Deutschland ist Weltmeister – aber warum nur dreimal?

Mit Spannung warten Sportphilatelisten und Förderer des deutschen Leistungssports auf die diesjährige Ausgabe der Briefmarkenserie „Für den Sport“. Damit unterstützt, wie jedes Jahr, das Bundesministerium der Finanzen die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Seit 1968 sind durch die Sondermarken mit dem „Plus“ bereits mehr als 130 Millionen Euro an Fördermitteln für die sozialen Belange und Aufgaben im Bereich des Nachwuchs- und Spitzensports zur Verfügung gestellt worden.

Am 3. Mai ist es endlich soweit. Da kommen die Marken an die Postschalter. Das langehütete Geheimnis ist aber jetzt schon dank der aktuellen Pressemitteilung des Finanzministeriums gelüftet. Endlich wissen wir, was sich unter dem Motto „Sportlegenden – Legendäre Fußballspiele“ verbirgt. Nach dem in diesem Jahr bereits das Thema Olympische Winterspiele philatelistisch völlig negiert wurde, haben die drei Fußball-Marken auch nicht wirklich etwas mit der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Russland zu tun. Absicht oder Berechnung – das ist die große Frage!

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Als ehemaliger Hörfunk-Sportreporter freue ich mich natürlich über das philatelistische Denkmal, das erstmals mit den Briefmarken meinem Berufsstand gesetzt wurde. Denn im Mittelpunkt der Emission stehen markante Sätze aus drei berühmten Hörfunk-und Fernseh-WM-Finalreportagen mit deutschem Happyend. Warum aber ausgerechnet der vierte deutsche WM-Titel 2014 in Brasilien keine Marke wert war, das sollte uns mal einer erklären – vielleicht der neue Finanzminister bei der traditionellen öffentlichen Präsentation der Marken mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

1954 – Das Wunder von Bern

Der erste Triumph bei einer Fußball-Weltmeisterschaft nimmt nicht nur in der Fußball-Geschichte Deutschlands eine exponierte Rolle ein. Der Sieg Sepp Herbergers und seiner Mannschaft im Sommer 1954 im Regen von Bern, wird von Historikern als eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Die Bilder der sympathischen, bescheidenen Fußballer sorgten kurz nach dem zweiten Weltkrieg für ein anderes Bild Deutschlands.
Im Finale war das DFB-Team der Außenseiter. Noch in der Vorrunde hatte es mit 3:8 gegen Ungarn verloren.

Im Endspiel stand es bereits 0:2 nach acht Minuten. Ein Wunder musste her. Morlock und Rahn trafen noch in Halbzeit eins. Torwart Toni Turek verhinderte mit Glanzparaden die erneute Führung der Ungarn. Radio-Reporter Herbert Zimmermann ruft begeistert: „Turek, du bist ein Teufelskerl. Turek, du bist ein Fußballgott.“

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Dann kommt die 84. Minute: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen“, ruft Zimmermann in sein Mikrofon. Und Rahn schießt und trifft. Wenig später beendete Zimmermann seine legendäre Reportage: „Aus. Aus. Aus. Aus. Das Spiel ist aus. Deutschland ist Weltmeister.“

Radio-Reporter Herbert Zimmermann ist mit dieser Endspiel-Reportage ebenfalls zur Legende geworden. Zumal später alle bewegten Bilder mit seinen Schilderungen unterlegt wurden. Sein damaliger Fernsehreporter-Kollege Dr. Bernhard Ernst hatte das Pech, das seine für die damals noch wenige deutsche Fernsehgerätebesitzer ausgestrahlte Übertragung nicht aufgezeichnet werden konnte und die Tonspur auch noch verloren ging.

1974 – Grandioser Heimsieg

In die Heim-WM 1974 ging die deutsche Mannschaft als Mitfavorit. Zwei Jahre zuvor hatte eine spielstarke deutsche Mannschaft um Beckenbauer, Netzer und Müller bei der EM den Titel gewonnen. Historische Spiele gab es schon vor dem Finale. Etwa den deutsch-deutschen Vergleich, den Sparwasser mit seinem Treffer für die DDR entschied. Im Finale in München ging es gegen Erzrivalen Niederlande. Es begann unglücklich – wie 1954. Nach 100 Sekunden stand es 0 zu 1. Dann aber traf Paul Breitner vom Punkt zum 1:1 und Rainer Bonhof legte im Strafraum  zurück auf Müller. Rudi Michel, der ARD-Fernsehkommentator, schildert: „Müller“ – es folgt eine kleine Pause, in der sich auf dem Spielfeld Gerd Müller dreht und schießt. Reporter Rudi Michel sagt nur: „Und… 2:1!“ Sporthilfe Marken 2020

Eine Stunde und viele Paraden von Sepp Maier später war Deutschland wieder Weltmeister. Rudi Michel: „Oh, hat das Kraft gekostet.“ Auch den Reporter!

1990 – ein Sieg für die Einheit

1990 war ein besonderes Jahr für Deutschland. Die Euphorie des Mauerfalls trug auch die Nationalmannschaft, die diesmal furios in die WM in Italien mit einem 4:1 gegen Jugoslawien startete. Im Achtelfinale gab es ein 2 zu 1 gegen die Niederlande. Im Halbfinale gegen England ein Sieg im Elfmeterschießen. Im Finale in Rom ging es gegen Maradona und Argentinien. Deutschland war überlegen – wird aber erst in der 85. Minute belohnt: Lothar Matthäus schickte Rudi Völler in den Strafraum. Néstor Sensini führt einen harten Zweikampf, bei dem Völler fällt. Welche Entscheidung trifft Schiedsrichter Méndez? O-Ton Gerd Rubenbauer im Fernsehkommentar der ARD: „Was gibt er? Er gibt Elfmeter!“ Andreas Brehme verwandelte eiskalt. Deutschland war zum dritten Mal Weltmeister.Sporthilfe Marken 2021

Gerd Rubenbauer resümierte: „Der Kaiser hat die Krone, die deutsche Mannschaft den Pokal, und wir hatten Spaß an diesem deutschen Team.“

2014 – der Spaß geht weiter

Diese große WM-Freude hatten wir auch 2014 in Brasilien. Deutschland wurde zum vierten Mal Weltmeister. Im Achtelfinale Algerien 2 zu 1 besiegt, im Viertelfinale Frankreich 1 zu 0 geschlagen, im Halbfinale Gastgeber Brasilien mit 7 zu 1 vom Platz gefegt.

Und im Finale gegen Argentinien gab es die erneute Krönung. Mario Götze kam in der 88. Minute beim Stand von 0 zu 0 für Miroslav Klose ins Spiel. Seinen Moment für die Ewigkeit hatte er dann sieben Minuten vor Ende der Verlängerung. Götze stoppte im freien Lauf eine von links kommende Flanke von Andre Schürrle mit der Brust, ließ den Ball direkt auf den linken Fuß tropfen und schoss ab ins Tor. ARD-Fernsehkommentator Tom Barthels: „Schürrle – der kommt an. Mach ihn, mach ihn Mario Götze – das ist doch Wahnsinn. Und jetzt ist er gekommen, dieser eine Moment für Mario Götze, da ist alles andere egal!“

Schade, das die Grafiker Astrid Grahl und Lutz Menze aus Wuppertal, die für die Entwürfe der diesjährigen Marken „Für den Sport“ verantwortlich waren, dieses dramatische Motiv nicht zu einer vierten WM-Final-Marke verarbeiten durften. Mir fehlt zwar das grafische Talent, aber ich habe trotzdem mal versucht, ein entsprechendes Markenbild zu kreieren. Der Reportersatz meines Kollegen Tom Barthel „Mach ihn – Mario Götze“ hätte es ebenso verdient, wie der Torschütze, der zur Zeit seiner einstigen WM-Form noch hinterherläuft!Goldegotze bearbeitet

 

Nachspielzeit

Wegen der langwierigen Koalitionsverhandlungen und  der damit erst kürzlich erfolgten Regierungsbildung, war es in diesem Jahr wohl nicht mehr möglich, kurzfristig in Berlin einen gemeinsamen Vorstellung-Termin zwischen der Stiftung Deutsche Sporthilfe und den für die „Sport-Briefmarken“  zuständigen neuen Finanz-und Innenministern Scholz und Seehofer zu finden. Die Marken werden nun offiziell auf der Briefmarken-Messe in Essen vom 3. bis 5. Mai präsentiert.

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Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist eine aktuelle Veröffentlichung der Post, in der man ganz beiläufig erfährt, dass es im Markenset neben den drei erwähnten nassklebenden Zusammendruck der drei Motive noch ein Zierfeld gibt.

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Und auf diesem Zierfeld ohne Werteindruck wird mit dem von mir oben beschriebenen Reporter-Ausruf „Mach ihn“ an das vierte von Deutschland gewonnene WM-Finale 2014 erinnert. Wenigstens etwas! Bleibt immer noch die Frage, warum es nicht für eine vierte „richtige“ Briefmarke gereicht hat?

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(Autor: Klaus-Jürgen Alde)

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Commonwealth Games – das Beste vom Empire

Kaum sind die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Pyeongchang Geschichte, da empfängt vom 4. bis zum 15.April die australische Stadt Gold Coast, 70 km südlich von Brisbane gelegen, die besten Sportlerinnen und Sportler des Commonwealth zu ihren Spielen.

640px-2018_Commonwealth_Games_countdown_clock_in_July_2017Über 5000 Teilnehmer aus 71 Ländern sind am Start. In 18 Sportarten werden 275 Medaillensätze vergeben. 38 separate Wettbewerbe umfasst das Para-Programm für die Athleten mit Handicap.

Es ist das fünfte Mal, dass Australien die Commonwealth Games ausrichtet. Sydney (1938), Perth (1962), Brisbane (1982) und Melbourne (2006) waren schon Gastgeber. Aus Anlass der 21. Commonwealth Games hat die australische Post eine Sonderbriefmarke veröffentlicht. Michael Zsolt, Leiter der Philatelie bei Australia Post, sagte dazu auf der Webseite der Post: „Diese Briefmarkenausgabe erinnert an das größte Sportereignis, das Australien in diesem Jahrzehnt veranstaltet hat.orgDie Briefmarke zum Basispreis ($ 1) wurde von Sonia Young vom Australia Post Design Studio entworfen und trägt das Emblem der Gold Coast 2018 Commonwealth Games. Das Emblem fängt, wie es in der Pressemitteilung der australischen Post heißt, „ die Energie und den Geist der „Friendly Games“ ein und ist inspiriert von den kräftigen Farben und Formen der Gold Coast-Landschaft. Es zeigt die Figuren von drei Athleten; eine Turnerin, ein Hürdenläufer und ein Schwimmer, die darauf abzielen, die Tiefe des Erbes und die tiefe Menschlichkeit der Spiele wiederzuspiegeln“.

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Die Briefmarkenausgabe, die seit dem 20. März 2018 in den australischen Postämtern verkauft wird, enthält zusätzlich noch einen Ersttagsbrief, ein Stempelpaket, einen Minibogen und eine Maxicard. Philatelistisch gesehen sind die Commonwealth Games durchaus auch eine interessante Fundgrube für den Sportphilatelisten.Rund 400 Briefmarkenausgaben wurden lt. Stampworld- Katalog seit 1958 veröffentlicht. Mehr dazu und zur Geschichte der Commonwealth Games gibt es im OSPC-Journal 01/2018 zu lesen, das im Mai erscheinen wird.

Die ersten Briefmarken gab es vor 60 Jahren, als die Spiele im walisischen Cardiff ausgetragen wurden. Insgesamt drei Marken zeigen das Antlitz der englischen Königin. b717b66bf3105242932fea4b5b14f570--uk-stamps-postage-stamps 2Queen Elizabeth II., Oberhaupt des Commonwealth, war seitdem oft zu Gast bei diesem großen Sportereignis. Auch wenn sie diesmal nicht nach Australien reist, ist sie präsent. Thronfolger Prinz Charles wird ihre Eröffnungsrede verlesen.

Die Queen auf einer Briefmarke zur Eröffnung der Commonwealth Games 1982 in Brisbane sowie auf einem Foto anlässlich der Games 2014 in Glasgow mit IOC-Präsident Dr. Thomas Bach.

Am 21. April wird die Monarchin 92 Jahre alt. Einen Tag später gibt sie sich zu Hause sportlich. Queen Elizabeth II. startet nämlich in diesem Jahr den traditionellen London-Marathon. Ihre Majestät schickt die rund 40.000 Läufer um Großbritanniens Langstrecken-Idol Mo Farah am 22. April um 10.00 Uhr Ortszeit von einem Podium im Windsor Castle auf die 42,195 Kilometer lange Strecke. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass Ihre Majestät die Königin die Einladung zum London Marathon 2018 angenommen hat“, sagte Sir John Spurling, Vorsitzender des Organisations-Komitees: „Vor allem, weil dies 110 Jahre nach dem Olympischen Marathon 1908, der von der damaligen Prinzessin Mary, Großmutter der Königin, in Windsor Castle gestartet wurde, geschehen wird.“

 

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Interessanter Sonderbogen der britischen Post vom 27.7.2011 zu den Olympischen Spielen 1908 in London, bei denen es keine Olympia-Briefmarken gab.

 

(Autor: KJA)

„Olympische Nachlese“ – Großes Interesse an OSPC-Veranstaltung

Das war schon ein „Heimspiel“ der besonderen Art, das noch lange im Gedächtnis aller Beteiligten bleiben wird. Der Olympia-und Sportphilatelisten Club Berlin hatte am 3.März gemeinsam mit dem Bezirkssportbund Marzahn/Hellersdorf in seine Heimstatt, dem Sportmuseum in der Eisenacher Straße, zu einer „Olympischen Nachlese“ von den Winterspielen in Pyeongchang eingeladen.

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70 Gäste, darunter etliche Olympia-Medaillengewinner und Weltmeister von einst, sorgten nicht nur für ein volles Haus, sondern auch für interessante sportliche Erinnerungen.

Nach einem kurzen Film-Einspiel über das großartige Abschneiden des deutschen Teams bei den Winterspielen mit 14 mal Gold, 10 mal Silber und siebenmal Bronze, schilderte OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert seine persönlichen Olympia-Eindrücke.

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„Die Winterspiele in Pyeongchang werden mir in guter Erinnerung bleiben“, so Thomas Lippert, der bereits im vergangenen Jahr einen Sommerurlaub zum näheren Kennenlernen von Land und Leuten genutzt hatte. „Dadurch konnte ich mich diesmal von Anfang an voll auf das olympische Geschehen konzentrieren. Die Wettkampfstätten in Pyeonchang und Gangneung waren schon beeindruckend“, so der 69jährige, der neben seiner Tätigkeit im OSPC Berlin auch Vorsitzender der Internationalen Motivgruppen Olympiaden und Sport (IMOS) ist. Sein ausführlicher olympisch-philatelistischer Reisebericht ist demnächst in unserem OSPC-Journal 01/2018 zu finden.

Die „Olympische Nachlese“ befasste sich aber nicht nur mit den aktuellen Winterspielen, sondern blickte auch noch auf zwei historische Daten zurück: Die Olympischen Spiele 1968 in Grenoble und 1988 in Seoul.

Vor 30 Jahren waren die Südkoreaner schon einmal Gastgeber olympischer Wettbewerbe. Prof. Dr. Horst Röder, damals Chef de Mission der DDR-Mannschaft, erinnerte im Gespräch mit Moderator Klaus-Jürgen Alde an den erfolgreichen letzten olympischen Auftritt der DDR. Interessant seine Aussage, dass ein dritter Boykott nach Moskau und Los Angeles, den der „Bruderstaat“ Nordkorea von den sozialistischen Verbündeten gefordert hatte, das Ende des Leistungssports in der DDR bedeute hätte. „So gesehen gab es nie Zweifel an einem Start der DDR-Mannschaft in Südkorea, das sich bereits 1988 als sehr aufmerksamer und perfekter Gastgeber erwies“, so der heute 85jährige Horst Röder.

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DDR-Chef de Mission Prof. Röder 1988 im Olympischen Dorf von Seoul beim Fernsehinterview zum Abschluss der Spiele, bei denen die DDR 102 Medaillen, darunter 37 Goldene, geholt hatte. (Foto: privat)

 

Ein rundes Jubiläum feiern in diesem Jahr auch die Olympischen Winterspiele von 1968 in Grenoble. Zu den Gästen der OSPC-Veranstaltung zählte auch Dr. Thomas Köhler, der damals gemeinsam mit Klaus M. Bonsack Rodel-Olympiasieger im Doppel und Silbermedaillengewinner im Einzel geworden war. Thomas Köhler, der 1964 in Innsbruck zur olympischen Rodel-Premiere im Einsitzer bereits Gold geholt hatte, zählt mit zusätzlich drei WM-Titeln nach wie vor zu den erfolgreichsten Aktiven seiner Sportart.

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Mit Erstaunen registrierte auch er die bisherige deutsche Olympia-Bilanz im Rodeln. Von 1964 bis 2018 haben die Deutschen bei 15 Winterspielen sage und schreibe 80 Medaillen (33/24/23) gewonnen. Auf das „Erfolgsgeheimnis“ dieser Überlegenheit angesprochen, erinnerte der Rodelfachmann daran, dass sich Deutschland nicht nur vier Kunsteisbahnen in Altenberg, Oberhof, Winterberg und Königssee leistet, sondern in den dortigen Trainingszentren auch eine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit macht. Hinzu kommen die Erfahrungen vieler ehemaliger Spitzenrodler, die heute als Trainer beschäftigt sind.

Köhler erinnerte auch an den „Kufen-Skandal“ von Grenoble. 1968 waren die in Führung liegenden DDR-Rodlerinnen vor dem letzten Lauf wegen angeblich angewärmter Schlittenkufen disqualifiziert und damit um ihre Medaillenchancen gebracht worden. Neueste Erkenntnisse der Olympiahistoriker belegen, dass die Sportlerinnen einem politischen Komplott geopfert wurden. Zusätzliche Informationen dazu bei unserem übernächsten Treff am 5. Mai, wenn wir auf die Spiele von Grenoble und Mexiko zurückblicken, die vor 50 Jahren stattfanden. OSPC-Mitglied und Olympia-Experte Volker Kluge garantiert schon jetzt einen interessanten Vormittag im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf.

Als Gastgeber der unterhaltsamen „Olympia-Nachlese Pyeongchang“ hatte sich der OSPC Berlin eine Überraschung für alle Besucher ausgedacht. Eine Sonderpostkarte erinnerte nicht nur an die Winterspiele von 2018, sondern diente auch als „Unterlage“ für etliche Autogrammjäger, unter ihnen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Autographensammler e.V. aus Rathenow

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Neben Horst Röder und Doppel-Olympiasieger Thomas Köhler waren als Gäste im Publikum noch weitere prominente Sportlerinnen und Sportler, die sich zum Abschluss unserer Veranstaltung gern den Autogrammwünschen stellten:

Monika Zehrt, Doppel-Olympiasiegerin 1972 in München über 400m sowie mit der 4 mal 400 m Staffel;

Ilona Slupianek, Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1980 in Moskau;

Roswitha Krause, die 1968 in Mexiko als Schwimmerin Staffel-Silber gewann und danach als Handballerin 1976 und 80 mit der DDR-Mannschaft Silber und Bronze in Montreal und Moskau holen konnte;

Marita Bauerschmidt und Magdalena Schmitt, die 1968 Bronze mit der Mannschaft erturnten.

(Autor: KJA, Fotos: H.-J.Ostermann)

 

Glänzender Auftritt des deutschen Olympia-Teams in Pyeongchang

Olympische Spiele sind schon etwas ganz besonderes, nicht nur für die Sportlerinnen und Sportler, sondern auch für uns Zuschauer und Olympiaphilatelisten.

Das große Interesse in Deutschland an den Winterspielen in Pyeongchang war natürlich vor allem auch auf das zuvor kaum erwartete sehr gute Abschneiden des eigenen Teams zurückzuführen. Mit 14 mal Gold, 10 mal Silber und siebenmal Bronze wurde die deutsche Olympiamannschaft in der Medaillenwertung hinter Norwegen und vor Kanada Zweiter.

Noch nie zuvor hatten deutsche Wintersportler bei Olympia so häufig gewonnen. 1998 in Nagano und 2002 in Salt Lake waren je zwölf Goldmedaillen das Maximum. Und sicher wird auch diesmal die Sporthilfe-Philatelie den Olympiasiegern wieder ein individuelles postalisches Denkmal setzten.

Pünktlich zum Beginn der Winterspiele in Pyeongchang brachte die südkoreanische Post am 9. Februar diesen Bogen heraus.

 

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Die 14 Briefmarken zeigen zwei markante Motive: Einen Medaillensatz sowie die Olympische Fackel.

Beide Markenmotive waren die richtige Einstimmung für das 14-tägige Spektakel in Südkorea. Die Eröffnungsveranstaltung gehörte zu den stimmungsvollsten in der Geschichte der Winterspiele – eine tolle, farbenprächtige Verbindung zwischen koreanischer Historie und Gegenwart mit modernster digitaler Technik und viel Feuerwerk in Szene gesetzt.

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Südkoreas Staatspräsident Moon Jae-In erklärte die Wettkämpfe mit der traditionellen Begrüßungsformel auf Koreanisch für eröffnet. Danach entzündete Kim Yuna, Südkoreas Eiskunstlauf-Olympiasiegerin von 2010 in Vancouver und Zweite von Sotschi 2014, das Olympische Feuer.

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Kim Yuna auf einer koreanischen Briefmarke 2010 nach ihrem Olympiasieg. Die Post hatte damals alle südkoreanischen Medaillengewinner von Vancouver auf einem Block gewürdigt.

 

Vom Fahnenträger zum Olympiasieger

Zuvor waren Athleten aus Nord- und Südkorea gemeinsam ins Olympiastadion einmarschiert. Das hatte es zuletzt bei Winterspielen 2006 in Turin gegeben. An der Spitze der deutschen Mannschaft trug Kombinierer Eric Frenzel die Fahne. Insgesamt 153 deutsche Sportler nehmen an den Spielen in Südkorea teil.

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Eric Frenzel beim Einmarsch  sowie  danach beim Jubeln über seine drei Medaillen. 

 

Deutschlands Fahnenträger Eric Frenzel war von der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang regelrecht ergriffen. “Das war ein tolles Erlebnis. Daran werde ich mich mein Leben lang erinnern”, sagte der Oberwiesenthaler Kombinierer, der vor vier Jahren in Sotschi Olympiasieger von der Normalschanze und im 10 km Sprint geworden war. Und das ihm dieses „Kunststück“ nach einer recht durchwachsenen Saison in Pyeongchang noch einmal gelingt – auch das wird er wohl niemals vergessen, wie das weiteren Gold mit dem Team und die Bronzemedaille beim deutschen Dreifach-Erfolg im Kombiwettbewerb von der Großschanze. (s.u.)

Diese Briefmarke Individuell und die Coincard erinnern uns auf einmalige Weise an die Winterspiele 2014 und sind dem Goldmedaillengewinner  Eric Frenzel gewidmet. Die Coincard enthält die französische 2 Euro-Gedenkmünze, die den Gründer des Internationalen Olympischen Komitees, Baron Pierre de Coubertin, zeigt.

Olympischer Friede auf Dauer???

Die Eröffnungsfeier der 23.Olympischen Winterspiele stand ganz im Zeichen politischer Entspannung – im Stadion und auf der Tribüne. Zwei täuschend echt aussehende Doubles von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un waren die heimlichen Stars der Party im Olympiastadion. Die beiden verbrüderten sich auf der Tribüne, winkten den einlaufenden Sportlern einträchtig zu – und konnten sich vor Selfie-Anfragen und Schulterklopfern kaum retten.

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Zur Zeit noch ein großer Fake, vielleicht bald aber schon Realität? Die beiden Doubles posierten im Stadion von Pyeongchang. Und auf eine Fake-Briefmarke haben es sogar schon die „echten“ Trump- und Kim geschafft. © AFP PHOTO / Brendan Smialowski

Das weltpolitisch wichtigere Treffen fand aber auf der Ehrentribüne statt. Kim Jong Uns Schwester Kim Yo Jong, die die nordkoreanische Delegation anführte, schüttelte Südkoreas Präsident Moon Jae-in nicht nur die Hand, sondern überbrachte auch eine Einladung ihres Bruders zu einem Besuch des südkoreanischen Präsidenten in Nordkoreas Hauptstadt. Ob dieser  olympische Frieden und die politische Annäherung zwischen den verfeindeten koreanischen Staaten von Dauer sein kann, wird die Zeit nach den Spielen beweisen müssen.

Südkoreas Präsident Moon Jae-in (links) auf einer Briefmarke anlässlich seiner Amtseinführung als 19. Präsident des Landes am 10.Mai 2017. Die koreanische Post gab zusätzlich noch zwei Gedenk-Blöcke heraus. Auf der rechten nordkoreanischen Marke vom 1.9.2017 ist Führer Kim Jong Un zu sehen, wie er im Kreise von Militärs den erfolgreichen Test der Hwasong – 14-Rakete feiert, die auch Atomsprengköpfe tragen kann. Diese Marke stammt von einem der unzähligen Blöcke, die 2017 von der nordkoreanischen Post zu den die ganze Welt provozierenden Raketenstarts und zur Huldigung von Kim veröffentlicht hat.

Team D wie Dahlmeier

Biathletin Laura Dahlmeier gewann nicht nur die erste Goldmedaille für das deutsche Team, sondern ist auch die erste Doppel-Olympiasiegerin von Pyeongchang. Die 24- Jährige aus Partenkirchen siegte zunächst im Sprint und tags darauf auch in der Verfolgung. Bei den Spielen in Vancouver 2010 hatte Magdalena Neuner in Verfolgung und Massenstart triumphiert. Nach Kati Wilhelm 2002 in Salt Lake City ist Dahlmeier erst die zweite deutsche Olympiasiegerin im Sprint. Hinzu kam für sie in Pyeongchang bislang noch eine Bronzemedaille im Einzelwettkampf über 15 Kilometer.

Während Wilhelm und Neuner längst schon ihre philatelistische Ehrung als Olympiasiegerinnen erfahren haben, wird diese für Laura Dahlmeier nun auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Als Weltmeisterin hatte sie ja schon die Ehre.

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Peiffer nur mit zwei „f“

Nach Laura Dahlmeier überraschte auch Biathlet Arnd Peiffer mit Gold in der Sprintentscheidung der Männer.

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Der 30jährige Niedersachse hatte 2011 den WM-Titel im Sprint gewonnen und war zudem bereits dreimal mit den Staffeln Weltmeister. Für den Harzer, der 2014 in Sotschi mit der Staffel Olympia-Silber geholt hatte, war es erst der neunte Sieg seiner Karriere. Nun wird er auch auf einer Einzelmarke der Deutschen Sporthilfe verewigt werden. Bisher hatte er es „nur“ ins Markenheftchen geschafft.

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Dieses Markenheftchen erinnert mit einer Marke an das große Jubiläum „50 Jahre Deutsche Sporthilfe“ und ehrt mit fünf weiteren Selbstklebemarken zu 45 Cent  unsere Goldmedaillengewinner bei der WM in Hochfilzen: Vanessa Hinz, Laura Dahlmeier, Arnd Peiffer, Simon Schempp (Olympiazweiter in Pyeongchang im Massenstart), Maren Hammerschmidt, Franziska Hildebrand und Benedikt Doll. Peiffer hatte mit Hinz, Dahlmeier und Schempp Gold in der Mixed-Staffel gewonnen.

 

Sprünge aufs Podest

Für einen deutschen Olympiasieg sorgte überraschend auch Skisprung-Vizeweltmeister Andreas Wellinger. Er gewann das erste Einzelgold eines deutschen Skispringers seit Jens Weißflog 1994. Der Ruhpoldinger verbesserte sich  im zweiten Durchgang von der kleinen Schanze mit dem eingestellten Schanzenrekord von 113,5 Metern von Platz fünf auf Platz eins. Von der großen Schanze hätte es fast wieder zum Sieg gereicht. Am Ende konnte sich Wellinger hinter dem Polen Stoch über Silber freuen.

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Auch für Andreas Wellinger wird es nun sicher eine Einzel-Briefmarke geben. Nach Sotschi 2014 wurde er immerhin mit dem siegreichen Team auf dieser Marke abgebildet. In Pyeongchang gab es für das Team mit  Wellinger , Freitag, Geiger und Leyhe hinter Norwegen die Silbermedaille.

 

Wo es bergab geht sind sie Spitze!

Als absolut Top erwies sich wiederum Rodlerin Natalie Geisenberger. Die Miesbacherin hatte schon vor vier Jahren im Einsitzer-Wettbewerb in Sotschi Olympia-Gold gewonnen. In Pyeongchang krönte sie ihre Laufbahn mit ihrem zweiten Einzel-Olympiasieg vor Mannschaftskameradin Dajana Eitberger. Für Fortsetzung der „Geisenberger-Briefmarken-Serie“ ist also gesorgt, zumal mit der deutschen Teamstaffel noch eine weitere Goldmedaille hinzu kam.

Nach Einzel-Bronze 2010 in Vancouver sowie je zweimal Gold im Einzel und der neu eingeführten Teamstaffel 2014 in Sotschi und 2018 in Pyeongchang  ist Geisenberger nun die erfolgreichste Rodlerin der Olympia-Geschichte.

Die Rennrodlerin macht aber auch außerhalb ihrer Sportart eine gute Figur. So am 21. Mai 2016 als sie beim DFB-Pokalfinale mit der Trophäe in den Armen die beiden Finalisten Bayern München und Borussia Dortmund ins Berliner Olympiastadion führen  durfte.

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14 Millionen Zuschauer verfolgten außerhalb der Arena das Geschehen am Fernsehgerät.  München gewann übrigens 4 zu 3 nach Elfmeterschießen. Sehr zur Freude der gebürtigen Münchnerin Natalie Geisenberger.

Die Siegesserie bei den deutschen Rodlern ging aber weiter. Tobias Wendl und Tobias Arlt konnten ebenso wie zuvor Natalie Geisenberger und der Nordische Kombinierer Eric Fernzel ihre Erfolge von Sotschi wiederholen.

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Und dann  gewannen  Wendl/Arlt gemeinsam mit Natalie Geisenberger und Johannes Ludwig auch noch Gold  mit der Teamstaffel.

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Damit konnten neben Natalie Geisenberger auch die beiden Berchtesgadener Wendl und Arlt mit insgesamt vier Goldmedaillen den dreimaligen Olympiasieger Georg Hackl als bislang erfolgreichsten Olympia-Rodler ablösen.

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Diese Marke Individuell wurde anlässlich des Gewinns der Goldmedaille 2014 mit der  Teamstaffel verausgabt. Gold holten in Sotschi Natalie Geisenberger, Felix Loch, Tobias Wendl und Tobias Arlt. Die Marke Individuell hat einen Nennwert zu 25 Cent und zeigt ein Foto der Sieger.

IMG_2631Felix Loch, der  in Pyeongchang im Einzel patzte und damit verabredungsgemäß dem Besseren, Johannes Ludwig den Platz in der Staffel überlassen musste, blieb diesmal medaillenlos. Der 32jährige Oberhofes  Ludwig krönte mit Staffel-Gold und Einzel-Bronze seine  Rodler-Karriere. Auf eine Briefmarke hatte er es aber auch schon mal geschafft. 2017 gehörte er der erfolgreichen Weltmeister-Staffel an, die von der Sporthilfe-Philatelie in einem Markenheftchen gewürdigt wurde.

Freudentränen nicht nur auf dem Eis

 

Auch wenn wir sie noch nicht auf einer Briefmarke vereint vorfinden, Aljona Savchenko und Bruno Massot müssen hier unbedingt erwähnt werden. Eine eingebürgerte Ukrainerin und ein eingebürgerter Franzose  sorgten nach 66 Jahren endlich wieder einmal für deutsches Paarlauf-Gold bei Olympischen Spielen. Fast schon aussichtslos auf Rang Vier nach dem Kurzprogramm, liefen sie die Kür ihres Lebens – nahezu perfekt. Athleten und Zuschauer waren zu Tränen gerührt. Nur die ganz alten Leser werden sich noch an Ria und Paul Falk erinnern, die 1952 in Oslo für die BRD triumphierten. Eine Briefmarke blieb ihnen versagt. Die bekam offiziell von der Deutschen Post  bislang nur eine Eiskunstläuferin. Und zwar Anna Hübler, die gemeinsam mit Heinrich Burger 1908 in London  Gold gewann, als erstmals im Rahmen der Olympischen Sommerspiele vier Wettbewerbe im Eiskunstlauf ausgetragen wurden – 16 Jahre vor den ersten Winterspielen in Chamonix.  Anna Hübler ist damit die erste deutsche Olympiasiegerin.

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 Anna Hübler und Heinrich Burger bei den Olympischen Spiele 1908 in London. Die 1996 erschienene Briefmarke aus der Serie „Für den Sport“ zeigt Anna Hübler-Horn auf einem historischen Foto.

„Totes Rennen“ beim Zweier-Bob 

Der siebenmalige Weltmeister Francesco Friedrich hat die medaillenlose Pleite der deutschen Bobpiloten von Sotschi vergessen gemacht und und nicht nur im Zweier sondern auch im Viererbob Olympia-Gold gewonnen. Bemerkenswert: Der 27-Jährige aus Oberbärenburg war mit seinem Anschieber Thorsten Margis in Pyeongchang nach vier Läufen im Zweierbob zeitgleich mit Gesamtweltcupsieger Justin Kripps aus Kanada.

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Bereits 1998 hatte es in Nagano zwei zeitgleiche Olympiasieger im Zweier gegeben. Der Kanadier Pierre Lueders und der Italiener Günther Huber holten damals Gold.

Vor vier Jahren waren die deutschen Bobpiloten erstmals seit 1964 ohne Olympiamedaille geblieben.

Wer die beiden Deutschen auf einer Briefmarke individuell jetzt schon sammeln will, sollte sich noch das Sporthilfe Markenheftchen von der Bob-WM 2017 in Königssee sichern.

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Francesco Friedrich hatte es schon einmal 2013 als Weltmeister mit seinem damaligen Anschieben Jannis Bäcker auf eine Briefmarke geschafft.

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Berlinerinnen holen Zweierbob-Gold

Als B-Team gestartet und plötzlich Gold gewonnen. Zweierbob-Pilotin Mariama Jamanka und Anschieberin Lisa-Marie Buckwitz sind bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zum Überraschungs-Olympiasieg gefahren. Jamanka ist die erste deutsche Olympiasiegerin im Zweierbob seit dem Erfolg von Sandra Kiriasis 2006 in Turin. In Vancouver und Sotschi waren die deutschen Frauen leer ausgegangen. Die ehemalige Hammerwerferin war erst 2013 zum Bobsport gekommen. Die gebürtige Berlinerin, Tochter eines Gambiers und einer Deutschen, zog dafür aus der Metropole in die thüringische Provinz nach Oberhof. Da sie keine Vergangenheit im Rodelbereich hatte wie viele andere Pilotinnen, musste sie sich das Bahngefühl und die Linien schwer erarbeiten. „Manchmal bin ich verzweifelt und konnte nicht immer alles zeigen“, sagte sie rückblickend.

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Das Olympiasieger-Paar war erst kurz vor den Winterspielen auf Geheiß von Cheftrainer René Spies zusammengekommen. Er hatte Annika Drazek aus dem Jamanka-Bob in den Schlitten von Stephanie Schneider beordert, um so die aus seiner Sicht beste Pilotin mit der besten Anschieberin fahren zu lassen und die Aussichten auf eine Medaille zu verbessern. Buckwitz, die bis dahin mit Schneider in einem Bob saß, kam zu Jamanka. Und mit ihr feierte die für den SC Potsdam startende Berlinerin, ihren größten Triumph. Eine Sporthilfe-Briefmarke Individuell ist beiden nun gewiss.

Deutsche Dreifach-Kombination

Vierfach-Weltmeister Johannes Rydzek hat bei den Winterspielen in Pyeonchang Gold im Wettbewerb der Nordischen Kominierer von der Großschanze Gold gewonnen. Unknown

Beim zweiten deutschen Dreifach-Triumph der Olympia-Geschichte setzte sich der Oberstdorfer vom der großen Schanze nach einem Sprung und dem 10-km-Langlauf vor Fabian Rießle  und 3040202749.jpgNormalschanzen-Olympiasieger Eric Frenzel  durch.

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Drei deutsche Kombinierer auf einem olympischen Podest hatte es zuvor nur 1976 in Innsbruck durch Ulrich Wehling (DDR), Urban Hettich (BRD) und Konrad Winkler (DDR) gegeben.

Und die Erfolgsstory der Deutschen ging noch weiter. Nach den Einzelerfolgen von Eric Frenzel und Johannes Rydzek konnten sie erstmals nach 30 Jahren wieder den Team-Wettbewerb gewinnen  und damit für einen deutschen Goldrekord bei Olympischen Winterspielen sorgen.

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Frenzel, Rydzek, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger setzten sich nach jeweils einem Sprung von der Großschanze sowie 4×5 Kilometer in der Loipe vor Norwegen und Österreich durch. 

Mit seiner insgesamt dritten Goldmedaille ist Eric Frenzel   der zweiterfolgreichste Kombinierer der Olympia-Geschichte. Mit 3 Gold sowie zweimal Silber und einmal Bronze wird der Oberwiesenthaler nur noch vom Finnen Samppa Lajunen (3-2-2) übertroffen.

(Autor: KJA)

 

 

Der Olympia-Countdown läuft!

Vor Südkoreas Postämtern gab es wieder einmal lange Schlangen, als am 18. Januar 2018 der Zusammendruck für die Paralympics an die Schalter zum Verkauf kam.

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Im Nu waren die 800.000 Briefmarken-Bögen in den 220 Hauptpostämtern des Landes ausverkauft, wie schon zuvor auch die beiden Bögen mit je zehn Marken, die am 1.November 2017 genau 100 Tage vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang herausgekommen waren

image1 Kopie„Wir hoffen, dass die Pyeongchang Winter Games 2018 eine Gelegenheit sein werden, die ganze Welt zu vereinen, unabhängig von Rasse, Religion und Behinderung“, sagte Kang Seong-ju, Leiter der Korea Post.

Die nächsten Olympiamarken wird es zum Eröffnungstag der Winterspiele am 9. Februar geben.

 

Koreanische Postangestellte bei der Präsentation der Briefmarken am 1.11.2017.

 

Aber nicht nur die Sonderbriefmarken sind unter den Südkoreaner ein Renner, sondern seit kurzem auch eine neue Banknote, die eine der populärsten Sportarten des Landes zeigt: den Shorttrack.

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Copyright: http://www.banknotenews.com

Zum ersten Mal hat die südkoreanische Notenbank anlässlich eines Großereignisses eine Sonderbanknote herausgegeben. Und bei dieser lohnt sich ein genauer Blick, denn sie enthält erstaunliche Details.

Da wäre zunächst einmal der Wert. Er beträgt 2000 Won, umgerechnet rund 1,50 Euro. Einen solchen Schein gab es bisher in Südkorea nicht, der Wert jeder bisherigen Won-Note hat die Basiszahlen fünf oder zehn, also 1000, 5000, 10.000 und 50.000. Allerdings ist die olympische Note auch nicht für den normalen Zahlungsverkehr gedacht, und dafür werden sie die Besitzer auch nicht nutzen, denn die Scheine wurden in Schmuckhüllen abgegeben, zum Preis von 8000 Won das Stück.  2,8 Millionen brachte die Notenbank unters Volk, und sie fanden reißenden Absatz. Das hängt vielleicht auch mit den Motiven zusammen. Auf der Vorderseite dominieren zwei Eisschnellläuferinnen – so weit, so unspektakulär. Doch was nach einer zufälligen Auswahl aussieht, ist gar nicht so. Denn die Sportart ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Südkorea überhaupt die Winterspiele ausrichtet.

Südkorea nimmt zwar seit 1948 daran teil, bis 1988 hatte es jedoch keine einzige Medaille gewonnen – keine gute Voraussetzung, um selbst einmal Gastgeber zu sein. Das änderte sich jedoch schlagartig mit den Winterspielen in Albertville 1992, als das Land zwei Gold- sowie eine Silber- und eine Bronzemedaille errang. Die Medaillen kamen jedoch nicht aus dem Nichts. In jenem Jahr wurde eine neue Sportart in die Reihe der olympischen Disziplinen aufgenommen, der sogenannte Shorttrack.

Das schnelle Sprinten übers Eis wird seitdem von Südkorea dominiert. Seit 1992 hat das Land 21 Goldmedaillen allein in dieser Disziplin errungen, von den insgesamt 53 Medaillen, die es seither erkämpfte, gehen 42 auf das Konto dieser einen Sportart. Und auch die übrigen Medaillen wurden in weiteren Varianten des Eisschnelllaufs erzielt.

Zwar werden noch sieben weitere Sportarten auf der Vorderseite der Banknote dargestellt, diese jedoch nur mit sehr kleinen oder nur schwer erkennbaren Motiven: Eishockey, Curling, Biathlon, Skispringen, Rennrodeln und Bobfahren.

In der linken oberen Ecke ist das offizielle Logo der Spiele zu sehen. Auch darin verbergen sich diverse Botschaften. So sieht das linke Symbol aus wie der Buchstabe P im koreanischen Alphabet, dem sogenannten Hangul. Es ist ein Buchstabenalphabet, wobei aber stets zwei oder drei Buchstaben zu einem Paket zusammengefasst werden, wodurch diese wie chinesische Bildzeichen wirken, es aber nicht sind.

Das rechte Symbol des Logos wiederum ähnelt dem koreanischen Buchstaben C – P und C stehen für Pyeongchang, den Namen des Austragungsorts. Gleichzeitig sollen die Piktogramme jedoch auch die Offenheit des Platzes, an dem die Spiele stattfinden sowie die Natur, insbesondere den Schnee, darstellen.

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Die Rückseite hat auf den ersten Blick keinen direkten Bezug zu den Olympischen Spielen – doch bei genauerem Hinsehen gibt es ihn durchaus. Dargestellt ist ein Gemälde von Kim Hong-do mit dem Titel „Tiger unter einer Pinie“. Kim, der meist mit dem Namen Danwon signierte, lebte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zur Zeit der Joseon-Dynastie und gilt als einer der größten und bekanntesten koreanischen Künstler. Der weiße Tiger und die Pinie, die er gemalt hat, gelten wiederum als Symbole für die koreanische Nation.

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Und was hat das mit den Olympischen Spielen zu tun? Dafür muss man nur eines der Maskottchen der Spiele betrachten – einen weißen Tiger. Auch wenn dieser natürlich wesentlich knuddeliger aussieht, als das echte Exemplar. Das Maskottchen hat den Namen Soohorang erhalten, was sich aus den Wörtern Sooho (Schutz) und Horangi (Tiger) ableitet. Der Tiger soll die Olympioniken beschützen.

Gleichzeitig verweist die Silbe „rang“ aber auch noch auf das bekannteste koreanische Volkslied Arirang, das von der UNESCO sogar in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen wurde. Dieses Lied wurde auch anstatt einer Nationalhymne gespielt, wann immer die Sportler Nord- und Südkoreas bei Olympischen Spielen gemeinsam antraten. Und so wird es auch in Pyeongchang sein.

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Gespannt dürfen wir deshalb auch sein, welche Olympia-Briefmarken Nordkorea diesmal auflegen wird, nachdem nun offiziell 22 Sportlerinnen und Sportler an den Spielen in Pyeongchang teilnehmen werden. Erstmals wird mit der Frauen-Eishockeymannschaft ein aus beiden Ländern bestehendes gemeinsames Team das olympische Turnier bestreiten.

 

Zu den Winterspielen in der jüngsten Vergangenheit gab es, um den Devisenhaushalt des Landes aufzubessern, immer entsprechende Ausgaben der nordkoreanischen Post, so auch anlässlich der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi (s.Abb.).

Bislang veranstaltete Nordkorea im zurückliegenden Jahr aber lediglich ein philatelistisches „Trommelfeuer“ ganz anderer Art. Parallel zu den Atom-und Raketentests ging dabei auch richtig die Propaganda-Post ab. Zehn der 79 Markenmotive des Jahres 2017 waren mit Raketen versehen. Und natürlich fehlte in diesem Zusammenhang auf den Abbildungen auch nicht der „kleine Raketen-Mann“!

6577-bStolz wie Oskar: Diktator Kim Jong-un ließ sich und die Rakete, mit der er die USA bedrohen kann, als Briefmarke verewigen.

Inzwischen gibt es aber auch schon aktuelle Olympia-Ausgaben einiger Länder auf dem Markt. Für die Gestaltung der traditionellen Olympiabriefmarken mit den Motiven «Ski Nordisch» und «Ski Alpin» beauftragte die Post Liechtensteins eine Designerin aus dem Austragungsland. Die in England wohnhafte Koreanerin Sojung Kim-McCarthy platzierte je einen Athleten der beiden Sportarten in typischer Rennpose auf der Briefmarke und verlieh dem Motiv mit bunten Akzenten zusätzliche Dynamik.

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Die estnische Briefmarke zu den  Winterspielen zeigt „gendergerecht“ eine-n Eisschnellläufer-Inn.

Estnische Sportler nahmen übrigens zum ersten Mal an Olympischen Winterspielen 1924 teil. Seit Insbruck 1964 haben Fünf von ihnen neun Medaillen gewonnen: Eisschnellläufer Ants Antson Gold (1964), Kombinierer Allar Levandi Bronze (1988), die Ski-Langläufer-innen Jaak Mae Bronze (2002), Andrus Veerpalu Gold und Silber (2002), sowie Gold (2006) und Kristina Smigun zwei Mal Gold (2006) und Silber (2010).

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Die Schweizer Olympiamarke zeigt die Schanzenanlage von Pyeongchang. Im Vordergrund ist zudem eine Schar Schweizer Athleten oder Sport-Fans zu sehen – ganz in Rot gemalt und mit Wollmützen und Schweizer-Fähnchen ausgestattet.

Die Marke füge sich in eine lange Reihe von olympischen Sondermarken ein, welche die Post bereits veröffentlicht habe, heisst es in einer Medienmitteilung. Eine Olympische Briefmarke gab es zuletzt für die Spiele von Vancouver 2010, Beijing 2008, Turin 2006 sowie Athen 2004.

Nach den Sommerspielen 1988 in Seoul ist Südkorea im Februar 2018 mit Pyeongchang zum zweiten Mal Gastgeber der olympischen Familie. An jene Spiele vor drei Jahrzehnten hat die Schweiz nur mässig gute Erinnerungen: Mit vier Medaillen fiel die Bilanz mit je zweimal Silber und Bronze durchschnittlich aus. Deutlich erfolgreicher schloss man an den bisherigen Winterspielen in Asien ab. Olympia 1972 in Sapporo ist aus Schweizer Sicht geradezu legendär: Mit viermal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze holte sich die Schweiz Rang drei im Medaillenspiegel. Hier gingen seinerzeit auch die Sterne von Bernhard Russi und Marie-Theres Nadig auf. Aus dem japanischen Nagano kehrte die Schweizer Delegation 1998 mit sieben Medaillen im Gepäck nach Hause zurück. Nachdem die Schweiz zuletzt noch erfolgreicher war – neun Medaillen in Vancouver, elf in Sotschi – darf wohl zu Recht mit einer Steigerung geliebäugelt werden.

Aktuelle Olympia-Marken veröffentlichten bislang auch die Postverwaltungen der Ukraine, Tschechiens, der Slowakei, Monacos, Polens , Sloweniens, Serbiens und Litauens.

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Dieser Block, der keinen direkten Bezug zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang besitzt, wurde aktuell von der Postverwaltung in Canada herausgegeben. Gewidmet wurde diese Ausgabe den Frauen im Wintersport. Der Briefmarken-Block enthält fünf Marken mit sechs Porträts bekannter Athletinnen.

In Deutschland wird es dagegen wieder einmal keine Briefmarke mit winterlichem Olympiamotiv geben. Die traditionelle Plusmarkenserie „Für den Sport“, die am 3.Mai erscheinen soll, ist in diesem Jahr legendären Fußball-Helden der Jahre 1954, 1974 und 1990 gewidmet. Wir sind gespannt.

Wie lange überhaupt noch die Post  Sportmotive auflegt, ist durchaus fraglich. Denn der Absatz der Plusmarken-Serie zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Sporthilfe ist rückläufig, wie deren Chef Michael Ilgner in einem Interview mit der Thüringer Allgemeinen vom 16.11.2017 beiläufig verriet:

„Wir hatten jedes Jahr eine kontinuierliche Steigerung der Fördersumme, auch wenn die Briefmarken-Erträge um ein Vielfaches zurückgegangen sind!“

 

(Autor: KJA)

 

Auf Sand und Schnee – eine gute Sportler-Wahl 2017

 

sportler-des-jahres-laura-dahlmeier-rydzek-und-volleyball-duoDie Sportler des Jahres 2017: Kira Walkenhorst, Laura Ludwig, Johannes Rydzek und Laura Dahlmeier. (Bild: dpa)

„Ich glaube einfach, wenn’s läuft, dann läuft’s“, sagte Laura Dahlmeier mit Blick auf ihren Märchen-Winter. „Irgendwie war das bei mir im letzten Winter so, da ist alles aufgegangen.“ Bei der WM in Hochfilzen hatte die Bayerin fünfmal Gold und einmal Silber gewonnen. Zudem sicherte sie sich den Gesamtweltcup.

Johannes Rydzek war der überragende Nordische Kombinierer der vergangenen Saison. Der vierfache Weltmeister von Lahti (siehe Beiträge auf dieser Webseite vom 6.3.17 und 25.9.17) ist nach Georg Thoma (1960), Franz Keller (1968) und Ronny Ackermann (2005) in der langen Historie der Gala erst der vierte Kombinierer, der zum „Sportler des Jahres“ gewählt wurde. In PyeongChang soll in wenigen Wochen, wie für Laura Dahlmeier, endlich die erste olympische Goldmedaille folgen.

Während Dahlmeier und Rydzek erstmals ausgezeichnet wurden, erhielten die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst nach ihrem Olympiasieg 2016 in Rio und dem Gewinn des WM-Titels in diesem Jahr in Wien von Deutschlands Sportjournalisten nun schon zum zweiten Mal nacheinander den Zuspruch als Mannschaft des Jahres. Die nach wie vor verletzte Walkenhorst kam auf Krücken zur 71. Auflage der Gala ins Kurhaus von Baden Baden. 700 Gäste waren dabei, zuvor hatten 1300 Sportjournalisten abgestimmt.

Sportphilatelistisch wurden alle vier Athleten bereits auf Briefmarken Individuell der Deutschen Post gewürdigt, die von der Stiftung Deutsche Sporthilfe aufgelegt wurden  und über die Sporthilfe-Philatelie auch zu beziehen sind. Sicher wird es bald weitere „Motive“ von den diesjährigen Sportlern des Jahres geben.

Dahlmeier tritt übrigens die Nachfolge von Angelique Kerber an, der ehemaligen Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Rydzek folgt auf Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen. Und die Golden Girls des Beach-Volleyballs sind die ersten seit dem Deutschland-Achter 1989, die zum zweiten Mal nacheinander als „Mannschaft des Jahres“ ausgezeichnet wurden. (Nachzulesen auf unserer Webseite im Beitrag vom 20.12.2016)

 

(Autor: KJA)

In Memoriam – Sportphilatelistische Erinnerungen

Der November 2017 war nicht gerade ein Monat der guten Nachrichten. An dieser Stelle wollen wir speziell an vier Sportlerinnen und Sportler erinnern, die leider verstorben sind, deren Wirken aber philatelistisch weiterlebt.

Tränen einer Tennis-Legende

Die Tenniswelt trauert um die frühere Wimbledonsiegerin Jana Novotna. Sie erlag am 20. November im Alter von nur 49 Jahren ihrer Krebserkrankung.

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Das Foto zeigt Jana Novotna am 4. Juli 1998 nach ihrem Wimbledon-Sieg. / AFP PHOTO / PASCAL PAVANI

Die tschechische Tennisspielerin hatte in den 14 Jahren ihrer Profi-Karriere 24 Titel im Einzel und 76 im Doppel gewonnen. Sie war die Nummer zwei im Einzel und die Nummer eins im Doppel. 1998 hatte sie gegen die Französin Nathalie Tauziat im Wimbledon-Finale gesiegt und damit den einzigen Grand-Slam-Titel ihrer Karriere geholt

In Erinnerung geblieben sind aber vor allem die emotionalen Bilder vom Wimbledonfinale 1993. Im Endspiel gegen Steffi Graf hatte Novotna bei eigenem Aufschlag schon mit 6:7, 6:1 und 4:1 geführt – und verlor den entscheidenden Satz am Ende doch noch mit 4:6. Bei der anschließenden Siegerehrung erlitt die Tschechin nach ihrem unerwarteten Leistungseinbruch einen Weinkrampf und musste sogar von der Herzogin von Kent in den Arm genommen und getröstet werden.

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FDC mit personalisierter Briefmarke von Jana Novotna anlässlich „120 Jahre Tennis in Tschechien“. Die Marke ist eine von 25, auf denen die tschechische Post berühmte Tennisspieler des Landes würdigte.

„Tennis gibt mir alles und erfüllt mich auch nach all den Jahren“, hatte sie vor zwei Jahren im All England Tennis Club in London am Ort ihres größten Triumphes gesagt. Bei den Olympischen Spielen gewann Novotna zwei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Mit der tschechoslowakischen Mannschaft holte sie 1988 den Sieg im Fed Cup.

Sechs Jahre nach ihrem Rücktritt wurde Novotna 2005 in die Tennis Hall of Fame aufgenommen.

Türkischer „Westentaschen-Herkules“ mit bulgarischen Wurzeln

Auch der dreimalige türkische Gewichtheber-Olympiasieger Naim Süleymanoglu ist tot. Der herausragende Heber der 80er und 90er Jahre, wegen seiner nur 1,47 m Körpergröße und seiner immensen Kraft liebevoll „Westentaschen-Herkules“ genannt, starb am 17. November im Alter von nur 50 Jahren in einem Istanbuler Krankenhaus.

Naim_Süleymanoğlu_1989_Paraguay_stampSüleymanoglu war Ende September wegen Leberversagens dorthin eingeliefert worden. Anfang Oktober wurde ihm eine neue Leber transplantiert. Offenbar hatte sein Körper das neue Organ aber wieder abgestoßen.

Süleymanoglu war zu seiner Zeit der Star der Gewichtheber-Szene. Der Federgewichtler stellte sechs Weltrekorde auf.  Dabei brachte er sogar das Dreifache seines Körpergewichts zur Hochstrecke.

WM-Titel sammelte Süleymanoglu wie andere Menschen Briefmarken. Am Ende brachte er es auf 22 WM-Goldmedaillen. Höhepunkte aber waren seine Olympiasiege 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta.

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Türkischer Ersttagsbrief nach den Olympische Sommerspiele 1988 in Seoul zum Gewinn  Goldmedaille im Gewichtheben durch Naim Süleymanoglu.

2000 in Sydney scheiterte er bei dem Versuch, als erster Gewichtheber zum vierten Mal in Folge zu triumphieren. Danach beendete er seine Karriere.

Süleymanoglu wurde als Angehöriger der türkischen Minderheit in Bulgarien unter dem Namen Naum Sulejmanow geboren. Später musste er seinen Namen in Naum Schalamanow ändern, für Bulgarien holte er sieben WM-Titel.

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Sondermarke der bulgarischen Post zur WM im Gewichtheben 1986 in Sofia. Dort hatte Naim Süleymanoglu seinen letzen Auftritt für Bulgarien.

 

Nach der WM 1986 setzte er sich während einer Australienreise ab und ging in die Türkei. Gegen die Zahlung eines hohen Geldbetrages durfte er schließlich für seine neue Heimat an die Hantel gehen.

 

 

Trauer um deutsche Radsportler

Der deutsche Radsport trauert in diesem Monat gleich um zwei berühmte Athleten: Um Bernhard Eckstein und Lothar Thoms.

Der Amateur-Straßenweltmeister von 1960 Bernhard Eckstein war am 13. November im Alter von 82 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Leipzig verstorben. Legendär sein damaliges Rennen auf dem Sachsenring. Um den WM-Erfolg rankten sich viele Mythen.

Eckstein war zwar nicht der populärste Sportler der DDR, aber sein Name wird fast immer in einem Atemzug mit diesem genannt: Gustav-Adolf Schur. Die beiden waren die Hauptfiguren des legendären WM-Rennens 1960.

Als Bernhard Eckstein im Januar dieses Jahres in seiner Leipziger Wohnung eines seiner letzten Interviews gab, musste er sich auch wieder die Frage gefallen lassen, die jahrzehntelang zumindest im Osten Deutschlands fast so häufig diskutiert wurde wie die Frage nach dem Wembley-Tor: „Stimmt es wirklich, dass Ihnen Täve Schur damals den Sieg geschenkt hat? „Alles Quatsch, ich bin der Weltmeister“, antwortete Eckstein fast ein wenig gereizt.

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Täve Schur, Bernhard Eckstein und Willy Vanden Berghen (v. li) bei der Siegerehrung der WM 1960.

Schur war damals der große Favorit. Nach seinen Siegen bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1959 fand das Championat 1960 in der nach internationaler Anerkennung strebenden DDR statt. Schur war der „Nationalheld“, der unbedingt gewinnen sollte. Aber an jenem Tag kam alles ganz anders – Zeitzeugen erinnern sich:

„Das Amateur-Rennen am 13. August 1960 führte über den 8,7 Kilometer langen Rundkurs des Sachsenrings, der 20-mal zu absolvieren war, so dass sich eine Gesamtdistanz von 174,62 Kilometern ergab. Das Rennen begann bei regnerischem Wetter, was sich auch auf die Zahl der Zuschauer auswirkte. Die Angaben dazu schwanken zwischen 150.000 und 300.000 Besuchern unmittelbar an der Strecke.

Im Rennverlauf setzten sich zunächst der Italiener Cerbini  und Bernhard Eckstein vom Hauptfeld ab. Sechs weitere Fahrer, unter ihnen  der Belgier Willy Vanden Berghen, nahmen die Verfolgung des Spitzenduos auf. Die so entstandene achtköpfige Ausreißergruppe lag drei Runden vor Ende des Rennens rund 90 Sekunden vor dem Hauptfeld  mit Titelverteidiger Gustav Adolf Schur. In der drittletzten Runde erhöhte Schur das Tempo, wodurch sich der Vorsprung der Spitzengruppe auf rund 30 Sekunden reduzierte. Durch eine weitere Tempoverschärfung gelang es Schur, sich allein der Gruppe zu nähern.

In der vorletzten Runde erreichte er schließlich die führenden Fahrer, von denen sich kurz vorher jedoch Willy Vanden Berghen allein abgesetzt hatte und zum Beginn der letzten Runde einen Vorsprung von rund 30 Sekunden erreichte. Aus der Verfolgergruppe versuchten nun nur noch Schur und Eckstein, den Belgier einzuholen. Dies gelang ihnen am Badberg, einem steilen Anstieg rund vier Kilometer vor dem Ziel. Kurz danach setzte sich Eckstein allein aus der Dreiergruppe ab. Vanden Berghen zögerte und blieb bei Schur, da er davon ausging, dass sich Eckstein als Helfer von Schur dessen drittem Sieg unterordnen würde. Schur nahm die Verfolgung von Eckstein hingegen nicht auf und bremste damit den Belgier aus, der weiterhin bei ihm blieb. Dieser bemerkte zu spät, dass der Titelverteidiger keinen Versuch unternahm, seinen Mannschaftskameraden noch einzuholen. Eckstein gewann durch diesen Verzicht das Rennen mit sieben Sekunden Vorsprung vor Schur, der den Sprint gegen den Belgier für sich entschied.“

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Limitierte Auflage des Ersttagsbriefs der Biberpost und des Radsportmuseums „Course de la Paix“ Kleinmühlingen zu Bernhard Ecksteins WM-Triumph. Von diesem Brief wurden nur 500 Stück gefertigt. Die Briefe wurden am 13.08.2010, dem Tag des Jubiläums, gestempelt Selbst die Briefmarke ist eine philatelistische Besonderheit. Es handelt sich um die erste gezackte Briefmarke der Biberpost. Sowohl die Briefmarke als auch der Ersttagsbrief wurden in die entsprechenden Sammlerverzeichnisse aufgenommen.

 

Bereits am 7. November war der frühere Bahnradsport-Weltmeister und Olympiasieger Lothar Thoms nach langer schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren im Klinikum Forst, unweit seiner Heimatstadt Cottbus, gestorben. Mit Thoms verlor der deutsche Radsport einen seiner erfolgreichsten Bahnradsportler aller Zeiten.

Philatelistisch war die IMOS anlässlich ihres Kongresses vom 30.5.-3.6.2012 in Cottbus mit einer eigenen personalisierten Marke des RPV-Briefdienstes, dazu passendem Sonderstempel sowie einem personalisierten Umschlag der Deutschen Post mit einem Sonderstempel „Olympiaschmiede Cottbus“ angetreten. Der Kleinbogen mit der personalisierten Marke zeigt die fünf der bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften besonders erfolgreichen Cottbuser Radsportler: Jens Glücklich, Lothar Thoms, Annett Neumann, Lutz Heßlich, Bernd Drogan und
Olaf Pollack.

Die Spezialdisziplin von Lothar Thoms war das 1000-Meter-Zeitfahren. Ende der Siebzigerjahre war keiner schneller als der Cottbuser. Zwischen 1977 und 1981 wurde Thoms viermal Weltmeister in Folge – ein Erfolg, den im 1000-m-Zeitfahren nur der Franzose Arnaud Tournant von 1998 bis 2001 wiederholen konnte. 1980 gewann er in Moskau in Weltrekordzeit (1:02,995 Minuten) die Olympische Goldmedaille. 1982 holte er WM-Silber, 1983 sicherte er sich die Bronzemedaille.

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Lothar Thomas nach WM-Sieg

1981 ehrte ihn der Weltradsportverband UCI als «weltbesten Radsportler». Außerdem war er DDR-Sportler des Jahres.

 

(Autor: KJA)