10 Jahre Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf – Wir gratulieren

 

Am 9. Juni 2018 feierte das Sportmuseum im Haus des Sports, der Bildung und Begegnung des Bezirkssportbundes Marzahn-Hellersdorf sein 10jähriges Bestehen.

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Viele Gäste aus Politik und Sport, unter ihnen auch zahlreiche prominente olympische Medaillengewinner von einst, waren gekommen, um zu gratulieren und mit zu feiern. Auch fünf Mitglieder des OSPC Berlin nahmen die Gelegenheit wahr, sich bei Wolfgang Turowski, dem Verantwortlichen des kleinen, aber feinen Museums, direkt zu bedanken.

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OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert (l.) und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Ostermann (r.) überreichten Wolfgang Turowski einen speziellen „Geburtstag-Gruß-Bogen“ aus individuellen Briefmarken.

Gruß-Briefmarkenbogen 10 Jahre Sportmuseum

Seit Anfang 2012 verbindet uns eine intensive Partnerschaft, die auf Anregung unseres damaligen Mitglieds Erhard Käthner zustande gekommen war. Das Museum stellt uns seitdem für unsere Zusammenkünfte einen Raum zur Verfügung. Wir bereichern im Gegenzug durch öffentliche Veranstaltungen mit sportphilatelistischem und –historischem Hintergrund die Arbeit der musealen Einrichtung.

(Autor: KJA)

 

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Warum wir Island lieben, auch wenn es nicht Fußball-Weltmeister wird

Das Fußball-Märchen geht weiter. Nach dem sensationellen Durchmarsch bis ins EM-Viertelfinale 2016 ist das kleine Island nun auch in diesem Jahr erstmals bei der Weltmeisterschaft in Russland mit dabei.

Damit ist das Land nun offiziell kein Fußballzwerg mehr. Trotzdem sticht die Insel aus allen Fußball-Nationen heraus. Das Team und die Fans haben mit ihren etwas „anderen“ Auftritten längst weltweit die Herzen erobert. Das betrifft nun auch ganz aktuell die Sportphilatelie. Schon oft wurden Fußballspieler auf Briefmarken abgebildet. Aber noch nie hat ein Team eine Briefmarke mitgestaltet, so wie dies erstmalig die isländische Nationalelf getan hat.

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Die Marke gilt für isländische Inlandsbriefe bis 50 Gramm. Verausgabt wurde sie neben einem Zehnerbogen, Ersttagsbrief und Stempel am 26. April.

Während eines Trainingslagers in Katar am Persischen Golf beteiligten sich sämtliche Nationalspieler an einem ungewöhnlichen Kunstprojekt des Grafikers Örn Smári Gíslason. Jeder Kicker bekam ein von Gíslason entworfenes und vorgefertigtes Bild, das er auf transparentes Papier übertragen sollte. Anschließend sammelte Gíslason sämtliche Skizzen ein, scannte sie digital, fügte sie zu einer Illustration zusammen und formte das Bild einer Briefmarke. Herausgekommen ist ein eigenwilliges und mehrdeutiges Motiv.

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Zu sehen ist ein Paar klatschender Hände, das gleichzeitig zwei Gesichter begeisterter Anhänger abbildet. Sie skandieren das bekannte isländische Anfeuerungsritual „Húh“. Über den beiden Händen steht der Zusatz „Strákarnir okkar á HM í Rússlandi 2018“, der etwa mit „Unsere Jungs bei der WM 2018 in Russland“ übersetzt werden kann. In der oberen linken Briefmarkenecke wird das Logo des isländischen Fußballverbandes KSÍ abgebildet und unten ist der Hashtag „# FYRIR ÍSLAND“ (Für Island) zu lesen.

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Der Künstler Gíslason lebt in Reykjavík, 1995 machte er sein Examen als Grafikdesigner an der Isländischen Akademie der Künste. Heute leitet er eine eigene Werbeagentur, mehrmals designte er schon Briefmarken für die isländische Post.

Auch Alfred Finnbogason vom FC Augsburg und Rúrik Gíslason vom SV Sandhausen, zwei in Deutschland spielende Isländer aus dem WM-Kader, waren beteiligt. Sie haben durch den Abdruck ihrer Hände am Markenmotiv mitgewirkt. „Die Aktion hat Spaß gemacht“, erklärte Finnbogason. „Ich hoffe, dass viele Fans diese Briefmarke nutzen, um ihren Freunden von einer erfolgreichen WM unserer Mannschaft zu berichten.“

Die Isländer schafften es bei der EM 2016 vor allem dank ihrer Fans in die Herzen aller Fußball-Anhänger. Zehn Prozent aller Isländer sollen sich damals in Frankreich aufgehalten haben, um ihr Team anzufeuern. Ihr Schlachtgesang, das gemeinsame Klatschen mit den langgezogenen „Huh“-Rufen, hat es inzwischen nicht nur auf eine Briefmarke geschafft, sondern ist mittlerweile weltbekannt und soll sogar auf dem Münchner Oktoberfest Einzug gehalten haben.

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Für Island-Jubel sorgte während der EM auch ein Fernsehreporter. Gudmundur Benediktsson machte sich mit seiner äußerst emotionalen Reportage unsterblich. Sein Kommentator zu Islands Siegtor im letzten EM-Gruppenspiel gegen Österreich wurde zum weltweiten Hit. Übersetzt hörte sich das in etwa so an: „Meine Stimme ist weg, aber das ist egal. Wir sind durch. Arnor Ingvi Traustason hat getroffen. Island 2, Österreich 1. Wer hätte das gedacht! Wer hätte das gedacht! Der Schlusspfiff ist da! Ich habe mich noch nie, nie so gut gefühlt.“

Ähnlich emotional ging es bei ihm zu, als Island das Achtelfinale gegen England drehte. Mittlerweile ist Benediktsson eine echte Berühmtheit – wie auch Heimir Hallgrimsson. Dieser ist seit der EM alleiniger Nationaltrainer, zuvor führte er die Mannschaft gemeinsam und gleichberechtigt mit dem Schweden Lars Lagerbäck.  Das hatte zur Folge, dass Hallgrimmsson seinen eigentlichen Beruf aufgeben musste. Denn bis dato arbeitete der 49-Jährige immer noch auf den Westmännerinseln als Zahnarzt.

Torhüter Thor Halldorsson ließ bei der EM vor zwei Jahren Superstar Cristiano Ronaldo ebenso verzweifeln wie die englischen Angreifer. Und das, obwohl er bis 2005 noch Hobby-Kicker war. Elf Jahre später stand er dann endlich bei einem großen Turnier im Tor. Auch im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen das Kosovo am 9. Oktober 2017 hielt er seinen Kasten sauber (2:0).

Thor Halldorsson hält Island hinten zusammen © Getty Images

Doch auch Torwart Halldorsson (Foto: Getty images) hat eigentlich einen anderen Beruf. Im „richtigen Leben“ ist er Filmregisseur. Unter anderem produzierte er 2012 das Musikvideo für den isländischen Beitrag zum Eurovision Song Contest.

Trainer Hallgrimsson muss seine Spieler zu den einzelnen Partien jeweils aus ganz Europa einsammeln. Die elf Akteure aus der Startelf gegen Kosovo sind in sieben verschiedenen Ländern aktiv gewesen. Die Mehrheit spielt in England, am bekanntesten ist der Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson vom FC Everton. Der beste isländische Fußballer aller Zeiten ist der inzwischen zurückgetretene Eidur Gudjohnsen. Er schaffte es sogar zum FC Barcelona. Fußball-Geschichte schrieb er aber durch einen ganz anderen Fakt. Bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Estland am 24. April 1996 wurde der damals 17-Jährige für seinen Vater Arnor ins Spiel gebracht. Dass ein Sohn für seinen Vater in einem Länderspiel eingewechselt wurde, ist bislang einmalig!

Mit ihrer WM-Premiere in diesem Jahr sorgen die Isländer für einen weiteren Rekord. Sie sind das kleinste Land, das sich jemals für eine WM-Endrunde qualifizieren konnte. 346.000 Einwohner leben auf der Insel im Nordatlantik. Bislang hielt den Rekord Trinidad und Tobago, das sich 2006 mit 1,3 Millionen Einwohnern qualifiziert hatte.

Island feiert WM-Quali -Getty Images

Rund 100 aktive Profikicker gibt es mittlerweile auf Island, die meisten von ihnen wurden in ausländischen Klubs ausgebildet. Der Erfolg bei der EM 2016 brachte den Aufschwung. Auf die Frage, wie sich die inzwischen beachtlichen Erfolge erklären lassen, äußerte Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson in einem Zeitungsinterview anerkennend, es sei viel in die Infrastruktur investiert worden: „Früher hatten wir nur ein paar Fußballfelder, die meist in schlechtem Zustand und im Winter – und der ist lang hier – unbespielbar waren. Jetzt gibt es überall überdachte Spielhallen, die es erlauben, das ganze Jahr über zu trainieren.“ Zudem betreibt der isländische Fußballverband eine vorbildliche und nachhaltige Jugendarbeit. Selbst im entlegensten Dorf gibt es heute „professionelle Fußballhallen und Trainer“, lobte Hallgrímsson.

Die britische Zeitung „The Guardian“ hat die WM-Mannschaften nach ihrer Spielstärke aufgelistet und Island immerhin auf Platz 12 gesetzt, noch vor solchen Fußballnationen wie England und Kolumbien.

Bei der WM spielt Island in Vorrunden-Gruppe D gegen Argentinien, Kroatien und Nigeria. Falls die Nordländer als Erster oder Zweiter der Gruppe weiterkommen, würden sie im Achtelfinale auf einen der beiden ersten Zwei der C-Gruppe treffen. Und dies könnten Frankreich, Australien, Dänemark oder Peru sein.

Vielleicht gibt es ein weiteres isländisches Fußball-Märchen.  Huh! – Klatschen Smiley

(Autor: KJA)

DFB-Pokalfinale 2018 in Berlin mit besonderen philatelistischen Momenten

Dass Sportphilatelisten, speziell die Fußballmotiv-Sammler beim jährlichen Pokalfinale des DFB in Berlin immer auf ihre Kosten kommen, ist ja bekannt. In diesem Jahr gab es zur Partie der Münchner Bayern gegen die Frankfurter Eintracht  aber noch einen weiteren Höhepunkt, der wegen der langwierigen Regierungsbildung vorher nicht termingemäß stattfinden konnte.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz stellte nämlich erst in der Halbzeitpause des DFB-Pokalfinales am 19. Mai offiziell die Briefmarken-Serie „Für den Sport 2018“ vor. (Wir haben über diese Marken, die es seit dem 3. Mai an den Postschaltern gibt,  in unserem Blog schon ausführlich berichtet!)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundesinnenminister Horst Seehofer, DFB-Präsident Reinhard Grindel, Sporthilfe-Aufsichtsrats-Vorsitzender Werner E. Klatten und Bundestrainer Joachim Löw nahmen die ersten Andrucke „Legendäre WM-Finals“ entgegen.

Für den Sport 2018

„Knapp 1,1 Mio. Euro konnten wir im Vorjahr durch Sport-Briefmarken zur Förderung unserer Talente in 50 Sportarten einsetzen”, sagte Michael Ilgner, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Sporthilfe. „Dankbar sind wir der Deutschen Post, dass sie zusätzlich ein Motiv zum WM-Finale 2014 in ein Markenset aufgenommen hat. Wir sehen die Marken als Ansporn für Joachim Löw und die Nationalmannschaft bei der WM in Russland und hoffen auf gute Verkäufe.“

Seit 50 Jahren werden Briefmarken zugunsten der Deutschen Sporthilfe aufgelegt, erstmals im Jahr 1968 zur Finanzierung der Olympischen Sommerspiele in München. Seit 1998 ist der Bundesminister der Finanzen der Herausgeber der Marken. Über 130 Millionen Euro an Fördermitteln sind dem Spitzensport aus den Erlösen der Sportbriefmarken zugeflossen. Die Deutsche Sporthilfe fördert jährlich rund 4.000 Athleten mit etwa 15 Millionen Euro.

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Auch Mario Götze, WM-Siegtorschütze 2014, hat sich mit den neuen Sportmarken  ablichten lassen. Schade, dass „Mach ihn“ diesmal nicht den Sprung ins WM-Aufgebot für Russland geschafft hat.

(Foto: obs/Stiftung Deutsche Sporthilfe/Ina Fassbender)

Pokalstimmung auch bei der Deutschen Post

Das Deutsche Post Team „Erlebnis: Briefmarken“ war auch in diesem Jahr beim Pokalfinale im Berliner Olympiastadion dabei und erfreute sich wie immer regen Zuspruchs. Zu den Besuchern ihrer drei Zelte vor dem Stadion zählte traditionsgemäß auch unser OSPC-Mitglied Hans-Jürgen Ostermann.

Ostermann beim Pokalfinale

Exklusiv zum Finale gab es neben den personalisierten Erinnerungskarten diesmal ein auf nur 1500 Stück begrenztes Briefmarken-Set mit vier „Briefmarken Individuell“ und genügend Platz für die Erinnerungsstempel.

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Besonders begehrt waren auch wieder die EB-Umschläge zu den beiden Pokal-Endspielen der Männer und Frauen.

Ohne Titel

Eintracht Frankfurt feierte  dabei im ausverkauften Berliner Olympiastadion die Pokalsensation. Die Hessen düpierten den haushohen Favoriten FC Bayern München und gewannen überraschend mit 3 zu 1. Die Mannschaft des künftigen Bayern-Trainers Niko Kovac holte nach 30 Jahren erstmals wieder den Pott in die Main-Metropole und startet damit in der kommenden Saison in der Europa League.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes dagegen verließ wohl endgültig die große Fußball-Bühne trotz der 28. Meisterschaft als Verlierer, wie zuvor bereits im Halbfinale der Champions League. Für die Bayern, die erstmals seit März 2010 gegen die Hessen verloren, war es im 22. Pokal-Finale erst die vierte Niederlage nach 1985, 1999 und 2012.

 

DFB-Pokal Frauen 2018

Bei den Frauen hatte der  Deutsche Meister VfL Wolfsburg  zum vierten Mal in Serie und zum fünften Mal insgesamt den DFB-Pokal  gewonnen und damit auch das Double perfekt gemacht. Der VfL setzte sich im Finale am 19. Mai im Kölner Rhein-Energie-Stadion vor 17.692 Zuschauern 3:2 (0:0, 0:0) im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München durch. In 120 Spielminuten waren zuvor keine Tore gefallen. Es war zudem das erste Finale seit 2007, das nicht in der regulären Spielzeit entschieden wurde. Matchwinnerin war mit zwei parierten Elfmetern Wolfsburgs Nationalkeeperin Almuth Schult.

(Autor: KJA)

Die „Achtundsechziger“ – Olympische Erinnerungen an Grenoble und Mexiko

Im Mittelpunkt des OSPC-Treffs am 5. Mai stand diesmal ein vor allem sporthistorischer Rückblick auf die Olympischen Spiele vor 50 Jahren. Olympia-Experte Volker Kluge überraschte in seinem zweistündigen Vortrag die OSPC-Mitglieder und ihre Gäste im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf immer wieder mit hochinteressanten sportpolitischen Fakten, kaum bekannten Dokumenten und vielen persönlichen Erlebnissen.

FDC Grenoble 1968

So zum Beispiel damit, das der IOC-Beschluss von 1965, der für die 68iger Spiele erstmals zwei getrennte deutsche Olympia-Mannschaften mit gemeinsamer Fahne und Hymne zuließ, nur für jene Spiele gelten und dass für München 1972 neu verhandelt werden sollte. Am 1.11.1968 wurde das DDR-NOK mit allen Rechten voll anerkannt. Der Weg für eine eigenständige Mannschaft in München war damit frei.

Oder, dass Stasi-Unterlagen durchaus belegen, dass der sogenannte „Kufenskandal“ von Grenoble, bei dem die drei DDR-Rennrodlerinnen um Ihre Medaillen gebracht wurden, nicht nur von bundesdeutscher Seite vorangetrieben worden war, sondern, dass auch Polen, Österreich und Italien ihre „Aktien“ daran hatten.

FDC Einschreiben 1968 Mexiko

Oder , dass wegen der militärischen Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Armeen des Warschauer Paktes ein Olympia-Boykott der Sommerspiele in Mexiko drohte, dessen erste Vorzeichen die Europäischen Jugendspiele der Leichtathleten vom 23.-25. August 1968 in Leipzig zu spüren bekamen. 12 westeuropäische Länder, darunter auch die BRD, zogen ihre Mannschaften kurzfristig aus Leipzig ab.

 

OSPC-Mitglied Volker Kluge hatte sich aber noch einen Gast mitgebracht, der unserer Veranstaltung olympischen Glanz gab. Mit Klaus Beer (links im Bild mit V. Kluge) war der Olympia-Zweite im Weitsprung von Mexiko 1968 zu uns gekommen.

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Seine eindrucksvollen Schilderungen vom historischen 18. Oktober 1968 werden wir wohl nicht mehr so schnell vergessen. Um 15:43 Uhr Ortszeit sprang der US-Amerikaner Bob Beamon 8,90 m weit. „Ich habe den Sprung nur von hinten gesehen, da ich schon beim Ausziehen war. Danach begann es zu regnen. Der Wettkampf war 20 Minuten unterbrochen, weil man soviel Zeit zum Messen des Sprunges benötigte“, erinnerte sich der heute 75jährige Berliner, der sich damals in Mexiko nicht vom „Jahrhundertsprung“ beeindrucken ließ. Als Einziger des Wettkampfes verbesserte er sich noch auf 8,19 m und gewann damit Silber.

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Über die Ursachen des Beamon-Sprunges wird noch heute gerätselt. Jedoch gibt es durchaus Fakten, die diese Super-Leistung erklären können, wie Volker Kluge und Klaus Beer erläuterten.

Bob Beamon 18.07.2013 Spiegel online

Da waren einmal die Höhenbedingungen von Mexiko-City mit 2.248 Metern und einem gerade noch zulässigen Rückenwind von 2,00 m/s.

Beamons Anlaufgeschwindigkeit betrug 10,7 sec.. Der Absprungwinkel mit 24 Grad und das Last/Kraftverhältnis waren optimal. „Und er hatte die Beine weit genug vorn“, erinnerte sich Klaus Beer. Ob auch schon Doping mit im Spiel war? Der Berliner Olympiazweite kann es sich nicht vorstellen. „Zu dieser Zeit hatten Springer und Sprinter noch viel zu viel Angst vor Anabolika, weil sie wegen des zu großen Muskelzuwachses Schnellkraft-Nachteile befürchteten“.

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Dass Bob Beamon 1987 auf Einladung der DDR-Zeitung „Junge Welt“ zur Sportlerauszeichnung in Berlin war, auch daran erinnerte Volker Kluge, der den Afro-Amerikaner und seine Frau als sehr freundliche und bescheidene Menschen erlebt hatte. Klaus Beer und Bob Beamon mussten  damals viele Autogramme geben. „Das hätte den ganzen Tag so weiter gehen können – aber wir mussten irgendwann weg – zum Kegeln!“, weiß Klaus Beer noch zu berichten.

Autogramme musste er übrigens dann auch noch bei uns geben. OSPC-Mitglied Christian Kunz aktualisierte seine umfangreiche „Achtundsechziger“-Sammlung und stellte freundlicherweise diese Fotos zur Verfügung.

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(Autor: KJA)

 

 

Deutschland ist Weltmeister – aber warum nur dreimal?

Mit Spannung warten Sportphilatelisten und Förderer des deutschen Leistungssports auf die diesjährige Ausgabe der Briefmarkenserie „Für den Sport“. Damit unterstützt, wie jedes Jahr, das Bundesministerium der Finanzen die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Seit 1968 sind durch die Sondermarken mit dem „Plus“ bereits mehr als 130 Millionen Euro an Fördermitteln für die sozialen Belange und Aufgaben im Bereich des Nachwuchs- und Spitzensports zur Verfügung gestellt worden.

Am 3. Mai ist es endlich soweit. Da kommen die Marken an die Postschalter. Das langehütete Geheimnis ist aber jetzt schon dank der aktuellen Pressemitteilung des Finanzministeriums gelüftet. Endlich wissen wir, was sich unter dem Motto „Sportlegenden – Legendäre Fußballspiele“ verbirgt. Nach dem in diesem Jahr bereits das Thema Olympische Winterspiele philatelistisch völlig negiert wurde, haben die drei Fußball-Marken auch nicht wirklich etwas mit der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Russland zu tun. Absicht oder Berechnung – das ist die große Frage!

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Als ehemaliger Hörfunk-Sportreporter freue ich mich natürlich über das philatelistische Denkmal, das erstmals mit den Briefmarken meinem Berufsstand gesetzt wurde. Denn im Mittelpunkt der Emission stehen markante Sätze aus drei berühmten Hörfunk-und Fernseh-WM-Finalreportagen mit deutschem Happyend. Warum aber ausgerechnet der vierte deutsche WM-Titel 2014 in Brasilien keine Marke wert war, das sollte uns mal einer erklären – vielleicht der neue Finanzminister bei der traditionellen öffentlichen Präsentation der Marken mit der Stiftung Deutsche Sporthilfe.

1954 – Das Wunder von Bern

Der erste Triumph bei einer Fußball-Weltmeisterschaft nimmt nicht nur in der Fußball-Geschichte Deutschlands eine exponierte Rolle ein. Der Sieg Sepp Herbergers und seiner Mannschaft im Sommer 1954 im Regen von Bern, wird von Historikern als eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Die Bilder der sympathischen, bescheidenen Fußballer sorgten kurz nach dem zweiten Weltkrieg für ein anderes Bild Deutschlands.
Im Finale war das DFB-Team der Außenseiter. Noch in der Vorrunde hatte es mit 3:8 gegen Ungarn verloren.

Im Endspiel stand es bereits 0:2 nach acht Minuten. Ein Wunder musste her. Morlock und Rahn trafen noch in Halbzeit eins. Torwart Toni Turek verhinderte mit Glanzparaden die erneute Führung der Ungarn. Radio-Reporter Herbert Zimmermann ruft begeistert: „Turek, du bist ein Teufelskerl. Turek, du bist ein Fußballgott.“

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Dann kommt die 84. Minute: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen“, ruft Zimmermann in sein Mikrofon. Und Rahn schießt und trifft. Wenig später beendete Zimmermann seine legendäre Reportage: „Aus. Aus. Aus. Aus. Das Spiel ist aus. Deutschland ist Weltmeister.“

Radio-Reporter Herbert Zimmermann ist mit dieser Endspiel-Reportage ebenfalls zur Legende geworden. Zumal später alle bewegten Bilder mit seinen Schilderungen unterlegt wurden. Sein damaliger Fernsehreporter-Kollege Dr. Bernhard Ernst hatte das Pech, das seine für die damals noch wenige deutsche Fernsehgerätebesitzer ausgestrahlte Übertragung nicht aufgezeichnet werden konnte und die Tonspur auch noch verloren ging.

1974 – Grandioser Heimsieg

In die Heim-WM 1974 ging die deutsche Mannschaft als Mitfavorit. Zwei Jahre zuvor hatte eine spielstarke deutsche Mannschaft um Beckenbauer, Netzer und Müller bei der EM den Titel gewonnen. Historische Spiele gab es schon vor dem Finale. Etwa den deutsch-deutschen Vergleich, den Sparwasser mit seinem Treffer für die DDR entschied. Im Finale in München ging es gegen Erzrivalen Niederlande. Es begann unglücklich – wie 1954. Nach 100 Sekunden stand es 0 zu 1. Dann aber traf Paul Breitner vom Punkt zum 1:1 und Rainer Bonhof legte im Strafraum  zurück auf Müller. Rudi Michel, der ARD-Fernsehkommentator, schildert: „Müller“ – es folgt eine kleine Pause, in der sich auf dem Spielfeld Gerd Müller dreht und schießt. Reporter Rudi Michel sagt nur: „Und… 2:1!“ Sporthilfe Marken 2020

Eine Stunde und viele Paraden von Sepp Maier später war Deutschland wieder Weltmeister. Rudi Michel: „Oh, hat das Kraft gekostet.“ Auch den Reporter!

1990 – ein Sieg für die Einheit

1990 war ein besonderes Jahr für Deutschland. Die Euphorie des Mauerfalls trug auch die Nationalmannschaft, die diesmal furios in die WM in Italien mit einem 4:1 gegen Jugoslawien startete. Im Achtelfinale gab es ein 2 zu 1 gegen die Niederlande. Im Halbfinale gegen England ein Sieg im Elfmeterschießen. Im Finale in Rom ging es gegen Maradona und Argentinien. Deutschland war überlegen – wird aber erst in der 85. Minute belohnt: Lothar Matthäus schickte Rudi Völler in den Strafraum. Néstor Sensini führt einen harten Zweikampf, bei dem Völler fällt. Welche Entscheidung trifft Schiedsrichter Méndez? O-Ton Gerd Rubenbauer im Fernsehkommentar der ARD: „Was gibt er? Er gibt Elfmeter!“ Andreas Brehme verwandelte eiskalt. Deutschland war zum dritten Mal Weltmeister.Sporthilfe Marken 2021

Gerd Rubenbauer resümierte: „Der Kaiser hat die Krone, die deutsche Mannschaft den Pokal, und wir hatten Spaß an diesem deutschen Team.“

2014 – der Spaß geht weiter

Diese große WM-Freude hatten wir auch 2014 in Brasilien. Deutschland wurde zum vierten Mal Weltmeister. Im Achtelfinale Algerien 2 zu 1 besiegt, im Viertelfinale Frankreich 1 zu 0 geschlagen, im Halbfinale Gastgeber Brasilien mit 7 zu 1 vom Platz gefegt.

Und im Finale gegen Argentinien gab es die erneute Krönung. Mario Götze kam in der 88. Minute beim Stand von 0 zu 0 für Miroslav Klose ins Spiel. Seinen Moment für die Ewigkeit hatte er dann sieben Minuten vor Ende der Verlängerung. Götze stoppte im freien Lauf eine von links kommende Flanke von Andre Schürrle mit der Brust, ließ den Ball direkt auf den linken Fuß tropfen und schoss ab ins Tor. ARD-Fernsehkommentator Tom Barthels: „Schürrle – der kommt an. Mach ihn, mach ihn Mario Götze – das ist doch Wahnsinn. Und jetzt ist er gekommen, dieser eine Moment für Mario Götze, da ist alles andere egal!“

Schade, das die Grafiker Astrid Grahl und Lutz Menze aus Wuppertal, die für die Entwürfe der diesjährigen Marken „Für den Sport“ verantwortlich waren, dieses dramatische Motiv nicht zu einer vierten WM-Final-Marke verarbeiten durften. Mir fehlt zwar das grafische Talent, aber ich habe trotzdem mal versucht, ein entsprechendes Markenbild zu kreieren. Der Reportersatz meines Kollegen Tom Barthel „Mach ihn – Mario Götze“ hätte es ebenso verdient, wie der Torschütze, der zur Zeit seiner einstigen WM-Form noch hinterherläuft!Goldegotze bearbeitet

 

Nachspielzeit

Wegen der langwierigen Koalitionsverhandlungen und  der damit erst kürzlich erfolgten Regierungsbildung, war es in diesem Jahr wohl nicht mehr möglich, kurzfristig in Berlin einen gemeinsamen Vorstellung-Termin zwischen der Stiftung Deutsche Sporthilfe und den für die „Sport-Briefmarken“  zuständigen neuen Finanz-und Innenministern Scholz und Seehofer zu finden. Die Marken werden nun offiziell auf der Briefmarken-Messe in Essen vom 3. bis 5. Mai präsentiert.

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Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist eine aktuelle Veröffentlichung der Post, in der man ganz beiläufig erfährt, dass es im Markenset neben den drei erwähnten nassklebenden Zusammendruck der drei Motive noch ein Zierfeld gibt.

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Und auf diesem Zierfeld ohne Werteindruck wird mit dem von mir oben beschriebenen Reporter-Ausruf „Mach ihn“ an das vierte von Deutschland gewonnene WM-Finale 2014 erinnert. Wenigstens etwas! Bleibt immer noch die Frage, warum es nicht für eine vierte „richtige“ Briefmarke gereicht hat?

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(Autor: Klaus-Jürgen Alde)

Commonwealth Games – das Beste vom Empire

Kaum sind die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in Pyeongchang Geschichte, da empfängt vom 4. bis zum 15.April die australische Stadt Gold Coast, 70 km südlich von Brisbane gelegen, die besten Sportlerinnen und Sportler des Commonwealth zu ihren Spielen.

640px-2018_Commonwealth_Games_countdown_clock_in_July_2017Über 5000 Teilnehmer aus 71 Ländern sind am Start. In 18 Sportarten werden 275 Medaillensätze vergeben. 38 separate Wettbewerbe umfasst das Para-Programm für die Athleten mit Handicap.

Es ist das fünfte Mal, dass Australien die Commonwealth Games ausrichtet. Sydney (1938), Perth (1962), Brisbane (1982) und Melbourne (2006) waren schon Gastgeber. Aus Anlass der 21. Commonwealth Games hat die australische Post eine Sonderbriefmarke veröffentlicht. Michael Zsolt, Leiter der Philatelie bei Australia Post, sagte dazu auf der Webseite der Post: „Diese Briefmarkenausgabe erinnert an das größte Sportereignis, das Australien in diesem Jahrzehnt veranstaltet hat.orgDie Briefmarke zum Basispreis ($ 1) wurde von Sonia Young vom Australia Post Design Studio entworfen und trägt das Emblem der Gold Coast 2018 Commonwealth Games. Das Emblem fängt, wie es in der Pressemitteilung der australischen Post heißt, „ die Energie und den Geist der „Friendly Games“ ein und ist inspiriert von den kräftigen Farben und Formen der Gold Coast-Landschaft. Es zeigt die Figuren von drei Athleten; eine Turnerin, ein Hürdenläufer und ein Schwimmer, die darauf abzielen, die Tiefe des Erbes und die tiefe Menschlichkeit der Spiele wiederzuspiegeln“.

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Die Briefmarkenausgabe, die seit dem 20. März 2018 in den australischen Postämtern verkauft wird, enthält zusätzlich noch einen Ersttagsbrief, ein Stempelpaket, einen Minibogen und eine Maxicard. Philatelistisch gesehen sind die Commonwealth Games durchaus auch eine interessante Fundgrube für den Sportphilatelisten.Rund 400 Briefmarkenausgaben wurden lt. Stampworld- Katalog seit 1958 veröffentlicht. Mehr dazu und zur Geschichte der Commonwealth Games gibt es im OSPC-Journal 01/2018 zu lesen, das im Mai erscheinen wird.

Die ersten Briefmarken gab es vor 60 Jahren, als die Spiele im walisischen Cardiff ausgetragen wurden. Insgesamt drei Marken zeigen das Antlitz der englischen Königin. b717b66bf3105242932fea4b5b14f570--uk-stamps-postage-stamps 2Queen Elizabeth II., Oberhaupt des Commonwealth, war seitdem oft zu Gast bei diesem großen Sportereignis. Auch wenn sie diesmal nicht nach Australien reist, ist sie präsent. Thronfolger Prinz Charles wird ihre Eröffnungsrede verlesen.

Die Queen auf einer Briefmarke zur Eröffnung der Commonwealth Games 1982 in Brisbane sowie auf einem Foto anlässlich der Games 2014 in Glasgow mit IOC-Präsident Dr. Thomas Bach.

Am 21. April wird die Monarchin 92 Jahre alt. Einen Tag später gibt sie sich zu Hause sportlich. Queen Elizabeth II. startet nämlich in diesem Jahr den traditionellen London-Marathon. Ihre Majestät schickt die rund 40.000 Läufer um Großbritanniens Langstrecken-Idol Mo Farah am 22. April um 10.00 Uhr Ortszeit von einem Podium im Windsor Castle auf die 42,195 Kilometer lange Strecke. „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass Ihre Majestät die Königin die Einladung zum London Marathon 2018 angenommen hat“, sagte Sir John Spurling, Vorsitzender des Organisations-Komitees: „Vor allem, weil dies 110 Jahre nach dem Olympischen Marathon 1908, der von der damaligen Prinzessin Mary, Großmutter der Königin, in Windsor Castle gestartet wurde, geschehen wird.“

 

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Interessanter Sonderbogen der britischen Post vom 27.7.2011 zu den Olympischen Spielen 1908 in London, bei denen es keine Olympia-Briefmarken gab.

 

(Autor: KJA)

„Olympische Nachlese“ – Großes Interesse an OSPC-Veranstaltung

Das war schon ein „Heimspiel“ der besonderen Art, das noch lange im Gedächtnis aller Beteiligten bleiben wird. Der Olympia-und Sportphilatelisten Club Berlin hatte am 3.März gemeinsam mit dem Bezirkssportbund Marzahn/Hellersdorf in seine Heimstatt, dem Sportmuseum in der Eisenacher Straße, zu einer „Olympischen Nachlese“ von den Winterspielen in Pyeongchang eingeladen.

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70 Gäste, darunter etliche Olympia-Medaillengewinner und Weltmeister von einst, sorgten nicht nur für ein volles Haus, sondern auch für interessante sportliche Erinnerungen.

Nach einem kurzen Film-Einspiel über das großartige Abschneiden des deutschen Teams bei den Winterspielen mit 14 mal Gold, 10 mal Silber und siebenmal Bronze, schilderte OSPC-Vorsitzender Thomas Lippert seine persönlichen Olympia-Eindrücke.

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„Die Winterspiele in Pyeongchang werden mir in guter Erinnerung bleiben“, so Thomas Lippert, der bereits im vergangenen Jahr einen Sommerurlaub zum näheren Kennenlernen von Land und Leuten genutzt hatte. „Dadurch konnte ich mich diesmal von Anfang an voll auf das olympische Geschehen konzentrieren. Die Wettkampfstätten in Pyeonchang und Gangneung waren schon beeindruckend“, so der 69jährige, der neben seiner Tätigkeit im OSPC Berlin auch Vorsitzender der Internationalen Motivgruppen Olympiaden und Sport (IMOS) ist. Sein ausführlicher olympisch-philatelistischer Reisebericht ist demnächst in unserem OSPC-Journal 01/2018 zu finden.

Die „Olympische Nachlese“ befasste sich aber nicht nur mit den aktuellen Winterspielen, sondern blickte auch noch auf zwei historische Daten zurück: Die Olympischen Spiele 1968 in Grenoble und 1988 in Seoul.

Vor 30 Jahren waren die Südkoreaner schon einmal Gastgeber olympischer Wettbewerbe. Prof. Dr. Horst Röder, damals Chef de Mission der DDR-Mannschaft, erinnerte im Gespräch mit Moderator Klaus-Jürgen Alde an den erfolgreichen letzten olympischen Auftritt der DDR. Interessant seine Aussage, dass ein dritter Boykott nach Moskau und Los Angeles, den der „Bruderstaat“ Nordkorea von den sozialistischen Verbündeten gefordert hatte, das Ende des Leistungssports in der DDR bedeute hätte. „So gesehen gab es nie Zweifel an einem Start der DDR-Mannschaft in Südkorea, das sich bereits 1988 als sehr aufmerksamer und perfekter Gastgeber erwies“, so der heute 85jährige Horst Röder.

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DDR-Chef de Mission Prof. Röder 1988 im Olympischen Dorf von Seoul beim Fernsehinterview zum Abschluss der Spiele, bei denen die DDR 102 Medaillen, darunter 37 Goldene, geholt hatte. (Foto: privat)

 

Ein rundes Jubiläum feiern in diesem Jahr auch die Olympischen Winterspiele von 1968 in Grenoble. Zu den Gästen der OSPC-Veranstaltung zählte auch Dr. Thomas Köhler, der damals gemeinsam mit Klaus M. Bonsack Rodel-Olympiasieger im Doppel und Silbermedaillengewinner im Einzel geworden war. Thomas Köhler, der 1964 in Innsbruck zur olympischen Rodel-Premiere im Einsitzer bereits Gold geholt hatte, zählt mit zusätzlich drei WM-Titeln nach wie vor zu den erfolgreichsten Aktiven seiner Sportart.

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Mit Erstaunen registrierte auch er die bisherige deutsche Olympia-Bilanz im Rodeln. Von 1964 bis 2018 haben die Deutschen bei 15 Winterspielen sage und schreibe 80 Medaillen (33/24/23) gewonnen. Auf das „Erfolgsgeheimnis“ dieser Überlegenheit angesprochen, erinnerte der Rodelfachmann daran, dass sich Deutschland nicht nur vier Kunsteisbahnen in Altenberg, Oberhof, Winterberg und Königssee leistet, sondern in den dortigen Trainingszentren auch eine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit macht. Hinzu kommen die Erfahrungen vieler ehemaliger Spitzenrodler, die heute als Trainer beschäftigt sind.

Köhler erinnerte auch an den „Kufen-Skandal“ von Grenoble. 1968 waren die in Führung liegenden DDR-Rodlerinnen vor dem letzten Lauf wegen angeblich angewärmter Schlittenkufen disqualifiziert und damit um ihre Medaillenchancen gebracht worden. Neueste Erkenntnisse der Olympiahistoriker belegen, dass die Sportlerinnen einem politischen Komplott geopfert wurden. Zusätzliche Informationen dazu bei unserem übernächsten Treff am 5. Mai, wenn wir auf die Spiele von Grenoble und Mexiko zurückblicken, die vor 50 Jahren stattfanden. OSPC-Mitglied und Olympia-Experte Volker Kluge garantiert schon jetzt einen interessanten Vormittag im Sportmuseum Marzahn/Hellersdorf.

Als Gastgeber der unterhaltsamen „Olympia-Nachlese Pyeongchang“ hatte sich der OSPC Berlin eine Überraschung für alle Besucher ausgedacht. Eine Sonderpostkarte erinnerte nicht nur an die Winterspiele von 2018, sondern diente auch als „Unterlage“ für etliche Autogrammjäger, unter ihnen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Autographensammler e.V. aus Rathenow

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Neben Horst Röder und Doppel-Olympiasieger Thomas Köhler waren als Gäste im Publikum noch weitere prominente Sportlerinnen und Sportler, die sich zum Abschluss unserer Veranstaltung gern den Autogrammwünschen stellten:

Monika Zehrt, Doppel-Olympiasiegerin 1972 in München über 400m sowie mit der 4 mal 400 m Staffel;

Ilona Slupianek, Kugelstoß-Olympiasiegerin von 1980 in Moskau;

Roswitha Krause, die 1968 in Mexiko als Schwimmerin Staffel-Silber gewann und danach als Handballerin 1976 und 80 mit der DDR-Mannschaft Silber und Bronze in Montreal und Moskau holen konnte;

Marita Bauerschmidt und Magdalena Schmitt, die 1968 Bronze mit der Mannschaft erturnten.

(Autor: KJA, Fotos: H.-J.Ostermann)