pferd zu führen, war fast unmöglich, Winkler hing mehr auf dem Pferd, als dass er saß. Bei jedem Hindernis schrie er vor Schmerz. „Es war ein reines Martyrium“, sagte er. Halla und Winkler blieben als einziges Paar fehlerfrei.  Der junge und später legendäre Fernsehreporter Hans-Heinrich Isenbart jubelte: „Und Halla lacht, als wüsste sie genau, um was es geht.“ Gold für Winkler im Einzel, Gold für Deutschland mit Fritz Thiedemann und Alfons Lütke-Westhues in der Mannschaft.  Fortan galt die Stute als Wunderpferd.

Die zweite Zuschlagsmarke, im Wert von 85 + 40 Cent, erinnert an eine Begebenheit bei den Olympischen Winterspiele in Lake Placid 1980.

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„Wo ist Behle?“ Am 17. Februar 1980 stellt ZDF-Reporter Bruno Moravetz in Lake Placid diese Frage.

An jenem Tag war der 19-jährige Nachwuchslangläufer aus Willingen einer von vier bundesdeutschen Teilnehmern beim olympischen 15-Kilometer-Lauf. Mit einer frühen Startnummer ausgestattet stürmte der junge Mann bei der 5-Kilometer-Marke an die Spitze des Feldes. Das aber kann Moravetz nur auf der Liste der Zwischenzeiten erkennen. Weil die Fernsehkameras in den verschneiten Wäldern des Mount van Hoevenberg den jungen Behle nicht einfingen, rief der ZDF-Mann mit seiner tiefen Stimme immer wieder verzweifelt nach ihm.  Am Ende kam Behle als bester Mitteleuropäer sensationell auf den zwölften Platz. In einem Rennen, das auch aus einem anderen Grund in die Sportgeschichte eingegangen ist. Denn den Sieger Thomas Wassberg aus Schweden trennte damals vom Zweiten Juha Mieto (Finnland) nur eine Hundertstelsekunde – der Internationale Skiverband schaffte daraufhin die Messung in Hundertsteln beim Langlauf ab.

Die dritte Sondermarke erzählt von den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles 1984. Der Ausspruch „Flieg, Albatros, flieg!“ auf dem Wert zu 145 + 55 Cent bezieht sich auf den deutschen Schwimmer Michael Groß. Der machte seinem Namen mit einer Größe von über zwei Metern alle Ehre. Den Spitznamen „Albatros“, hatte er 1983 aufgrund der enormen Spannweite seiner Arme beim Schmetterlingsschwimmen von einem Reporter der französischen Sportzeitung L’Equipe bekommen.

RB_Neuheiten_Briefmarke_Legendaere_Olympiamomente_3Der Anfeuerungsruf auf der Briefmarke stammt von Jörg Wontorra. Über 200 Meter Schmetterling ging Groß, der zuvor überraschend Olympiasieger über 100 m geworden war, als Favorit ins Rennen und führte nach der letzten Wende das Feld an. Doch die Konkurrenz holte auf. „Flieg, Albatros, flieg…!“, feuerte ARD-Reporter Wontorra den Offenbacher an. Es reichte „nur“ zu Silber. Außenseiter John Siben aus Australien schnappte Groß Gold und den Weltrekord weg.

(Autor: KJA)

 

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Sind Olympische Spiele noch zeitgemäß? – Rekordbesuch bei OSPC-Veranstaltung am 6. April

Der Olympia-und Sport-Philatelisten-Club Berlin hatte wieder einmal gemeinsam mit dem Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf zu einer öffentlichen Klub-Veranstaltung eingeladen. Vortrag und Diskussion standen diesmal ganz im Zeichen der Gründung des Internationalen Olympischen Komitees vor 125 Jahren.  Das Publikumsinteresse war so groß, dass kaum die Stühle reichten. Rund 100 Gäste, unter ihnen viele ehemalige erfolgreiche Leistungssportler und Olympia-Teilnehmer, aber auch etliche OSPC-und IMOS Mitglieder waren an diesem frühlingshaften Samstagvormittag ins Sportmuseum gekommen. Am Ende der knapp zweistündigen sehr interessanten Veranstaltung stand die Erkenntnis, dass der friedliche olympische Wettstreit durchaus eine Zukunft hat.

OSPC-Mitglied Volker Kluge, einer der weltweit anerkanntesten Olympia-Experten und Autor unzähliger Olympia-Bücher, gab mit seinem  40-minütigen Vortrag die Einstimmung auf das Thema, das durchaus auch philatelistische  Bezüge hatte.

Die Ausgaben der französischen Post  von 1956  und 1994 würdigten Pierre de Coubertin und den 100. Gründungstag des IOC.

1894 war in Paris auf einem internationalen Sportkongress die Wiederaufnahme der Olympischen Spiele der Neuzeit beschlossen worden. Zwei Jahre später wurden die ersten Wettbewerbe in Athen ausgetragen. Zur Umsetzung und Verbreitung dieser Idee wurde am letzten Kongresstag das Comité International Olympique ins Leben gerufen. Deshalb wird der 23. Juni 1894 offiziell als Gründungsdatum des IOC angesehen. Eng verbunden ist dies alles mit dem französischen Baron Pierre de Coubertin, dessen olympische Visionen und Handlungen im Vortrag von Volker Kluge eindrucksvoll dargestellt wurden.

Abbildungen aus einem Artikel über das IOC-Jubiläum im „Journal of Olympic History“ (1/2019), dessen Chefredakteur Volker Kluge ist.

51 Olympische Spiele im Sommer und Winter sind in den vergangenen 125 Jahren unter Schirmherrschaft des IOC veranstaltet worden. Und weitere werden folgen. Noch lebt die olympische Idee, auch wenn sich kritische Stimmen häufen, die eine Begrenzung oder gar ein Ende des Gigantismus fordern.

Für die  anschließende Diskussion zum Thema „Sind Olympische Spiele noch zeitgemäß?“ sorgte eine bestens besetzte Vierer-Runde, die es gemeinsam auf bisher 60 Olympiateilnahmen gebracht hat. Allen voran OSPC-Mitglied Dr. Günter Heinze, der von 1981 bis 1992 IOC-Mitglied war und seitdem Ehrenmitglied des olympischen Führungszirkels ist. Briefmarke Günther Heinze - 1992

Der heute 95jährige war seit 1952 in Helsinki bei insgesamt 24 Olympischen Spielen mit dabei. Der OSPC Berlin hatte 2013 Dr. Günter Heinze zum 90. Geburtstag mit einer Marke Individuell geehrt.

Auf fünf Olympia-Teilnahmen brachte es Ehrengast Dr. Roland Matthes. Der vierfache Olympiasieger ist bis heute der erfolgreichste Rückenschwimmer aller Zeiten, war zwischen April 1967 und August 1974 sieben Jahre ungeschlagen.

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Der heutige Orthopäde war 1968 und 72 in Mexiko und München Doppel-Olympiasieger über 100 und 200 Meter Rücken geworden. Jeweils zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen  runden seine olympische Bilanz ab. Er schwamm 21 Welt- und 29 Europarekorde, war dreimal Weltmeister. Der Numisbrief würdigt ihn als Legende des deutschen Sports. Roland Matthes wurde 2006 als erster DDR-Sportler in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Die Diskussionsrunde komplettierten die OSPC-Mitglieder Volker Kluge, der 18 Mal von den Spielen als Journalist berichtet hat sowie Klaus-Jürgen Alde, der 13 Mal für den DDR- und ARD-Hörfunk bei Olympischen Spielen als Reporter tätig war und die Diskussionsrunde im Sportmuseum moderierte.

IMG_4097(v.l.n.r.) Volker Kluge, Dr. Günter Heinze, Dr. Roland Matthes, OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert, OSPC-Mitglied Dr. Christian Kunz und Klaus-Jürgen Alde nach der Veranstaltung bei der Überreichung eines philatelistischen Geschenks an Roland Matthes.

In einer lebhaften Diskussion ging es u.a. um aktuelle Tendenzen der olympischen Idee, den Stellenwert von Teilnahme und Erfolg im Leben eines Olympiasiegers, um die Wertschätzung des Sports durch die Gesellschaft, um die diplomatische Verhandlungskunst eines IOC-Mitgliedes, um Fernseh-Einschaltquoten beim Sport, um Defizite bei der Ausbildung von Nachwuchssportlern, um die Geldverteilung beim IOC, um die Lockerung des Werbeverbots für Olympiateilnehmer und natürlich auch um die Chancen einer erneuten deutsche Olympiabewerbung.

Matthes-Briefmarkenbogen

Der OSPC Berlin überraschte Roland Matthes mit einem Extra-Bogen mit 20 Briefmarken Individuell, die Stationen seiner sportlichen Laufbahn dokumentieren. 

Unsere Gäste im Sportmuseum erhielten eine Erinnerungskarte mit einem Foto von Roland Matthes und den entsprechenden Veranstaltungsdaten auf der Rückseite. Karten mit Original-Autogramm der Schwimm-Legende sowie „Matthes-Briefmarke“ mit Tagesstempel gingen inzwischen per Post an alle unsere OSPC-Mitglieder. 

 

(Autor: KJA – Fotos: HJO)

„Hinfallen ist keine Schande – nur liegenbleiben!“ Zum sportlichen Abschied von Ski-Rennläufer Felix Neureuther

Während Fußball-Stars wie Thomas Müller, Matts Hummels und Jerome Boateng von ihrem Bundestrainer überraschend und unwiderruflich aus der Nationalmannschaft wegen angeblicher Leistungsschwäche einfach mal so „zurückgetreten“ werden, hatte Deutschlands bekanntester alpiner Skirennläufer schon seit längerer Zeit selbst mit dem Gedanken des Abschieds vom Leistungssport gespielt. Im Rahmen des Saisonfinals in Soldeu (Andorra) am 17.März gab Felix Neureuther nun seinen endgültigen Rücktritt bekannt.

Philatelistisch wurde sein Karriereende eher zufällig von der Post Andorras gewürdigt, die anlässlich des Ski-Weltcup-Finals in Soldeu eine Sonderbriefmarke herausgegeben hatte. In Deutschland schaffte es Neureuther immerhin auf eine Briefmarke Individuell der Deutschen Post.

Mit insgesamt fünf WM-Medaillen, 13 Weltcup-Siegen in Slalom und Riesenslalom sowie 41 Weltcup- Podestplätzen geht der 34jährige als erfolgreichster deutscher Skirennfahrer in die Geschichte ein.

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Der Deutsche Skiverband würdigte Felix Neureuther nach seinem Karriereende ausführlich und emotional in einer Pressemitteilung, die zunächst an seine sportlichen Anfänge erinnerte:

Die Weltelite des alpinen Skirennsports kämpft 2003 im Schweizer Nobelskiort St. Moritz um WM-Medaillen. Gegen Ende der Veranstaltung betritt Felix Neureuther, 18 Jahre alt, Sohn der Skilegenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther das Teamhotel.  Ein erster Auftritt, der die Taktung für die folgenden 16 Profijahre vorgibt: „Gefällt mir gut hier. Am Eingang habe ich gleich zwei super Hasen gesehen.“  Ein lockerer Spruch, der das Eis zwischen Sportler und Öffentlichkeit bricht. Zwei Tage später legt der Youngster sportlich nach, mit ihm wird zu rechnen sein: Laufbestzeit im zweiten Durchgang des WM-Slaloms, das erste große Rennen auf Platz 15 beendet – Respekt!

Von dem Moment an, da Felix Neureuther die internationale Bühne des Skirennsports betreten hat, ist klar, der junge Mann hat Talent, Charme und Witz. Er kann gut Skifahren und ist schlagfertig. Die Erwartungshaltung, nach Wasmeier, Bittner und Wörndl in Deutschland einen neuen Ski-Star bejubeln zu können, steigt vom ersten Tag an. Felix aber fällt in den ersten Jahren eher als rasanter Teilzeitengewinner auf, der nach Einfädlern oft nicht ins Ziel kommt.

Der junge Neureuther muss einem inneren und äußeren Erwartungsdruck gerecht werden, sich dabei auch von den Ski-Erfolgen seiner Eltern freifahren. Das ein oder andere Mal scheint das nicht zu gelingen. Seine Art und sein unglaubliches Bewegungstalent reichen erst einmal nicht aus, um sich in der absoluten Weltspitze zu etablieren. „Der Sohn von …“ wird kritisiert und muss schnell lernen, wie es sich anfühlt, öffentlich auch am Pranger zu stehen.

Es gibt Tage, da möchte Felix die Ski in die Ecke stellen. Doch nach und nach stellen sich die ersehnten Erfolge ein. Sie nehmen den Druck und motivieren weiter, das zu tun, was Felix am meisten Spaß macht: Skirennen fahren.

2005 gewinnt er in Bormio die erste von fünf WM-Medaillen, Gold bei der Premiere des Teamwettbewerbs. 2010 folgen Weltcup-Siege. Felix holt sich seine erste Gams in Kitzbühel und jubelt nicht weniger emotional mit seinen Heimfans über den Slalomsieg am Gudiberg. Fortan ist der smarte, lässige Ski-Held aus Garmisch-Partenkirchen das personifizierte Versprechen für die für Ski-Deutschland so wichtige Heim-WM nur ein Jahr später an selber Stelle.

 

Gruppenbild3Philatelistischer Auftritt: 

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Hartmut Koschyk, stellte 2011 die WM-Briefmarke und die Münze in Garmisch-Partenkirchen der Öffentlichkeit vor.

Ein Album mit Erstdrucken des Sonderpostwertzeichens und die Gedenkmünze überreichte er dabei u.a. auch an Christian Neureuter (ganz links, daneben Sohn Felix) sowie an Rosi Mittermaier (ganz rechts).

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Aber das erhoffte Freudenfest ist für Felix ein Tiefschlag: Nullnummer bei der Heim-WM, einer der bittersten Momente in seiner Karriere. „Ich wollte mich abschirmen, nur auf die Rennen konzentrieren und verkrampfte dabei total.“ Felix fehlt das, was ihn bisher stark gemacht hatte: mit Leichtigkeit, Cleverness, Urvertrauen in das eigene Tun und aus einer Freude heraus zu agieren. Daraus lernt er. Alles in seinem bisherigen Rennfahrerleben wird auf den Prüfstand gestellt. Am Ende steht der Entschluss, Felix fährt weiter. Professioneller und fokussierter. Aus Felix wird der erfolgreichste deutsche Skirennfahrer – dessen Eltern auch berühmte Skifahrer waren.

Mutter Rosi Mittermeier auf einer Briefmarke Individuell anlässlich ihrer Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports. Paraguay würdigte auf einer Marke ihre Erfolge von 1976.

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Exklusiver Gedenk-Briefmarken-Block „Olympische Winterspiele Innsbruck 1976″ – verausgabt von der Postverwaltung Zentralafrikas mit Original-Autogramm von Rosi Mittermaier! Ihre sportlichen Erfolge, ihre bayrische Herzlichkeit und ihr unkompliziertes Auftreten machten Rosi Mittermaier zu einer der populärsten Skirennläuferinnen aller Zeiten. 
Seit den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck, bei denen sie u.a. Gold in der Abfahrt und im Slalom gewann, ist sie für alle Welt die „Gold-Rosi“! Ehemann und Slalom-Spezialist Christian Neureuther ist sportphilatelistisch noch „unbeleckt“, wurde 2017 aber von der Stiftung Deutsche Sporthilfe mit der Goldenen Sportpyramide für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

 2013 gewinnt Felix Neureuther mit Silber im Slalom seine erste WM-Einzelmedaille in Schladming und feiert darüber hinaus drei Weltcup-Siege im Slalom. Im Winter 2013/14 bescherte er dem DSV außerdem den historischen Riesenslalomsieg in Adelboden. Felix´ Bilanz: 13 Weltcup-Siege, 47 Weltcup-Podestplatzierungen, fünf WM-Medaillen, davon drei bei drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften, nach Silber in Schladming folgen Bronze in Vail und St. Moritz.

 Zur Kehrseite der Erfolge gehört Felix´ Krankenakte, allzu oft verletzte er sich zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten: in Top-Form unmittelbar vor Großereignissen. Neureuther war auch der Rücken, Nacken oder das Knie der Nation, machte auch mit HWS-Trauma und lädiertem Bandscheiben Schlagzeilen: „Hinfallen ist keine Schande, nur liegenbleiben. Jammern gibt’s nicht.“ Felix suchte bei sportlichen Misserfolgen nicht nach Ausreden und akzeptierte Erfolge der Konkurrenz neidlos. An Jahrhundertskifahrer Marcel Hirscher musste auch er sich die Zähne ausbeißen: „Ich bin Marcel dankbar, dass er mit seinen Leistungen die Latte so hoch gelegt hat, durch ihn hatte ich die Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln, noch besser zu werden.“

 Vielleicht firmiert Felix deshalb in Österreich, Südtirol und der Schweiz als „Lieblingsdeutscher“. Egal wo und mit welcher Zeit er durchs Ziel fährt – die Fans lassen ihn hochleben. Beim Night Race in Schladming feierten ihn 50.000 Fans als Achter wie einen Sieger. Österreichische Fans, bei einem Rennen in Österreich! Felix hat sich mit seinen Erfolgen und seiner Art bei der Konkurrenz Respekt erarbeitet und neben Freundschaften auch eine Fangemeinde über den Wintersport hinaus erschlossen. Er zählt zu den bekanntesten Sportlern in Deutschland und gilt als jemand, der für seine Überzeugungen einsteht.

 Er hat sich in die Herzen der Menschen gefahren. Auch oder gerade weil er neben der Piste für Gesprächsstoff sorgt, mit gehaltvollen und klaren Aussagen. Felix bezieht Standpunkte, wenn es um die Entwicklung der Olympischen Spiele oder andere sportpolitische oder gesellschaftlich relevante Themen geht. Ein weiteres Talent: Felix, der Schauspieler. Neureuther nutzt die Sozialen Medien auf eigene Art und Weise. Er pfeift auf regelmäßige Posts, setzt Dinge, treffsicher im Zeitgeist, nur ab, wenn ihm danach ist. Wirklich nutzt er seine Popularität für andere Dinge. Wichtig ist ihm, sich für andere Menschen zu engagieren: mit dem DSV-Felix-Neureuther-Race-Camp oder seiner Stiftung Beweg dich Schlau. Felix möchte Kinder in die Bewegung bringen. Weil Sport bei der Charakterbildung wichtig sein kann. Dafür steht der Sohn von Mittermaier und Neureuther nun mal.“

(Quelle: DSV-Pressemitteilung)

Und er freut sich nun auf mehr Zeit mit seiner Familie. Felix-und-Miriam-NeureutherSeit Sommer 2013 ist Felix Neureuther mit der ehemaligen Skilangläuferin und Biathletin Miriam Gössner  liiert.

Am 14. Oktober 2017 kam ihre gemeinsame Tochter auf die Welt. Seit dem 27. Dezember 2017 sind die beiden miteinander verheiratet.

 

 

 

 

(Autor: KJA)

Katastrophen und Tragödien – auch ein Thema für die Sportphilatelie

Manchmal gibt es wirklich merkwürdige Zufälle. Am 21. Januar 2019 verschwand auf der Strecke vom französischen Nantes ins walisische Cardiff ein Kleinflugzeug über dem Ärmelkanal plötzlich vom Radar und war zunächst verschollen. An Bord befand sich der 28jährige argentinische Fußballer Emiliano Sala, der auf dem Weg zu seinem neuen Klub Cardiff City war. In zuvor 120 Spielen für den FC Nantes hatte der Stürmer 42 Tore erzielt. Cardiff soll für ihn die vereinsinterne Rekordsumme von rund 17 Millionen Euro bezahlt haben. Emiliano Sala vermisst APA:AFP                             

Emiliano Sala – „Gardons Espoir“ Lasst uns weiter hoffen! Am 7. Februar starb auch diese Hoffnung. Die Leiche des Fußballers konnte aus dem Wrack des in den Ärmelkanal abgestürzten Flugzeuges geborgen und identifiziert werden. Die Familie und die Fußball-Welt trauert. (Foto: AFP)

Trauer in Turin

Fünf Tage nach dem Flugzeugabsturz mit Emiliano Sala an Bord erschien in Italien eine Briefmarke, die an den Fußballer Valentino Mazzola erinnert, den vor siebzig Jahren ein ähnliches Schicksal ereilt hatte.

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In Deutschland werden ihn nur noch wenige Fußball-Fachleute kennen, in Italien aber ist er nach wie vor eine Legende. Valentino Mazzola war der große Star der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und wird noch heute als einer der bedeutendsten Fußballer des Landes verehrt. Auch von der italienischen Post, die ihn am 26. Januar 2019 bereits zum dritten Mal mit einer Briefmarke würdigte. Als Kapitän und Herzstück des Grande Torino, der legendären Erfolgsmannschaft des AC Turin, gewann Mazzola fünf italienische Meisterschaften und einmal den Pokal. Der Dreißigjährige, der auch in der National-Elf glänzte und eine ganz große Fußballer-Zukunft vor sich hatte, war am 4. Mai 1949 mit einem Großteil seiner Turiner Mannschaftskameraden bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

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Die aktuelle Briefmarke erschien am 26.1.2019 anlässlich des 100. Geburtstages von Valentino Mazzola im Rahmen der Themenserie „Lo Sport“ in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren. Dazu gab es einen FDC mit Ersttagsstempel.

Die erste Ausgabe zur „Turiner Katastrophe“ veröffentlichte die Post 1999 zum fünfzigsten Jahrestag des Flugzeugabsturzes . Die 800-Lire-Marke zeigte ein „Phantombild“ der verunglückten Elf. Die 900-Lire-Marke erinnerte an die Namen der Opfer des AC Turin. Die 0,65 €-Marke wurde Mazzola 2009 im Rahmen eines Philatelie-Festivals zum Internationalen Sporttag gewidmet.

In den sechs Jahren vor dem Unglück von Superga verlor der AC Turin keines seiner 93 Heimspiele. 1947 wurden für ein Länderspiel gegen Ungarn  zehn Spieler des AC Turin, dem Heimatverein von Nationaltrainer Vittorio Pozzo  aufgestellt. Die Turiner spielten schon damals attraktiven Angriffsfußball. Aus einer sicheren Abwehr wurde das Mittelfeld schnell überbrückt und durch einen starken Angriff viele Tore erzielt. So kam es dazu, dass die Spieler um Kapitän Valentino Mazzola in der Saison 1947/48  in 40 Spielen 125 Tore schossen. unnamedIn der darauffolgenden Saison sicherte sich die Mannschaft durch ein 1:1 gegen Bari bereits fünf Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft, was den Präsidenten dazu veranlasste, ein Freundschaftsspiel in Lissabon  zu vereinbaren.

Der Heimflug von diesem Spiel startete in Lissabon um 09:52 Uhr Ortszeit. Nach einer Zwischenlandung zum Auftanken in Barcelona wurde der Flug nach Turin fortgesetzt. Das Wetter im Großraum Turin war schlecht Im Bereich des 675 m hohen Hügels von Superga kurz vor dem Flughafen herrschte dichter Nebel  bei einer Sichtweite von nur 40 m. Während des Sinkflugs kollidierte die Fiat G.212 gegen 17:05 Uhr mit der Basilika von Superga auf der Spitze des Hügels. Alle 31 Passagiere fanden den Tod. Für den Absturz wurden neben den schlechten Wetterbedingungen eine mangelhafte Flugfunk-Ausstattung und Fehler in der Flugnavigation verantwortlich gemacht.

Die Spieler des Grande Torino wurden in Italien schon zu Lebzeiten als Nationalhelden verehrt. Der Trauerzug durch Turin wurde laut Berichten aus der damaligen Zeit von etwa einer halben Million Menschen begleitet. Nach dieser Tragödie konnte der AC Turin nie wieder an die erfolgreichen Zeiten von einst anknüpfen.

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Das fußballerische Erbe von Valentino Mazzola setzte aber sein ältester Sohn Alessandro fort. Sandro, wie er von allen nur genannt wird, war zum Zeitpunkt des Flugzeugabsturzes und des Todes seines Vaters erst sechs Jahre alt. (s. Foto links auf FDC)  Während seiner aktiven Karriere spielte er ausschließlich für Inter Mailand  und war Mitglied der Mannschaft, die als „La grande Inter“ Mitte der 1960er Jahre zahlreiche Titel gewinnen konnte. Noch heute gilt er als einer der besten Spieler des Vereins, für den er in insgesamt 565 Pflichtspielen 158 Tore erzielte.

Für die italienische Nationalmannschaft bestritt Mazzola 70 Länderspiele und erzielte insgesamt 22 Tore. 1968 wurde er mit Italien Europameister.

Die Post von Ajman brachte aus diesem Anlass für jedes Mitglied des italienischen Europameisters einen Sonderblock und eine Marke heraus, natürlich auch für Sandro Mazzola.

Sportphilatelistisch gesehen gibt es neben den italienischen Marken von 1999 mit den  Turiner Opfer noch eine Briefmarke, die einen direkten Bezug zu einer ähnlichen Flugzeugkatastrophe herstellt, bei der berühmte Fußballer ums Leben kamen.

Unglück von München

2008 erinnerte die irische Post an das Flugzeugunglück von München, bei dem am 6. Februar 1958 acht Fußballer von Manchester United, unter ihnen der 22jährige irische Halbstürmer „Billy“ Liam Whelan, ums Leben kamen. Auf der Briefmarke ist neben dem Porträt von Whelan eine Wanduhr im Stadion „Old Trafford“ in Manchester zu sehen, die noch heute den genauen Zeitpunkt des Flugzeugunglücks anzeigt.

An diesem Tag landete die Mannschaft von Manchester United mit einer zweimotorigen Propeller-Maschine vom Typ „Elizabethan“ in München-Riem. Die „Busby Babes“, wie das junge Team nach dem schottischen Trainer Matt Busby genannt wurde, war guter Dinge. Am Vorabend hatte es gegen „Roter Stern Belgrad“ gespielt und durch ein 3:3 das Halbfinale des Europapokals erreicht.

An jenem denkwürdigen Februartag herrschten in München schwierige Wetterverhältnisse mit Schnee, Eis und Nebel. Als die Maschine nach der geglückten Zwischenlandung mit aufgefüllten Tanks zum Weiterflug auf die Startbahn rollte, begannen die Probleme. Zwei Startversuche mussten abgebrochen werden. Der dritte endete in einer Katastrophe. 23 Passagiere verloren in den Trümmern ihr Leben; darunter acht hoffnungsvolle Spieler von Manchester United.

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Geoff Bent, Roger Byrne, Eddie Colman, Duncan Edwards, Mark Jones, David Pegg, Tommy Taylor und Billy Whelan kamen bei dem Unglück ums Leben. Johnny Berry und Jackie Blanchflower mussten wegen ihrer schweren Verletzungen die Karriere beenden. Die Vereinsführung stellte mit Ersatz- und Jugendspielern eine neue Mannschaft zusammen, die bis zum Ende der Saison nur ein Spiel gewinnen konnte und damit alle Titelchancen verlor. Auch im Finale des Ligapokals blieb sie nur zweiter Sieger.

Unter den Opfern befand sich mit Duncan Edwards einer der talentiertesten englischen Spieler aller Zeiten. Der 21jährige war schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, wo er am 21. Februar 1958 verstarb. 51mKZIdFTvL._SX425_

Noch heute streiten sich Experten darüber, ob Edwards das Potenzial gehabt hätte, heute in einer Reihe mit Pele, Beckenbauer, Maradona oder Cruyff genannt zu werden. Die britische Post setzte Duncan Edwards am 14. Mai 1996 ein philatelistisches Denkmal innerhalb einer Fünfer-Serie unter dem Titel „Britische Legenden des Fußballs“.

Die „Busby Babes“ gab es nicht mehr. Trainer Matt Busby lag wochenlang im Klinikum Rechts der Isar. Er brauchte zehn Jahre, um ein neues, erfolgreiches Team aufzubauen, das 1968 den Europapokal holte. Wie Phönix aus der Asche wurde Manchester United zu einem Synonym für den Sieg über ein grausames Schicksal, das „Munich“ hieß. Bis heute werden United-Fans aber als „Munichs“ verspottet – und gegnerische Fans setzen mit ausgestreckten Armen zum Sturzflug an, wenn ihre Mannschaft ein Tor erzielt hat.

„Fußball-Fans“ können manchmal nicht nur dumm, sondern auch noch grausam sein!

Hoeneß im Glück

Am 17. Februar 1982 überlebte der damals 30-Jährige Münchner Fußballer Uli Hoeneß den nächtlichen Absturz eines zweimotorigen Propellerflugzeuges vom Typ Piper PA-34 Seneca   Gemeinsam mit drei Freunden, darunter dem Piloten und früheren Skirennläufer Wolfgang Junginger, war er auf dem Weg von München nach Hannover zu einem Länderspiel gegen Portugal.

Kurz nach 20 Uhr stürzte das Flugzeug vor der beabsichtigten Landung in Hannover im Schwarzen Moor bei Resse und Heitlingen ab. Rund eine Stunde später fand ein Förster Hoeneß, der unter Schock stehend orientierungslos und blutüberströmt durch den Wald kroch. Hoeneß war der einzige Überlebende. Experten kamen später zu dem Schluss, Hoeneß’ Sitzplatz hinten rechts im Flugzeug habe ihm das Leben gerettet – und die Tatsache, dass er nicht angeschnallt und aus dem Flugzeug geschleudert worden war. Dabei zog er sich Brüche von Arm und Knöchel und eine Gehirnerschütterung zu.

Seine weitere Geschichte ist bekannt. Der ehemalige Welt-und Europameister war von 2009 bis 2014 Präsident des FC Bayern München. Nach Verbüßung einer Freiheitstrafe wegen Steuerhinterziehung wurde Hoeneß am 25. November 2016 erneut zum Präsidenten des deutschen Rekordmeisters gewählt.

Philatelistisch gesehen gehört Uli Hoeneß zu den wenigen Deutschen, denen die Post bereits zu Lebzeiten ein „Denkmal“ gesetzt hatte.DBP_1974_812_Fußball-Weltmeisterschaft

Am 15. Mai 1974 zierte Uli Hoeneß eine Sondermarke anlässlich zur Fußball WM in Deutschland. Da bis 1977 in Deutschland traditionsgemäß lebende Persönlichkeiten, die Bundespräsidenten ausgenommen, nicht auf Briefmarken abgebildet werden durften, musste der Münchner Nationalspieler leicht verfremdet dargestellt werden. Für alle Fußballfans war der gelockte Blondschopf in seiner typischen Spielweise aber sofort erkennbar.

Immer wieder Sportler unter den Opfern bei Flugzeugkatastrophen

Oktober 2018: Leicester Citys Klub-Chef Vichai Srivaddhanaprabha kommt bei einem Hubschrauber-Absturz in unmittelbarer Nähe des Stadions ums Leben. Vier weitere Insassen werden beim Absturz getötet.

 November 2016: Bei einem Flugzeugabsturz wegen Treibstoffmangels im Nordwesten Kolumbiens starben 71 Menschen. Unter den 77 Passagieren waren auch die Spieler und Offiziellen des brasilianischen Erstliga-Fußballteam Chapecoense, das sich auf dem Weg zum Pokal-Finale der Copa Sudamericana gegen Atletico Nacional Medellin befand.

Nur drei Spieler der Mannschaft überlebten verletzt den Absturz. Medellin überließ nach der Tragödie „Chapé“ den Titel des Südamerika-Meisters 2016.

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Philatelistisch wurde der posthume Titelgewinn am 25.1.2017 auf einer Personalisierten Privat-Post-Briefmarke in vier verschiedenen Varianten ohne Wertangabe gewürdigt

Die Trauerfeier fand am 3. Dezember 2016 in der Arena Condá statt. Staatspräsident Temer  und der FIFA-Präsident Infantino nahmen neben 20.000 Trauergästen teil, um sich von den 50 Vereinsmitgliedern zu verabschieden, deren Särge zunächst in offenen LKWs zum Stadion gefahren und dann von Soldaten des brasilianischen Militärs hineingetragen wurden. Seither ehren die Fans die 71 Opfer der Flugzeugkatastrophe in der 71. Minute jedes Heimspiels mit dem Ruf „Vamos, vamos, Chapé!“- was in portugiesisch soviel wie „Komm schon, Chapecoense“ bedeutet. 630x356

Das Pokalfinale wurde abgesagt. Dennoch war das Stadion in Medellín bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Anhänger von Atlético Nacional sangen die Vereinshymne Sempre Chapecó (Für immer Chapecó) von Chapecoense. „Es waren 90 Minuten Fußballstimmung, ohne dass ein Ball rollte, vielleicht einer der größten Momente der jüngeren Sportgeschichte.“

September 2011: Eine Maschine mit dem russischen KHL-Liga-Team von Lokomotive Jaroslawl stürzt nach dem Start ab. Die Mannschaft war auf dem Weg zum ersten Saisonspiel nach Weißrussland. 44 Menschen starben, darunter das komplette Eishockey-Team, unter anderem auch der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich.2-format2020

April 1993: Auf dem Flug zu einem WM-Qualifikationsspiel im Senegal kommen 18 Stammspieler der Fußball-Nationalmannschaft von Sambia ums Leben. Die Militärmaschine stürzte ins Meer. 35.000 Sambier im Stadion und mehr als 100.000 außerhalb in Lusaka nehmen an der Trauerfeier teil. Anschließend wurden die Opfer einige hundert Meter nördlich des Nationalstadions beigesetzt. Lusaka_Heroes_Acre_-_overviewDie Stätte ist seither als Heroes‘ Acre bekannt. Die 30 Gräber sind dort in einem Halbkreis angeordnet, in der Mitte des Platzes befindet sich ein Denkmal.

 Juni 1989: Eine DC-8 der surinamischen Gesellschaft SLM streift beim Landeanflug auf Paramaribo einen Baum und zerschellt. Unter den 174 Toten sind 16 in den Niederlanden arbeitende Profifußballer, die in ihrer Heimat Wohltätigkeitsspiele bestreiten wollten.

Dezember 1987: Ein Flugzeug der peruanischen Marine stürzt vor der Küste von Lima ins Meer. Unter den 43 Todesopfern sind 16 Spieler der Fußballmannschaft Alianza Lima, davon vier Nationalspieler.

August 1979: 14 Spieler und drei Betreuer des usbekischen Fußballclubs Pachtakor Taschkent sterben bei einem Unglück über der Ukraine. Zwei sowjetische Maschinen waren zusammengestoßen.

Oktober 1972: Eine Maschine der uruguayischen Luftwaffe prallt in den chilenischen Anden gegen einen Berg. An Bord ist auch eine 40-köpfige Rugby-Mannschaft aus Montevideo. Erst zehn Wochen später werden 16 Menschen gerettet. Sie mussten teilweise bei minus 30 Grad in 3800 Metern Höhe am Berg ausharren. Um nicht zu verhungern, kam es zu Kannibalismus. Zwei Rugby-Spieler holten zu Fuß Hilfe.

Januar 1966: Sieben junge Schwimmer der italienischen Nationalmannschaft kommen bei Bremen ums Leben als eine Propellermaschine der Lufthansa nach einem abgebrochenen Landeversuch abstürzt. Die Sportler waren mit ihrem Mannschaftsbegleiter auf dem Weg zum 10. Internationalen Bremer Schwimmfest.

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Ein Gedenkstein steht seit 1991 im Park Links der Weser. Das italienische Olympische Komitee und der italienische Schwimmverband hatten es zunächst in Flughafennähe aufgestellt. „In Italien hat die Erinnerung an die Ereignisse des 28. Januar 1966 bis heute eine große Bedeutung“, sagte Italiens Generalkonsul Flavio Rodilosso 2016 zum 50. Jahrestag des Unglücks.

Februar 1961: Eine Boeing 707 der belgischen Fluggesellschaft Sabena stürzte am 15.2. im Landeanflug auf Brüssel  auf einen Acker. Alle 61 Fluggäste, die 11 Besatzungsmitglieder sowie ein Landwirt am Boden kamen ums Leben. Unter den Opfern befand sich das gesamte 18-köpfige Eiskunstlauf-Nationalteam der USA und weitere 16 Offizielle, die zur Weltmeisterschaft in Prag anreisen wollten. Auf Grund des tragischen Ereignisses wurde die WM in der tschechoslowakischen Hauptstadt abgesagt und erst ein Jahr später in Prag ausgetragen.

Von diesem Vorfall zeugen auch die zwei Sonderbriefmarken der Post.

                                                   Eiskunstlauf WM 1961 Prag (abgesagt) 10.2.61      Eiskunstlauf WM 1962 Prag (Neuansetzung) 5.2.62

Am 10.2.1961 hatte die Post der CSR eine Marke zum Ereignis herausgebracht (links). Nach der WM-Neuansetzung würdigte sie ein Jahr später am 5.2.1962 noch einmal die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft mit einer Sondermarke (rechts).

Für den USA-Eiskunstlaufsport war der Flugzeugabsturz von Brüssel ein schwerer Einschnitt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1960 war man die dominierende Eiskunstlaufnation in den Einzelkonkurrenzen gewesen. In der Herrenkonkurrenz gewannen Eiskunstläufer aus den USA von 1948 bis 1959 zwölfmal in Folge die Goldmedaille und von 1951 bis 1958 dazu auch die Silbermedaille, dreimal gab es gesamtamerikanische Podien.

Bei den Damen ging der Titel 1953 und von 1955 bis 1960 an US-Amerikanerinnen. Nach den Rücktritten von David Jenkins und Carol Heiss  sollte eigentlich eine neue Generation herangeführt werden, doch diese war durch den Absturz komplett ausgelöscht worden. Als Konsequenz wurden in den Folgejahren sehr junge Athleten, viel früher als üblich, zu Weltmeisterschaften geschickt. Die erste Medaille nach dem Unglück, eine Bronzene bei den Olympischen Spielen 1964, gewann Scott Allen  zwei Tage vor seinem 15. Geburtstag. Erst 1968, mit dem Olympiasieg von Peggy Fleming  und der Silbermedaille von Tim Wood  waren die USA wieder zu ihrer alten Dominanz zurückgekehrt.

(Autor: KJA)

 

Auch ohne Olympia und Fußball-Männer-WM – das Sportjahr 2019 wird trotzdem spannend

Die ganz großen Sport-Höhepunkte fehlen zwar in diesem Jahr. Jedoch eine Fülle vieler anderer interessanter Ereignisse wird uns sportlich und hoffentlich auch philatelistisch entschädigen. Und wem das nicht reicht, der kann sich ja schon mal auf das Jahr 2020 freuen, in dem es wieder Olympische Sommerspiele, diesmal in Tokio, geben wird.

Hier ein ausgewählter Überblick der wichtigsten Sportereignisse 2019. Weitere Termine finden Sie in unserer Rubrik „Sporttermine 2019“.

Handball-WM der Männer: 10.- 27. Januar in Deutschland und Dänemark

Die Pläne sind eindeutig: Bei der Heim-WM will die deutsche Handball- Nationalmannschaft am liebsten das Wintermärchen von 2007 wiederholen, als sie Weltmeister wurde. Im Finale wurde damals Polen mit 29:24 bezwungen. Deutschland war im Handballfieber und feierte zum WM-Song von den Höhnern „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ den Titel. Dazu gab es eine Vielzahl philatelistischer Belege.

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In diesem Jahr teilen sich erstmals zwei Handballverbände die WM-Organisation. Das Eröffnungsspiel findet am 10.1. in Berlin statt, das Finale wird am 27.1. in Kopenhagen ausgetragen.

Doch zum engsten Favoritenkreis zählt das Team von Bundestrainer Christian Prokop diesmal nicht – die WM 2017 und die EM 2018 wurden nur jeweils auf Platz neun beendet.

Einer der deutschen Vorrundengegner in Berlin ist Südkorea, das diesmal als koreanische Auswahl antritt. Vier der Spieler kommen aus dem Norden – ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Nord – und Südkorea, die vor einem Jahr mit dem Auftritt eines gemeinsamen Frauen- Eishockeyteams bei den Olympischen Spielen in PyeongChang begonnen hat.

Zu den philatelistischen Sensationen zählen sicher diese  aktuellen Marken, die den Normalisierungsprozess zwischen den beiden koreanischen Staaten unterstreichen.

Südkorea veröffentlichte eine Marke vom Gipfel-Treffen zwischen Nordkoreas Führer Kim Jong Un und Südkoreas Präsidenten Moon am 19.9.2018 in Pjöngjang. Kurz darauf gab die nordkoreanische Post eine Sondermarke mit dem Titel „Wir sind eins“ heraus. Das es einmal zu diesen Motiven kommt, hat wohl kaum jemand vorhersagen können.

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Nordische Ski-WM: 19. Februar – 3. März, in Seefeld

 

Tirol freut sich auf die Austragung derNordischlogoseefeld2019en Ski-WM, bei der in verschiedenen Wettbewerben die Weltmeister im Skilanglauf, im Skispringen und in der Nordische Kombination gekürt werden. Schade, dass die österreichische Post diesmal keine Sonderbriefmarken herausgibt. So bleibt nur der Blick in die Vergangenheit.

Als Seefeld 1985 Austragungsort von Nordischen Skiweltmeisterschaften war, kamen auch die Sportphilatelisten voll auf ihre Kosten. Die österreichische Post hatte eine Sonderbriefmarke mit dem WM-Logo, das von je einem Skispringer und Skilangläufer flankiert wurde, aufgelegt. Dazu gab es Ersttagsbriefe mit verschiedenen Brief-Motiven, einen Sonderstempel, einen Gedenkblock und einen mit 2000 Stück limitierten Gedenkdruck, der aus Anlass der WM an die FIS-Wettkämpfe von 1933 erinnerte.

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In jenem Jahr fanden in Innsbruck und Seefeld sowohl die 3. Alpinen als auch die 10. Nordischen Skiweltmeisterschaften statt. Die vier Marken von damals waren übrigens die ersten österreichischen Sportbriefmarken überhaupt. Alles zusammen ist auf diesem Ersttagsbrief vom 17.1.1985 eindrucksvoll zu sehen.

 

Special Olympics Weltspiele: 14.-21. März in Abu Dhabi

Die Special Olympics Weltsommerspiele 2019 finden in diesem Jahr erstmalig in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Abu Dhabi wird dabei Schauplatz für die Wettbewerbe in 24 Sportarten sein. Erwartet werden 7000 Athleten aus 170 Ländern.

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Die Special Olympics sind die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Sie ist vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt und darf als einzige Organisation den Ausdruck „Olympics“ weltweit nutzen. Durch Special Olympics soll mit dem Mittel Sport die Akzeptanz von Menschen mit geistiger Behinderung in der Gesellschaft verbessert werden. Sie unterscheiden sich von den Paralympics dadurch, dass dort Menschen mit Körperbehinderung teilnehmen.

Die Bewegung wurde 1968 in den USA von Eunice Shriver gegründet, deren ältere Schwester Rosemary Kennedy nach einer Lobotomie selbst behindert war.

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2023 finden die Special Games zum ersten Mal in Deutschland statt. Berlin bekam im November vergangenen Jahres den Vorzug vor Moskau, dem einzigen Gegenkandidaten.

„Wir sind sehr, sehr glücklich über die Entscheidung, die wir auch als Wertschätzung für unseren Verband, für Berlin und für Deutschland wahrnehmen“, sagte Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland (SOD).

 

„Wir freuen uns von Herzen mit unseren Athletinnen und Athleten, mit denen wir großartige Sommerspiele 2023 in Berlin gestalten wollen.“ Die gemeinsame Vision sei ein „weltweit ausstrahlendes Sportfest zu feiern und ein klares Zeichen für Inklusion in der Gesellschaft zu setzen“.

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Für weitere philatelistische Informationen zu den Special Olympics ist die MICHEL- Rundschau 3/2015 zu empfehlen. Als Ergänzung  noch eine Abbildung der US-Marke von den Wettbewerben 2015 in Los Angeles.

 

 

Winter-Universiade: 2.- 12. März in Krasnojarsk/Russland

Die Winteruniversiade – Зимняя Универсиада – ist ein internationaler Studenten- und Jugendwettbewerb. Auf dem Treffen des Exekutivkomitees des Internationalen Hochschulsportverbandes (FISU) in Brüssel am 9. November 2013 wurde Krasnojarsk einstimmig als Gastgeberstadt der 29. Winter- Universiade 2019 gewählt.

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Studenten im Alter von 17 bis 25 Jahren und Absolventen, die im Jahr vor den Wettbewerben einen akademischen Grad oder ein Diplom erworben haben, dürfen an den 76 Disziplinen in 11 Sportarten teilnehmen. Erwartet werden 3000 Athleten aus 50 Ländern. Die Winter-Universiade 2019 ist die zweite Universiade, die von Russland veranstaltet wird. Die erste Universiade wurde 2013 in Kazan ausgerichtet.

 

Die russische Post hat bereits auf dieses Ereignis reagiert. Am 2.3.2018 gab sie vier Sondermarken mit Abbildungen der Wettkampfstätten und dem Logo der Universiade heraus. Vermutlich werden zu Beginn der 29. Winter-Universiade weitere Briefmarken folgen.

 

Frauen-Fußball-WM: 7. Juni – 7. Juli in Frankreich

Im Jahr eins nach Steffi Jones bzw. Horst Hrubesch wird von der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vielleicht nicht sofort der Titel erwartet. Aber die deutschen Fußball- Frauen erheben den Anspruch, zu den besten Teams der Welt zu gehören.fifa-womens-world-cup-2019-logo-700x513

Deutschland spielt in der Vorrundengruppe B zunächst gegen China, Spanien und Südafrika. 2003 und 2007 war Deutschland Weltmeister , 2016 Olympiasieger. Dazwischen gab es immer mal wieder schwächere Auftritte bei WM bzw. EM. So auch bei der Heim-WM 2011, als die Mannschaft im Viertelfinale gegen Japan mit 0:1 ausschied. Die WM-Marken, hier eine Abbildung aus einem Heftchen, konnten damals leider nicht „veredelt“ werden.

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Olympic Day: 23.Juni in Lausanne

Vor 125 Jahren wurde an der Pariser Sorbonne die Wiedererweckung der Olympischen Spiele und die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees beschlossen.

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Das IOC begeht diesen Tag u.a. mit der Einweihung des „Olympic House“ in Lausanne.

Europaspiele: 14. – 30. Juni in Minsk (Weißrussland)

Während der ersten Wochen der Frauen-Fußball-WM finden in Minsk die Europaspiele statt. Dabei handelt es sich um „Olympische Spiele im Mini-Format“ mit diesen Sportarten: Aerobic, Badminton, Basketball 3×3, Beachsoccer, Beachvolleyball, BMX, Bogenschießen, Boxen, Fechten, Leichtathletik, Judo, Kanurennsport, Karate, Mountainbike, Rhythmische Sportgymnastik, Ringen,  Schwimmen, Sportschießen, Straßenradsport, Synchronschwimmen, Tischtennis, Taekwondo, Trampolinturnen, Triathlon, Turnen, Volleyball, Wasserball und Wasserspringen.

 

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Sportlerinnen und Sportler aus 50 Ländern werden erwartet. 2015 war Baku erstmals Austragungsstätte von Europaspielen.

Philatelistisch wird sich in diesem Jahr die sportbegeisterte weißrussische Post sicher  einiges einfallen lassen.

1028-bZumal die Botschafterin für die Europaspiele, die als Nationalheldin gefeierte Biathletin Darja Domratschewa, bislang „rekordverdächtig“ oft auf weißrussischen Briefmarken abgebildet worden ist.

 

„Finals 2019“: 3. bis 4. August in Berlin

Zehn Deutsche Meisterschaften in einer Stadt und an einem Wochenende, 3400 Sportlerinnen und Sportler, die binnen 48 Stunden um insgesamt 194 Titel kämpfen: Berlin lädt am 3. und 4. August 2019 zu einem Sportwochenende der Superlative. Alle, die nicht vor Ort mit dabei sein können, sehen „Die Finals – Berlin 2019“ live bei ARD und ZDF.

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„Wir sind stolz darauf, dass Berlin erster Gastgeber dieses innovativen Konzepts sein wird”, sagte Sportsenator Andreas Geisel bei der Vorstellung des Veranstaltungskonzeptes am 30. Juli 2018 in Berlin. „Die Finals werden einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt der Sportmetropole Berlin leisten – davon sind wir überzeugt und werden das neue Format bestmöglich unterstützen: ideell, organisatorisch und finanziell.”

„Die Finals – Berlin 2019“ vereinen Deutsche Meisterschaften im Bahnradsport, im Bogenschießen, Boxen und Kanu, in der Leichtathletik, beim Modernen Fünfkampf, Schwimmen sowie im Wasserspringen, Triathlon und Turnen. Allein fünf Sportarten sind im Olympiapark und im Olympiastadion von Berlin zu sehen. Zudem sind die Max- Schmeling-Halle, das Velodrom, die Schwimm- und Sprunghalle im Europapark sowie das Strandbad Wannsee Wettkampf-Schauplätze. Für die Kanuwettbewerbe soll eine attraktive Strecke im Stadtzentrum gefunden werden.

Für unseren OSPC Berlin sind die „ Finals 2019“ ebenfalls eine Herausforderung. Vielleicht gibt es einen Extra-Beleg!

 

Rugby WM: 20. September – 2. November in Japan

2019 haben nicht nur die NFL-Stars ihren großen Auftritt mit dem ellipsenförmigen Spielgerät beim Super Bowl. In Japan findet  vom 20. September bis zum 2. November 2019 die Rugby Weltmeisterschaft statt. Die aus England stammende Sportart wird mit einem etwas größeren Ball, ohne Schutzkleidung und mit anderen Spielregeln ausgetragen, als American Football und gilt als Vorgänger der amerikanischen Volkssportart. Das Turnier wird seit 1987 alle vier Jahre ausgetragen und gehört zu den beliebtesten Sportveranstaltungen der Welt.

Amtierender Weltmeister ist die Mannschaft aus Neuseeland, die vor vier Jahren Australien im Finale von London besiegen konnten. Die „All Blacks“, wie die Neuseeländer aufgrund ihrer komplett schwarzen Trikots genannt werden, sind außerdem mit insgesamt fünf Weltmeistertiteln Rekordsieger des Turniers. Mit dabei sind auch exotische Länder wie Fidschi, Tonga oder Samoa. Die deutsche Nationalmannschaft hat leider die Qualifikation für die WM verpasst.

Dennoch ist das Jahr 2019 für die 7er- Rugby-Nationalmannschaft sehr wichtig. Gilt es, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren. Beim 7er- Rugby wird im Vergleich zur 15er- Variante nur 7 gegen 7 gespielt. Das Spielfeld ist genauso groß, die Spielzeit aber deutlich kürzer.

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Die japanische Post hatte bereits im vergangenen Jahr am 20. August einen Kleinbogen zur Rugby-WM herausgegeben. Sicher folgen weitere Marken zum bevorstehenden Termin.

(Autor: KJA)

 

 

Blick ins neue OSPC-Journal 02/2018: Mit „Underberg“ 118 m weit – wie Skiflieger zu Postboten wurden

Wo findet der Sportphilatelist noch kaum bekannte Raritäten? Beispielsweise in Österreich! Bei der Recherche für die Titelgeschichte zum aktuellen OSPC-Journal entdeckte ich eine höchst seltene Werbepostkarte der Firma Underberg anlässlich der 3. FIS- Skiflugwoche 1959 am Kulm.

Was einst vermutlich nur ein Werbe-Gag war, gehört heute zu den ausgefallenen Besonderheiten der Sportphilatelie, auch wenn ernsthafte Betreiber unseres Hobbys jetzt vielleicht mit der Stirn runzeln werden. Durch Zufall stieß ich auf Werbepostkarten der Firma Underberg anlässlich der 3. FIS-Skiflugwoche 1959 am österreichischen Kulm in der Steiermark. Was damals wie eine Schnapsidee anmutete, ist bis heute in der Skisport-und Philatelie- Geschichte einmalig geblieben – die 1. Welt-Skiflugpost!

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Während der Wettkampftage beförderten erstmals Skispringer Werbekarten der Firma Underberg vom Schanzenturm bis hin zum Auslauf – als 1. Welt- Skiflugpost . Der rote Zusatzstempel auf der als Einschreiben aufgegebenen Karte wies auf das Ereignis hin, der untere Stempel dokumentierte, durch welchen Skiflieger die Karte befördert wurde und welche Weite er gesprungen war. Ein weiterer Stempel bestätigte, ob der Sprung gestanden oder gestürzt war. Mit der abgebildeten Karte grüßten übrigens die österreichische und beide deutsche Skiflug-Nationalmannschaften per zusätzlichen Stempeldruck gemeinsam den Empfänger in Wien.

Erfolgreichster „fliegender Postbote“ war damals Torbjorn Yggeseth aus Norwegen, der während der viertägigen Veranstaltung mit 127 Metern einen neuen Schanzenrekord erzielte und am Ende vor Helmut Recknagel aus der DDR gewinnen konnte.

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Am Schlusstag gelang dem Österreicher Otto Leodolter zwar noch eine Steigerung auf 128 Meter, da damit aber der Kritische Punkt mehr als erlaubt übersprungen worden war , musste der Anlauf verkürzt werden, so dass dieser Flug nicht in die Wertung kam.

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Helmut Recknagel, Skisprung-Olympiasieger von 1960 in Squaw Valley und dreifacher Gewinner der Internationalen Vierschanzentournee, kann sich noch gut an die Skiflugwoche 1959 am Kulm erinnern, vor allem, weil er damals nur ganz knapp den Gesamtsieg verpasst hatte.  „Die Postkarten von Underberg wurden uns an der Schanze in die Gesäßtasche der Skihose gesteckt. Nach dem Sprung wurden sie uns wieder abgenommen. Was damit geschah, habe ich erst jetzt erfahren. Das war schon eine tolle Idee für die Werbung und natürlich auch für die Briefmarken- und Postkartensammler“, so Deutschlands Skisprung-Legende im Gespräch.

Auf meine Frage, ob die Skiflieger sich einst vor dem Sprung einen kleinen Schnaps als „Mut-Macher“ genehmigten, muss der heute 81jährige promovierte Veterinär-Mediziner schmunzeln: „Das nicht, aber hinterher! Ich schätze übrigens noch heute diesen Kräuterschnaps, vor allem nach dem Essen, zum Beispiel einem Wiener Schnitzel“.

Helmut Recknagel wurde 2011 in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen und auf einer Briefmarke Individuell der Stiftung Deutsche Sporthilfe verewigt. Der gebürtige Thüringer, der heute in Berlin lebt, erzielte 1962 bei seinem Sieg während der Kulmer Skiflugwoche mit 136 Metern seine größte Weite.

Der gesamte Artikel, der sich auch mit weiteren sportphilatelistischen Aktivitäten der Firma Underberg vor über 50 Jahren beschäftigt, ist in unserem aktuellen OSPC-Journal (02/2018) nachzulesen. Darüber hinaus gibt es noch viele  interessante Beiträge, wie dem Inhaltsverzeichnis zu entnehmen ist.

TitelseiteInhalt

(Autor: KJA)

 

 

Philatelistische WM-Nachlese mit Trikottausch und Traineranalyse

Der September-Treff des OSPC Berlin lockte diesmal 30 Mitglieder, Sammlerfreunde und interessierte Sportanhänger ins Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf. Gemeinsam mit dem Bezirkssportbund waren wir Gastgeber für eine sportphilatelistische Plauderei nach der Fußball-WM in Russland. Das wir bei der ursprünglichen Planung natürlich von einem erfolgreichen Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausgegangen waren, ist kein Geheimnis. Das frühe Ausscheiden der Löw-Elf, die lange Denkpause des Bundestrainers danach und die mehr oder weniger befriedigenden Erklärungen zur deutschen WM-Pleite bis hin zur akzeptablen Nullnummer gegen Weltmeister Frankreich zum „Neuanfang“ in der Nations League brachten ständig Bewegung in die inhaltliche Ausrichtung unseres diesmal wieder öffentlichen Treffs.

Dank der vorgesehenen Gäste Peter Leinemann und Heinz Werner war dies aber kein Problem. Und so wurde der 8.9.2018 ein sehr interessanter Samstagvormittag, der nach 120 Minuten „Spielzeit“ mit kleinen Trink- und Essenspausen dazwischen, am Ende mit freundlichem Beifall belohnt wurde.

Bereits vor Anpfiff des Geschehens stand diesmal ein Trikottausch der besonderen Art auf dem Programm. Bundesliga-und FIFA-Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock hatte uns gebeten, dem Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf eines seiner WM-Trikots für die Sammlung zu überreichen. Dankert, hauptberuflich Geschäftsführer des Fußball-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern, war einer von 13 Videoassistenten bei der WM in Russland.

OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert überreichte das Trikot an Jan Lehmann, den Vorsitzenden des Sportbundes Marzahn/Hellersdorf, der sich über diese Überraschung sehr freute und dafür Schiedsrichter Bastian Dankert herzlich dankte.

Die erste Halbzeit, dieser von OSPC-Mitglied Klaus-Jürgen Alde moderierten Veranstaltung, gestaltete Peter Leinemann. Der gebürtige Hannoveraner, der seit Jahren schon in Leipzig lebt und arbeitet, ist als Mitglied der Internationalen Motivgruppen Olympiaden und Sport e.V. (IMOS) ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Fußball-Philatelie und war als Fan im Sommer bei der WM in Russland.

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Mit seinem lebendigen Reisebericht begeisterte er nicht nur die anwesenden Philatelisten, sondern auch unsere Gäste. Auf den Punkt gebracht, war es für ihn die erstmalige Reise in ein großes interessantes Land, das auch dank der Gastfreundschaft seiner Menschen und einer guten Organisation für eine friedliche und entspannte WM gesorgt hatte – manchen Unkenrufen hierzulande zum Trotz!

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Peter Leinemann, Klaus-Jürgen Alde und Heinz Werner (v.l.), die „spielgestaltenden“ Akteure der OSPC-Veranstaltung im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf.

Für die fußballfachliche Einschätzung der WM sorgte nach der „Halbzeitpause“ Heinz Werner. Der vitale 82jährige hatte einst bei Lok Stendal selbst in der DDR-Oberliga gespielt. Danach war er u.a. verantwortlicher Trainer in Rostock, bei Union Berlin, in Brandenburg und Karl-Marx-Stadt. 1989 wurde Heinz Werner für kurze Zeit Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft, die sich aber nicht mehr für die WM 1990 qualifizieren konnte. Nach der Wende war er als Fußball-Lehrer im Auftrag der FIFA in rund 50 Ländern der Welt ein gern gesehener und geschätzter Gast.

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In einer fundierten PowerPoint-Präsentation analysierte er das WM-Geschehen und die Leistungen der deutschen Elf.

PHOTO-2018-09-08-18-24-50Als Ursachen für das frühe Ausscheiden sah der erfahrene Trainer vor allem die Überheblichkeit und Arroganz der Mannschaftsleitung und einiger Spieler in der Vorrunde, welche man mit einem auf die Spitze getriebenen Dominanz-Fußball einfach so überstehen wollte. Noch sieht Heinz Werner, trotz einiger guter Ansätze im Spiel gegen Weltmeister Frankreich keinen Umbruch. Aber wenn es Bundestrainer Löw gelingen sollte, wieder den Leistungsgedanken durch Konkurrenz in den Vordergrund zu stellen und der Einbau junger talentierter Spieler erfolgt , dann sollte uns um den deutschen Fußball bei den kommenden Europa-und Weltmeisterschaften  keine Bange sein!

 

(Autor: KJA,  Fotos: HJO)