Auch ohne Olympia und Fußball-Männer-WM – das Sportjahr 2019 wird trotzdem spannend

Die ganz großen Sport-Höhepunkte fehlen zwar in diesem Jahr. Jedoch eine Fülle vieler anderer interessanter Ereignisse wird uns sportlich und hoffentlich auch philatelistisch entschädigen. Und wem das nicht reicht, der kann sich ja schon mal auf das Jahr 2020 freuen, in dem es wieder Olympische Sommerspiele, diesmal in Tokio, geben wird.

Hier ein ausgewählter Überblick der wichtigsten Sportereignisse 2019. Weitere Termine finden Sie in unserer Rubrik „Sporttermine 2019“.

Handball-WM der Männer: 10.- 27. Januar in Deutschland und Dänemark

Die Pläne sind eindeutig: Bei der Heim-WM will die deutsche Handball- Nationalmannschaft am liebsten das Wintermärchen von 2007 wiederholen, als sie Weltmeister wurde. Im Finale wurde damals Polen mit 29:24 bezwungen. Deutschland war im Handballfieber und feierte zum WM-Song von den Höhnern „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ den Titel. Dazu gab es eine Vielzahl philatelistischer Belege.

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In diesem Jahr teilen sich erstmals zwei Handballverbände die WM-Organisation. Das Eröffnungsspiel findet am 10.1. in Berlin statt, das Finale wird am 27.1. in Kopenhagen ausgetragen.

Doch zum engsten Favoritenkreis zählt das Team von Bundestrainer Christian Prokop diesmal nicht – die WM 2017 und die EM 2018 wurden nur jeweils auf Platz neun beendet.

Einer der deutschen Vorrundengegner in Berlin ist Südkorea, das diesmal als koreanische Auswahl antritt. Vier der Spieler kommen aus dem Norden – ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Nord – und Südkorea, die vor einem Jahr mit dem Auftritt eines gemeinsamen Frauen- Eishockeyteams bei den Olympischen Spielen in PyeongChang begonnen hat.

Zu den philatelistischen Sensationen zählen sicher diese  aktuellen Marken, die den Normalisierungsprozess zwischen den beiden koreanischen Staaten unterstreichen.

Südkorea veröffentlichte eine Marke vom Gipfel-Treffen zwischen Nordkoreas Führer Kim Jong Un und Südkoreas Präsidenten Moon am 19.9.2018 in Pjöngjang. Kurz darauf gab die nordkoreanische Post eine Sondermarke mit dem Titel „Wir sind eins“ heraus. Das es einmal zu diesen Motiven kommt, hat wohl kaum jemand vorhersagen können.

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Nordische Ski-WM: 19. Februar – 3. März, in Seefeld

 

Tirol freut sich auf die Austragung derNordischlogoseefeld2019en Ski-WM, bei der in verschiedenen Wettbewerben die Weltmeister im Skilanglauf, im Skispringen und in der Nordische Kombination gekürt werden. Schade, dass die österreichische Post diesmal keine Sonderbriefmarken herausgibt. So bleibt nur der Blick in die Vergangenheit.

Als Seefeld 1985 Austragungsort von Nordischen Skiweltmeisterschaften war, kamen auch die Sportphilatelisten voll auf ihre Kosten. Die österreichische Post hatte eine Sonderbriefmarke mit dem WM-Logo, das von je einem Skispringer und Skilangläufer flankiert wurde, aufgelegt. Dazu gab es Ersttagsbriefe mit verschiedenen Brief-Motiven, einen Sonderstempel, einen Gedenkblock und einen mit 2000 Stück limitierten Gedenkdruck, der aus Anlass der WM an die FIS-Wettkämpfe von 1933 erinnerte.

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In jenem Jahr fanden in Innsbruck und Seefeld sowohl die 3. Alpinen als auch die 10. Nordischen Skiweltmeisterschaften statt. Die vier Marken von damals waren übrigens die ersten österreichischen Sportbriefmarken überhaupt. Alles zusammen ist auf diesem Ersttagsbrief vom 17.1.1985 eindrucksvoll zu sehen.

 

Special Olympics Weltspiele: 14.-21. März in Abu Dhabi

Die Special Olympics Weltsommerspiele 2019 finden in diesem Jahr erstmalig in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Abu Dhabi wird dabei Schauplatz für die Wettbewerbe in 24 Sportarten sein. Erwartet werden 7000 Athleten aus 170 Ländern.

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Die Special Olympics sind die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Sie ist vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannt und darf als einzige Organisation den Ausdruck „Olympics“ weltweit nutzen. Durch Special Olympics soll mit dem Mittel Sport die Akzeptanz von Menschen mit geistiger Behinderung in der Gesellschaft verbessert werden. Sie unterscheiden sich von den Paralympics dadurch, dass dort Menschen mit Körperbehinderung teilnehmen.

Die Bewegung wurde 1968 in den USA von Eunice Shriver gegründet, deren ältere Schwester Rosemary Kennedy nach einer Lobotomie selbst behindert war.

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2023 finden die Special Games zum ersten Mal in Deutschland statt. Berlin bekam im November vergangenen Jahres den Vorzug vor Moskau, dem einzigen Gegenkandidaten.

„Wir sind sehr, sehr glücklich über die Entscheidung, die wir auch als Wertschätzung für unseren Verband, für Berlin und für Deutschland wahrnehmen“, sagte Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland (SOD).

 

„Wir freuen uns von Herzen mit unseren Athletinnen und Athleten, mit denen wir großartige Sommerspiele 2023 in Berlin gestalten wollen.“ Die gemeinsame Vision sei ein „weltweit ausstrahlendes Sportfest zu feiern und ein klares Zeichen für Inklusion in der Gesellschaft zu setzen“.

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Für weitere philatelistische Informationen zu den Special Olympics ist die MICHEL- Rundschau 3/2015 zu empfehlen. Als Ergänzung  noch eine Abbildung der US-Marke von den Wettbewerben 2015 in Los Angeles.

 

 

Winter-Universiade: 2.- 12. März in Krasnojarsk/Russland

Die Winteruniversiade – Зимняя Универсиада – ist ein internationaler Studenten- und Jugendwettbewerb. Auf dem Treffen des Exekutivkomitees des Internationalen Hochschulsportverbandes (FISU) in Brüssel am 9. November 2013 wurde Krasnojarsk einstimmig als Gastgeberstadt der 29. Winter- Universiade 2019 gewählt.

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Studenten im Alter von 17 bis 25 Jahren und Absolventen, die im Jahr vor den Wettbewerben einen akademischen Grad oder ein Diplom erworben haben, dürfen an den 76 Disziplinen in 11 Sportarten teilnehmen. Erwartet werden 3000 Athleten aus 50 Ländern. Die Winter-Universiade 2019 ist die zweite Universiade, die von Russland veranstaltet wird. Die erste Universiade wurde 2013 in Kazan ausgerichtet.

 

Die russische Post hat bereits auf dieses Ereignis reagiert. Am 2.3.2018 gab sie vier Sondermarken mit Abbildungen der Wettkampfstätten und dem Logo der Universiade heraus. Vermutlich werden zu Beginn der 29. Winter-Universiade weitere Briefmarken folgen.

 

Frauen-Fußball-WM: 7. Juni – 7. Juli in Frankreich

Im Jahr eins nach Steffi Jones bzw. Horst Hrubesch wird von der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg vielleicht nicht sofort der Titel erwartet. Aber die deutschen Fußball- Frauen erheben den Anspruch, zu den besten Teams der Welt zu gehören.fifa-womens-world-cup-2019-logo-700x513

Deutschland spielt in der Vorrundengruppe B zunächst gegen China, Spanien und Südafrika. 2003 und 2007 war Deutschland Weltmeister , 2016 Olympiasieger. Dazwischen gab es immer mal wieder schwächere Auftritte bei WM bzw. EM. So auch bei der Heim-WM 2011, als die Mannschaft im Viertelfinale gegen Japan mit 0:1 ausschied. Die WM-Marken, hier eine Abbildung aus einem Heftchen, konnten damals leider nicht „veredelt“ werden.

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Olympic Day: 23.Juni in Lausanne

Vor 125 Jahren wurde an der Pariser Sorbonne die Wiedererweckung der Olympischen Spiele und die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees beschlossen.

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Das IOC begeht diesen Tag u.a. mit der Einweihung des „Olympic House“ in Lausanne.

Europaspiele: 14. – 30. Juni in Minsk (Weißrussland)

Während der ersten Wochen der Frauen-Fußball-WM finden in Minsk die Europaspiele statt. Dabei handelt es sich um „Olympische Spiele im Mini-Format“ mit diesen Sportarten: Aerobic, Badminton, Basketball 3×3, Beachsoccer, Beachvolleyball, BMX, Bogenschießen, Boxen, Fechten, Leichtathletik, Judo, Kanurennsport, Karate, Mountainbike, Rhythmische Sportgymnastik, Ringen,  Schwimmen, Sportschießen, Straßenradsport, Synchronschwimmen, Tischtennis, Taekwondo, Trampolinturnen, Triathlon, Turnen, Volleyball, Wasserball und Wasserspringen.

 

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Sportlerinnen und Sportler aus 50 Ländern werden erwartet. 2015 war Baku erstmals Austragungsstätte von Europaspielen.

Philatelistisch wird sich in diesem Jahr die sportbegeisterte weißrussische Post sicher  einiges einfallen lassen.

1028-bZumal die Botschafterin für die Europaspiele, die als Nationalheldin gefeierte Biathletin Darja Domratschewa, bislang „rekordverdächtig“ oft auf weißrussischen Briefmarken abgebildet worden ist.

 

„Finals 2019“: 3. bis 4. August in Berlin

Zehn Deutsche Meisterschaften in einer Stadt und an einem Wochenende, 3400 Sportlerinnen und Sportler, die binnen 48 Stunden um insgesamt 194 Titel kämpfen: Berlin lädt am 3. und 4. August 2019 zu einem Sportwochenende der Superlative. Alle, die nicht vor Ort mit dabei sein können, sehen „Die Finals – Berlin 2019“ live bei ARD und ZDF.

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„Wir sind stolz darauf, dass Berlin erster Gastgeber dieses innovativen Konzepts sein wird”, sagte Sportsenator Andreas Geisel bei der Vorstellung des Veranstaltungskonzeptes am 30. Juli 2018 in Berlin. „Die Finals werden einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt der Sportmetropole Berlin leisten – davon sind wir überzeugt und werden das neue Format bestmöglich unterstützen: ideell, organisatorisch und finanziell.”

„Die Finals – Berlin 2019“ vereinen Deutsche Meisterschaften im Bahnradsport, im Bogenschießen, Boxen und Kanu, in der Leichtathletik, beim Modernen Fünfkampf, Schwimmen sowie im Wasserspringen, Triathlon und Turnen. Allein fünf Sportarten sind im Olympiapark und im Olympiastadion von Berlin zu sehen. Zudem sind die Max- Schmeling-Halle, das Velodrom, die Schwimm- und Sprunghalle im Europapark sowie das Strandbad Wannsee Wettkampf-Schauplätze. Für die Kanuwettbewerbe soll eine attraktive Strecke im Stadtzentrum gefunden werden.

Für unseren OSPC Berlin sind die „ Finals 2019“ ebenfalls eine Herausforderung. Vielleicht gibt es einen Extra-Beleg!

 

Rugby WM: 20. September – 2. November in Japan

2019 haben nicht nur die NFL-Stars ihren großen Auftritt mit dem ellipsenförmigen Spielgerät beim Super Bowl. In Japan findet  vom 20. September bis zum 2. November 2019 die Rugby Weltmeisterschaft statt. Die aus England stammende Sportart wird mit einem etwas größeren Ball, ohne Schutzkleidung und mit anderen Spielregeln ausgetragen, als American Football und gilt als Vorgänger der amerikanischen Volkssportart. Das Turnier wird seit 1987 alle vier Jahre ausgetragen und gehört zu den beliebtesten Sportveranstaltungen der Welt.

Amtierender Weltmeister ist die Mannschaft aus Neuseeland, die vor vier Jahren Australien im Finale von London besiegen konnten. Die „All Blacks“, wie die Neuseeländer aufgrund ihrer komplett schwarzen Trikots genannt werden, sind außerdem mit insgesamt fünf Weltmeistertiteln Rekordsieger des Turniers. Mit dabei sind auch exotische Länder wie Fidschi, Tonga oder Samoa. Die deutsche Nationalmannschaft hat leider die Qualifikation für die WM verpasst.

Dennoch ist das Jahr 2019 für die 7er- Rugby-Nationalmannschaft sehr wichtig. Gilt es, sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren. Beim 7er- Rugby wird im Vergleich zur 15er- Variante nur 7 gegen 7 gespielt. Das Spielfeld ist genauso groß, die Spielzeit aber deutlich kürzer.

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Die japanische Post hatte bereits im vergangenen Jahr am 20. August einen Kleinbogen zur Rugby-WM herausgegeben. Sicher folgen weitere Marken zum bevorstehenden Termin.

(Autor: KJA)

 

 

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Blick ins neue OSPC-Journal 02/2018: Mit „Underberg“ 118 m weit – wie Skiflieger zu Postboten wurden

Wo findet der Sportphilatelist noch kaum bekannte Raritäten? Beispielsweise in Österreich! Bei der Recherche für die Titelgeschichte zum aktuellen OSPC-Journal entdeckte ich eine höchst seltene Werbepostkarte der Firma Underberg anlässlich der 3. FIS- Skiflugwoche 1959 am Kulm.

Was einst vermutlich nur ein Werbe-Gag war, gehört heute zu den ausgefallenen Besonderheiten der Sportphilatelie, auch wenn ernsthafte Betreiber unseres Hobbys jetzt vielleicht mit der Stirn runzeln werden. Durch Zufall stieß ich auf Werbepostkarten der Firma Underberg anlässlich der 3. FIS-Skiflugwoche 1959 am österreichischen Kulm in der Steiermark. Was damals wie eine Schnapsidee anmutete, ist bis heute in der Skisport-und Philatelie- Geschichte einmalig geblieben – die 1. Welt-Skiflugpost!

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Während der Wettkampftage beförderten erstmals Skispringer Werbekarten der Firma Underberg vom Schanzenturm bis hin zum Auslauf – als 1. Welt- Skiflugpost . Der rote Zusatzstempel auf der als Einschreiben aufgegebenen Karte wies auf das Ereignis hin, der untere Stempel dokumentierte, durch welchen Skiflieger die Karte befördert wurde und welche Weite er gesprungen war. Ein weiterer Stempel bestätigte, ob der Sprung gestanden oder gestürzt war. Mit der abgebildeten Karte grüßten übrigens die österreichische und beide deutsche Skiflug-Nationalmannschaften per zusätzlichen Stempeldruck gemeinsam den Empfänger in Wien.

Erfolgreichster „fliegender Postbote“ war damals Torbjorn Yggeseth aus Norwegen, der während der viertägigen Veranstaltung mit 127 Metern einen neuen Schanzenrekord erzielte und am Ende vor Helmut Recknagel aus der DDR gewinnen konnte.

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Am Schlusstag gelang dem Österreicher Otto Leodolter zwar noch eine Steigerung auf 128 Meter, da damit aber der Kritische Punkt mehr als erlaubt übersprungen worden war , musste der Anlauf verkürzt werden, so dass dieser Flug nicht in die Wertung kam.

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Helmut Recknagel, Skisprung-Olympiasieger von 1960 in Squaw Valley und dreifacher Gewinner der Internationalen Vierschanzentournee, kann sich noch gut an die Skiflugwoche 1959 am Kulm erinnern, vor allem, weil er damals nur ganz knapp den Gesamtsieg verpasst hatte.  „Die Postkarten von Underberg wurden uns an der Schanze in die Gesäßtasche der Skihose gesteckt. Nach dem Sprung wurden sie uns wieder abgenommen. Was damit geschah, habe ich erst jetzt erfahren. Das war schon eine tolle Idee für die Werbung und natürlich auch für die Briefmarken- und Postkartensammler“, so Deutschlands Skisprung-Legende im Gespräch.

Auf meine Frage, ob die Skiflieger sich einst vor dem Sprung einen kleinen Schnaps als „Mut-Macher“ genehmigten, muss der heute 81jährige promovierte Veterinär-Mediziner schmunzeln: „Das nicht, aber hinterher! Ich schätze übrigens noch heute diesen Kräuterschnaps, vor allem nach dem Essen, zum Beispiel einem Wiener Schnitzel“.

Helmut Recknagel wurde 2011 in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen und auf einer Briefmarke Individuell der Stiftung Deutsche Sporthilfe verewigt. Der gebürtige Thüringer, der heute in Berlin lebt, erzielte 1962 bei seinem Sieg während der Kulmer Skiflugwoche mit 136 Metern seine größte Weite.

Der gesamte Artikel, der sich auch mit weiteren sportphilatelistischen Aktivitäten der Firma Underberg vor über 50 Jahren beschäftigt, ist in unserem aktuellen OSPC-Journal (02/2018) nachzulesen. Darüber hinaus gibt es noch viele  interessante Beiträge, wie dem Inhaltsverzeichnis zu entnehmen ist.

TitelseiteInhalt

(Autor: KJA)

 

 

Philatelistische WM-Nachlese mit Trikottausch und Traineranalyse

Der September-Treff des OSPC Berlin lockte diesmal 30 Mitglieder, Sammlerfreunde und interessierte Sportanhänger ins Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf. Gemeinsam mit dem Bezirkssportbund waren wir Gastgeber für eine sportphilatelistische Plauderei nach der Fußball-WM in Russland. Das wir bei der ursprünglichen Planung natürlich von einem erfolgreichen Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausgegangen waren, ist kein Geheimnis. Das frühe Ausscheiden der Löw-Elf, die lange Denkpause des Bundestrainers danach und die mehr oder weniger befriedigenden Erklärungen zur deutschen WM-Pleite bis hin zur akzeptablen Nullnummer gegen Weltmeister Frankreich zum „Neuanfang“ in der Nations League brachten ständig Bewegung in die inhaltliche Ausrichtung unseres diesmal wieder öffentlichen Treffs.

Dank der vorgesehenen Gäste Peter Leinemann und Heinz Werner war dies aber kein Problem. Und so wurde der 8.9.2018 ein sehr interessanter Samstagvormittag, der nach 120 Minuten „Spielzeit“ mit kleinen Trink- und Essenspausen dazwischen, am Ende mit freundlichem Beifall belohnt wurde.

Bereits vor Anpfiff des Geschehens stand diesmal ein Trikottausch der besonderen Art auf dem Programm. Bundesliga-und FIFA-Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock hatte uns gebeten, dem Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf eines seiner WM-Trikots für die Sammlung zu überreichen. Dankert, hauptberuflich Geschäftsführer des Fußball-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern, war einer von 13 Videoassistenten bei der WM in Russland.

OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert überreichte das Trikot an Jan Lehmann, den Vorsitzenden des Sportbundes Marzahn/Hellersdorf, der sich über diese Überraschung sehr freute und dafür Schiedsrichter Bastian Dankert herzlich dankte.

Die erste Halbzeit, dieser von OSPC-Mitglied Klaus-Jürgen Alde moderierten Veranstaltung, gestaltete Peter Leinemann. Der gebürtige Hannoveraner, der seit Jahren schon in Leipzig lebt und arbeitet, ist als Mitglied der Internationalen Motivgruppen Olympiaden und Sport e.V. (IMOS) ein ausgewiesener Fachmann in Sachen Fußball-Philatelie und war als Fan im Sommer bei der WM in Russland.

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Mit seinem lebendigen Reisebericht begeisterte er nicht nur die anwesenden Philatelisten, sondern auch unsere Gäste. Auf den Punkt gebracht, war es für ihn die erstmalige Reise in ein großes interessantes Land, das auch dank der Gastfreundschaft seiner Menschen und einer guten Organisation für eine friedliche und entspannte WM gesorgt hatte – manchen Unkenrufen hierzulande zum Trotz!

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Peter Leinemann, Klaus-Jürgen Alde und Heinz Werner (v.l.), die „spielgestaltenden“ Akteure der OSPC-Veranstaltung im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf.

Für die fußballfachliche Einschätzung der WM sorgte nach der „Halbzeitpause“ Heinz Werner. Der vitale 82jährige hatte einst bei Lok Stendal selbst in der DDR-Oberliga gespielt. Danach war er u.a. verantwortlicher Trainer in Rostock, bei Union Berlin, in Brandenburg und Karl-Marx-Stadt. 1989 wurde Heinz Werner für kurze Zeit Co-Trainer der DDR-Nationalmannschaft, die sich aber nicht mehr für die WM 1990 qualifizieren konnte. Nach der Wende war er als Fußball-Lehrer im Auftrag der FIFA in rund 50 Ländern der Welt ein gern gesehener und geschätzter Gast.

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In einer fundierten PowerPoint-Präsentation analysierte er das WM-Geschehen und die Leistungen der deutschen Elf.

PHOTO-2018-09-08-18-24-50Als Ursachen für das frühe Ausscheiden sah der erfahrene Trainer vor allem die Überheblichkeit und Arroganz der Mannschaftsleitung und einiger Spieler in der Vorrunde, welche man mit einem auf die Spitze getriebenen Dominanz-Fußball einfach so überstehen wollte. Noch sieht Heinz Werner, trotz einiger guter Ansätze im Spiel gegen Weltmeister Frankreich keinen Umbruch. Aber wenn es Bundestrainer Löw gelingen sollte, wieder den Leistungsgedanken durch Konkurrenz in den Vordergrund zu stellen und der Einbau junger talentierter Spieler erfolgt , dann sollte uns um den deutschen Fußball bei den kommenden Europa-und Weltmeisterschaften  keine Bange sein!

 

(Autor: KJA,  Fotos: HJO)

Olympia- und Sport-Philatelisten-Club Berlin würdigte die I. „European Championships“ mit Sonderbeleg

Zehn Tage vom 2. – 12. August, sieben Sportarten, 188 Medaillen, 4782 Athleten zwei Schauplätze Glasgow und Berlin sowie über 100 Stunden Live-Programm in ARD und ZDF – die ersten „European Championships“ sind ein Erfolgsmodell geworden. Nicht nur für die Sportlerinnen und Sportler, sondern auch für die Zuschauer, Organisatoren und Fernsehanstalten. Eine Fortsetzung dieser Spiele, vielleicht dann sogar wieder in Berlin und mit ein paar weiteren Sportarten, scheint nicht ausgeschlossen!

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Dieser Plusbrief Individuell wurde vom OSPC Berlin initiiert und ist der bislang einzig bekannte philatelistische Beleg, der diesem europäischen Sportereignis 2018  gewidmet  wurde. Weder in Deutschland noch in Großbritannien haben die Postverwaltungen offiziell auf die ersten „European Championships“ reagiert. Dank einer findigen Post-Mitarbeiterin  im Berliner Philatelie-Shop ist es uns sogar gelungen, statt des einfachen Tagesstempels einen passenden Sonderstempel mit der Gedächtniskirche zu erhalten. Wie auf dem Foto zu sehen, war der Glockenturm der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz zum Werbeträger für die Leichtathletik-EM umfunktioniert worden.

Das Fernseh-Übertragungs-Konzept  der „European Championships“ war angelehnt an die erfolgreichen TV-Konferenzsendungen, die man aus den Wintermonaten kennt. Statt zwischen Biathlon, Bob, Eisschnelllauf und Nordischer Kombination wurde nun beispielsweise zwischen Rudern, Kunstturnen, Radsport, Schwimmen und Leichatathletik hin und her geschaltet. Somit war die Aufmerksamkeit, natürlich auch für die Sponsoren, wesentlich höher, als bei den EM-Einzelübertragungen in den verschiedenen Sportarten.

Zwischen 1,5 und fast 5 Millionen Menschen haben  täglich in ARD und ZDF zugeschaut. Der durchschnittliche Marktanteil von 13 – 18 Prozent kann sich sehen lassen. Während im schottischen Glasgow, vor vier Jahren Austragungsort der Commonwealth Games, die Europameisterschaften im Schwimmen, Kunstturnen, Radsport, Rudern, Triathlon und Golf veranstaltet wurden, kämpften in Berlin die Leichtathleten um ihre EM-Medaillen.

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2014 anlässlich der XX. Commonwealth Games in Glasgow hatte die britische Post noch diese sechs Briefmarken mit Sportarten-Motiven an die Schalter gebracht. 

Das Publikumsinteresse war trotz der hochsommerlichen Temperaturen in beiden Städten sehr groß. Neben dem Berliner Olympiastadion wurde erstmals auch auf dem Breitscheidplatz mit einer Event-Meile und improvisierter Gratis-Arena für 3000 Zuschauer für tolle  EM-Stimmung gesorgt. Dort, am Fuße der Gedächtniskirche, trugen z.B. die Kugelstoßer ihre Qualifikation aus, waren Start und Ziel für Geher-und Marathon-Wettbewerbe. Und natürlich die vielumjubelten Siegerehrungen.

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Diesem ungewöhnlichen Ort des „Leichtathletik-Stadtfestes“ haben wir auf unserem „Plusbrief Individuell“  ein kleines „Denkmal“ setzen wollen.

 

 

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Die Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 waren ein Ganz-Berliner-Ereignis.

Das IOC hat sich zu dieser neuen Veranstaltungsform bisher noch nicht äußern wollen und  auf das European Olympic Committee (EOC) verwiesen, das Veranstalter der European Games ist, die vor drei Jahren erstmals in Baku stattfanden und rein gar nichts mit den  „European Championships“ in Glasgow und Berlin zu tun haben. 2015 waren in der aserbaidschanischen Hauptstadt 6000 Athleten in 23 Sportarten am Start. Vom 21. bis 30. Juni 2019 soll das weißrussische Minsk Schauplatz der zweiten Europaspiele sein.

Der sportliche Event-Trend scheint im Moment zu Multi-Meisterschaften zu gehen. So wird im  kommenden Sommer  Berlin am 3. und 4. August Schauplatz von zehn Deutschen Meisterschaften sein.

Insgesamt werden 3400 Athleten teilnehmen und 194 Titel in 155 Disziplinen vergeben. ARD und ZDF wollen mit fast 20 Live-Stunden über „Die Finals – Berlin 2019“ berichten. Bei dieser Premiere präsentieren sich die Sportarten Bogenschießen, Bahnradsport, Boxen, Kanu, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, Wasserspringen, Triathlon und Turnen. Fünf Sportarten sind im Olympiapark und im Olympiastadion von Berlin zu sehen. Weitere Schauplätze sind die Max-Schmeling-Halle, das Velodrom, die Schwimm- und Sprunghalle im Europapark sowie das Strandbad Wannsee. Für die Kanuwettbewerbe soll noch eine attraktive Strecke im Stadtzentrum gefunden werden.

„Wir sind stolz darauf, dass Berlin erster Gastgeber dieses innovativen Konzepts sein wird“, sagte Sportsenator Andreas Geisel bei der Vorstellung des Projektes. Es sei „eine großartige Idee“, findet Kanu-Olympiasiegerin Franziska Weber: „Mit anderen Sportlerinnen und Sportlern zusammen zu sein, ist immer etwas Besonderes.“ Mit der geballten Wucht ihrer parallel ausgetragenen Meisterschaften wollen die olympischen Sportarten ein wenig aus dem Schatten von „König“ Fußball treten.

Auch der Olympia- und Sportphilatelisten Club Berlin freut sich jetzt schon auf dieses Super-Meisterschaftswochenende im kommenden Jahr. Vielleicht gibt es dann neben einem OSPC-Beleg auch mal wieder einen offiziellen Sonderstempel der Post!

(Autor: KJA)

 

Furioses Fußball-Finale in Russland – Frankreich holt WM-Trophäe (aktualisiert)

Frankreich feiert den zweiten Erfolg bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Equipe Tricolore gewann am Sonntag (15.7.2018) das Finale in Moskau gegen Kroatien mit 4:2.

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Die Tore für die Franzosen erzielten der Kroate Mandzukic mit einem Eigentor sowie Griezman per Elfmeter, Pogba und Mbappé. Perisic und Mandzukic waren für die Kroaten erfolgreich.

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Für den französischen Trainer Deschamps war es der zweite Titelgewinn. Er war beim ersten Erfolg der Franzosen vor 20 Jahren als Spieler dabei. Schon damals hatte ein Duell der Franzosen gegen Kroatien für Aufsehen gesorgt. Im Halbfinale standen sich beide Mannschaften gegenüber, Kroatien verlor 1:2, besiegte aber danach im Spiel um Platz Drei die Niederlande mit 2:1. Auch wenn es für die tapferen Kroaten diesmal wieder nicht gereicht hat, den Rivalen aus Frankreich zu besiegen – als Vizeweltmeister haben sie sich in die Herzen vieler Fußballfans gespielt und können sich mit Stolz überall präsentieren.

Der zweite Platz ist der bislang größte fußballerische Erfolg des Balkan-Landes. Bei den Europameisterschaften 1996 in England und 2008 in Österreich und der Schweiz hatte die Elf jeweils das Viertelfinale erreicht. Vor zwanzig Jahren feierte die kroatische Post den WM-Dritten mit einem Extra-Block. Vermutlich wird nach dieser WM eine ähnliche Ausgabe folgen.

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Philatelistisch gesehen waren die Kroaten  diesmal der „wahre“ Fußball-Weltmeister“. Im Gegensatz zum Finalgegner Frankreich hatte die kroatische Post die WM in Russland und die eigene Nationalmannschaft bereits im Vorfeld entsprechend gewürdigt. Am 14. Juni 2018 war in einer Auflage von 100tausend Stück ein Kleinbogen mit neun Briefmarken und einem Zierfeld ohne Werteindruck erschienen, auf denen ein Fußballer im rot-weißen kroatischen Schachbrettmuster-Trikot zu sehen ist. Dazu gab es noch einen gestempelten Ersttagsbrief.

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resize.aspxZur Vorstellung der WM-Marke schrieb Sportjournalist Miro Rede fast schon prophetisch auf der Web-Seite der kroatischen Post:

„Die Hauptfrage für Kroatien lautet: Was kann unser Team bei dieser WM erreichen? Antwort: Es ist ihre Zeit, eine sehr wichtige Rolle zu spielen und nach 20 Jahren wieder auf das Siegerpodest zu klettern, genau wie im Prinzenpark 1998.

Unser Team hat eine schwierige Qualifikatione durchgemacht, einschließlich des Trainerwechsels. Zlatko Dalić ersetzte Ante Čačić und der schaffte es nach dem Playoff-Sieg gegen Griechenland erneut in die WM-Endrunde – auch Dank der Generation der erfahrenen Spitzenspieler wie Luka Modrić, Vedran Čorluka , Marijo Mandžukić, Ivan Rakitić, Ivan Perišić und Domagoj Vida , die sich in der besten Form ihres Lebens befinden.

Dies ist genau der richtige Zeitpunkt, um etwas Großes zu erreichen. Kroatien wird auf dem Weg nach oben mit einigen Hindernissen konfrontiert sein, beginnend mit seiner Gruppe, wo es gegen das ehrgeizige Nigeria, Messis Argentinien und das bekannte Island (das größte Wunder des zeitgenössischen Fußballs) spielen wird. Die WM-Favoriten sind aber Titelverteidiger Deutschland, die potenten und verspielten Franzosen, die Könige der Kombinationen, die Spanier und die unberechenbaren Brasilianer…“

Die französische Post zog  nach dem WM-Gewinn des Landes philatelistisch ganz schnell nach und würdigte wenige Tage nach dem Titelgewinn den neuen Fußball-Weltmeister  mit einem Extra-Block  unter dem Motto „Merci Les Bleus“.

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Numismatisch war diese Würdigung zuvor bereits vorausschauend erfolgt. 872889 Neben einer 10 Euro Silbermünze hatte Frankreich im Vorfeld der WM in Russland auch eine 5 Euro Goldmünze in der Qualität Polierte Platte geprägt. Die geringe Auflage von nur 5000 Exemplaren wird diese Münze nun zu einem äußerst begehrten Stück machen.

Kroatien dürfte nach dem  WM- Auftritt seiner Fußballnationalmannschaft in Russland als Zweiter wohl jedem klar gemacht haben, wo sein Platz auf der Weltkarte ist. Auch den Österreichern. Dort konnte kurz vor der WM in letzter Minute ein philatelistischer Fauxpas gerade noch verhindert werden. Anlässlich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in diesem Jahr hatte die Post das Erscheinen einer Sonder-Briefmarke als ein „Highlight“ des Sommers angekündigt. „Alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind in ihren Umrissen abgebildet“, hieß es in der Beschreibung.

Dann stellten aufmerksame Betrachter fest, dass nicht alle 28 EU-Staaten auf der Marke berücksichtigt worden sind. Ausgerechnet Kroatien hatte es getroffen – das historisch mit Österreich verbundene, beliebte Urlaubsdomizil und bei der Fußball-WM auftrumpfende jüngste EU-Mitglied. Im Philatelie-Magazin der Post war eine Abbildung der Marke abgedruckt, auf der Kroatien und seine markante dalmatinische Küste tatsächlich nicht zu sehen waren.

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Die beiden Versionen der Sonderbriefmarke: Links ohne und rechts mit Kroatien.

Jedoch rasch konnte via „Kleine Zeitung“Entwarnung gegeben werden: Es handle sich nur um einen Entwurf der Designerin aus St. Pölten, die Marke ohne Kroatien sei nie bei der niederländischen Spezialdruckerei in Druck gegangen, ließ die Post verlauten.

Eine potenzielle diplomatische Krise war damit erst einmal abgesagt.

Dennoch werden Fotos von der Briefmarke – auch mit Kroatien – noch immer in sozialen Netzwerken geteilt, und das liegt weniger an der Goldfolien-Veredelung der EU-Sterne, die laut österreichischer Post „einen ganz besonderen Effekt“ erzeuge. Vielmehr wird kommentiert, dass durch die besondere  Schriftsetzung die Wörter „EU“ und „RATS“ hervorgehoben werden, während das Wort „Präsidentschaft“ auf den ersten Blick nur als Kleingedrucktes wahrzunehmen ist. Dadurch ergebe sich beim schnellen Hinsehen das Wort „EU RATS“ – englisch für: „EU-Ratten“

„Bei Sondermarken handelt es sich um Kunst im Kleinformat, die der gestalterischen Freiheit unterliegt“, heißt es vonseiten der Österreichischen Post. Dass der Vorsitz im Rat der Europäischen Union unter dem Begriff „EU-Ratspräsidentschaft“ zusammengefasst wird, limitiere den Gestalter aber in seinen grafischen Möglichkeiten. „In der Grafik werden Sonderzeichen abgelehnt, diese werden oftmals durch Absätze ersetzt – wie auch in diesem Fall. Zudem steht für uns schlussendlich das Gesamtdesign im Vordergrund. Typografie und Inhalt müssen ausgewogen sein“, sagte ein Post-Sprecher zum KURIER.

Vielleicht wird die Marke mit einer Auflagenhöhe von derzeit 240.000 Stück – einen wertvollen Fehldruck ohne Kroatien gibt es ja nicht –  auch bei schwarzhumorigen Briten zum begehrten Sammlerstück.

 

(Autor: KJA)

 

 

 

 

10 Jahre Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf – Wir gratulieren

 

Am 9. Juni 2018 feierte das Sportmuseum im Haus des Sports, der Bildung und Begegnung des Bezirkssportbundes Marzahn-Hellersdorf sein 10jähriges Bestehen.

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Viele Gäste aus Politik und Sport, unter ihnen auch zahlreiche prominente olympische Medaillengewinner von einst, waren gekommen, um zu gratulieren und mit zu feiern. Auch fünf Mitglieder des OSPC Berlin nahmen die Gelegenheit wahr, sich bei Wolfgang Turowski, dem Verantwortlichen des kleinen, aber feinen Museums, direkt zu bedanken.

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OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert (l.) und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Ostermann (r.) überreichten Wolfgang Turowski einen speziellen „Geburtstag-Gruß-Bogen“ aus individuellen Briefmarken.

Gruß-Briefmarkenbogen 10 Jahre Sportmuseum

Seit Anfang 2012 verbindet uns eine intensive Partnerschaft, die auf Anregung unseres damaligen Mitglieds Erhard Käthner zustande gekommen war. Das Museum stellt uns seitdem für unsere Zusammenkünfte einen Raum zur Verfügung. Wir bereichern im Gegenzug durch öffentliche Veranstaltungen mit sportphilatelistischem und –historischem Hintergrund die Arbeit der musealen Einrichtung.

(Autor: KJA)

 

Warum wir Island lieben, auch wenn es nicht Fußball-Weltmeister wird

Das Fußball-Märchen geht weiter. Nach dem sensationellen Durchmarsch bis ins EM-Viertelfinale 2016 ist das kleine Island nun auch in diesem Jahr erstmals bei der Weltmeisterschaft in Russland mit dabei.

Damit ist das Land nun offiziell kein Fußballzwerg mehr. Trotzdem sticht die Insel aus allen Fußball-Nationen heraus. Das Team und die Fans haben mit ihren etwas „anderen“ Auftritten längst weltweit die Herzen erobert. Das betrifft nun auch ganz aktuell die Sportphilatelie. Schon oft wurden Fußballspieler auf Briefmarken abgebildet. Aber noch nie hat ein Team eine Briefmarke mitgestaltet, so wie dies erstmalig die isländische Nationalelf getan hat.

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Die Marke gilt für isländische Inlandsbriefe bis 50 Gramm. Verausgabt wurde sie neben einem Zehnerbogen, Ersttagsbrief und Stempel am 26. April.

Während eines Trainingslagers in Katar am Persischen Golf beteiligten sich sämtliche Nationalspieler an einem ungewöhnlichen Kunstprojekt des Grafikers Örn Smári Gíslason. Jeder Kicker bekam ein von Gíslason entworfenes und vorgefertigtes Bild, das er auf transparentes Papier übertragen sollte. Anschließend sammelte Gíslason sämtliche Skizzen ein, scannte sie digital, fügte sie zu einer Illustration zusammen und formte das Bild einer Briefmarke. Herausgekommen ist ein eigenwilliges und mehrdeutiges Motiv.

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Zu sehen ist ein Paar klatschender Hände, das gleichzeitig zwei Gesichter begeisterter Anhänger abbildet. Sie skandieren das bekannte isländische Anfeuerungsritual „Húh“. Über den beiden Händen steht der Zusatz „Strákarnir okkar á HM í Rússlandi 2018“, der etwa mit „Unsere Jungs bei der WM 2018 in Russland“ übersetzt werden kann. In der oberen linken Briefmarkenecke wird das Logo des isländischen Fußballverbandes KSÍ abgebildet und unten ist der Hashtag „# FYRIR ÍSLAND“ (Für Island) zu lesen.

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Der Künstler Gíslason lebt in Reykjavík, 1995 machte er sein Examen als Grafikdesigner an der Isländischen Akademie der Künste. Heute leitet er eine eigene Werbeagentur, mehrmals designte er schon Briefmarken für die isländische Post.

Auch Alfred Finnbogason vom FC Augsburg und Rúrik Gíslason vom SV Sandhausen, zwei in Deutschland spielende Isländer aus dem WM-Kader, waren beteiligt. Sie haben durch den Abdruck ihrer Hände am Markenmotiv mitgewirkt. „Die Aktion hat Spaß gemacht“, erklärte Finnbogason. „Ich hoffe, dass viele Fans diese Briefmarke nutzen, um ihren Freunden von einer erfolgreichen WM unserer Mannschaft zu berichten.“

Die Isländer schafften es bei der EM 2016 vor allem dank ihrer Fans in die Herzen aller Fußball-Anhänger. Zehn Prozent aller Isländer sollen sich damals in Frankreich aufgehalten haben, um ihr Team anzufeuern. Ihr Schlachtgesang, das gemeinsame Klatschen mit den langgezogenen „Huh“-Rufen, hat es inzwischen nicht nur auf eine Briefmarke geschafft, sondern ist mittlerweile weltbekannt und soll sogar auf dem Münchner Oktoberfest Einzug gehalten haben.

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Für Island-Jubel sorgte während der EM auch ein Fernsehreporter. Gudmundur Benediktsson machte sich mit seiner äußerst emotionalen Reportage unsterblich. Sein Kommentator zu Islands Siegtor im letzten EM-Gruppenspiel gegen Österreich wurde zum weltweiten Hit. Übersetzt hörte sich das in etwa so an: „Meine Stimme ist weg, aber das ist egal. Wir sind durch. Arnor Ingvi Traustason hat getroffen. Island 2, Österreich 1. Wer hätte das gedacht! Wer hätte das gedacht! Der Schlusspfiff ist da! Ich habe mich noch nie, nie so gut gefühlt.“

Ähnlich emotional ging es bei ihm zu, als Island das Achtelfinale gegen England drehte. Mittlerweile ist Benediktsson eine echte Berühmtheit – wie auch Heimir Hallgrimsson. Dieser ist seit der EM alleiniger Nationaltrainer, zuvor führte er die Mannschaft gemeinsam und gleichberechtigt mit dem Schweden Lars Lagerbäck.  Das hatte zur Folge, dass Hallgrimmsson seinen eigentlichen Beruf aufgeben musste. Denn bis dato arbeitete der 49-Jährige immer noch auf den Westmännerinseln als Zahnarzt.

Torhüter Thor Halldorsson ließ bei der EM vor zwei Jahren Superstar Cristiano Ronaldo ebenso verzweifeln wie die englischen Angreifer. Und das, obwohl er bis 2005 noch Hobby-Kicker war. Elf Jahre später stand er dann endlich bei einem großen Turnier im Tor. Auch im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen das Kosovo am 9. Oktober 2017 hielt er seinen Kasten sauber (2:0).

Thor Halldorsson hält Island hinten zusammen © Getty Images

Doch auch Torwart Halldorsson (Foto: Getty images) hat eigentlich einen anderen Beruf. Im „richtigen Leben“ ist er Filmregisseur. Unter anderem produzierte er 2012 das Musikvideo für den isländischen Beitrag zum Eurovision Song Contest.

Trainer Hallgrimsson muss seine Spieler zu den einzelnen Partien jeweils aus ganz Europa einsammeln. Die elf Akteure aus der Startelf gegen Kosovo sind in sieben verschiedenen Ländern aktiv gewesen. Die Mehrheit spielt in England, am bekanntesten ist der Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson vom FC Everton. Der beste isländische Fußballer aller Zeiten ist der inzwischen zurückgetretene Eidur Gudjohnsen. Er schaffte es sogar zum FC Barcelona. Fußball-Geschichte schrieb er aber durch einen ganz anderen Fakt. Bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Estland am 24. April 1996 wurde der damals 17-Jährige für seinen Vater Arnor ins Spiel gebracht. Dass ein Sohn für seinen Vater in einem Länderspiel eingewechselt wurde, ist bislang einmalig!

Mit ihrer WM-Premiere in diesem Jahr sorgen die Isländer für einen weiteren Rekord. Sie sind das kleinste Land, das sich jemals für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte. 346.000 Einwohner leben auf der Insel im Nordatlantik. Bislang hielt den Rekord Trinidad und Tobago, das sich 2006 mit 1,3 Millionen Einwohnern qualifiziert hatte.

Island feiert WM-Quali -Getty Images

Rund 100 aktive Profikicker gibt es mittlerweile auf Island, die meisten von ihnen wurden in ausländischen Klubs ausgebildet. Der Erfolg bei der EM 2016 brachte den Aufschwung. Auf die Frage, wie sich die inzwischen beachtlichen Erfolge erklären lassen, äußerte Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson in einem Zeitungsinterview anerkennend, es sei viel in die Infrastruktur investiert worden: „Früher hatten wir nur ein paar Fußballfelder, die meist in schlechtem Zustand und im Winter – und der ist lang hier – unbespielbar waren. Jetzt gibt es überall überdachte Spielhallen, die es erlauben, das ganze Jahr über zu trainieren.“ Zudem betreibt der isländische Fußballverband eine vorbildliche und nachhaltige Jugendarbeit. Selbst im entlegensten Dorf gibt es heute „professionelle Fußballhallen und Trainer“, lobte Hallgrímsson.

Die britische Zeitung „The Guardian“ hat die WM-Mannschaften nach ihrer Spielstärke aufgelistet und Island immerhin auf Platz 12 gesetzt, noch vor solchen Fußballnationen wie England und Kolumbien.

Bei der WM spielt Island in Vorrunden-Gruppe D gegen Argentinien, Kroatien und Nigeria. Falls die Nordländer als Erster oder Zweiter der Gruppe weiterkommen, würden sie im Achtelfinale auf einen der beiden ersten Zwei der C-Gruppe treffen. Und dies könnten Frankreich, Australien, Dänemark oder Peru sein.

Vielleicht gibt es ein weiteres isländisches Fußball-Märchen.  Huh! – Klatschen Smiley

(Autor: KJA)