Wie viele Olympiasieger hat Luxemburg?

 

Eigentlich eine etwas abwegige Frage, der ich auch nur nachgegangen bin, weil ich diese Sportbriefmarke nebst Ersttagsstempel entdeckt habe:

Unknown 2Die luxemburgische Post erinnert in diesem Jahr damit in dreifacher Hinsicht an Joseph Barthel. Vor 65 Jahren, am 26. Juli 1952 war er in Helsinki Olympiasieger über 1500 Meter geworden.  Am 24. April hätte er seinen 90. Geburtstag gefeiert. Und am 7. Juli jährte sich sein Todestag  zum 25 Mal.

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„Josy“ Barthel war nicht nur Leichtathlet und Olympiasieger, sondern auch ein beliebter Landes-Politiker. Sein phänomenaler Endspurt im 1.500 m-Lauf bei den 15. Olympischen Spielen 1952 in Helsinki, mit dem er das Finale als krasser Außenseiter gewinnen konnte, ist bis heute ein besonderer Moment für die Luxemburger Sportwelt. Er siegte in 3:45,2 Minuten vor dem US-Amerikaner Bob McMillen und dem Deutschen Werner Lueg. Die Siegerzeit bedeutete damals Olympischen Rekord.

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Dieses Foto zeigt die drei Medaillengewinner bei der Siegerehrung. OSPC-Mitglied Dr.Christian Kunz erstand diese Rarität mit deutschsprachigem Autographen 2013 auf einem Göteborger Flohmarkt. „Josy“ Barthel muss diesen Gruß an einen „liebenswürdigen Finnen“ noch während der Olympischen Spiele in Helsinki geschrieben haben.

Helsinki waren für  Joseph Barthel bereits seine zweiten Olympischen Spiele. Vier Jahre zuvor in London war er Neunter über die 1500 Meter geworden. Während seiner damaligen Studienzeit bescheinigten ihm französische Trainer, dass er kein Talent hätte. OSPC-Mitglied und Olympia-Experte Volker Kluge, der Barthel Anfang der neunziger Jahre noch vor seinem Tod persönlich in Luxemburg kennenlernen durfte, schreibt in seinem Buch „Olympische Sommerspiele – Die Chronik II“, dass der Luxemburger in jenen Jahren, … „dass, was ihm von Natur aus fehlte, mit Fleiß und Akribie wettzumachen versuchte. Er kontrollierte seinen Biorhythmus, gab sich täglich zwei Noten, eine subjektive und eine objektive. 1951 bei den Studentenspielen in Luxemburg lernte er den deutschen Trainer Woldemar Gerschler kennen, der den im Krieg gefallenen Weltrekordläufer Rudolf Harbig betreut hatte. Es begann mit Briefen, dann akzeptierte der eigenwillige Athlet den Deutschen als seinen Trainer. Nach seinem überraschenden Olympiasieg studierte Barthel an der Havard-Universität in Cambridge und wurde 1954 US-Hallenmeister über die Meile. Bei seinen dritten Olympischen Spielen 1956 in Melbourne schied er aber schon im Vorlauf aus und beendete danach seine Karriere…“.

Joseph Barthel, der zwischen 1946 und 1956 11 Mal in Folge Luxemburgischer Meister über 1500 Meter geworden war, ist seinen Landsleuten aber nicht nur als erfolgreicher Sportler in Erinnerung geblieben. Unknown1962 wurde er Präsident des Luxemburgischen Leichtathletikverbandes und von 1973 bis 1977 war er darüber hinaus auch Präsident des Luxemburgischen Olympischen Komitees. Zudem war er Mitglied der Landesregierung: Von 1977 bis 1979 Minister für Verkehr, Energie, Tourismus und Umwelt sowie von 1979 bis 1984 Minister für Umwelt, Verkehr, Energie, Informatik und Kommunikation. Ihm zu Ehren wurde das nationale Stadion in Luxemburg, Heimstadion der Fußball-Nationalmannschaft, in  „Josy-Barthel-Stadion“ umbenannt.

Diese sechs Luxemburger Briefmarken erschienen anlässlich der Olympischen Spiele 1952 in Helsinki. Es handelte sich damals um die ersten Marken mit Sportmotiven, die von der Post Luxemburgs verkauft wurden.

Neben Joseph Barthel gibt es noch einen zweiten Luxemburger, der eine olympische Goldmedaille gewonnen hat. Seine Geschichte ist aber nach wie vor umstritten.

Michel Théato, 1900 in Paris Olympiasieger im Marathon, tauchte lange Zeit in den Ergebnislisten als Franzose auf. Erst Ende des 20. Jahrhunderts fand man heraus, dass er eigentlich aus Luxemburg stammte. Offiziell wird sein Sieg aber noch immer im französischen Medaillenspiegel geführt, obwohl die Luxemburger immer wieder fordern, dass sein Erfolg dem luxemburgischen Medaillenspiegel zugerechnet werden muss.

Luxemburgische Sportler nehmen bereits seit 1900 an den Olympischen Spielen teil. Dabei konnten vier Sportler fünf olympische Medaillen erringen (zweimal Gold, dreimal Silber). Neben Théato, den ich jetzt mal als Luxemburger zähle, und Barthel, holten Gewichtheber Joseph Alzin 1920 in Antwerpen Silber im Schwergewicht und der Ski Alpine Marc Girardelli zweimal Silber 1992 in Albertville im Riesenslalom und im Super G.

Neben den olympischen Sportwettbewerben gab es bis 1948 die Olympischen Kunstwettbewerbe, bei denen zwei luxemburgische Künstler drei Medaillen gewinnen konnten (zweimal Gold, einmal Silber). Die Medaillen der Kunstwettbewerbe werden traditionell aber weder in den Medaillenspiegeln der jeweiligen Spiele noch in den nationalen Medaillenspiegeln aufgeführt.

 

(Autor: KJA)

 

Sportliches im Zeichen des kanadischen „Maple Leaf“

Das Ahornblatt ist das Wahrzeichen Kanadas. Schließlich ist der Zucker-Ahorn einer der am weitesten verbreiteten Bäume des Landes. 131 Jahre hat es aber gedauert, ehe das „Maple Leaf“ zum nationalen Symbol erklärt wurde. Denn erst seit dem 15. Februar 1965 ziert das Blatt die neue Nationalflagge Kanadas.

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Das Rot des Blattes soll dabei an die Farben des Herbstes erinnern. Jetzt gibt es zum 150jährigen Jubiläum des Landes auch Briefmarken in Form eines Ahornblattes. 1867 war die Kanadische Konföderation von drei ehemals britischen Kolonien gegründet worden.

Der Kleinbogen und die zehn Marken, die die kanadische Post am 1.Juni 2017 heraus gegeben hatte, erinnern an „Momente aus den letzten 50 Jahren, die uns als Kanadier definieren“, wie es im Begleittext heißt. Dass sich unter diesen Momenten auch vier sportliche Motive befinden, macht das Ganze  für uns Sportphilatelisten interessant.

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So wird beispielweise an den „Marathon der Hoffnung“ und damit an das Schicksal des Leichtathleten Terry Fox erinnert.

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Die Marke zeigt Fox bei seinem Lauf im „Hoffnungs-T-Shirt“.

Aufgrund seiner zahlreichen sportlichen Aktivitäten und den damit verbundenen regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen diagnostizierte man bei ihm im Alter von 18 Jahren  Knochenkrebs. 1977 wurde sein rechtes Bein 15 Zentimeter über dem Knie amputiert. Ab dieser Zeit lief er mit einer Oberschenkelprothese. 

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Das Leiden anderer Krebspatienten, denen Terry Fox im Krankenhaus begegnet war, darunter viele Kinder, brachte ihn auf die Idee, durch Kanada zu laufen, um Geld für die Krebsforschung zu sammeln. Sein Ziel war es dabei, täglich 42 km, die Strecke eines Marathons, zu bewältigen. Diesen Lauf nannte er Marathon of Hope (Marathon der Hoffnung). terry_fox_15

Nach 18 Monaten und über 5000 zur Vorbereitung gelaufenen Kilometern begann Terry Fox seinen Lauf am 12. April 1980 in St´Johns in Neufundland. Obwohl sein Marathon der Hoffnung zu Beginn nur geringe Beachtung fand und damit auch die gesammelten Beträge recht gering waren, gewann sein Engagement bald größere Aufmerksamkeit in den Medien und die Spenden stiegen.

Am 1. September 1980, nach 143 Tagen und 5373 gelaufenen Kilometern, waren seine Lungen so stark vom Krebs befallen, dass er gezwungen war, seinen Lauf vorzeitig zu beenden. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt nahe Thunder Bay in Ontario. Am 28. Juni 1981 starb Terry Fox im Alter von 22 Jahren an seiner Krankheit.

Fox ist für die Kanadier ein National-Held. Das bezeugen die vielen Auszeichnungen, die er noch im letzten Lebensjahr und postum nach seinem Tod erhalten hat. In den Rocky Mountains wurde ein Berg nach ihm benannt. In vielen Städten gibt es Denkmäler von ihm. Auf dem Bild links ist die Terry-Fox-Statue gegenüber dem Parliament Hill in Ottawa zu sehen.

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Ein Eisbrecher und ein Highway sowie Schulen tragen ebenfalls seinen Namen. 2005 zierte sein Konterfei die kanadische 1-Dollar-Münze.

Aber auch die kanadische Post würdigte den leider so früh verstorbenen kanadischen Leichtathleten. Am 13.4.1982 brachte sie diese Sondermarke heraus und brach damit erstmals die hausinterne Tradition, keine Gedenkmarken vor dem 10.Todestag des Geehrten zu verausgaben.

 

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Eine weitere Briefmarke ehrte Fox am 17.1.2000. Diese Sondermarke war Teil der „Millennium Collection“, einer Sammlung von einflussreichen und herausragenden Kanadiern. Auf dem Kleinbogen ist Fox auf der Marke unten links abgebildet.

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Sein Engagement für die Krebsforschung genießt auch heute noch große Aufmerksamkeit. In vielen Ländern der Welt werden jährlich Terry-Fox-Läufe veranstaltet. Weit über 700 Millionen Dollar hat die Terry-Fox-Foundation damit bisher für die Krebsforschung sammeln können!

Was wäre Kanada ohne Eishockey

 Eishockey ist wohl eines der beliebtesten Sportmotive der kanadischen Post. Ich habe bei stampworld.com 114 Ausgaben zwischen 1956 und 2017 gefunden. Die aktuellste stammt von der Ausgabe zum 150jährigen Nationaljubiläum und zeigt die Summit Series 1972. Hinter diesem Begriff verbarg sich der erste Wettbewerb zwischen professionellen sowjetischen und kanadischen Eishockey-Spielern, nachdem sich Kanada im Streit mit dem Weltverband IIHF aus allen internationalen Wettbewerben zurückgezogen hatte. Die Serie ging über acht Spiele, vier davon in Kanada (Montreal, Toronto, Winnipeg und Vancouver) sowie vier in der Sowjetunion, die alle in Moskau ausgetragen wurden.

 

Vor dem achten Spiel hatten beide Teams drei Siege, drei Niederlagen und ein Unentschieden. Jedoch hatte die Sowjetunion ein Tor mehr erzielt, so dass Kanada siegen musste. Am 28. September 1972 war es dann soweit. Nach dem ersten Drittel stand es 2:2, doch nach dem zweiten Drittel führte die Sowjetunion mit 5:3. Phil Esposito und Yvan Cournoyer  gelang im dritten Drittel der Anschluss- bzw. Ausgleichstreffer. 34 Sekunden vor Ende der Partie, erzielte Paul Henderson  den Siegtreffer für Kanada. Damit hatte Kanada in der Endabrechnung die Summit Series 1972 knapp für sich entschieden.

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Die Briefmarke zeigt den jubelnden Torschützen Paul Henderson.

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Dieses gerahmte Siegerbild zeigt die kanadische Mannschaft. Darunter die Autogramme der 36 Spieler des Teams Canada sowie zusätzlich die Unterschriften des Summit-Veranstalters, des Trainers und des damaligen kanadischen Premierministers Pierre Trudeau, des Vaters des heutigen Premiers Justin Trudeau. Bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen von Montreal wurde das siegreiche Team Canada am 1.10.1972 schon von 10-tausend Fans begeistert empfangen. Danach ging es weiter nach Toronto, wo eine Menge von 80-tausend Menschen ihre Eishockey-Helden begrüßte.

Olympisches Kanada

 Zu den unvergessenen Momenten nicht nur für die Kanadier zählen die drei Olympischen Spiele, die bislang in diesem Land ausgetragen wurden. Über das Philatelistische haben auch OSPC- und IMOS-Mitglieder in den vergangenen Jahren ausführlich berichtet. 1976 war Montreal Gastgeber für die Sommerspiele. Die Olympischen Winterspiele wurden 1988 in Calgary und 2010 in Vancouver veranstaltet.

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Diese Briefmarke zu den olympischen Momenten zeigt den triumphierenden Freestyle-Skifahrer Alexandre Bilodeau bei seinem Olympiasieg 2010 in Vancouver. Der damals 23jährige sorgte damit für die allererste kanadische Goldmedaille bei Olympischen Spielen im eigenen Land. Der mehrfache Buckelpisten-Weltmeister konnte 2014 in Sotschi seinen olympischen Erfolg wiederholen.

Aber auch die Paralympics, die zweimal 1976 und 2010 im Winter in Kanada stattfanden, wurden von der Post jetzt gewürdigt.

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Diese Ahorn-Briefmarke zeigt Skifahrerin Lauren Woolstencroft, die 2002 für die erste kanadische Goldmedaille bei Paralympics sorgte. Mittlerweile hat die 1981 in Calgary geborene Athletin acht paralympische Goldmedaillen geholt, fünf davon 2010 bei den Spielen in Vancouver. Woolstencroft, der seit ihrer Geburt die Extremitäten unterhalb der Knie fehlen, gehört damit zu den weltweit erfolgreichsten paralympischen Sportlern.

50 Jahre Formel-1 in Kanada

Bereits am 16.Mai 2017 hatte die kanadische Post die Sportphilatelisten mit einer anderen interessanten Gedenkausgabe zum 50. Jahrestag der Formel 1 in Kanada überrascht. Seit 1967 wird, mit Ausnahme in den Jahren 1975, 1987 und 2009, der Große Preis von Kanada als Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft ausgetragen.

Um dieses Jubiläum würdig zu feiern, veröffentlichte die kanadische Post das volle Programm mit FDC´s, Sondermarken und einem Kleinbogen mit Marken von fünf berühmten Fahrern aus verschiedenen Formel-1-Epochen.

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Die fünf Briefmarken zeigen Sir Jackie Stewart, Gilles Villeneuve, Ayrton Senna, Michael Schumacher und Lewis Hamilton. Die Risiken des Rennsports werden bei dieser Auswahl wieder einmal deutlich vor Augen geführt. Zwei der Fahrer – Villeneuve und Senna – sind bei Rennen tödlich verunglückt.

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Michael Schumacher, der vor kurzem in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen wurde, ist nach seinem schweren Ski-Unfall am 29.12.2013 bisher nicht wieder in ein normales öffentliches Leben zurückgekehrt. Er befindet sich immer noch in der medizinischen Rehabilitation. Die aktuelle kanadische Marke und der Ersttagsbrief mit Stempel, sozusagen ein philatelistisches Lebenszeichen, dürften nicht nur seine Fans begeistern.414046131Michael Schumacher startete von 1991 bis 2006 sowie von 2010 bis 2012 bei insgesamt 307 Großen Preisen der Formel-1-Weltmeisterschaft. Mit sieben Weltmeistertiteln, 91 Siegen, 68 Pole Positions  und 77 schnellsten Rennrunden  ist er der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte. Darüber hinaus stand er mit 155 Platzierungen unter den Top Drei am häufigsten auf dem Siegerpodest. Das FDC zeigt ihn nach einem seiner vielen Siege.

Von den fünf Rennfahrern auf den Marken ist nur noch Lewis Hamilton aktiv.414047131Der 32jährige Brite, der seit 2013 für den Mercedes-Rennstall fährt, ist dreifacher Weltmeister. Am 11.Juni 2017 feierte er zum 50jährigen Jubiläum des Großen Preises von Kanada in Montreal seinen 56. Sieg. Es war sein sechster Erfolg auf dem Circuit Gilles Villeneuve. Da er zudem die Pole Position erzielte, jede Runde geführt und die insgesamt schnellste Rennrunde zurückgelegt hatte, gelang ihm dieses Mal sogar ein „Grand Slam“!

Die Rennstrecke in Montreal ist seit dem 12.6.1982 nach dem Kanadier Gilles Villeneuve benannt, der fünf Wochen vorher beim Großen Preis von Belgien in Spa tödlich verunglückt war.  3956_Pane_x5_WT_02

 

 

 

 

(Autor: KJA)

 

 

 

 

Vom Schwimmer zum Kino-Helden – Philatelistische Ehrung für Bud Spencer

Haudrauf-Filme haben ihn weltberühmt gemacht. Vor genau einem Jahr, am 27. Juni 2016 war Carlo Pedersoli alias Bud Spencer im Alter von 86 Jahren gestorben. Für viele war der italienische Schauspieler ein Held ihrer Kindheit. Streifen wie „Sie nannten ihn Plattfuß“ oder „Vier Fäuste gegen Rio“ mit seinem langjährigen Film-Partner Terence Hill werden noch immer weltweit von vielen Menschen gern gesehen. Zu Ehren von Bud Spencer hat die BILD in Kooperation mit Post Individuell und der Familie Pedersoli am ersten Todestag des Kino-Helden die ersten Bud Spencer Briefmarken in Deutschland herausgegeben. Streng limitiert, auf 10 000 Bögen mit zehn verschiedenen Motiven – von Kultfotos bis zu unveröffentlichten Bildern.

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Leider ist diese Aktion von BILD nicht so uneigennützig, wie sie auf dem ersten Blick erscheint. Nur wer Bild plus abonniert hat, kann einen Bogen online kaufen. Mit „Spe..ncer“ fängt man Mäuse! Wer bei dieser Abonnenten-Aktion nicht mitmachen will, kann sich ja mit anderen Bud-Spencer-Briefmarken trösten.$_57Denn im Gegensatz zur vollmundigen BILD-Ankündigung , es sei die erste und stärkste Spencer- Briefmarke der Welt, hat es im vorigen Jahr aus Anlass seines Todes schon einige Ausgaben gegeben.

Am 7.12.2016 erschien in Österreich diese personalisierte Trauermarke.

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Die Postverwaltungen von Mocambique und den Solomon Inseln würdigten den Schauspieler ebenfalls schon 2016 mit offiziellen Ausgaben.

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Bemerkenswert für uns Sportphilatelisten ist in diesem Zusammenhang die linke obere Marke des Vierer-Blocks.  $_12 2 Sie zeigt den Schwimmer Carlo Pedersoli und späteren Schauspieler Bud Spencer auf einem Markenbild und wird mit ihrer Inschrift auch zu einer Sportbriefmarke.

Und damit beginnt hier die Geschichte für uns eigentlich erst so richtig interessant zu werden. Wer kennt schon den bewundernswerten sportlichen Lebenslauf des italienischen Tausendsassas.

„Ich bin immer meinen eigenen Weg gegangen“. So beschreibt Carlo Pedersoli auf seiner offiziellen Webseite seine schwimmerische Laufbahn. „Ich bin am 31. Oktober 1929 in Neapel geboren. Nur ein Jahr nach meiner Einschulung 1936 mache ich meine ersten Schwimmversuche und trete einem Schwimmverein bei. Im Jahr 1940 zieht meine Familie, zu der seit 1934 auch meine Schwester Vera gehört, nach Rom, da die von meinem Großvater im 19. Jahrhundert gegründete Fabrik bei einem Bombenangriff zerstört wird.

Ich besuche dort die Schule und beende diese 1946 mit einem überdurchschnittlichen Abschluss. Mit der Rugby-Mannschaft meiner Schule werde ich nationaler Meister und im Schwimmen bin ich zu dieser Zeit schon ein Champion, da ich im Alter von 15 Jahren schon schneller bin als meine älteren Konkurrenten. 1946 bestehe ich die Aufnahmeprüfung an der Universität von Rom und beginne als einer der jüngsten Studenten Italiens Chemie zu studieren. Die Nachkriegszeit ist eine harte Zeit und daher zieht meine Familie erneut um, dieses Mal nach Brasilien. Ich lerne Portugiesisch und arbeite unter anderem als Fließbandarbeiter in Rio de Janeiro. 1948 kehre ich nach Italien zurück. Ich breche mein Chemiestudium ab und studiere stattdessen nun Jura. Dies soll mir mehr Zeit für das Training und das Schwimmen ermöglichen. Neben dem Schwimmen boxe ich in dieser Zeit auch ein wenig im Schwergewicht und gewinne dabei alle meine Kämpfe. Im Schwimmen stelle ich schnell ein paar wichtige Rekorde auf. 1949 werde ich Italienischer Meister im Freistil und ein Jahr später bin ich der erste Italiener, der die 100 Meter Freistil unter einer Minute bewältigt (59,50 Sekunden am 19. September 1950)“ , so Carlo Pedersoli alias Bud Spencer.

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Als erster Schwimmer der Welt hatte übrigens der spätere Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller aus den USA Johnny-Weissmueller-Briefmarke-300x231  (im Bild auf der Briefmarke der Isle of Man 2004) im Sommer 1922 in 58,6 Sekunden die Minutengrenze über 100 Meter Freistil geknackt.

 

 

 

1951 nahm Carlo Pedersoli an den Mittelmeerspielen  teil und gewann die Silbermedaille über 100 m Freistil. 1952 startete er bei den Olympischen Spielen in Helsinki.  Über 100 m Freistil wurde er in seinem Vorlauf Fünfter. Vier Jahre später nahm er an den Olympischen Spielen in Melbourne teil und erreichte über 100 Meter Freistil den 11. Platz. Zwischen 1947 und 1957 gewann er zehn italienische Meistertitel in Folge: dreimal im Brustschwimmen und siebenmal über 100 m Freistil. In dieser Zeit spielte er auch in der italienischen Wasserball-Nationalmannschaft.

1957 beendete er mit 27 Jahren seine Schwimmkarriere und kehrte nach Südamerika zurück. Er sagte damals selbst: „Denn kommt der Ruhm zu schnell, steigt er einem leicht zu Kopf. Bei mir war es kurz davor.“

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Dieses Unikat dürfte den Neid der Autogrammsammler wecken: Bud Spencer signierte eine Collage, die ihn als Profischwimmer in den 50er-Jahren zeigt und die auch sein original Panini-Sammelbild aus dieser Zeit enthält, mit seinem bürgerlichen Namen: Carlo Pedersoli.

„Das machte er nur ganz selten“, freute sich Werbegrafiker Lars Giesen aus Bislich 2015 in Berlin, als er an der Vorstellung der Bud Spencer Biografie des Verlages Schwarzkopf und Schwarzkopf neben seinem Idol teilnehmen durfte. „Offenbar hat ihn die Mühe, die ich mir gemacht habe, ein klein bisschen beeindruckt“, verriet Lars Giesen, der für das Buch viele Fotos aus seiner Filmsammlung zur Verfügung gestellt hatte

Aber auch in Deutschland hat der Schwimmer Carlo Pedersoli seine Spuren hinterlassen. In Schwäbisch Gmünd wurde 2011 sogar das Freibad „Schießtalsee“ in „Bud-Spencer-Bad“ umbenannt. Schließlich hatte er dort am 7./8. Juli 1951 seinen großen Auftritt. Nachzulesen in der Gmünder Tagespost vom 30.11.2011:  „Das neue Freibad „Schießtalsee“ war proppenvoll an diesem heißen Sommertag, als es mit einem Länderkampf Deutschland gegen Italien offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. 5 000 Zuschauer sorgten für ein damals noch völlig unbekanntes Verkehrschaos auf den Straßen rund um das Bad. Selbst in den Bäumen saßen Fans, die einen Blick auf das deutsche Team mit Herbert Klein aus München erhaschen wollten, der vier Wochen zuvor in 2:27,3 Minuten einen Weltrekord über 200m Brust aufgestellt hatte. Allerdings nicht im heute üblichen Schwimmstil, sondern mit Schmetterlingsarmzügen. Zu den Stars der „Squadra Azzuri“ gehörte ein Mann Namens Carlo Pedersoli.

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 Der drahtige Jüngling, der mit 59,8 Sekunden als einziger Starter über die 100m Freistil die damals noch viel mehr begehrte Minutengrenze knackte, eroberte sich schnell die Herzen der vor allem weiblichen Zuschauer, die dem Charme des „Stiers von Rom“ erlagen.

Für eine junge Gmünder Bäckerstochter soll es tatsächlich ein Techtelmechtel mit dem späteren Olympiateilnehmer aus Italien gegeben haben…“ Den Länderkampf gewann übrigens das deutsche Team mit 88 zu 59 Punkten!

Noch einmal kehrte Pedersoli nach Gmünd zurück. Drei Jahre nach dem Länderkampf im Freibad „Schießtalsee“ gab es im alten Hallenbad einen Klubkampf zwischen dem SVG und Lazio Rom. Der Renommierklub aus der italienischen Hauptstadt hatte keinen Geringeren als Carlo Pedersoli in seinen Reihen, der aber nur in den Staffeln und bei einem Wasserballspiel zum Einsatz kam.

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Gefragter Mann: Bud Spencer wird 1975 in einem Schwimmstadion in München von jungen Fans umlagert.

1994 und 2009 war Carlo Pedersoli vielumjubelter Ehrengast bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom. Philatelistisch spielte er dort leider noch keine Rolle!

Jetzt aber gehören die aktuellen Bud Spencer Briefmarken, die nach seinem Tod herausgegeben worden sind sowie seine leistungssportliche Geschichte wohl in jede Schwimm-Motiv-Sammlung eines Sportphilatelisten.

(Autor: KJA)

„Riemen- und Dollenbruch“ am Brandenburger Beetzsee – OSPC-und IMOS Mitglieder gemeinsam auf Exkursion

Was 2016 auf dem Regattagelände von Berlin-Grünau so erfolgreich begonnen hatte (s. OSPC-Newsletter 03/2016), wurde nun fast genau ein Jahr später an der Regattastrecke in Brandenburg fortgesetzt.

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OSPC-und IMOS-Mitglieder sowie ihre Gäste auf der Regattatribüne und vor dem modernen Zielrichter-Turm in Brandenburg/Havel.

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Blick auf die Regattastrecke, die mit ihren 2000 Metern von den Zuschauern auf den Tribünen am Ziel sehr gut einzusehen ist.

Werner Sidow hatte erneut eingeladen, um Teil Zwei seines sportphilatelistischen und -historischen Vortrags über den Rudersport an authentischer Stelle zu halten.

Dazu hatte er sich auch diesmal einen sachkundigen Experten mit ins Boot geholt. Hartmut Duif, Ehrenpräsident des Landesruderverbandes Brandenburg, kennt die Anlage am Beetzsee seit Jahrzehnten wie seine Westentasche. Als Cheforganisator vieler nationaler und internationaler Ruderereignisse konnte er viele interessante Fakten und Geschichten erzählen.

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Hartmut Duif (links im Bild) und OSPC-Mitglied Werner Sidow schwelgen in Ruder-Erinnerungen.

Zu unseren Gästen zählten diesmal auch Mitglieder des Briefmarken-Sammler-Vereins Brandenburgia e.V., die für diese Zusammenkunft extra ein Sonder-Ganzstück mit Tagesstempel vorbereitet hatten. Dafür den Freunden des BSV Brandeburgia um ihren Vorsitzenden Gerhard Naumann unseren herzlichsten Dank – Überraschung gelungen!

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Seit 1883 wird in Brandenburg an der Havel gerudert, einige Jahre später eroberten die Kanuten die Brandenburger Gewässer. In der Folgezeit entstanden in der Havelstadt zahlreiche Wassersportvereine, die die Grundlage für die Entwicklung eines Breiten-, Leistungs- und Wettkampfsports bildeten. Der internationale Aufschwung kam aber erst später.

1965 beschloss die DDR-Führung, auf dem Beetzsee eine neue Regattastrecke zu bauen. 1967 erfolgte der erste Spatenstich, bereits 20 Monate später zum V. Deutschen Turn-und Sportfest 1969 in Leipzig stand eine Wettkampfanlage zur Verfügung, die den modernsten Anforderungen der damaligen Zeit entsprach. 4000 Ruderinnen-und Ruderer waren in Sternfahrten zur Eröffnung auf den Beetzsee gekommen.

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Mit dem 1.Verbandstreffen vom 18.-20.07.1969 begann auch die Ausgabe philatelistischer Sportbelege. Hier mit Sonderstempel vom 16.7.69 mit Ruderbriefmarke von der Frauen-EM 1968 in Berlin-Grünau. Der Sonderstempel gehört zu den Raritäten, weil er kurz darauf korrigiert werden musste. Hier ist noch vom „1.Rudertreffen“ die Rede. Korrekt hieß es später „1.Ruderertreffen“. 1976 wurde die Brandenburger Regattastrecke als bislang einzige auf einer Briefmarke verewigt.

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Im Laufe der fast 50-jährigen Geschichte der Ruder-und Kanustrecke begannen viele spätere Olympia- und WM-Medaillengewinner in der Havelstadt ihre sportliche Laufbahn. Zu den bekanntesten Brandenburgern zählen die Landvoigt-Zwillinge, die zweimal Olympiasieger (1976 und 1980) und viermal Weltmeister in der Bootsklasse Zweier ohne Steuermann werden konnten.

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Die Ruder-Zwillinge Bernd und Jörg Landvoigt aus Brandenburg mit ihrem Trainer Johannes Wujanz. 

Während die einstige Olympia-Regattastrecke in Berlin-Grünau nach der Wende immer mehr verfiel, wurden in Brandenburg rund 17 Millionen Euro in den Erhalt und den Ausbau der Regattastrecke investiert. Ausgaben, die sich gelohnt haben. An 26 Wochenenden im Jahr ist die Regattastrecke mit Wettkämpfen ausgebucht – neben dem fast ganzjährigen täglichen Trainingsbetrieb der Ruderer und Kanuten.

Die Strecke auf dem Beetzsse, der übrigens der Stadt Brandenburg gehört, zählt für viele Ruder-Freunde neben dem Rotsee in Luzern und dem See im slowenischen Bled zu den schönsten Naturstrecken der Welt.

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Zu den sportlichen Ruder-Höhepunkten gehörten bislang die Europameisterschaften der Frauen 1972, die Junioren-Weltmeisterschaften 1985 und 2005 und die Europameisterschaften 2016.

 

 

Die absolute Krönung fehlt dem Beetzsee aber noch: eine „richtige“ Weltmeisterschaft.

Der Deutsche Ruderverband hatte sich mit der Regattastrecke zunächst um die Austragung der Weltmeisterschaften 2015 bemüht, zog seine Bewerbung jedoch im Mai 2011 wegen zu hoher finanzieller Risiken zurück.

„Die Forderungen waren utopisch“, so Landesverbands-Ehrenpräsident Hartmut Duif, dem wir an dieser Stelle noch einmal vielen Dank sagen für seine sachkundige Begleitung unseres Treffens am 17.Juni 2017 am Brandenburger Beetzsee.

Der Traum von einer Ruder-WM geht also weiter, auch für unser OSPC-Mitglied Werner Sidow, der mit seinem „Ruderlatein“ längst noch nicht am Ende zu sein scheint!

(Autor: KJA)

Briefmarken-Sammler fördern seit 50 Jahren deutschen Nachwuchs-und Spitzensport

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe feiert am 26.Mai 2017 ihr fünfzigjähriges Bestehen. In dieser Zeit sind dem deutschen Sport aus den Erlösen der Sportbriefmarken über 130 Millionen Euro an Fördermitteln zugeflossen. Maßgeblichen Anteil an diesem großen Erfolg haben neben der Post auch die Millionen von Briefmarkensammlern, die damit fast ein Drittel des gesamten Sporthilfe-Budgets erbracht haben.

In den zurückliegenden 50 Jahren wurden bis auf die Jahre 1973, 1974, 1975 und 1977, in denen es keine Marken „Für den Sport“ mit entsprechendem Zuschlag gab, insgesamt 156 Briefmarken sowie fünf Blockausgaben an die Postschalter gebracht. Zirka 40 Sportarten vom Alpinen Ski-Lauf bis zum Volleyball wurden mit entsprechenden Motiven bedacht. Darüber hinaus gab es Markenmotive mit Sportstätten, Sportpersönlichkeiten sowie sportlichen Symbolen und Gegenständen.

34 Grafikerinnen und Grafiker waren in den fünf Jahrzehnten an der Gestaltung der Briefmarken beteiligt. Für die Jubiläumsausgabe zeichnete in diesem Jahr erstmals Grafik-Designer Professor Wilfried Korfmacher (im Foto links) aus Meerbusch verantwortlich. Mit ihm hat Klaus-Jürgen Alde gesprochen.S1180083

Zunächst herzlichen Glückwunsch zum Siegerentwurf für die diesjährige Sonderpostwertzeichen-Serie „Für den Sport“ anlässlich 50 Jahre Stiftung Deutsche Sporthilfe. Was bedeutet dieser Erfolg für Sie?

Wenn ich sagen würde, ich fühle mich wie ein Weltmeister oder Olympiasieger, dann wäre das vermessen. Der Wettbewerb war ja allenfalls eine „Deutsche Meisterschaft“. Wir begreifen unsere Disziplinen Gestaltung, Design und Grafik auch als Sport. Wir waren eingeladen worden, um im ehrenwerten Kreis von Kollegen uns zu bewähren. Und am Ende hat die Jury uns ausgewählt. So fühle ich mich heute tatsächlich wie ein Sportler. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir im Wettbewerb dieser berühmten Sonderpostwertzeichen-Serie gerade zum 50jährigen Bestehen der Sporthilfe siegreich waren.

Sie sprechen vom „Wir“. Wer gehört da noch dazu?

Auch wenn ich Professor für Design an der Hochschule in Düsseldorf bin, wurde ich zur Vorstellung der neuen Briefmarken „Für den Sport“ nicht professional sondern professionell nach Berlin eingeladen. Ich arbeite in der Agentur „Zeichenverkehr“ schon seit vielen Jahren im Team mit Daniel Stoffels zusammen. Die Briefmarken stehen ja unter dem Motto „Leistung – Fairplay – Miteinander“. Dieses Miteinander pflegen wir, das ist in unserer Branche so üblich. Wir sind nicht die Einzelkämpfer im stillen Kämmerlein sondern wir arbeiten mit den unterschiedlichsten Spezialisten zusammen. In diesem Fall haben wir es im Endeffekt zu Zweit gemacht.

Wie groß war der „Lernprozess“ bei der Gestaltung der diesjährigen Sportbriefmarken?

Das nachzuvollziehen ist nicht ganz einfach. Ich könnte Ihnen viele Entwürfe zeigen, die wir nach Erhalt der Briefing-Unterlagen gemacht haben. Die Aufgabenstellung war sehr schwierig. Da galt es sichtbar zu machen, dass die Marken für den Sport in Deutschland und für das 50jährige Jubiläum der Sporthilfe sind. Dazu mussten die Werte der Marken gut erkennbar sein. Die Marken sollten sehr prägnant die Begriffe „Leistung-Fairplay-Miteinander“ zeigen. Und der Ausschreibungstext besagte, dass möglichst keine Bilder verwendet werden sollen.

Danach haben wir unterschiedlichste Entwürfe gemacht. Auch einen, der tatsächlich ohne fotografisches Bild auskam. Da haben wir aus den Worten mehr oder weniger abstrakte Illustrationen entwickelt. Da standen sich z.B. beim Begriff „Fairplay“ wie auf einem Basketballfeld die vier Buchstaben für „fair“ denen von „play“ gegenüber. Die Buchstaben des Begriffs „Leistung“ waren auf einer Laufbahn aneinandergereiht. Die 11 Buchstaben von „Miteinander“ zierten eine Fußballmannschaft auf dem Spielfeld. Das war zwar alles sehr gut gelungen, wir waren aber dennoch nicht zufrieden, weil die Marken im Endeffekt nicht so eine emotionale Kraft hatten – nicht den „Geschmack“ einer Goldmedaille. Gerade zum Sporthilfe-Jubiläum sollten die Marken so etwas wie den Abglanz einer Goldmedaille haben. Wir haben also weiter experimentiert. Gold als Sonderfarbe verwendet und am Ende diese drei nun vorliegenden Briefmarken kreiert, die uns ebenfalls am besten überzeugt hatten.

Wann ist mit der nächsten sportlichen „Korfmacher-Briefmarke“ zu rechnen?

Ich habe gerade die Abzüge für unseren Siegerentwurf zum Tag der Briefmarke 2017 erhalten. Dieser hat im weiteren Sinne durchaus auch etwas mit Sport zu tun.

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Auf dem Bild der 70+30 Cent Marke aus der Plusmarken-Serie zum Tag der Briefmarke haben wir einen Comic mit Fix und Foxi auf Skateboardern dargestellt. Die Briefmarke erscheint am 14.September.

 

Das komplette Interview mit Professor Korfmacher ist im neuen OSPC-Journal 01/2017 abgedruckt. Hier weitere Themen aus dem Heft:

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(Autor: KJA)

Paris ist bereit für Olympia 2024

Das war eine „Punktlandung“ der französischen Post. Pünktlich zum Besuch der Evaluierungskommission gab sie als einer der offiziellen Sponsoren eine Sonderbriefmarke zur Unterstützung der Pariser Olympia-Bewerbung für 2024 heraus. Seit 15. Mai ist diese Marke an den Schaltern erhältlich. Neben dem Kandidaten-Logo von Paris ist das Grand Palais zu sehen, in dem die Wettbewerbe im Fechten und Taekwondo ausgetragen werden sollen.

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Das Rennen zwischen Paris und Los Angeles um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 geht nun in die entscheidende Phase. Beide Städte überzeugten die IOC-Evaluierungskommission bei deren Besuchen vollständig. „Es ist die Vision der Spiele, die den Unterschied zwischen den beiden technisch sehr starken Kandidaten ausmachen wird“, sagte Kommissionschef Patrick Baumann zum Ende der dreitägigen Inspektion in Paris.

Zuvor hatte die Delegation Los Angeles besucht. „Beide Kandidaten haben kein größeres Risiko, es sind zwei fantastische Städte, die alle unsere Fragen beantwortet haben“, sagte Baumann. Die Spiele in sieben Jahren werden am 13. September in Lima/Peru vergeben.

Frankreichs neuer Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die IOC-Kommission im Elysee-Palast empfangen. Dabei kündigte er an, persönlich zur Wahl nach Lima zu reisen. Paris will vor allem mit seinem Plan von kompakten Spielen überzeugen. 22 Sportarten sollen innerhalb von 10 Kilometern stattfinden, ein Teil davon in historischen Sehenswürdigkeiten wie dem Grand Palais oder rund um den Eiffelturm.

„Die enge Verbundenheit zwischen den Spielen und Paris ist absolut offensichtlich. Ich habe bemerkenswerte Sportstätten umgeben von historischen Monumenten von außerordentlicher Schönheit gesehen“, sagte Baumann.

Die Mitglieder der IOC-Kommission hatten unter anderem den Eiffelturm, das geplante Olympische Dorf und das berühmte Stade de France besichtigt. Olympia 2024 in Paris, das seien Sommerspiele im historischen Herzen der «schönsten Stadt der Welt», twitterte Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Sie hatte das IOC-Team bei seinem Besuch begleitet.

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100 Jahre nach den Olympischen Spielen 1924 in Paris sollen sich die besten Sportler der Welt wieder in Frankreichs Hauptstadt messen.

1924 sah der Sportstätten-Plan so aus:

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Spiele der kurzen Wege sind auch für 2024 geplant:

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95 Prozent der Wettkampfstätten sind bereits fertig, nur das Schwimmstadion muss noch gebaut werden. Paris will im Olympia-Zweikampf mit den US-Amerikanern vor allem mit kurzen Wegen, einem nachhaltigen ökonomischen und ökologischen Konzept im Einklang mit den Welt-Klimaschutzabkommen, geringen Kosten und einer perfekten Infrastruktur punkten. Alle Sportstätten in Paris liegen nur einen Fußweg auseinander. Zudem sind alle Segelwettbewerbe in Marseille oder die EM-Stadien von 2016 für die Fußball-Turniere der Frauen und Männer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das engmaschige Transportnetz mit der Pariser Metro und die schon existierenden Wettkampfstätten sind nicht nur angenehm für Tausende von Athleten und Millionen von Besuchern, sondern minimieren auch die Kosten, die in den vergangenen Jahrzehnten bei Olympia explodierten und die Ausrichter-Städte teilweise bis an den Rand des Ruins trieben.

Mit 6,2 Milliarden Euro Etat wollen die Franzosen für Olympia auskommen, 3,2 Milliarden davon fließen direkt in die Organisation der Spiele und sollen von privaten Sponsoren aufgebracht werden. Die restlichen 3 Milliarden Euro werden jeweils zur Hälfte privat und von der öffentlichen Hand finanziert.

Fast zwei Jahre nach den Anschlägen von Paris im November 2015 und ein Jahr nach der weitgehend problemlos verlaufenen Fußball-Europameisterschaft in Frankreich ist die Sicherheit der Sportler und Besucher eines der wichtigsten Themen. Rund ein Drittel des Etats soll deshalb für den Schutz der Sportler und Besucher aus aller Welt ausgegeben werden.

«Made for Sharing» («Gemacht, um zu teilen») – so lautet der Slogan der Pariser Olympia-Bewerbung. Auch wenn Paris bereits sieben Jahre vor den Sommerspielen sehr weit mit der Organisation ist, gibt es auch noch Probleme. Kritiker bezweifeln z.B., ob das Langstrecken-Schwimmen und die Triathlon-Teildisziplin wegen der schlechten Wasserqualität in der Seine stattfinden können. Bis 2024 soll sich dies lt. Organisationskomitee aber im wahrsten Sinne des Wortes  „klären“ lassen.

(Autor: KJA nach dpa-Informationen)

Johan Cruyff auf niederländischer Silber-Marke – Postalische Erinnerungen auch in der Karibik

Ein Jahr nach seinem Tod ist der frühere niederländische Fußballstar Johan Cruyff von seinem Heimatland und seinem Ex-Club FC Barcelona mehrfach geehrt worden. In Barcelona wird eines der Barca-Stadien nach der Fußball-Legende benannt, vor dem Camp Nou wird eine Statue des genialen Stürmers und Trainers aufgestellt und die niederländische Post widmet ihm sogar eine silberne Sonderbriefmarke.

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Die von der niederländischen Post herausgegebene Cruyff-Marke ist erst die insgesamt fünfte Briefmarke, die in Silber geprägt wurde. Die Stückzahl ist überschaubar. Nur 1.400 Marken gab es in einer Geschenkverpackung zu 25 Euro. Davon gehen jeweils 3,50 Euro der Einnahmen an die Johan-Cruyff-Stiftung für junge Fußballer. Wie die niederländische Post auf ihrer Webseite mitteilt, war die Silbermarke innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Die Marke, die unbegrenzt gültig und auch als Frankatur für Einschreiben verwendbar ist, dürfte aber kaum in den regulären Postverkehr gelangen. Sie ist damit schon jetzt eine Rarität für jeden Sammler. Im Briefmarken-Fachhandel wird sie derzeit für 48,50 Euro angeboten

 

Eine weitere  philatelistische Ehrung für den großen niederländischen Fußballer ein Jahr nach seinem Tod gab es auch auf den Niederländischen Antillen. Am 25.April erschienen auf Saba, Bonaire und St.Eustatius diese drei unterschiedlichen Briefmarken mit einem Porträt von Johan Cruyff. Die drei Karibik-Inseln gelten als  besondere Gemeinden innerhalb des Niederländischen Königreiches und werden postalisch als „Caribisch Niederland“ erfasst.

 

Cruyff war am 24. März 2016 im Alter von 68 Jahren in Barcelona an Lungenkrebs gestorben. Europas Fußballer des Jahrhunderts spielte in seiner Profikarriere vor allem für Ajax Amsterdam und den FC Barcelona. eine-briefmarke-fuer-cruyff In beiden Vereinen war Cruyff später auch als Trainer tätig. Insgesamt bestritt der Niederländer 48 Länderspiele, in denen er 33 Tore erzielte.

Der Vize-Weltmeister von 1974 wäre am 25.April dieses Jahres Siebzig geworden.

 

Weitere Cruyff-Ehrungen gibt es in diesem Monat auch am Olympiastadion von Amsterdam, wo Cruyffs Heimatverein Ajax bis 1996 spielte. Dort wurde ein Gedenkplatz eingerichtet. In einem Freilichtmuseum in Arnheim wurde eine Ausstellung über niederländische „Helden am Ball“ eröffnet, in der Cruyff einen eigenen Trophäen-Saal erhielt.

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Spaniens Meister FC Barcelona wird das Stadion für die B- und die Frauen-Mannschaft, das derzeit auf dem Trainingsgelände gebaut wird, „Estadi Johan Cruyff“ taufen. Zudem hat der Club bei der Stadt angefragt, eine zum Barca-Stadion führende Straße nach Cruyff umzubenennen.

FC Barcelona v Real Madrid CF - La LigaGedenken an Johan Cruyff nach seinem Tod vor einem Jahr im Estadio Nou Camp in Barcelona (Foto AP).

So schön und interessant die aktuelle „Silber-Marken-Ehrung“ der niederländischen Post auch ist, Johann Cruyff gab es sogar schon einmal in Gold – 1974 verausgabte die Post von E. Guinea anlässlich des 75. Gründungsjahres des FC Barcelona einen Goldblock mit dem Fußballer.

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(Autor: KJA)